Der Stieglitz: Ein farbenprächtiger Fink mit besonderem Schnabel

Der Stieglitz (Carduelis carduelis), auch bekannt als Distelfink, gehört zur Familie der Finken. Dieser kleine Singvogel ist besonders durch seine auffällige rote Gesichtsmaske und das leuchtend gelbe Flügelband gekennzeichnet.

Ein Stieglitz-Männchen in voller Pracht.

Aussehen und Merkmale des Stieglitz

Der Stieglitz hat eine Körperlänge von etwa 12 bis 13 cm und ein Körpergewicht von rund 14 bis 19 g.

Besonders leicht erkennt man ihn an seiner kräftig rot-schwarzen Gesichtsmaske und seinem gelben Flügelstreif.

Der Rücken des Distelfinks ist überwiegend beige-braun gefärbt und der Bauch ist hell mit einem unterbrochen bräunlichen Brustband.

Die Flügel sind überwiegend schwarz gefärbt.

Männchen und Weibchen unterscheiden sich kaum voneinander.

Das Männchen ist etwas größer, hat einen etwas längeren Schnabel und die Farben seines Gefieders sind etwas intensiver ausgeprägt als bei den weiblichen Exemplaren.

Den Jungvögeln fehlt die rote Gesichtsmaske, ihr Kopf ist bräunlich.

Seinen deutschen Namen verdankt der kleine Singvogel seinen unverkennbaren „Stiglit“-Rufen.

Am Boden scheint der Stig­litz etwas unge­schickt hin und her zu hüpfen, er ist jedoch ein geschick­ter Klet­te­rer in Bäumen, Büschen und auf ande­ren Pflan­zen.

Auffällig ist der wellenförmige (fast hüpfende) Flug des Stieglitz, wenn er umherfliegt.

Natürlicher Lebensraum des Stieglitz

Der Stieglitz ist in fast ganz Europa (außer in Island und in Skandinavien), Nordafrika, West- und Zentralasien verbreitet.

Dort lebt der Stand- und Kurzstreckenzieher hauptsächlich in großen Gärten, Friedhöfen, Obstplantagen, baum- und strauchreichen Landschaften und an Flussufern.

In Deutschland lässt sich der Stig­litz ganz­jäh­rig beob­ach­ten.

Der Distelfink bevorzugt Gebiete mit vielen einzeln stehenden Bäumen und Samen tragenden Pflanzen, die ihm als Nahrung dienen.

Gerade im Winter sieht man den Stieglitz oft an Futterstellen im Garten.

In Parks oder Gärten ist der Distelfink oft auf Birken oder Erlen unterwegs und gut zu beobachten.

Der Stieglitz verhält sich wenig territorial.

Er verteidigt zwar in der Brutzeit den Bereich um sein Nest, beansprucht jedoch kein Revier.

Außerhalb der Brutzeit lebt der Stig­litz meist in klei­nen Grup­pen oder auch in Schlaf­ge­mein­schaf­ten mit bis zu 40 Vögeln.

In freier Natur haben Stieg­litze eine durch­schnitt­li­che Lebens­er­war­tung von etwa 5 Jahren, obwohl viele Distel­fin­ken schon in einem Alter bis zu einem Jahr Fress­fein­den zum Opfer fallen.

In Käfig­hal­tung haben Distel­fin­ken eine Lebens­er­war­tung bis zu 17 Jahren.

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Paarung und Brutverhalten des Distelfinks

Stieglitze erreichen die Geschlechtsreife mit etwa einem Jahr und führen monogame Brutehen.

Die Balz der Stieg­litze beginnt im März.

In der Zeit von April bis Juli haben die Stieg­litz­paare im Schnitt zwei Bruten mit jeweils 4 bis 6 (meist 5) blau weiß­lich gefärb­ten Eiern, die rote und braune Flecken aufwei­sen.

Ihr Nest bauen die Distel­fin­ken in gerne frei (nicht in Höhlen oder Nischen) in hoch gele­gene Astga­beln mit Deckung aber gutem Ausblick.

Es wird aus klei­nen Zwei­gen, Stän­geln, Halmen, Wurzeln, Moos und Flech­ten gebaut.

Ausge­pols­tert wird das Nest in der Regel mit Haaren, Federn und Distel­wolle.

Der Nest­bau dauert in der Regel etwa 4 bis 6 Tage.

Das etwa 12 bis 14-tägige Brüten über­nimmt das Weib­chen alleine.

Sie verlässt das Nest nur kurz zur Körper­hy­giene und zum Kotab­satz.

Das Männchen über­nimmt während des Brütens die Nahrungs­ver­sor­gung des Weib­chens und bewacht und vertei­digt auch den Brut­baum und das Nest gegen Artge­nos­sen.

Nach dem Schlupf werden die Jung­vö­gel noch etwa 14 Tage im Nest mit Nahrung versorgt, bevor sie das Nest verlas­sen.

Die Jung­vö­gel werden dann weiter­hin von ihren Eltern mit Futter versorgt, bis sie mit etwa 28 bis 30 Tagen selbst­stän­dig werden und alleine auf Nahrungs­su­che gehen.

Für Stieg­litz ist es nicht hilf­reich Nist­käs­ten als Nist­hil­fen im Garten aufzu­hän­gen, da Stieg­litze als Frei­brü­ter diese nicht nutzen.

Feinde und Gefahren für Stieg­litze

Der Stieg­litz ist in Deutsch­land eine beson­ders geschützte Art.

Noch gilt der Stieg­litz als nicht gefähr­det, dennoch hat sich in den letz­ten 25 Jahren der Bestand der Distel­fin­ken mehr als halbiert.

Schuld daran trägt - wie auch bei den ande­ren heimi­schen Vögeln -vor allem der Mensch.

Zuneh­mende Bebau­ung und die zuneh­mende indus­tri­elle Land­wirt­schaft mit dem Einsatz von künst­li­chen Dünge­mit­teln und Pesti­zi­den sorgt für schwin­den­den Lebens­raum und weni­ger verfüg­ba­res Futter für die Vögel.

Dank seines pracht­vol­len Feder­kleids war der Stieg­litz außer­dem bis in 20. Jahr­hun­dert ein sehr belieb­ter Käfig­vo­gel.

Auch heute wird der Stieg­litz trotz EU-Verbots immer noch von ille­ga­len Vogel­händ­lern mit Fallen für die Käfig­hal­tung gefan­gen.

Zu den natür­li­chen Fein­den der Stieg­litze gehö­ren unter ande­rem Elstern, Katzen, Sper­ber, Falken und Wiesel.

Zusätz­lich haben die klei­nen Finken - wie alle ande­ren Vögel auch - mit Infek­ti­ons­krank­hei­ten, Para­si­ten, dem Wetter und dem Klima­wan­del zu kämpfen.

Lebens­be­droh­lich kann für Stieg­litze auch ein zu klei­nes Nahrungs­an­ge­bot im Winter sein, daher ist es sinn­voll ein Vogel­fut­ter­haus im Garten aufzu­stel­len.

Im heißen Sommer fehlt es oft an Wasser.

Hier können Sie die Vögel durch aufstel­len von Vogel­trän­ken mit frischem Trink­was­ser unter­stützen.

Natürliches Futter des Stieg­litz

Der Stieg­litz gehört (wie alle Finken) zu den Körner­fres­sern.

Er ernährt sich haupt­säch­lich von verschie­de­nen Säme­reien.

Er frisst haupt­säch­lich Samen von Gräsern, Bäumen, Kräu­tern und Distel­ar­ten.

Am liebs­ten fres­sen Distel­fin­ken die Samen von Disteln, aber auch von Bäumen wie zum Beispiel Erlen oder Birken.

Während der Brut­zeit werden auch Insek­ten und Blatt­läuse verspeist und teil­weise auch an die Jung­vö­gel verfüt­tert.

Stieglitz auf einer Distel.

Eine Futterstelle für Stieg­litze

Für Stieg­litze eignen sich ein frei stehen­des oder hängen­des Vogel­fut­ter­haus oder eine Futter­säule am besten.

Das Futter­haus wird am besten an einem über­sicht­li­chen Ort im Garten aufge­stellt, so können die Stieg­litze anschlei­chende Katzen und andere Feinde leich­ter wahr­neh­men und sich recht­zei­tig in Sicher­heit brin­gen.

Zum Verste­cken ist es gut, wenn in der direk­ten Umge­bung des Futter­hau­ses Büsche oder Bäume vorhan­den sind.

Falls in der Nähe des Vogel­fut­ter­hau­ses Glas­schei­ben sind, sollte man diese bekle­ben, damit die Vögel nicht ausver­se­hen dage­gen flie­gen und sich dabei verlet­zen.

Als geeig­ne­tes Vogel­fut­ter für Stieg­litze eige­nen sich verschie­de­nen Säme­reien wie Wild­vo­gel­mi­schun­gen mit Neger­saat, Kana­ri­en­saat, Gras­sa­men, Lein­sa­men und Hanf aber auch Sonnen­blu­men­kerne und Erdnüsse.

Auch Fett­fut­ter, zum Beispiel in Form von Meisen­knö­deln wird von Stieg­lit­zen gerne genom­men.

Hier­bei soll­ten Sie unbe­dingt darauf achten, dass Sie Knödel ohne Plas­tik­netz verwen­den, da sich die Vögel leicht im Plas­tik­netz verfan­gen und verlet­zen können.

Vogelporträt: Der Stieglitz im Kurzüberblick

Merkmal Beschreibung
Name Stieglitz (Carduelis carduelis), Distelfink
Aussehen Leuchtend rote Gesichtsmaske, gelber Flügelstreif, Rücken beige-braun, heller Bauch
Zugverhalten Standvogel, Kurzstreckenzieher
Beobachtungszeitraum in Deutschland Ganzjährig
Futtertyp Körnerfresser
Nistkasten Keiner (Freibrüter)
Lebensraum Obstwiesen, Feldsäume, Waldränder, Hecken
Gefährdung Nicht gefährdet
Besonderheiten Wellenförmiger, fast hüpfender Flug

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