Ein schöner Bart will gepflegt werden. Mittlerweile gibt es für die Gesichtsbehaarung genauso viele Pflegeprodukte wie für Haare und alle anderen Körperpartien. Öko-Test hat Bartbalsame und Bartöle getestet, wobei viele überzeugen, aber von manchen sollte man die Finger lassen, da sie Stoffe enthalten, die Allergien oder sogar Krebs auslösen können.
In der Juli-Ausgabe von 2022 hat Öko-Test 19 Bartpflegemittel unter die Lupe genommen, darunter fünf Naturkosmetik-Marken. Im Test dabei sind bekannte Kosmetik-Hersteller wie Alverde, Balea und King C. Gillette. Der Test zeigt: Für einen gepflegten Bart muss man nicht tief in die Tasche greifen - aber manche Produkte sollte man wegen ihrer Inhaltsstoffe meiden. Über die Hälfte der Produkte wurden mit „sehr gut“ bewertet. Die Preisspanne der Bartpflegemittel reicht von 2,63 Euro bis 31,50 Euro. Das günstigste Produkt, das die Bestnote erhielt, ist der Bartbalsam von Alverde.
Die besten Mittel aus den Kategorien konventioneller und Naturkosmetik sind:
Alle Produkte im Test enthalten Parfüm. Übliche Duftstoffe wie Citral sind dabei unproblematisch. Punktabzug gibt es aber für Stoffe, die Allergien auslösen. So enthält zum Beispiel der Bulldog Bartbalsam das Kontaktallergen Eichenmoos. Noch bedenklicher sind zwei Duftstoffe im BF Wood Beard Balm: Moschus-Keton steht im Verdacht, krebserregend zu sein und Galaxolid könnte das Hormonsystem stören.
Der Balsam enthält Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH), zu denen auch krebserregende Bestandteile gehören. Der King C. Gillette Beard Balm hat nur die Note „ausreichend“ bekommen. Das liegt an den enthaltenen Silikonen, aber auch am Galaxolid, dessen Sicherheit für Mensch und Umwelt derzeit neu bewertet wird.
Der Unterschied zwischen Öl und Balsam ist folgender: Erstere machen den Bart weich und verleihen ihm Glanz. Balsam benutzt man, wenn man den Bart etwas stylen und in Form bringen möchte. Wer es ganz ohne künstliche Duftstoffe und sonstigen Schnickschnack mag, kann seinen Bart auch mit normalem Speiseöl zum Glänzen bringen: Gut geeignet ist dafür Jojoba- oder Mandelöl in Bio-Qualität.
Bartöle eignen sich sowohl für Männer, die anfangen, sich einen Bart wachsen zu lassen, als auch für diejenigen, die ihren Bart am liebsten kurz tragen oder sich gerne einen langen Vollbart stehen lassen möchten. Sie enthalten in der Regel eine Mischung aus natürlichen Pflanzenölen sowie ätherischen Ölen und helfen, dem Bart Geschmeidigkeit und einen gesunden Glanz zu verleihen, während sie gleichzeitig die Haut darunter mit Feuchtigkeit versorgen.
Bartöle sind nicht nur dazu da, die Barthaare geschmeidig zu machen, sondern auch, um die Haut darunter zu pflegen. Nicht nur Bartträger mit trockener Haut haben gelegentlich mit Schuppen zu kämpfen. Ein Bartöl versorgt die Gesichtshaut mit Feuchtigkeit sowie wichtigen Nähr- und Pflegestoffen. Vor allem mit einem dichten Bart ist die Haut darunter pflegebedürftig, da sie durch den Bart vor Umwelteinflüssen wie Sonnenlicht geschützt ist und die selbstproduzierten, feuchtigkeitsspendenden Fette, zum Beispiel mit dem Bartkamm, in die Barthaare verteilt werden.
Doch nicht nur Vollbärte profitieren von den pflegenden Ölen. Auch wer seinen Bart bevorzugt kürzer trägt oder erst damit beginnt, sich einen Bart stehenzulassen, kann Bart und Haut etwas Gutes tun. Bartöle unterstützen von Anfang an das gesunde Wachstum des Barthaares. Sie beugen Juckreiz vor und sorgen dafür, dass die Haut kontinuierlich bestens versorgt ist und die Barthaare sich gut aus der Haut herausschieben können.
Die Basis von Bartölen bilden sogenannte »Trägeröle« beziehungsweise »Basisöle«. Diese sind hauptsächlich für die Pflegewirkung verantwortlich und dienen als Träger für zusätzliche Stoffe wie Vitamine, ätherische Öle und Parfumdüfte. Zu den häufigsten Trägerölen gehören besonders hochwertige Öle wie Jojoba, Argan, Mandel, Traubenkern, Avocado, Macadamia oder Nachtkerze. Aber auch preiswertere Öle wie Sonnenblume, Raps, Sesam und Rizinus kommen gelegentlich zum Einsatz. Die konkrete Pflegewirkung unterscheidet sich leicht je nach Öl, doch die meisten sorgen für eine bessere Kämmbarkeit des Bartes, indem sie unter anderem krause Haare glätten.
Neben den Trägerölen werden in der Regel ätherische Öle hinzugefügt, die für den Duft eines Bartöls verantwortlich sind. Je nach Reihenfolge und Zusammensetzung ergeben sich hieraus sehr charakteristische Holzdüfte durch Zedernholzöl, Schwarzfichtenöl, Patschuliöl oder Zimtlorbeerbaumöl. Citrusdüfte beruhen auf Orangenöl, Zitronenöl, Grapefruitöl und Bergamotteöl. Um bestimmte Duftnoten zu ergänzen oder zu verstärken, wird oft auch Parfum eingesetzt. Die meisten Bartöle duften über vier bis sechs Stunden hinweg, bei anderen verfliegt der Duft bereits nach ein bis zwei Stunden.
In vielen günstigeren Bartölen großer Marken stecken häufig auch synthetische Inhaltsstoffe wie Polybuten und Zungenbrecher wie »Pentaerythrityl tetra-di-t-butyl hydroxyhydrocinnamate«, die stellenweise als bedenklich eingeordnet werden. Oft lässt sich die Herkunft aber auch nicht zu 100 Prozent einordnen. So ist zum Beispiel der Zusatz Tocopherol bzw. Vitamin E grundsätzlich nicht bedenklich, oft ist jedoch unklar, ob es sich um ein Vitamin pflanzlichen oder tierischen Ursprungs handelt.
Bartöl wendet man idealerweise nach dem Duschen bzw. der Reinigung des Bartes an, wenn der Bart nicht mehr nass ist. Spezielle Bartshampoos sorgen zusätzlich für die optimale, milde Reinigung des Bartes. Das Bartöl wird nicht direkt in den Bart, sondern auf die Handfläche geträufelt und anschließend kurz zwischen Fingern beziehungsweise Händen verrieben. Die Anzahl der Tropfen variiert je nach Bartlänge. Für kurze Bärte sind oft schon ein bis zwei Tropfen Bartöl ausreichend. Bei langen Vollbärten können es fünf oder mehr Tropfen sein. Hier sollte man zunächst mit weniger beginnen und sich an die richtige Menge herantasten. Nimmt man zu wenig, bleibt der Bart stumpf und kratzig, und die Menge kann erhöht werden. Nimmt man jedoch zu viel und der Bart glänzt unnatürlich ölig, muss man bis zur nächsten Bartwäsche warten.
Nachdem das Bartöl angewärmt wurde, massiert man das Öl an der Haut unter dem Bart ein und fährt mit den Fingern in Richtung Bartspitzen. So wird das Bartöl gleichmäßig von der Bartwurzel aus verteilt. Meist beginnt man am Kinn, geht dann zu den Wangen und dem Unterkiefer über und kümmert sich zuletzt um den Schnurrbart. Zum Schluss wird der Bart mit den Händen glatt gestrichen und in Form gebracht. Manch einer greift danach noch zum Bartkamm oder zur Bartbürste, um das Bartöl gleichmäßiger zu verteilen und etwas mehr Ordnung in die Barthaare zu bekommen. Am Ende entwickeln die meisten hier mit der Zeit ihre eigene Technik.
Wichtig ist jedoch, dass das Bartöl sowohl die Haare als auch die darunterliegende Haut erreicht und dort gleichmäßig verteilt und leicht einmassiert wird. Das Öl wird im Anschluss nicht ausgespült. Glänzt der Bart unnatürlich stark, dauert es etwas, bis das Öl von den Barthaaren aufgenommen wird. Je nach Bartlänge, Trockenheit der Barthaare und der Gesichtshaut kann Bartöl auch zweimal am Tag verwendet werden.
Sowohl Bartöl als auch Bartbalsam (oder auf Englisch »Beard Balm«) sind für die grundsätzliche Pflege des Barts geeignet. Bartbalsam besteht hauptsächlich aus Wachsen und Fetten, meist Bienen-, seltener pflanzlichem Carnaubawachs. Manchmal kommt auch Paraffin auf Erdölbasis zum Einsatz. Bis auf wenige Ausnahmen sind Beard Balms mehrheitlich noch nicht vegan und oft auch nicht sonderlich nachhaltig.
Bartöle sind aufgrund ihrer flüssigen Konsistenz weniger gut dazu geeignet, den Bart in Form zu bringen. Das Öl sollte zunächst ebenfalls kurz zwischen den Händen verrieben werden, allerdings ist der Vorgang hier etwas angenehmer als bei einem wachsigen Balsam, den man erst aus der Dose bekommen muss.
Basierend auf Tests und Vergleichen werden folgende Bartöle empfohlen:
ÖKO-TEST hat Bartshampoos und Rasierseifen geprüft und dabei bedenkliche Inhaltsstoffe in namhaften Markenprodukten entdeckt. Bei Bartshampoos ist es wichtig, dass sie möglichst wenige bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten, da sich die Haare eines Barts sowie die darunterliegende Haut von der Kopfbehaarung und der Kopfhaut unterscheiden.
Ein gutes Bartshampoo sollte folgende Kriterien erfüllen:
Einige der empfehlenswerten Bartshampoos laut ÖKO-TEST sind:
Die Schlusslichter im Test waren:
Hier ist eine einfache Anleitung für eine effektive Bartpflege-Routine:
Einige der Testsieger und empfohlenen Produkte sind:
Die Wahl des richtigen Bartpflegeprodukts hängt von den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben ab. Achten Sie auf die Inhaltsstoffe, um unnötige Risiken zu vermeiden, und wählen Sie Produkte, die Ihren Bart optimal pflegen und in Form bringen.
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