Ketoconazol Shampoo Anwendung: Ein umfassender Leitfaden

Ketoconazol ist ein Imidazol-Antimykotikum, das zur Behandlung von Hautpilzinfektionen eingesetzt wird, indem es die Ergosterinbiosynthese hemmt. Es ist in Deutschland als Shampoo, Creme und in Form von Tabletten verfügbar.

Anwendungsgebiete von Ketoconazol

Der Wirkstoff Ketoconazol findet Anwendung in der Therapie folgender Erkrankungen:

  • Endogenes Cushing Syndrom bei Erwachsenen und Jugendlichen über 12 Jahren
  • Seborrhoische Dermatitis bei Erwachsenen und Jugendlichen
  • Pityriasis versicolor bei Erwachsenen und Jugendlichen
  • Dermatomykosen wie z. B. Tinea pedis/cruris/corporis, Mikrosporien sowie Soormykosen bei Erwachsenen

Anwendungsart

Die Anwendungsart von Ketoconazol variiert je nach Darreichungsform:

  • Shampoo: Die betroffenen Areale mit dem Wirkstoff einreiben und nach drei- bis fünfminütiger Einwirkzeit auswaschen.
  • Creme: Ketoconazol auf die erkrankte Haut samt 1-2 cm der umgebenden Hautfläche auftragen und solange mit dem Finger einmassieren, bis der Wirkstoff eingezogen ist.
  • Tabletten: Die Tabletten mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen.

Wirkmechanismus

Ketoconazol wirkt auf verschiedene Weisen:

  • Steroidogenese-Hemmer: Es blockiert die Steroidogenese durch Hemmung der Cytochrom-P450-Enzyme in der Nebenniere und beeinflusst die Cortison- und Aldosteronsynthese.
  • Antimykotische Wirkung: Es hemmt die Ergosterinbiosynthese, einen wesentlichen Bestandteil der Zellmembran von Pilzen, was zu Änderungen in der Membranpermeabilität und Nekrotisierung des Zellinneren führt.

Wirkstoff ABC Ketoconazol I (18.11.2022)

Pharmakokinetik

Die Pharmakokinetik von Ketoconazol umfasst folgende Aspekte:

  • Resorption: Benötigt eine saure Umgebung für Auflösung und Resorption.
  • Verteilung: Etwa 99% des Ketoconazols im Plasma sind an Proteine gebunden, hauptsächlich an Albumin.
  • Metabolismus: Wird umfangreich in inaktive Metaboliten umgewandelt, hauptsächlich durch das Enzym CYP3A4.
  • Elimination: Die Elimination aus dem Plasma erfolgt biphasisch mit einer anfänglichen Halbwertszeit von 2 Stunden und einer nachfolgenden Halbwertszeit von 8 Stunden.

Dosierung

Die Dosierung von Ketoconazol variiert je nach Anwendungsgebiet:

  • Cushing-Syndrom (orale Therapie): Beginn der Behandlung bei Erwachsenen und Jugendlichen: 400 - 600 mg täglich, aufgeteilt in zwei oder drei Dosen.
  • Kopfschuppen (seborrhoische Dermatitis): Behandlung: 2-mal wöchentlich im Abstand von 3-4 Tagen über 2-4 Wochen. Vorbeugung gegen Wiederauftreten: 1-mal wöchentlich oder alle 2 Wochen.
  • Hautflechte durch Kleienpilz (Pityriasis versicolor): Behandlung: 1-mal täglich über maximal 5 Tage. Prophylaxe: 1-mal täglich über maximal 3 Tage vor der Sommerzeit.

Anwendungshinweise für KETOZOLIN 2% Shampoo

Bei der Anwendung von Ketoconazol Shampoo sollten Sie folgende Hinweise beachten:

  • Waschen Sie mit dem Arzneimittel Haare und Kopfhaut.
  • Oder: Reiben Sie das Arzneimittel auf die betroffene(n) Hautstelle(n) ein. Zuvor feuchten Sie die betroffene(n) Stelle(n) mit Wasser an.
  • Das Arzneimittel sollte 3-5 Minuten auf der Haut einwirken. Danach spülen Sie es mit viel Wasser aus.
  • Vermeiden Sie den versehentlichen Kontakt mit den Augen.

Wechselwirkungen

Ketoconazol kann mit verschiedenen Medikamenten interagieren. Hier sind einige Beispiele:

  • HMG-CoA-Reduktase-Hemmer (z. B. Simvastatin, Atorvastatin): Erhöhtes Risiko von Muskeltoxizität, inklusive Rhabdomyolyse.
  • Eplerenon: Erhöhtes Risiko von Hyperkaliämie und Hypotonie.
  • QT-Verlängernde Substanzen: Beispiele sind Methadon, Chinidin und Pimozid, welche das QT-Intervall verlängern können.
  • CYP3A4-Substrate: Ketoconazol hemmt CYP3A4 und kann die Konzentration anderer Medikamente erhöhen, was zu verstärkten Effekten oder Nebenwirkungen führen kann.
  • Absorptionsbeeinträchtigende Medikamente: Medikamente, die den Magensäuregrad verändern, können die Absorption von Ketoconazol beeinträchtigen.

Für die vollständige Angabe aller Wechselwirkungen von Ketoconazol wird auf die Fachinformation des jeweiligen Herstellers verwiesen.

Kontraindikationen

Die Anwendung von Ketaconazol ist kontraindiziert bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Ketoconazol und/oder jegliche Imidazol enthaltende Antimykotika
  • Akuter oder chronischer Lebererkrankung und/oder bei Leberenzymwerten mehr als zweifach über der Obergrenze des Normalwerts
  • Schwangeren und Stillenden
  • Angeborenen oder belegten erworbenen QTc-Verlängerungen
  • Gleichzeitiger Anwendung bestimmter Medikamente, die über CYP3A4 metabolisiert werden

Schwangerschaft und Stillzeit

Da Ketaconazol bei oraler Anwendung die Plazenta passiert und eine teratogene Wirkung haben kann, ist die Einnahme während der Schwangerschaft kontraindiziert. Ketoconazol wird bei oraler Anwendung in die Muttermilch ausgeschieden. Stillende Mütter sollten daher während der Behandlung mit Ketoconazol nicht stillen.

Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann auch Ketoconazol Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören:

  • Entzündung des Haarfollikels
  • Geschmacksverzerrung (Dysgeusie)
  • Reizung des Auges
  • Tränende Augen
  • Akne
  • Haarausfall
  • Kontaktdermatitis
  • Austrocknung der Haut
  • Haarstrukturveränderung
  • Hautausschlag
  • Brennen auf der Haut
  • Entzündungsreaktionen der Haut
  • Schuppenbildung der Haut
  • Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut

Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Wichtige Hinweise

Hier sind einige wichtige Hinweise zur Anwendung von Ketoconazol:

  • Das Arzneimittel darf nicht vorzeitig abgesetzt werden, weil sonst mit einem (erneuten) Ausbruch der Krankheit zu rechnen ist.
  • Vorsicht bei Allergie gegen Pilzmittel (z.B. Clotrimazol)!
  • Vorsicht bei Allergie gegen Formaldehyd (E-Nummer E 239)!
  • Vorsicht bei Allergie gegen Farbstoffe.
  • Konservierungsstoffe können (Schleim-)Hautreizungen hervorrufen.
  • Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten.

Ketozolin® 2 % Shampoo: Spezifische Informationen

Ketozolin® 2 % Shampoo ist ein medizinisches Anti-Pilz-Shampoo, das erfolgreich zur Behandlung und Vorbeugung von Kopfschuppen mit Juckreiz und Rötungen (seborrhoisches Ekzem) und Kleienpilzflechte eingesetzt wird. Es bietet eine 4+1-Wirkung:

  • Lindert schnell den Juckreiz
  • Bekämpft den Hautpilz
  • Entfernt die Schuppen langanhaltend
  • Lindert die Entzündung
  • Arzneimittel mit belegter Wirksamkeit

Zur Behandlung akuter Symptome der Kleienpilzflechte wird Ketozolin® 2 % Shampoo 1 x täglich über fünf Tage angewendet. Um Kopfschuppen mit Juckreiz und Rötungen in den Griff zu bekommen, sollten Sie Ketozolin® 2 % Shampoo über einen Zeitraum von 2 bis 4 Wochen zweimal pro Woche anwenden. Zur Akuttherapie und Vorbeugung geeignet. Ohne Duftstoffe.

Zusätzliche Tipps und Hinweise

  • Achten Sie auf luftdurchlässige Kleidung, um starkes Schwitzen zu vermeiden, da dies die Vermehrung des Hautpilzes begünstigt.
  • Stattdessen ist eine Behandlung mit einem pilzhemmenden Mittel wie Ketozolin® 2 % Shampoo erforderlich, damit die Flecken verschwinden.
  • Die fleckigen Hautverfärbungen der Kleienpilzflechte kommen dadurch zustande, dass es infolge der Pilzinfektion zu einer Störung bei der Bildung und Verteilung der Hautpigmente kommt.
  • Auch bei erfolgreicher Therapie braucht die Haut einige Wochen bis Monate, bis wieder eine gleichmäßige Pigmentierung erreicht wird.

Weitere Handelsnamen

Ketoconazol ist auch unter folgenden Namen bekannt:

  • Terzolin® Lösung/Creme
  • Ketozolin® Shampoo
  • Nizoral®

Indikationen für Ketoconazol

Ketoconazol wird bei folgenden Indikationen eingesetzt:

  • Tinea corporis
  • Pityriasis versicolor (Kleienpilzflechte)
  • Seborrhoisches Ekzem
  • Tinea Capitis
  • Tinea pedis (Fußpilz)

Ketoconazol gehört zur Stoffklasse der Azole (Antimykotikum).

IndikationDosierungAnwendungshinweise
Kopfschuppen (seborrhoische Dermatitis): BehandlungEine ausreichende Menge2-mal wöchentlich (im Abstand von 3-4 Tagen)
Kopfschuppen (seborrhoische Dermatitis): Vorbeugung gegen WiederauftretenEine ausreichende Menge1-mal wöchentlich oder alle 2 Wochen
Hautflechte durch Kleienpilz (Pityriasis versicolor): BehandlungEine ausreichende Menge1-mal täglich
Hautflechte durch Kleienpilz (Pityriasis versicolor): Vorbeugung gegen WiederauftretenEine ausreichende Menge1-mal täglich

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