Schuppen sind ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Sie sind nicht nur ein ästhetisches Ärgernis, sondern können auch verschiedene Ursachen haben. Die Kosmetikindustrie bietet eine Vielzahl von Anti-Schuppen-Shampoos an, doch nicht alle Produkte sind gleichermaßen empfehlenswert. ÖKO-TEST hat 27 Shampoos aus Drogerien, Discountern und Online-Shops untersucht, um herauszufinden, welche Produkte wirklich helfen und welche Inhaltsstoffe bedenklich sind.
Seit März 2022 ist Zinkpyrithion, ein wichtiger Wirkstoff zur Schuppenbekämpfung, in der EU verboten. Die EU stufte den Stoff als "vermutlich reproduktionstoxisch beim Menschen" ein. ÖKO-TEST begrüßt dieses Verbot, da Zinkpyrithion auch hautreizend und giftig für Wasserorganismen ist. Für Schuppen-Shampoos hat damit eine neue Zeitrechnung begonnen.
Erfreulich ist, dass die meisten Shampoos im Test mit Antischuppen-Mitteln arbeiten, die als unbedenklich gelten. Allerdings gibt es auch andere Ursachen für Kopfschuppen: Bei trockener Kopfhaut sorgen nicht Pilze für das Abschuppen, sondern fehlende Feuchtigkeit. Vermutlich wird auch ein Shampoo mit einem Antipilz-Mittel als Wirkstoff eine leichte Linderung der Beschwerden bringen, denn trockene Haut ist wehrloser gegen die Ausscheidungen der in jeder Hautflora vorkommenden Hefepilze.
Leider sind längst nicht alle problematischen Inhaltsstoffe aus Anti-Schuppen-Shampoos verschwunden, vier Produkte fallen sogar mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch. Haupttensid in 19 von 20 konventionellen Shampoos ist Sodium Laureth Sulfate. Das Tensid schäumt zwar super, dringt aber auch in die äußerste Schutzschicht der Haut, die Hornschicht, ein.
Komplett unverständlich ist es, wenn ein Shampoo mit dieser Tensid-Kombi auch noch explizit für trockene Kopfhaut ausgelobt ist. Das ist im Test einmal der Fall. Das Labor hat noch mehr problematische Stoffe in dem Shampoo vorgefunden: ein Rückstand an halogenorganischen Verbindungen, unter denen sich hautreizende Stoffe befinden können, plus den synthetischen Moschusduft Galaxolid. Zu guter Letzt werden auch die in dem Shampoo enthaltenen Silikonöle kritisiert.
ÖKO-TEST hat 27 Shampoos eingekauft, die zur Bekämpfung von Schuppen ausgelobt sind. Einige Produkte werden zusätzlich für trockene, für fettige oder für normale Haut empfohlen. Sieben Shampoos tragen ein Naturkosmetik-Zertifikat.
Per Deklaration wurde geprüft, ob die Produkte problematische Anti-Schuppen-Wirkstoffe wie Climbazol oder umstrittene Tenside wie PEG/PEG-Derivate und Natriumlaurylsufat enthielten. Spezialisierte Labore überprüften alle Shampoos auf halogenorganische Verbindungen, Formaldehyd/-abspalter und bedenkliche Duftstoffe wie den künstlichen Moschusduft Galaxolid. Produkte mit Alkoholanteil wurden auch auf das Vergällungsmittel Diethylphthalat (DEP) analysiert.
Alle Hersteller wurden gebeten, die Anti-Schuppen-Wirkstoffe ihrer Produkte zu nennen und deren Wirksamkeit gegen Schuppen durch produktbezogene Studien oder Belege aus der wissenschaftlichen Literatur glaubhaft zu machen. Für abspülbare Kosmetika wie Shampoos ist es technisch sehr gut möglich, sie in Verpackungen aus recyceltem Kunststoff abzufüllen: ÖKO-TEST legt eine Schwelle von mindestens 30 Prozent Post-Consumer-Rezyklat in Plastikflaschen an.
Die Testergebnisse zeigen, dass Naturkosmetik-Produkte oft besser abschneiden als konventionelle Shampoos. Viele Naturkosmetik-Shampoos setzen auf pflanzliche Wirkstoffe wie Rosmarinextrakt, um Schuppen zu bekämpfen. Bekannte Marken wie Head & Shoulders und Pantene Pro-V fielen durch, da sie schädliche Stoffe wie künstlichen Moschusduft und halogenorganische Verbindungen enthalten.
ÖKO-TEST rät nicht in jedem Fall zur Verwendung von Anti-Schuppen-Shampoos. Bei fettigen Schuppen, die durch Hefepilze entstehen, können pilzbekämpfende Wirkstoffe helfen. Bei trockenen Schuppen, die durch fehlende Feuchtigkeit der Kopfhaut verursacht werden, sollten mildere Shampoos verwendet werden.
Testsieger ist das „Alverde Pflegeshampoo Anti-Schuppen“ von dm. Weitere gute Naturkosmetikartikel sind das „Bioturm Shampoo Schuppen“ und das „GRN Shampoo Anti-Schuppen Brennnessel & Meersalz“. Unter den übrigen Produkten liegt das „Annemarie Börlind Aktiv Shampoo bei Schuppen“ mit „sehr gut“ auf dem ersten Platz.
Bekannte Marken wie Crisan, Head & Shoulders und Pantene Pro-V landeten auf den hinteren Rängen aufgrund von schädlichen Inhaltsstoffen.
Neben der Verwendung von Anti-Schuppen-Shampoos gibt es weitere Maßnahmen, die Sie für eine gesunde Kopfhaut und Haare ergreifen können:
Einige der im Test erwähnten Produkte werden im Folgenden detaillierter betrachtet:
Das Jean&Len Volumen Shampoo überzeugt in allen Bereichen. Es macht das Haar angenehm weich und leicht und kommt ohne Parabene, Silikone und Co. aus. Im Juli 2024 wurde das Jean&Len Volumen Shampoo auch von Öko Test unter die Lupe genommen. Es wurde speziell für kraftloses, feines Haar entwickelt. Der Duft ist dezent floral, angenehm.
Das Khadi Aryuvedisches Elixier Shampoo Rose Repair soll die Haare in der Tiefe regenerieren. Im Test überzeugt allen voran das Endergebnis der Haarstruktur: weich, leicht und glänzend. Dafür kommen natürliche Inhaltsstoffe zum Einsatz, auf Silikone und Co. wird verzichtet. Der angegebene pH-Wert von 4,5 bis 5,0 liegt im Bereich des natürlichen pH-Werts von Haar und Kopfhaut - ein Detail, das für eine ausgewogene, hautverträgliche Formulierung spricht.
Das Lavera Pflegeshampoo Family bietet tolle Pflege für Kinder und Erwachsene. Dafür kommen unter anderem Bio-Apfel und Bio-Quinoa zum Einsatz. Dass die gesamte Rezeptur biologisch abbaubar ist, verschafft dem Shampoo einen weiteren Pluspunkt. Es deckt ein großes Spektrum an Altersgruppen und Haarstrukturen ab.
Das Shampoo Teebaumöl von Swiss-O-Par ist ein besonderes, denn es geht gezielt gegen Kopfhautreizungen, Schuppen und fettiges Haar vor. Hauptwaffe in der Formulierung: Teebaumöl. Unverkennbar übrigens auch am Geruch, den man natürlich mögen oder zumindest akzeptieren muss, denn das Naturkosmetik-Shampoo riecht wirklich intensiv danach.
Immer mehr Menschen wechseln zu festem Shampoo oder Haarseifen, die einfach in einer umweltfreundlicheren Pappschachtel verpackt werden können. Wie bei jeder Seife sind auch hier die Grundzutaten Fette und Laugen. Je nach Rezepturen gesellen sich dann noch unterschiedliche Öle dazu.
Festes Shampoo ist quasi flüssiges Shampoo, dem Wasser entzogen wurde. Viel mehr Unterschiede gibt es gar nicht. So schäumt eine Haarseife ebenso wie sein flüssiger Bruder und kann zudem mit den gleichen pflegenden Ergebnissen punkten.
tags: #kopfhaut #schuppen #shampoo #test
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.