Der kreisrunde Haarausfall, auch bekannt als Alopecia areata, ist eine weit verbreitete Erkrankung, die durch plötzlichen Haarverlust in klar begrenzten Arealen der Kopfhaut gekennzeichnet ist. Obwohl in Deutschland über eine Million Menschen davon betroffen sind, sind die genauen Ursachen noch nicht vollständig geklärt.
Alopecia areata ist eine häufig vorkommende Autoimmunkrankheit, die sich meist in klar begrenzten Arealen der Kopfhaut manifestiert. In schweren Fällen kann sie auch zu einer kompletten Kahlheit führen. Etwa 0,2 % der Weltbevölkerung leiden an Alopecia areata. Die Erkrankung hat ein geschätztes Lebenszeitrisiko von 1,7 % und ist eine häufige Ursache für abrupt einsetzenden Haarausfall. Sie tritt aber seltener auf als androgenetische Alopezie oder Telogeneffluvium. Beide Geschlechter sind gleichermaßen betroffen. Obwohl Alopecia areata in jedem Alter auftreten kann, ist die Inzidenz unter jüngeren Altersgruppen höher. Alopecia areata ist die häufigste Form des Haarausfalls bei Kindern. Die familiäre Häufung liegt bei etwa 15 %, wobei die Ausprägung der Erkrankung unter den betroffenen Familienmitgliedern unterschiedlich sein kann.
Der kreisrunde Haarausfall, beziehungsweise Alopecia areata, gehört zu den am weitesten verbreiteten Erkrankungen mit Haarverlust. Bei der Erkrankung mit Alopecia areata entstehen meist plötzlich runde kahle Stellen auf dem Kopf. Die Erkrankung kann allerdings auch in Schüben verlaufen. Manchmal tritt kreisrunder Haarausfall außerdem im Gesicht auf, wie an den Wimpern, den Augenbrauen, im Bart oder an der Behaarung des Körpers. Außerdem kann beim sogenannten Ophiasis-Typ, einer Sonderform des kreisrunden Haarausfalls, der Haarverlust im Nacken beginnen und sich rundherum um den Haaransatz entlangziehen.
Welche Ursachen genau hinter kreisrundem Haarausfall stecken, ist bisher nicht bekannt. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass es sich um eine Autoimmunreaktion handelt. Darunter versteht man eine fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems. Genauer gesagt, erkennt das Immunsystem die körpereigenen Haare fälschlicherweise als fremd und bildet Abwehrstoffe dagegen. In der Folge entzünden sich die Haarwurzeln: Die Haare wachsen nicht mehr richtig und fallen aus.
In manchen Familien kommt kreisrunder Haarausfall gehäuft vor. Fachleute vermuten deshalb, dass diese Form des Haarausfalls erblich bedingt sein kann. Manche Menschen mit kreisrundem Haarausfall berichten, zum Zeitpunkt des Haarausfalls starkem emotionalem Stress ausgesetzt gewesen zu sein. Bei einem Großteil der Betroffenen ist das hingegen nicht der Fall. Stress könnte daher in einem gewissen Maß ein Mitauslöser sein.
Einzelne Studien weisen zudem darauf hin, dass geringe Mengen von Vitamin D im Blut kreisrunden Haarausfall begünstigen könnten. Ob Stress und Vitamin D tatsächlich eine Rolle spielen, ist aber bisher wissenschaftlich nicht sicher belegt.
Beim kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) bilden sich meist einzelne, runde, haarlose Flecken im Kopfhaar. Seltener betroffen sind Gesichtsbehaarungen wie Bart, Augenbrauen, Wimpern oder das Körperhaar. Zudem befinden sich am Rand der Flecken meist kurze, abgebrochene Haare, die zur Kopfhaut hin dünner werden. Man nennt diese umgangssprachlich Kolben-, Ausrufezeichen- oder Komma-Haare.
Menschen mit kreisrundem Haarausfall können außerdem Probleme mit den Finger- und Zehennägeln haben. Typischerweise bilden sich Grübchen oder Tüpfel im Nagel. Bei manchen Menschen fallen ausschließlich die farbigen (pigmentierten) Haare aus; schon vorhandene, aber bislang kaum aufgefallene graue Haare bleiben übrig. Das erweckt den Eindruck, als sei die Person innerhalb kürzester Zeit ergraut.
Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) ist in der Regel an der Art erkennbar, wie sich das Haar lichtet - also an den typischen runden kahlen Stellen am Kopf. Mitunter entstehen die Flecken an den Augenbrauen oder im Bart. Neben der Kopf- und Gesichtsbehaarung untersuchen Ärztinnen und Ärzte das Körperhaar, denn auch dort kann kreisrunder Haarausfall auftreten.
Zudem schauen sie sich die Nägel an. Denn bei Menschen mit Alopecia areata kann es zu Nagelveränderungen wie Tüpfelnägel kommen. Zusätzlich sucht die Ärztin oder der Arzt mit einem Auflichtmikroskop (Dermatoskop) die lichten Stellen nach den typischen abgebrochenen Haaren ab - den „Ausrufezeichen-Haaren“.
Außerdem kann die Ärztin oder der Arzt einen Zupftest machen. Lassen sich die Haare an den Rändern der kahlen Stellen leicht auszupfen, weist das ebenfalls auf kreisrunden Haarausfall hin. Insbesondere schaut sie oder er nach den Haarbälgen und Poren. Sind diese noch sichtbar, ist das ein Zeichen dafür, dass die Haare grundsätzlich wieder nachwachsen können. Zudem können die Poren gelb oder schwarz verfärbt sein.
Da die genaue Ursache von Alopecia areata nicht bekannt ist, gibt es auch keine ursächliche Therapie. Es gibt allerdings verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die darauf abzielen, neues Haarwachstum anzuregen. Manchmal helfen sie, oftmals sind sie aber auch erfolglos. Die verschiedenen Therapien entfalten ihre Wirkung entweder lokal (vor Ort) oder systemisch (im ganzen Körper) und sollen das Haarwachstum wieder anregen:
Zu Beginn einer Therapie kommen üblicherweise Präparate mit entzündungshemmendem Kortison zum Einsatz - meist zum Auftragen auf die kahlen Stellen. Um sicher sagen zu können, ob die äußerliche Behandlung anschlägt, muss man die Präparate für mindestens drei Monate anwenden, maximal für fünf bis sechs Monate. Solange dauert es, bis die Entzündung nachlässt, die Haarwurzeln sich erholen und ein neues Haar nachwachsen kann.
Manchmal wenden Patienten bei kreisrundem Haarausfall Homöopathie, Schüßler-Salze und andere alternative Heilmethoden an. So empfehlen Homöopathen bei Alopecia areata zum Beispiel die Einnahme von Arsenicum album, Lycopodium clavatum, Phosphorus oder Vinca minor. Als geeignetes Schüßler-Salz gilt vor allem die Nr. 5 Kalium phosphoricum. Aber auch anderen Mittel wie Nr. 11 Silicea oder Nr. 21 Zincum chloratum wird eine förderliche Wirkung bei kreisrundem Haarausfall nachgesagt.
Die Konzepte der Homöopathie und der Schüßler-Salze sowie ihre spezifische Wirksamkeit sind umstritten und durch Studien nicht eindeutig belegt. Auch haben alternativmedizinische Methoden ihre Grenzen. Sprechen Sie deshalb im Vorfeld mit Ihrem Arzt.
Jeder Mensch geht unterschiedlich damit um, Haare zu verlieren. Manche kommen gut damit klar, für andere ist es ein einschneidendes Erlebnis. Kreisrunder Haarausfall fällt leicht auf und kann dazu führen, dass sich Betroffene unwohl fühlen. Tritt der Haarverlust sehr plötzlich auf oder ist er sehr stark ausgeprägt, kann das emotional enorm belasten. Mitunter passiert es, dass Menschen aufgrund des Haarausfalls gemobbt und sozial ausgegrenzt werden - vor allem bei Kindern und Jugendlichen ist dieses Risiko groß.
In solchen Fällen lässt sich einiges tun, um den Leidensdruck zu mindern.
Manchen hilft es, den Kopf zu rasieren - viele Männer greifen zu dieser Maßnahme. Andere tragen lieber eine Perücke oder ein Haarteil. Man bekommt den Haarersatz ärztlich verordnet. Die Krankenkassen übernehmen dafür unter bestimmten Voraussetzungen ganz oder teilweise die Kosten. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse zu den genauen Konditionen.
Wer kreisrunden Haarausfall an den Wimpern hat, kann erwägen, künstliche Wimpern zu tragen. Sind die Augenbrauen betroffen, kann man künstliche Augenbrauen aufkleben, die Augenbrauen mit Schminke nachzeichnen oder tätowieren lassen (Permanent-Make-up). Bevor man sich für die eine oder andere Maßnahme entscheidet, ist eine Beratung zu den Kosten sowie zu den Vor- und Nachteilen der Methode sinnvoll.
Wenn der Haarausfall trotz kosmetischer Maßnahmen sehr stark belastet und psychische Symptome wie Depressivität oder Ängstlichkeit hinzukommen, ist professionelle psychotherapeutische Hilfe sinnvoll.
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