Viele Menschen sind von verstärkter Schuppenbildung betroffen. Weiße Hautschüppchen, trockene Kopfhaut oder fettige Schuppen können unangenehm sein und verschiedene Ursachen haben.
Was sind Schuppen eigentlich?
Schuppen sind abgestorbene Hautzellen an der Hautoberfläche. Sichtbar werden sie, wenn etwa 500 zusammenhängende Zellen von unserer Haut abgeschilfert werden. Es gibt unterschiedliche Arten von Schuppen, die verschiedene Ursachen haben können.
Schuppen treten nicht immer im Rahmen einer Krankheit auf. Die Haut eines jeden Menschen bildet Schuppen. Für unser Auge sichtbar werden sie jedoch erst, wenn etwa 500 zusammenhängende Zellen von unserer Haut abgeschilfert werden.
Allerdings kann es auch zu einer krankhaft vermehrten Schuppenbildung kommen, meist verursacht durch eine Verhornungsstörung. Bei manchen Erkrankungen treten die Schuppen nur an bestimmten Körperstellen auf, bei anderen Erkrankungen kommt es zu einer Schuppenbildung am gesamten Körper.
Diese Schuppen können unterschiedlicher Ausprägung sein und daher auch viele Ursachen haben. Diese reichen von erblichen Veranlagungen, über autoimmune Reaktionen, bis hin zu Barrierestörungen der Haut durch äußere Faktoren, wie Kälte oder Trockenheit.
Wie entstehen Schuppen?
Ein Blick auf die Oberhaut (Epidermis) zeigt, dass diese zu etwa 90% aus hornbildenden Zellen (Keratinozyten) besteht. Diese Zellen durchlaufen einen Zyklus von ca. 4 Wochen und wandern in dieser Zeit bis zur obersten Zellschicht unserer Oberhaut. Die Hornzellen werden abgeschilfert - et voilà: eine Schuppe entsteht! Schuppen sind vereinfach gesagt ein Verband aus zusammenhängenden toten Zellen.
Im Rahmen einer Krankheit können beispielsweise eine erbliche Veranlagung, autoimmune Fehlregulation, oder äußere Faktoren zu einem Ungleichgewicht führen. Die Bildung von neuen Zellen und das Absterben von alten Hautzellen geht nicht in einem ausgewogenen Maß vonstatten. Hier kann es dann zu einer übermäßigen Schuppung der Haut kommen.
Wenn die Zellen zu schnell wachsen, wird das medizinisch als “Proliferationshyperkeratose” bezeichnet. Es werden zu viele Keratinozyten gebildet, was dazu führt, dass die oberste Hautschicht es nicht mehr schafft, die Zellen auch wieder abzustoßen. Bei der Schuppenflechte (Psoriasis) beträgt der Zyklus nur ein paar wenige Tage - hier ist die Haut mit der Abstoßung komplett überfordert.
Unabhängig von der Art der Bildungsstörung in der obersten Zellschicht, können die Zellen eher trocken oder fettig (seborrhoisch) sein. Seborrhoische Zellen entstehen in Regionen, wo eine erhöhte Talgproduktion stattfindet (bspw. bei fettiger Kopfhaut). Die Zellen haften wegen des hohen Fettgehalts stärker aneinander und wirken dadurch grob und breit. Seborrhoische Schuppen entstehen z.B. im Rahmen eines seborrhoischen Ekzems.
Arten von Schuppen
Schuppen können sich unterschiedlich zeigen:
Schuppenflechte (Psoriasis) auf der Kopfhaut
Schuppenflechte auf der Kopfhaut (Quelle: NetDoktor.de)
Bei den meisten Patienten betrifft die Schuppenflechte Kopfhaut und Stirn. Damit sind diese Stellen die von einer Psoriasis mit Abstand am häufigsten betroffenen Regionen des Körpers - unabhängig von Alter, Geschlecht oder Krankheitsstadium.
Die Therapie einer Psoriasis der Kopfhaut zielt darauf ab, die überschießend schuppende Kopfhaut zu normalisieren und die Entzündung zu stoppen.
Bereits im Anfangsstadium von Schuppenflechte auf der Kopfhaut (Psoriasis capitis) zeigen sich die typischen Hautveränderungen der Psoriasis. Die Entzündungsherde der Schuppenflechte auf dem Kopf reichen oft über den Haaransatz hinaus, zeigen sich beispielsweise an der Stirn in der Nähe des Haaransatzes, an den Schläfen und im Nacken.
Die Ursache von Schuppenflechte auf der Kopfhaut beziehungsweise der Psoriasis allgemein ist noch nicht eindeutig geklärt. Mediziner gehen von einem Zusammenspiel von erblicher Veranlagung und bestimmten Faktoren (Trigger) wie Stress, Infektionen oder Alkohol- und Nikotinkonsum aus, die Psoriasis-Schübe verursachen.
Schuppenflechte auf dem Kopf ist eine chronische Erkrankung und nicht heilbar. Psoriasis verläuft individuell sehr unterschiedlich. Zwischen den einzelnen Schüben kommt es immer wieder zu beinahe beschwerdefreien Zeiten.
Einige Maßnahmen helfen jedoch, die Symptome zu verringern und den Hautzustand zu verbessern:
Trockene Schuppen
Trockene Schuppen erkennst du leicht daran, dass sie „rieseln“. Mit ihrem weiß-silbrigen Aussehen fallen sie einfach vom Kopf und landen, leider gut sichtbar, auf der Schulter. Sie entstehen, wenn die Kopfhaut sehr trocken ist und zu wenig Talg produziert wird. Im Fachjargon wird dann von einer Sebostase gesprochen.
Die trockene Kopfhaut entsteht dadurch, dass ihr natürlicher Hydrolipidfilm gestört wird. Die Ursachen sind vielfältig. Ein zu häufiges Waschen der Kopfhaut und Haare, und nicht rückfettende, aggressive Shampoos können dazu führen, dass die Kopfhaut austrocknet. Auch das Klima kann Einfluss auf unsere Kopfhautbarriere haben.
Dem natürlichen pH-Wert der Haut angepasste Shampoos mit milden Tensiden sind bei einer trockenen, zu Schuppen neigenden Kopfhaut geeignet. Der Wirkstoff Ichthyol hat sich darüber hinaus als Anti-Schuppen-Wirkstoff bewährt.
Folgende Tipps können dir helfen, deine Kopfhaut zu beruhigen und die Schuppen in den Griff zu bekommen:
Fettige Schuppen
Fettige Schuppen sind daran zu erkennen, dass sie nicht rieseln. Sie „kleben“, bedingt durch die erhöhte Talgproduktion (Seborrhoe), auf der Kopfhaut und am Haaransatz. Im Gegensatz zu den trockenen Schuppen sind sie gelblich und häufig etwas größer.
Eine fettige Kopfhaut ist eine genetische Veranlagung. Die Bildung von fettigen Schuppen hingegen kann durch Hauterkrankungen (Seborrhoisches Ekzem) oder mangelnde Körperhygiene entstehen. Teilweise werden sie aber auch durch die Besiedlung mit einem Hefepilz (Malassezia furfur) ausgelöst.
Shampoos für fettige Kopfhaut helfen dabei, die übermäßige Talgproduktion zu reduzieren. Es empfiehlt sich, das Gespräch mit einem/r Dermatolog*in zu suchen und die Ursachen abzuklären. Pilzhemmende und juckreizlindernde Wirkstoffe sind bereits bei der täglichen Körperhygiene zielführend.
Darüber hinaus raten wir dir zu Folgendem:
Behandlung und Entfernung von Hautschuppen
Schuppen können für viele Patient*innen sehr belastend sein, weil sie in vielen Fällen stigmatisieren. Versuche nicht, gegen Deinen Körper zu arbeiten, sondern darauf zu achten, was ihm guttut.
Es hängt ganz davon ab, an welcher Schuppenart Du speziell leidest. Deshalb ist es so wichtig, dass Du eine Diagnose über einen Hautarzt oder eine Hautärztin erhältst.
Hier ein paar einfache Tipps für Dich zu Hause:
Hausmittel gegen Schuppen
Es gibt einige Hausmittel, die insbesondere bei trockener Kopfhaut die Schuppenbildung verringern sollen. Die Anwendung ist aber oft umständlich oder aufwändig. Zudem gibt es keine Nachweise, dass sie dauerhaft wirken.
Beliebt sind vor allem Oliven- oder Kokosöl, Aloe Vera, Apfelessig, Naturjoghurt und Backpulver.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
In den meisten Fällen lassen sich die Anzeichen von Schuppen ohne ärztliche Behandlung mildern. Wir haben hilfreiche Tipps für dich zusammengestellt, die sich unkompliziert in deinen Alltag integrieren lassen. Da die Kopfhaut bei vermehrter Schuppenbildung zu Irritationen neigt, ist die richtige Pflege besonders wichtig. So bildet sie die Grundlage für eine ausgeglichene Kopfhaut mit normaler Schuppenbildung.
Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn:
Vorbeugung von Schuppen
Wenn Sie verschiedene Dinge im Alltag beachten, beugen Sie vor allem trockenen Kopfschuppen vor:
| Schuppenart | Ursachen | Merkmale | Behandlung |
|---|---|---|---|
| Trockene Schuppen | Trockene Kopfhaut, austrocknende Shampoos, Heizungsluft, kaltes Klima | Feine, weiße Schuppen, die leicht abfallen | Feuchtigkeitsspendende Shampoos, milde Tenside, Vermeidung heißer Föhnluft |
| Fettige Schuppen | Übermäßige Talgproduktion, Hefepilz (Malassezia furfur), seborrhoisches Ekzem | Gelbliche, größere Schuppen, die an der Kopfhaut kleben | Shampoos mit pilzhemmenden Wirkstoffen, Reduktion der Talgproduktion |
| Schuppenflechte (Psoriasis) | Erbliche Veranlagung, Stress, Infektionen | Silbrig-weiße, dicke Schuppen, oft mit Rötungen und Juckreiz | Schuppenlösende Shampoos, Kortison-Präparate, UV-Lichttherapie |
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