Ketoconazol Shampoo: Anwendungshäufigkeit und Wirksamkeit

Ketoconazol ist ein Imidazol-Antimykotikum und wird zur Behandlung von Hautpilzinfektionen eingesetzt, indem es die Ergosterinbiosynthese hemmt. Der Wirkstoff findet Anwendung in der Therapie folgender Erkrankungen:

  • Endogenes Cushing Syndrom bei Erwachsenen und Jugendlichen über 12 Jahren
  • Seborrhoische Dermatitis bei Erwachsenen und Jugendlichen
  • Pityriasis versicolor bei Erwachsenen und Jugendlichen
  • Dermatomykosen wie z. B. Tinea pedis/cruris/corporis, Mikrosporien sowie Soormykosen bei Erwachsenen

In Deutschland ist Ketoconazol als Shampoo, Creme und in Form von Tabletten verfügbar. Im Folgenden werden die Anwendungsweise und Dosierung von Ketoconazol-Shampoo detailliert beschrieben.

Anwendung von Ketoconazol-Shampoo

Als Shampoo müssen die betroffenen Areale mit dem Wirkstoff eingerieben und nach drei- bis fünfminütiger Einwirkzeit ausgewaschen werden.

Anwendungshinweise:

  • Haare und Kopfhaut gründlich mit Wasser benetzen.
  • Eine ausreichende Menge Shampoo (ca. 5ml) verwenden, um Haar und Kopfhaut mit ausreichend Schaum zu waschen.
  • Das Shampoo vorsichtig über die ganze Kopfhaut einmassieren und 3-5 Minuten einwirken lassen.
  • Danach das Shampoo gründlich ausspülen.

Vermeiden Sie den versehentlichen Kontakt mit den Augen.

Wirkstoff ABC Ketoconazol I (18.11.2022)

Dosierung von Ketoconazol-Shampoo

Die Dosierung von Ketoconazol-Shampoo variiert je nach Art der Erkrankung:

  • Kopfschuppen (seborrhoische Dermatitis):
    • Behandlung: 2-mal wöchentlich (im Abstand von 3-4 Tagen)
    • Vorbeugung gegen Wiederauftreten: 1-mal wöchentlich oder alle 2 Wochen
  • Hautflechte durch Kleienpilz (Pityriasis versicolor):
    • Behandlung: 1-mal täglich
    • Vorbeugung gegen Wiederauftreten: 1-mal täglich

Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.

Dauer der Anwendung:

  • Die allgemeine Anwendungsdauer bei Kopfschuppen (seborrhoische Dermatitis) beträgt zur Behandlung 2-4 Wochen und zur Vorbeugung gegen ein Wiederauftreten 3-6 Monate.
  • Die Anwendungsdauer bei Hautflechte durch Kleienpilz (Pityriasis versicolor) beträgt zur Behandlung maximal 5 Tage und zur Vorbeugung gegen ein Wiederauftreten maximal 3 Tage.

Das Arzneimittel darf nicht vorzeitig abgesetzt werden, weil sonst mit einem (erneuten) Ausbruch der Krankheit zu rechnen ist.

Wirkmechanismus

Bei äußerlicher Anwendung schädigt der Wirkstoff Ketoconazol die äußere Hülle, die sog. Zellmembran von auf der Haut wachsenden Pilzen. Diese Hülle verliert somit einen Teil ihrer Funktionen, sie wird z.B. für Nährstoffe undurchlässiger - die Zelle hungert.

Zudem wirkt Ketoconazol als Antimykotikum stark gegen die Ergosterinbiosynthese, einem wesentlichen Bestandteil der Zellmembran von Pilzen. Diese Substanz reguliert die Membranpermeabilität und modifiziert andere Lipidbestandteile der Zellmembran. Bei fungistatischer Wirkung fördert es die Vermehrung des Plasmalemmas und die Verdickung der Zellwand, was zu Änderungen in der Membranpermeabilität führt und die Aufnahme essenzieller Nährstoffe behindert. In fungizider Konzentration verursacht es die Nekrotisierung des Zellinneren.

Ketoconazol ist effektiv gegen diverse Pilzerreger, inklusive Dermatophyten und Hefen wie Malassezia spp., die bei seborrhoischer Dermatitis eine Rolle spielen.

Wirkmechanismus von Ketoconazol

Wichtige Hinweise

Was sollten Sie beachten?

  • Vorsicht bei Allergie gegen Pilzmittel (z.B. Clotrimazol)!
  • Vorsicht bei Allergie gegen Formaldehyd (E-Nummer E 239)!
  • Vorsicht bei Allergie gegen Farbstoffe (z.B. Tartrazin (E 102), Gelborange S (E 110), Azorubin (E 122), Amaranth (E 123) und Ponceau 4R (E 124)).
  • Konservierungsstoffe (z.B. Sorbinsäure und Sorbate, E 200, E 201, E 202, E 203) können Hautreizungen (z.B. Kontaktdermatitis) hervorrufen.
  • Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben.

Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.

Kontraindikationen

Die Anwendung von Ketaconazol ist kontraindiziert bei:

  • Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe

Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?

  • Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
  • Stillzeit: Das Arzneimittel sollte nicht auf die Brust aufgetragen werden.

Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen sind unerwünschte Wirkungen, die bei bestimmungsgemäßer Anwendung des Arzneimittels auftreten können.

Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?

  • Entzündung des Haarfollikels
  • Geschmacksverzerrung (Dysgeusie)
  • Reizung des Auges
  • Tränende Augen
  • Akne
  • Haarausfall
  • Kontaktdermatitis (Allergische Hautreaktionen, die erst bei wiederholter Anwendung auftreten)
  • Austrocknung der Haut
  • Haarstrukturveränderung
  • Hautausschlag
  • Brennen auf der Haut
  • Entzündungsreaktionen der Haut
  • Schuppenbildung der Haut
  • Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, wie:
    • Hautrötung
    • Hautreizungen
    • Juckreiz
    • Hautbläschen

Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Überdosierung?

Wird das Arzneimittel wie beschrieben angewendet, sind keine Überdosierungserscheinungen bekannt. Bei versehentlichem Verschlucken größerer Mengen wenden Sie sich umgehend an einen Arzt.

Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.

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