Kopfschmerzen können sehr unterschiedlich ausfallen. Ein Arztbesuch ist immer dann ratsam und besonders wichtig, wenn einseitige Schmerzen im Kopf in großer Stärke zum ersten Mal auftreten. Doch auch wenn leichte Kopfschmerzen immer nur an einer Stelle lokalisiert sind, ist eine medizinische Abklärung sinnvoll.
Bei einseitigen Kopfschmerzen ist nur ein bestimmter Bereich am Kopf betroffen, wobei der Schmerz auch in die Augenregion der jeweiligen Seite ausstrahlen kann.
Einseitige Kopfschmerzen sind ein typisches Symptom bei Migräne oder beim Cluster-Kopfschmerz, der sich in stechenden Schmerzen hinter Auge, Stirn oder Schläfe zeigt. Beide Erkrankungen sind meist sehr schmerzhaft und nicht dauerhaft heilbar. Eine gut eingestellte medikamentöse Therapie und einige alternative Behandlungsmethoden wie beispielsweise Akupunktur oder Sauerstofftherapie können jedoch helfen, die Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.
Migräne-Attacken: Im Gegensatz zu anderen Kopfschmerzformen tritt Migräne in Form von periodisch wiederkehrenden Schmerzattacken auf. Typische Symptome sind pulsierende, pochende Schmerzen, die zur Bettruhe zwingen und Stunden andauern können.
Bei Cluster-Kopfschmerzen kommt es zu häufigen Attacken mit heftigen, immer einseitigen Kopfschmerzen, meist im Bereich des Auges oder der Schläfe. Cluster-Kopfschmerzen unterscheiden sich von anderen Kopfschmerzen auch durch ihre typischen Begleitsymptome wie Augentränen, eine laufende Nase oder ein leicht hängendes Augenlid.
Bei einer Cluster-Kopfschmerzattacke bauen sich in kurzer Zeit sehr starke bohrende, stechende oder brennende Schmerzen im Bereich eines Auges auf. Auch die Schläfe und die angrenzende Stirnpartie können sehr weh tun. Manche Menschen beschreiben den Schmerz, als ob ein Nagel durch das Auge sticht.
Häufig ist das betroffene Auge gerötet und tränt. Weitere mögliche Begleiterscheinungen sind:
Weil die Schmerzen bei Bewegung etwas nachlassen, sind viele Betroffene unruhig und gehen während einer Attacke zum Beispiel umher. Nach 15 Minuten bis 3 Stunden verschwinden die Schmerzen meist so schnell wieder, wie sie gekommen sind.
Was dazu führt, dass ein Mensch an Cluster-Kopfschmerzen erkrankt, ist nicht bekannt. Fachleute vermuten unter anderem, dass die Nervenzellen in bestimmten Bereichen des Gehirns, die auch für die Regulation des Tag-Nacht-Rhythmus verantwortlich sind, „überaktiv“ sind. Weil in manchen Familien Cluster-Kopfschmerzen gehäuft vorkommen, könnte auch Vererbung eine Rolle spielen.
Ähnlich wie bei der Migräne gibt es auch bei Cluster-Kopfschmerzen bestimmte Auslöser (Trigger) - also unterschiedliche Stoffe oder Situationen, die eine Schmerzattacke hervorrufen können. Viele Menschen mit Cluster-Kopfschmerzen bekommen zum Beispiel eine Schmerzattacke, wenn sie Alkohol getrunken haben. Weitere mögliche Auslöser sind:
Einige Menschen berichten, dass bestimmte Gerüche bei ihnen Cluster-Kopfschmerzen auslösen können. Häufig werden auch Nahrungsmittel wie bestimmte Käsesorten oder Wurstwaren mit Cluster-Kopfschmerzen in Verbindung gebracht.
Nur etwa 1 von 1000 Menschen hat Cluster-Kopfschmerzen. Damit ist diese Kopfschmerzform im Vergleich zu Spannungskopfschmerzen und Migräne sehr selten. Männer sind dreimal häufiger betroffen als Frauen.
Typischerweise treten die Cluster-Kopfschmerzattacken meist nur in bestimmten Phasen auf. Diese auch Cluster genannten Episoden dauern einige Tage bis Wochen. Zwischen zwei Episoden vergeht oft eine längere Zeit - manchmal sogar Jahre - ohne Beschwerden. Häufig fallen die Schmerzepisoden ins Frühjahr oder den Herbst.
Während einer Episode können die Attacken alle zwei Tage bis mehrmals pro Tag auftreten. Oft setzen sie jeweils zur selben Uhrzeit ein, vor allem in den frühen Morgenstunden oder 1 bis 2 Stunden nach dem Einschlafen.
Bei 15 von 100 Menschen mit Cluster-Kopfschmerzen sind die Beschwerden besonders häufig: Die Episoden dauern bei ihnen ein Jahr - oder die beschwerdefreie Zeit zwischen zwei Episoden ist kürzer als ein Monat. Dann spricht man von chronischen Cluster-Kopfschmerzen. Manchmal geht ein episodischer in einen chronischen Verlauf über, vor allem wenn die Erkrankung erst in einem höheren Alter beginnt.
Die Diagnose ergibt sich aus einem ausführlichen Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt (Anamnese) und einer körperlichen Untersuchung. Dabei werden unter anderem im Rahmen einer neurologischen Untersuchung die Wahrnehmung von Berührung und die Muskelkraft geprüft.
Mittel, die grundsätzlich verhindern können, an Cluster-Kopfschmerzen zu erkranken, sind nicht bekannt. Eine Möglichkeit, Attacken vorzubeugen, ist jedoch herauszufinden, was sie auslöst und diese Auslöser dann zu vermeiden. Dazu ist es hilfreich, ein Kopfschmerztagebuch zu führen, in das man unter anderem einträgt, was man vor einer Attacke gegessen, getrunken oder unternommen hat.
Es gibt auch einige Medikamente, die häufigen Attacken vorbeugen können: Manchmal werden dazu Lithium oder Kortison eingesetzt - am häufigsten aber der Wirkstoff Verapamil.
Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol können akute Cluster-Kopfschmerzen nicht lindern. Vielen Menschen hilft es aber, reinen Sauerstoff einzuatmen. Dazu benötigt man ein Sauerstoffgerät mit Atemmaske. Wichtig ist, dass eine ausreichende Sauerstoffkonzentration erreicht wird.
Cluster-Kopfschmerzen können so heftig sein, dass sie oft als unerträglich beschrieben werden. Während einer Attacke ist es meist nicht möglich, sich auf andere Dinge zu konzentrieren, Alltagstätigkeiten nachzugehen oder am Straßenverkehr teilzunehmen. Während eines Clusters ist das Berufs- und Familienleben in Mitleidenschaft gezogen, auch Freizeitaktivitäten sind erschwert. Belastend ist auch, dass die Attacken häufig in der Nacht auftreten und den Schlaf stören. Hinzu kommt, dass viele Betroffene lange Zeit nicht wissen, was mit ihnen los ist. Manche befürchten, lebensbedrohlich erkrankt zu sein. Einige Menschen verlieren durch die Cluster-Kopfschmerzen sogar ihren Lebenswillen.
Viele sind erleichtert, wenn sie erfahren, dass sie eine Kopfschmerzerkrankung haben und dass es wirksame Behandlungen gibt.
Bei einseitigen Kopfschmerzen sind zunächst beim Arzt ernsthafte Erkrankungen wie zum Beispiel eine Hirnblutung oder ein Hirntumor mittels bildgebender Verfahren wie MRT oder CT auszuschließen. Wenn ein Schlag auf den Kopf oder eine andere traumatisch bedingte Ursache vorliegt, etwa durch einen Unfall oder Sturz auf den Kopf, sind einseitige Kopfschmerzen ein möglicher Hinweis auf eine Hirnverletzung, was medizinisch abgeklärt werden muss. Auch wenn das Traumaereignis schon etwas länger zurückliegt, muss der Patient bei plötzlichen Kopfschmerzen immer daran denken.
Manchmal liegen die Ursachen für die Schmerzen auch außerhalb des Oberkopfs. So können beispielsweise auch Kieferprobleme oder Beschwerden der Halswirbelsäule einseitige Kopfschmerzen verursachen.
Zur Akuttherapie bei einseitigen Kopfschmerzen können wie bei den meisten Kopfschmerzarten schmerzstillende Medikamente verwendet werden: Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Paracetamol sind rezeptfrei erhältlich.
Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol wirken nicht gegen akute Cluster-Kopfschmerzen. Vielen hilft es aber, reinen Sauerstoff einzuatmen. Dazu benötigt man ein Sauerstoffgerät mit Atemmaske. Wichtig ist, dass eine ausreichende Sauerstoffkonzentration erreicht wird. Auch bestimmte Migränemittel aus der Wirkstoffklasse der Triptane können akute Cluster-Kopfschmerzen lindern. Als Spritze oder Nasenspray wirken sie deutlich schneller als in Tablettenform.
Stechende Kopfschmerzen unterscheiden sich deutlich von anderen Arten von Kopfschmerzen. Die Schmerzen treten plötzlich und blitzartig auf - als würde jemand eine Nadel in den Kopf stechen. Diese intensiven Attacken dauern meist nur wenige Sekunden bis maximal zwei Minuten, können aber mehrmals täglich auftreten. Im Gegensatz zu den dumpfen Schmerzen bei Spannungskopfschmerzen oder dem pochenden Gefühl bei Migräne beschreiben Betroffene stechende Kopfschmerzen als messerscharf und elektrisierend. Der Schmerz ist meist punktuell begrenzt und kann verschiedene Stellen am Kopf betreffen - von der Stirn über die Schläfen bis hin zum Hinterkopf.
Die Schläfenregion ist die häufigste Stelle für stechende Kopfschmerzen. Diese Beschwerden treten meist einseitig auf und können in Verbindung mit Clusterkopfschmerzen stehen, bei denen der Augen- oder Schläfenbereich betroffen ist. Der Auslöser liegt oft in der Reizung des Trigeminusnervs, der für die Gesichts- und Kopfempfindungen zuständig ist.
Weniger häufig, aber durchaus möglich sind stechende Kopfschmerzen am Hinterkopf. Diese können durch Verspannungen im Nackenbereich oder Probleme mit der Halswirbelsäule entstehen. Dabei spielen oft muskuläre Auslöser eine wichtige Rolle.
In den meisten Fällen sind die Ursachen harmlos und unterscheiden sich deutlich von chronischen Formen wie Spannungskopfschmerzen. Anhaltender Stress kann zu Muskelverspannungen führen, die stechende Schmerzen auslösen. Besonders Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich können sich bis in den Kopf ausbreiten. Die moderne Lebensweise mit viel Bildschirmarbeit verstärkt diese Problematik zusätzlich.
Gereizte Nerven im Gesicht oder Kopf können stechende Schmerzen verursachen. Die Trigeminusneuralgie ist ein bekanntes Beispiel dafür. Diese Nervenschmerzen sind zwar intensiv, aber meist gut behandelbar, wenn die richtige Diagnose gestellt wird.
Barometrische Druckveränderungen können bei empfindlichen Menschen stechende Kopfschmerzen auslösen. Besonders Wetterwechsel oder der Aufenthalt in großen Höhen kann solche Beschwerden hervorrufen.
Der sogenannte Eispickelkopfschmerz ist die harmloseste Form stechender Kopfschmerzen. Diese spontanen, sehr kurzen Schmerzattacken treten ohne erkennbaren Auslöser auf und benötigen keine spezielle Behandlung. Der medizinische Begriff lautet „primärer stechender Kopfschmerz”.
Verschiedene Maßnahmen können Linderung verschaffen - sowohl akute Maßnahmen als auch vorbeugende Ansätze.
Bei einer akuten Attacke können die folgenden, einfachen Maßnahmen helfen:
So beugen Sie stehenden Kopfschmerzen vor:
Je nach Ursache und Schweregrad können verschiedene Medikamente helfen. Eine ärztliche Absprache ist dabei unverzichtbar, da die Wahl des Wirkstoffs von der genauen Diagnose abhängt. Selbstmedikation kann bei häufigen Kopfschmerzen sogar kontraproduktiv sein.
Obwohl die meisten stechenden Kopfschmerzen harmlos sind, gibt es bestimmte Situationen, in denen eine ärztliche Untersuchung notwendig ist. In folgenden Situationen sollten Betroffene zeitnah einen Arzt aufsuchen:
Suchen Sie sofort einen Arzt auf, wenn die Schmerzen von Fieber, Sehstörungen, Sprachproblemen oder starker Übelkeit begleitet werden. Auch wenn die Kopfschmerzen nach einem Unfall auftreten oder völlig anders sind als gewöhnlich, ist eine Untersuchung wichtig.
Diese Warnsignale erfordern eine sofortige ärztliche Untersuchung:
| Symptom | Mögliche Ursachen | Behandlung | Wann zum Arzt? |
|---|---|---|---|
| Einseitige, pulsierende Schmerzen | Migräne | Schmerzmittel, Triptane, alternative Methoden | Bei häufigen oder starken Attacken |
| Einseitige, stechende Schmerzen um das Auge | Cluster-Kopfschmerz | Sauerstoff, Triptane, vorbeugende Medikamente | Sofortige ärztliche Hilfe |
| Stechende Schmerzen, kurz und blitzartig | Eispickelkopfschmerz, Nervenreizung | Ruhe, Kühlung, Stressabbau | Bei häufigen oder ungewöhnlichen Symptomen |
| Einseitige Schmerzen nach Trauma | Hirnverletzung | Medizinische Abklärung | Sofortige ärztliche Hilfe |
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