Die Herkunft des "King of Kotelett": Eine kulinarische und kulturelle Reise

Die Bezeichnung "King of Kotelett" mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen, doch sie birgt eine interessante Geschichte, die sowohl im deutschen Fernsehen als auch in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung verwurzelt ist. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte dieser Bezeichnung und ihre Ursprünge.

Die öffentliche Aufmerksamkeit bekam der Begriff, als die Öffentlichkeit Stefan Raab im Anschluss an seinen Auftritt beim TV-Duell zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück im Jahr 2013 zum " King of Kotelett " kürte, der für die Überraschung des Fernsehereignisses sorgte. In seiner Person durfte zum ersten Mal ein Co-Moderator das Studio betreten, der nicht als versierter Politik-Journalist galt.

Angela Merkel und Peer Steinbrück im TV-Duell 2013

Doch die Geschichte des Koteletts reicht weit über die deutsche Fernsehlandschaft hinaus. Sie führt uns in die Südstaaten der USA, mitten in die Bürgerrechtsbewegung der 1950er und 1960er Jahre.

Georgia Gilmore: Die Köchin der Bürgerrechtsbewegung

Georgia Gilmore, geboren 1920, war eine afroamerikanische Köchin, die in Montgomery, Alabama, lebte. Sie galt als freundlich und mütterlich mit starkem Gerechtigkeitssinn und feurigem Temperament. Martin Luther King beschrieb sie als „ungebildete Frau von außergewöhnlicher Intelligenz“.

Martin Luther King Jr

Gilmore war in Montgomery bekannt und beliebt für ihre Südstaaten-Kochkünste. Sie frittierte Hühnchen und Fisch, servierte Süßkartoffelauflauf, gedünstetes Gemüse, Schweinekotelett und Reis. Sie und ihre Helfer verkauften Sandwiches bei Versammlungen, an Taxiständen, vor Schönheitssalons oder Kirchen. Später lieferte Gilmore als Kleinunternehmerin ganze Menüs aus und servierte Mittag- und Abendessen im heimischen Wohnzimmer.

Die Köchin zählte zu den langjährigen Weggefährten von Martin Luther King, bis er am 4. April 1968 von einem Rassisten in Memphis ermordet wurde. King war Stammgast in Gilmores Haus. Er nannte sie "Tiny" und schätzte ihre gute Küche so sehr wie ihren Aktivismus. „Dr. King konnte nicht einfach irgendwo hingehen, um zu essen. Er brauchte einen Ort, an dem er nicht nur den Leuten um sich herum vertrauen konnte, sondern auch dem Essen. Das war bei Georgia“, sagte der Geistliche Al Dixon der Radiokette NPR.

Gilmores Beitrag zur Bürgerrechtsbewegung

Ihre Spenden halfen schon Mitte der Fünzigerjahre dabei, den Busboykott von Montgomery 381 Tage lang aufrechtzuerhalten und zum Erfolg zu machen - dieser Protest gegen die Rassentrennung in Bussen verhalf der schwarzen Bürgerrechtsbewegung zum Durchbruch.

Rosa Parks

Im Zuge des Boykotts wurden Martin Luther King und andere Anführer im Februar 1956 wegen Verschwörung angeklagt. Auch Georgia Gilmore sagte im Prozess für ihn aus - vor allem ein Satz blieb ihren Mitstreitern in Erinnerung: "Wenn sie das Geld zählen, unterscheiden sie nicht zwischen dem Geld von Schwarzen und dem von Weißen."

Ihr öffentliches Engagement für die Bürgerrechtsbewegung kostete Gilmore den Job: Die National Lunch Company feuerte sie. Es war Martin Luther King, der Gilmore ermutigte, ihre heimische Küche in ein Restaurant zu verwandeln. Er half ihr beim Sprung in die Selbstständigkeit - und bald aßen die Leute auf ihrem Wohnzimmersofa oder dichtgedrängt um den Esstisch.

Georgia Gilmore blieb der Bürgerrechtsbewegung noch lange nach dem Busboykott treu. Sie starb am 3. März 1990, als sie Essen für den 25. Jahrestag des Marsches von Selma kochte.

Fazit

Obwohl die Verbindung zwischen Georgia Gilmore und Stefan Raab auf den ersten Blick weit hergeholt erscheint, zeigt die Bezeichnung "King of Kotelett" doch, wie vielfältig und überraschend kulturelle Einflüsse sein können. Sie erinnert uns daran, dass Essen nicht nur eine Notwendigkeit, sondern auch ein Mittel des Aktivismus und der Gemeinschaft sein kann.

Die Geschichte von Georgia Gilmore ist ein inspirierendes Beispiel dafür, wie eine einfache Köchin durch ihre Entschlossenheit und ihren Einsatz für Gerechtigkeit einen bedeutenden Beitrag zur Bürgerrechtsbewegung leisten konnte. Und der "King of Kotelett" Stefan Raab hat gezeigt, wie man mit Fleiss und neuen Ideen im Fernsehen erfolgreich sein kann.

Georgia Gilmore - African American History Month

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