Schuppen und juckende Kopfhaut können sehr unangenehm sein. Sie sind oft harmlos und lassen sich gut mit Anti-Schuppen-Shampoo und Kopfhautpflegemitteln behandeln. Schuppen können sowohl bei fettiger als auch bei trockener Kopfhaut auftreten. Allerdings können Schuppen und Juckreiz auch Anzeichen für eine Erkrankung der Kopfhaut sein, die unbehandelt zu Haarausfall führen kann.
Die Kopfhaut ist ein sehr empfindlicher Bereich des Körpers und für das Aussehen und den Zustand der Haare verantwortlich. Sie schützt den Kopf, reguliert die Temperatur und den Feuchtigkeitshaushalt und ist an der Sinneswahrnehmung beteiligt. Die Immunabwehrzellen der Kopfhaut schützen vor Infektionen, und die Haare bieten zusätzlichen Schutz.
Die Kopfhaut besteht aus mehreren Schichten: die Oberhaut (Epidermis), die Lederhaut (Dermis) und die Unterhaut (Subkutis). In den verschiedenen Hautschichten befinden sich Talgdrüsen, Schweißdrüsen, Haarfollikel, Immunabwehrzellen und Nerven. In den Haarfollikeln entstehen immer neue Haare, und die Talgdrüsen münden in die Haarfollikel, wodurch Haut und Haare geschmeidig gehalten werden.
Die Oberhaut erneuert sich fortlaufend, wobei in den unteren Schichten der Kopfhaut immer neue hornbildende Zellen entstehen, die an die Hautoberfläche wandern. Die verhornten, abgestorbenen Zellen werden als Hornschuppen abgestoßen. Wenn der Prozess von Talgbildung, Verhornung und Schuppung aus dem Gleichgewicht gerät, kann die Kopfhaut austrocknen, jucken oder zu verstärkter Schuppenbildung neigen.
Abhängig vom Zustand der Kopfhaut werden drei Kopfhauttypen unterschieden:
Diese Kopfhauttypen zeigen unterschiedliche Merkmale und Symptome. Bei normaler Kopfhaut sind Fett- und Feuchtigkeitshaushalt im Gleichgewicht, was zu schönem, gesundem Haar führt. Fettige Kopfhaut ist durch eine verstärkte Talgproduktion gekennzeichnet, die zu fettigem Haar und öliger Kopfhaut führt. Trockene Kopfhaut ist empfindlich, brennt, juckt oder spannt häufig und neigt zu Rötungen.
Häufig sind die Ursachen von Schuppen und juckender Kopfhaut harmlos. Experten vermuten, dass eine erbliche Veranlagung die Entstehung von Schuppen begünstigen kann. Weitere harmlose Ursachen sind:
Wenn die harmlosen Ursachen beseitigt sind, normalisiert sich die Schuppenbildung in den meisten Fällen wieder.
Nicht immer sind die Ursachen von Schuppen und juckender Kopfhaut harmlos. Bei krankhaften Ursachen sollten Sie zum Hautarzt gehen. Verschiedene Erkrankungen verursachen Schuppenbildung und Juckreiz:
Ein seborrhoisches Ekzem, auch seborrhoische Dermatitis genannt, ist ein nicht ansteckender, chronisch entzündlicher Hautausschlag, der mit Schuppenbildung einhergeht. Der Hautausschlag tritt zumeist auf der Kopfhaut auf, wo sich viele Talgdrüsen befinden. Am häufigsten sind Männer zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr betroffen. Das seborrhoische Ekzem macht sich mit scharf begrenzten Rötungen der Kopfhaut bemerkbar, an denen gelbliche, zumeist fettige Schuppen auftreten. In den betroffenen Regionen juckt die Haut stark.
Formen von seborrhoischem Ekzem:
Die genaue Ursache ist bis dato noch nicht vollständig geklärt. Bisher gibt es nur geringe medizinische Forschungsgrundlagen, die die Ursachen vollends identifizieren und bestätigen. Tatsache ist, dass mikrobielle Einflüsse eine Rolle spielen. Bei denjenigen, die unter dem seborrhoischem Ekzem leiden, ist in den betroffenen Hautarealen ein höherer Gehalt an Bakterien sowie Hefepilzen (Malassezia furfur) auffindbar.
Eine vermehrte Talgdrüsenaktivität kann ebenso ein wesentlicher Faktor sein, insbesondere bei Säuglingen, deren Talgdrüsenaktivität durch eine temporär erhöhte Androgenbildung (Androgene = männliche Sexualhormone) gesteigert ist. Die vermehrte Talgproduktion erklärt auch die Hautstellen, an denen das seborrhoischen Ekzem vorkommt.
Darüber hinaus erhöhen Erkrankungen, die mit einer Immunschwäche einhergehen, z. B. eine HIV-Infektion, das Risiko eines seborrhoischen Ekzems.
Des Weiteren tritt das seborrhoische Ekzem gehäuft bei Patient*innen auf, die bestimmte Medikamente einnehmen, beispielsweise Betablocker. Dies kann zu einer erhöhten Schubaktivität führen. Weitere Ursachen für das seborrhoische Ekzem können ebenso Stress, Umweltbelastungen oder klimatische Veränderungen sein. So bessern sich die Beschwerden beispielsweise in den Sommermonaten.
Für das seborrhoische Ekzem im Gesicht, insbesondere im Bereich der Nase oder des Bartes, kann ein Reinigungsschaum mit Glycol- und Salicylsubstanzen verwendet werden, wie beispielsweise der DERMASENCE Mousse Reinigungsschaum. Dieser unterstützt die Regeneration des Säureschutzmantels optimal und befreit die Haut von überschüssigem Talg.
Befindet sich das seborrhoische Ekzem auf der Kopfhaut, achte darauf, ein mildes Shampoo zur Haar- und Kopfhautpflege zu verwenden, z. B. das DERMASENCE Seborra Shampoo. Dieses wirkt der (durch Hautpilz verursachten) Schuppenbildung entgegen und normalisiert die Kopfhaut. Durch das DERMASENCE Polaneth Shampoo wird Juckreiz mit einem Soforteffekt gemindert. Der Wirkstoff Polidocanol als Lokalanästhetikum stillt diesen. Außerdem erfrischt und kühlt Menthol die Haut.
Die Schuppenflechte (Psoriasis) tritt an verschiedenen Körperstellen auf. Die Veranlagung für diese entzündliche, nicht ansteckende Hauterkrankung ist vererbbar. Schuppenflechte ist nicht heilbar, aber gut behandelbar. Häufig ist eine Autoimmunreaktion der Haut die Ursache für Schuppenflechte. Sie kann auch durch Hautreizungen, Stress, Infektionen und hormonelle Umstellungen verursacht werden. Die Schuppenflechte zeigt sich mit scharf abgegrenzten roten Flecken, die stark jucken und an denen silbrige Schuppen auftreten. Die Hautzellen der Oberhaut verhornen bereits nach wenigen Tagen und werden vermehrt nachgebildet.
Weil sich die Haut durch die Schuppenflechte verdickt, kann das Haar beim Wachsen die Plaques oft nicht mehr durchbrechen und es wird verdrängt. Nur in schweren Fällen kommt es aber zu klassischem Haarausfall.
Typisch für Schuppen durch Psoriasis sind dagegen die roten Flecken, Entzündungen auf der Kopfhaut und Juckreiz.
Damit Wirkstoffe später optimal in die erkrankte Kopfhaut eindringen können, muss der Schuppenpanzer zunächst mit Hornhautlösern entfernt werden. Dafür werden vor allem freiverkäufliche Produkte mit Salicylsäure verwendet, die keratolytisch, schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken. Alternativ - aber nicht gleichzeitig - können Mittel mit Harnstoff (Urea) verwendet werden.
Zur Weiterbehandlung der Kopfhautpsoriasis werden dann spezielle Schäume und Shampoos verwendet die ebenfalls Salicylsäure oder Harnstoff (Urea) enthalten - oft in Kombination mit Zink oder Schwefel. Sie enthalten meist zudem Bestandteile, die die Feuchtigkeit in der Haut halten.
UV-Licht kann die viel zu schnelle Zellteilung der Haut bremsen und die roten Entzündungsherde beruhigen. Allerdings kann UV-Licht das Risiko für Hautkrebs erhöhen, deshalb sollte die Bestrahlungszeit kontrolliert erfolgen.
Die Ursache von Schuppen und juckender Kopfhaut können verschiedene Hautpilzerkrankungen sein:
Das atopische Ekzem wird auch als Neurodermitis bezeichnet. Es zeigt sich mit stark juckenden, schuppenden Hautausschlägen. Das atopische Ekzem ist nicht ansteckend. Es tritt häufig schon im Kindesalter auf und kann sich am ganzen Körper ausbreiten. Ein Befall der Kopfhaut ist selten.
Kontaktallergien sind Reaktionen der Kopfhaut auf die Inhaltsstoffe von Shampoos oder Pflegemitteln. Solche Kontaktallergien äußern sich mit Juckreiz, Hautrötungen, Schuppenbildung oder Krustenbildung. Sie sollten zu einem milden Shampoo greifen und das Pflegemittel weglassen.
Auch bei Menschen, die stets auf ihre Sauberkeit achten, kann es durch den Kontakt mit anderen Personen zum Befall der Kopfhaut mit Kopfläusen oder Flöhen kommen. Die Bisse dieser Tiere führen zu Entzündungen der Kopfhaut sowie Juckreiz und infolgedessen auch zu Schuppen.
Schuppen und juckende Kopfhaut sind mit verschiedenen Mitteln behandelbar. Ist eine Erkrankung der Kopfhaut die Ursache, entscheidet der Hautarzt über die Behandlungsmethode. Die Behandlung kann medikamentös, aber auch mit Hausmitteln und mit alternativen Behandlungsmethoden erfolgen.
Die medikamentöse Behandlung erfolgt mit speziellen Shampoos und Lösungen. Diese enthalten verschiedene Wirkstoffe wie Ketozolin, Terzolin, Selendisulfid oder Ciclopiroxolamin, die in unterschiedlichen Wirkstoffkonzentrationen verfügbar sind. Solche Shampoos und Lösungen sollten Sie über mehrere Wochen anwenden, um Schuppen und juckende Kopfhaut erfolgreich zu behandeln. Zur Unterstützung können Sie Tropfen einnehmen, die mit Milchsäure die Kopfhaut wieder ins Gleichgewicht bringen können.
Schuppen können Sie auch mit verschiedenen Hausmitteln behandeln. Diese sollten Sie möglichst täglich anwenden, bis Sie Besserung verspüren.
Zur Behandlung von Schuppen können Sie gesunde pflanzliche Öle wie Olivenöl, Walnussöl oder Traubenkernöl verwenden. Diese Öle eignen sich auch bei fettigem Haar. Das Öl massieren Sie in die Kopfhaut ein und lassen es mindestens eine Stunde lang einwirken. Anschließend waschen Sie es mit lauwarmem Wasser und einem milden Shampoo aus. Diese Kur sollten Sie dreimal wöchentlich anwenden.
Um Schuppenbildung und juckender Kopfhaut vorzubeugen, sollten Sie darauf achten, dass Sie Shampoo und Pflegemittel stets gründlich ausspülen. Das Wasser zum Haarewaschen sollte nicht zu heiß sein. Verzichten Sie auf häufiges und zu heißes Föhnen, verhindern Sie das Austrocknen der Kopfhaut. Häufige Massagen der Kopfhaut verbessern die Durchblutung und regen die Nährstoffversorgung der Haarfollikel an. Zum Haarewaschen eignen sich am besten Shampoos auf natürlicher Basis. Eine Spülung mit Brennnesseltee nach dem Haarewaschen sorgt für eine saubere Kopfhaut und macht sie widerstandsfähiger gegen Pilze und Bakterien.
Ducray hat einige Produkte zur unterstützenden Behandlung des seborrhoischen Ekzems entwickelt:
Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.
tags: #rote #Schuppen #Ursachen
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