Krankheit ohne Haare und Augenbrauen: Ursachen und Behandlungen

Haarausfall und der Verlust von Augenbrauen können belastende Erfahrungen sein. Es gibt verschiedene Ursachen für diese Zustände, und es ist wichtig, die zugrunde liegenden Faktoren zu verstehen, um die richtige Behandlung zu finden. In diesem Artikel werden wir die verschiedenen Arten von Haarausfall, einschließlich diffuser Alopezie, Alopecia areata und vernarbender Alopezie, sowie ihre Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten untersuchen. Wir werden auch auf den Augenbrauenausfall eingehen und Ihnen Ratschläge geben, was Sie tun können, wenn Sie unter Haarausfall leiden.

Diffuser Haarausfall

Was ist diffuser Haarausfall?

Von diffusem Haarausfall spricht man, wenn sich das Haar auf dem Kopf insgesamt ausdünnt und die Kopfhaut stärker durchschimmert als üblich. Anzeichen dafür ist, dass täglich mehr als 100 Haare ausgehen. Mitunter macht sich der Haarausfall an den Schläfen, am Vorderkopf und im Scheitelbereich verstärkt bemerkbar. Anders als beim anlagebedingten oder kreisrunden Haarausfall bilden sich beim diffusen Haarausfall üblicherweise keine kahlen Stellen. Es passiert auch nicht, dass die Haare komplett ausfallen.

Ursachen für diffusen Haarausfall

Die Ursachen für den Haarausfall sind sehr verschieden. So können zum Beispiel Hormonveränderungen, bestimmte Erkrankungen, Nährstoffmangel oder die Einnahme einiger Medikamente diffusen Haarausfall auslösen. Manchmal lässt sich auch kein Auslöser finden. Für gewöhnlich beginnt der Haarausfall zwei bis drei Monate nach dem auslösenden Ereignis. Bis die Haare wieder sichtbar nachgewachsen sind, dauert es zwischen sechs bis zwölf Monaten. Manchmal kann es passieren, dass der Haarausfall vier bis sechs Monate oder länger anhält.

Zunächst wachsen die Haare, dann ruhen sie und schließlich fallen sie aus. Die Haare durchlaufen diese Phasen zu unterschiedlichen Zeiten. Normalerweise befinden sich circa 10 Prozent aller Kopfhaare in der Ruhephase. Beim diffusen Haarausfall betrifft das bis zu 35 Prozent. Haare gehen vermehrt in den Ruhezustand über.

Es gibt verschiedene Faktoren, Einflüsse und Erkrankungen, die diffusen Haarausfall auslösen können. Bei einem Teil der betroffenen Menschen ist die Ursache unklar:

  • Akute Stress-Situationen, wie schwere Operationen, Verletzungen oder psychische Belastungen.
  • Geburt: Während bei vielen Schwangeren die Haare vermehrt wachsen und dichter werden, passiert nach der Geburt das Gegenteil: Die Haare fallen stärker aus als üblich.
  • Wechseljahre: In den Wechseljahren nimmt die Menge am weiblichen Geschlechtshormon Östrogen ab. Dies kann sich durch Haarausfall bemerkbar machen.
  • Empfängnisverhütung mit Hormonen: Frauen, die mit der Anti-Baby-Pille verhüten und die Einnahme beenden, beobachten manchmal einen verstärkten Haarausfall.
  • Infektiöse und entzündliche Erkrankungen der Kopfhaut: Sie können Ursache für diffusen Haarausfall sein. Dazu zählen zum Beispiel Kopfpilz (Tinea capitis), bakterielle Infektionen der Kopfhaut wie eine Haarbalgentzündung (Follikulitis), das seborrhoische Ekzem oder Schuppenflechte (Psoriasis).
  • Erkrankungen des Hormonsystems: Dazu gehören zum Beispiel die Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion kann es neben vielen anderen Symptomen wie trockener Haut zu stumpfem, brüchigem Haar oder Haarausfall kommen. Eine Schilddrüsenüberfunktion kann sich zusätzlich zu Symptomen wie warm-feuchter Haut mit weichem, dünnem Haar und diffusem Haarverlust zeigen.
  • Fieberhafte Infektionskrankheiten: Durch Viren verursachte Erkrankungen wie Grippe oder Covid-19 können mit Haarausfall einhergehen.
  • Chronische Erkrankungen: Zum Beispiel der Leber oder des blutbildenden Systems.
  • Einnahme von Medikamenten: Haarausfall kann als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten. Dazu gehören zum Beispiel Blutverdünner, Cholesterinsenker oder bestimmte Mittel gegen Bluthochdruck. Bei einem Verdacht sollte man die Medikamente niemals selbstständig absetzen, sondern immer mit dem Arzt oder der Ärztin besprechen, ob es eine Alternative gibt.
  • Nährstoffmangel: Ein Mangel an Nährstoffen kann Haarausfall auslösen. Mögliche Gründe sind zum Beispiel eine schnelle Gewichtsabnahme, einseitige Ernährung, Diät, Essstörung, ein Eisen- oder Zinkmangel.

Findet man den Auslöser für den diffusen Haarausfall und kann ihn beheben, wachsen die Haare innerhalb eines halben bis ganzen Jahres nach.

Diagnose von diffusem Haarausfall

Um diffusen Haarausfall festzustellen, sind ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung wichtig. Bei Menschen, die natürlicherweise fülliges Haar haben, ist ein diffuser Haarausfall häufig nicht zu erkennen. Es kann daher hilfreich sein, zum Besuch bei der Ärztin oder dem Arzt Vorher-Nachher-Fotos mitzunehmen.

Im Gespräch wird die Ärztin oder der Arzt verschiedene Fragen zur Lebenssituation, Ernährungsgewohnheiten und zur Krankengeschichte stellen. Dabei geht es zum Beispiel darum herauszufinden, ob man:

  • zuletzt akut krank war und Fieber hatte
  • eine chronische Erkrankung hat, beispielsweise der Haut oder der Leber
  • regelmäßig Medikamente einnimmt
  • seine Ernährung umgestellt hat oder eine Diät macht
  • emotionalem Stress ausgesetzt ist
  • mit hormonellen Präparaten wie der Anti-Baby-Pille verhütet und diese abgesetzt hat
  • vor einigen Wochen ein Kind geboren hat

Die Ärztin oder der Arzt untersucht die Haare, die Kopfhaut und die Nägel. Außerdem prüft sie oder er eventuell mit einem Zupftest, ob es sich um einen aktiven Haarausfall handelt. Zusätzlich lässt sich mit einem Trichogramm bestimmen, wie viele Haare sich im Ausfall-Stadium befinden. Besteht der Verdacht, dass ein Mangel an Mineralstoffen wie Eisen oder eine Schilddrüsen-Erkrankung den Haarausfall ausgelöst hat, helfen Blutuntersuchungen weiter. Möchte der Arzt oder die Ärztin den Haarausfall von anderen Formen abgrenzen, kann eine Untersuchung mit dem Auflichtmikroskop (Dermatoskop) sinnvoll sein. Ist trotz eines ausführlichen Gesprächs und einer genauen Untersuchung der Kopfhaut die Diagnose unklar, kann die Entnahme von Gewebe (Biopsie) manchmal weiterhelfen.

Behandlung von diffusem Haarausfall

Um diffusen Haarausfall behandeln zu können, ist es wichtig, den Auslöser zu finden und zu beseitigen. Welche Therapie zum Einsatz kommt, richtet sich immer nach der jeweiligen Ursache:

  • Liegt eine Erkrankung vor, muss diese entsprechend behandelt werden.
  • Ist die Einnahme von Medikamenten der Auslöser, kann der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin eventuell ein anderes Präparat verschreiben. Wichtig ist, die Medikamente nicht eigenmächtig abzusetzen.
  • Wenn der Haarausfall durch eine Diät entstanden ist, ist es sinnvoll, die Diät zu beenden und auf eine ausgewogene Ernährung umzustellen.
  • Besteht ein anhaltender Mangel an Nähr- oder Mineralstoffen, kann die Ärztin oder der Arzt diesen feststellen und gegebenenfalls ein geeignetes Präparat verschreiben.

Manche Ärztinnen und Ärzte verschreiben Minoxidil-Präparate zum Auftragen auf die Haut oder zum Einnehmen. Dieser Wirkstoff kommt vornehmlich beim anlagebedingten Haarausfall zum Einsatz. Ob er auch bei diffusem Haarausfall hilft, ist nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. Eigenhaar zu verpflanzen, ist bei Menschen mit diffusem Haarausfall keine geeignete Maßnahme. Manchmal lässt sich diffuser Haarausfall durch Hairstyling kaschieren.

Wer sich mit Haarverlust unwohl fühlt, kann ihn auf verschiedene Weise verbergen (kaschieren). Belastet der Haarausfall sehr stark, ist es sinnvoll, sich zusätzlich an eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten zu wenden. Manche Menschen mit Haarausfall entscheiden sich dafür, ein Kopftuch, eine Mütze oder einen Hut zu tragen. Andere fühlen sich wohler damit, den Haarausfall mit einem Haarteil oder einer Perücke zu kaschieren. In manchen Fällen - etwa bei Haarausfall aufgrund einer Chemotherapie - trägt die Krankenkasse die Kosten für den Haarersatz.

Alopecia Areata: Kreisrunder Haarausfall

Alopecia areata: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von kreisrundem Haarausfall

Bei kreisrundem Haarausfall, in der Fachsprache als Alopecia areata bezeichnet, handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung gegen die in der Haut liegenden Haarbestandteile. „Die AA ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich die körpereigenen Immunzellen gegen die Strukturen der Haarwurzel richten und Antikörper bilden. Als Folge der fehlgesteuerten Immunreaktion entzünden sich die Haarwurzeln, wodurch die Haare nicht mehr richtig wachsen und es zum kreisrunden Haarausfall kommt“, erklärt Prof. Dr. Auch genetische Faktoren scheinen den kreisrunden Haarausfall zu begünstigen. So ist das Erkrankungsrisiko von Verwandten eines Betroffenen erhöht. Die genauen genetischen Hintergründe sind jedoch noch nicht ausreichend erforscht.

Kreisrunder Haarausfall tritt oft zusammen mit anderen Erkrankungen auf. Dazu zählen etwa Autoimmunerkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion und die Weißfleckenkrankheit (Vitiligo), aber auch atopische Erkrankungen, also mit Allergieneigung wie Neurodermitis und Heuschnupfen. Neben diesen können auch ein Vitamin D-Mangel sowie psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen vorliegen.

Formen der Alopecia Areata

  • Alopecia areata (AA): Tritt zu 80 Prozent der Fälle im Kopfbereich auf. Bei Männern kann zusätzlich der Bartwuchs betroffen sein. Wimpern, Augenbrauen und restliche Körperbehaarung meist normal vorhanden.
  • Alopecia ophiasis: Kranzartiges Fehlen der Haare im Ohren- und Nackenbereich. Augenbrauen, Haare oben und seitlich am Kopf sowie die restliche Körperbehaarung sind nicht betroffen.
  • Alopecia totalis: Fehlen der gesamten Kopfbehaarung, inklusive Augenbrauen und Wimpern. Diese Form tritt eher selten auf.
  • Alopecia universalis: Komplette Körperbehaarung fällt aus, inklusive Augenbrauen, Wimpern und Nasenhaare.

Diagnose und Behandlung

In der Regel reicht bereits das klinische Bild - die typischen runden kahlen Stellen -für die Diagnose des kreisrunden Haarausfalls aus. "Zunächst schaue ich mir die Haare am Kopf, im Gesicht und an Körper an, danach untersuche ich die Kopfhaut genauer. Die Behandlung einer Alopecia areata ist nicht immer einfach und von verschiedenen Faktoren, wie der Ausprägung der Erkrankung sowie Begleitdiagnosen abhängig.

„Da es sich um eine entzündliche Erkrankung handelt, beobachten wir oft eine Verbesserung unter Kortison. Diese Form der lokalen Therapie kann Betroffenen durchaus helfen und die Haare wieder wachsen lassen. Jakunkinase (JAK) Inhibitoren können als Entzündungshemmer entzündliche Prozesse unterdrücken, wodurch es wieder zum Haarwachstum kommen kann. Der Wirkstoff Baricitinib ist das erste zugelassene Medikament zur Behandlung der Alopecia areata. Zunächst wurde der Wirkstoff 2020 als Mittel gegen rheumatoide Arthritis zugelassen. Im Juni 2022 erweitere die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) die Zulassung um die Behandlung der Alopecia areata bei Erwachsenen. Krankenkassen sind allerdings bisher nicht verpflichtet, die noch hohen Behandlungskosten zu übernehmen.

Der Verlauf einer Alopecia areata ist schwer vorherzusagen und individuell sehr unterschiedlich. Bei einigen Betroffenen, die nur eine leichte Ausprägung haben, kommt es oft zu einer spontanen Rückbildung. Die kahlen Stellen wachsen wieder zu und kommen nicht mehr zurück.

Zwar hat der kreisrunde Haarausfall keine Auswirkungen auf die Lebenserwartung, dennoch ist die psychische Gesundheit oft sehr erheblich beeinträchtigt. Egal, welche Ursache - ein Haarverlust ist für Betroffene immer eine extreme Belastung.

Vernarbende Alopezie

Was ist vernarbende Alopezie?

Bei einer vernarbenden Alopezie richtet sich das Immunsystem aus verschiedenen Gründen gegen die körpereigenen Haarfollikel. Es entsteht eine Entzündung, welche in letzter Konsequenz zur Zerstörung des Follikels führt. Die Haarfollikel vernarben durch die Entzündung so, dass kein Haar mehr aus ihnen wachsen kann.

Mögliche Ursachen

Mögliche Ursachen sind:

  • verschiedene Lichen-Erkrankungen
  • Lupus erythematodes
  • Akne
  • Traumata (Verbrennungen, Verätzungen)
  • Schuppenflechte
  • bakterielle Infektionen
  • Gürtelrose
  • Hautpilze

Je nach Auslöser können unterschiedliche Symptome auftreten. Der Krankheitsverlauf unterscheidet sich oft sehr, was die Diagnose zusätzlich erschwert.

Symptome vernarbender Alopezie

Häufige Symptome vernarbender Alopezie können sein:

  • juckende Stellen der Kopfhaut
  • Rötungen und Schuppen
  • Schmerzen
  • helle, haarlose Haut

Besonders auffällig ist, dass an den kahlen Stellen die Haut ungewöhnlich glatt wird - es sind keine Haarausgänge mehr zu sehen, die Haut glänzt. Je nach auslösender Ursache kann die Haut verblassen oder nach Entzündungen immer noch gerötet sein. Bei Lichen-Erkrankungen können zusätzlich auch andere Haut- und Nagelveränderungen auftreten.

In jedem Fall sollte bei entzündlichen Veränderungen und Verdacht auf vernarbenden Haarausfall ein Facharzt aufgesucht werden, um durch eine umfassende Diagnostik die zugrundeliegende Krankheit identifizieren zu können. Je nach Ursache läuft die Behandlung unterschiedlich ab. Sind die Haare jedoch einmal ausgefallen, wachsen sie bei vernarbender Alopezie nicht mehr nach. Das Fortschreiten der Krankheit wird im besten Fall gestoppt und Symptome werden gelindert.

Behandlung von vernarbender Alopezie

Je nach Ursache werden Hautproben entnommen oder das Blut auf Autoimmunmarker untersucht. Da die Krankheit auch sehr langsam voranschreiten kann, wird sie oft nicht gleich erkannt. Eine Behandlung kann je nach Ursache unterschiedlich erfolgen. So sind in einigen Fällen äußerliche Behandlungen mit kortisonhaltigen Salben, Shampoos und Lotionen, aber auch innerliche Anwendungen mit Antibiotika oder bestimmten Pilzmitteln möglich. In einigen Fällen kann es nötig sein, die erkrankten Haarwurzeln operativ zu entfernen, um ein Voranschreiten der Krankheit zu stoppen. Jedoch ist das nicht bei jeder Ursache möglich und die Behandlungen können langwierig und schwierig sein.

Unterscheidung zwischen vernarbender und nicht vernarbender Alopezie

Vernarbender Haarausfall hat andere Ursachen als nicht-vernarbender Haarausfall. Aber auch hier gibt es unterschiedliche Gründe und entsprechend unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten.

  • Androgenetische Alopezie: Diese Form des Haarausfalls betrifft zumeist Männer. Die Haargrenze weicht gleichmäßig zurück, es bilden sich sogenannte Geheimratsecken und auch am Hinterkopf fallen die Haare nach und nach aus, bis sich letztlich eine Glatze bildet.
  • Kreisrunder Haarausfall: Auch hier sind Männer häufiger betroffen als Frauen, das Krankheitsbild ist jedoch optisch einfach vom androgenetischen Haarausfall zu unterscheiden. Oft wachsen die Haare bei diesem fleckförmigen Haarausfall, der auch den Bart betreffen kann, innerhalb von 6 bis 12 Monaten wieder nach. Es kommt jedoch häufig zu Rückfällen und die Haare können letztlich ganz ausbleiben. Ähnlich wie bei der vernarbenden Alopezie kann eine Entzündung der Haarwurzel der Grund sein. Der Haarfollikel wird nicht vollständig zerstört und kann sich erholen. Die Ursache für kreisrunden Haarausfall ist noch nicht genau bekannt.
  • Diffuse Alopezie: Diffuser Haarausfall tritt nach schweren Krankheiten, Verletzungen, Operationen, Fieber, Nährstoffmangel oder bei Hormondrüsenerkrankungen, sowohl bei Männern als auch Frauen auf.

In jedem Fall sollte eine Diagnostik bei einem Spezialisten erfolgen, da die Unterschiede der einzelnen Erkrankungen nicht immer einfach zu erkennen sind.

Wachsen bei nicht vernarbender Alopezie die Haare wieder nach?

Es hängt ganz von der auslösenden Ursache des Haarausfalls ab, ob die Haare wieder nachwachsen. Bei kreisrundem Haarausfall stehen die Chancen recht gut, dass die Haare wieder sprießen. Es ist aber auch wahrscheinlich, dass der Haarausfall wieder auftritt. Bei androgenetischem Haarausfall ist eine Behandlung mit Hormonen möglich, um die Haare auf dem Haupt wieder zum Wachstum anzuregen. Doch hat die Behandlung Nebenwirkungen. Sollten diese nicht vertragen werden, ist eine Haartransplantation der verbleibenden, im Kranz wachsenden Haare möglich. Diese Haarfollikel haben einen anderen Aufbau und sind so für hormonbedingten Haarausfall immun und wachsen dauerhaft weiter. Der Haarausfall bei Frauen sollte unbedingt medizinisch abgeklärt werden, da er viele verschiedene Ursachen haben kann, die auch mit verschiedenen Hormonzyklen zusammenhängen können.

Eine Haartransplantation bei vernarbender Alopezie ist nach erfolgter Diagnose auch eine erfolgversprechende Option.

Augenbrauenausfall

Augenbrauenausfall ist ein Zustand, bei dem die Haare in den Augenbrauen ausfallen. Dies kann zu dünneren oder fehlenden Augenbrauen führen. Es gibt viele Ursachen für Augenbrauenausfall, darunter:

  • Trauma: Schnittverletzungen bei einem Unfall oder chirurgische Eingriffe im Augenbereich können die zarten Haarfollikel der Braue dauerhaft schädigen.
  • Medikamente: Manche Arzneimittel können Haarausfall verursachen. Nach dem Absetzen des Medikaments wachsen die Haare oft wieder nach.
  • Chemotherapie oder Strahlentherapie: Patient:innen, die eine Strahlen- oder Chemotherapie durchlaufen, kennen das Problem leider gut. Die Haare gehen - nicht nur am Kopf, sondern auch an Wimpern und Augenbrauen.
  • Nährstoffmangel: Ohne Treibstoff kein Motor - und ohne Nährstoffe keine Haare. Besonders Biotin ist in aller Munde - wortwörtlich und sprichwörtlich.
  • Stress: Dauerstress ist nicht nur schlecht fürs Herz, sondern auch für die Haarwurzeln. Denn hoher Cortisolspiegel verändert die Botenstoffe in der Haut, unterdrückt das Immunsystem und führt dazu, dass Follikel entzündet reagieren.
  • Kosmetische Eingriffe: Permanent Make-up und Microblading können Narben hinterlassen und dazu führen, dass keine Haare mehr nachwachsen.
  • Hormonelle Veränderungen: Nach der Geburt kommt es häufig zu hormonellen Veränderungen. Der Östrogen- und Progesteronspiegel sinkt, und damit verabschieden sich nicht selten auch Kopf- und Augenbrauenhaare. In den Wechseljahren wiederholt sich dieses Spiel: Die Hormonbalance gerät ins Wanken, der Körper reagiert sensibel - und die Haare zeigen das oft auf ihre ganz eigene Weise.

Was tun bei Augenbrauenausfall?

Wenn Sie unter Augenbrauenausfall leiden, sollten Sie einen Dermatologen oder spezialisierten Haarausfall-Experten (Trichologen) aufsuchen. Diese können durch gezielte Untersuchungen feststellen, ob medizinische Ursachen wie Schilddrüsenstörungen, Eisenmangel oder Autoimmunerkrankungen vorliegen. Vermeiden Sie aggressive Reinigungsprodukte oder übermäßiges Zupfen, da beides die empfindliche Haut stresst und Follikel langfristig schädigen kann.

Behandlungsmöglichkeiten von Augenbrauenausfall

  • Haartransplantation: Mit modernsten Methoden der Haartransplantation ist auch eine Korrektur der Augenbrauen bzw. eine Neupositionierung möglich.
  • Minoxidil: Dies ist eine Substanz, die die Durchblutung um den Haarfollikel verbessert und so das Haarwachstum anregt. Es könnte unterstützend beim Nachwachsen der Haare in den umschriebenen AA Herden eingesetzt werden.

Tabellen

Therapeutische Optionen zur Behandlung der androgenetischen Alopezie und ihre Evidenz*

Therapie Evidenzlevel
Topisches Minoxidil 1
Finasterid 1 mg (Männer) 1
Systemische Antiandrogene (Frauen mit hormoneller Dysregulation) 3
Haarfollikeltransplantation 4

*Die Evidenzlevel reichen von 1 (hohe Evidenz) bis 5 (geringe Evidenz).

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