Haarausfall an Armen und Beinen kann verschiedene Ursachen haben. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte, von Autoimmunerkrankungen bis hin zu den neuesten Therapieansätzen. Es ist wichtig, die zugrunde liegenden Ursachen zu verstehen, um die richtige Behandlung zu finden.
Kreisrunder Haarausfall, auch bekannt als Alopecia areata, ist eine Autoimmunerkrankung. Experten vermuten, dass es sich bei der Alopecia areata um eine Störung des Immunsystems handelt. Dabei kommt es zu einer Autoimmunreaktion, bei der der Körper nicht nur Bakterien, Viren und andere Krankheitserreger bekämpft, sondern sich fälschlicherweise auch gegen körpereigene Zellen richtet.
Die Erkrankung kommt bei ungefähr ein bis zwei von 100 Menschen vor. Männer und Frauen sind etwa gleichermaßen betroffen. Bei bis zu 25 Prozent der Betroffenen lässt sich eine familiäre Häufung der Erkrankung feststellen. Man geht zusätzlich von einer genetischen Komponente aus. Auch psychogene Ursachen können zumindest teilweise eine Rolle spielen. Der kreisrunde Haarausfall kann manchmal bei starkem Stress, Prüfungen, nach Unfällen oder Trauerfällen auftreten.
Die ersten Symptome eines kreisrunden Haarausfalls sind Haarverluste an einzelnen Stellen, die letztlich zur Ausbildung eines umschriebenen kahlen Flecks führen. Das passiert oft relativ rapide oder in Schüben. Es kann am gesamten Kopf beginnen oder andere Körperstellen betreffen, zum Beispiel Arme, Beine, Bart, Wimpern oder Augenbrauen. Die Stellen jucken nicht, sind nicht gerötet oder schuppig belegt.
Bei einer Sonderform, dem Ophiasis-Typ, sind insbesondere der Nacken und die seitlichen Haaransätze betroffen. Die Kahlstellen können im Verlauf größer werden und auch mit anderen Herden konfluieren.
Alopecia areata ist behandelbar. Unsere Experten entwickeln ein individuelles Therapiekonzept für Sie.
Die Alopecia areata (AA) ist eine chronische, immunvermittelte Krankheit, die durch einen akut einsetzenden Haarausfall gegenzeichnet ist. Die Alopecia areata ist nach dem anlagenbedingten Haarausfall die zweithäufigste Ursache für Haarausfall. Die Wahrscheinlichkeit, mindestens einmal im Leben an einer AA zu erkranken, beträgt 2 % (Lebenszeitinzidenz). Der häufigste Typ ist die umschriebene Alopecia areata.
Die AA betrifft die Geschlechter gleichermaßen und tritt in allen Altersgruppen und ethnischen Gruppen auf. Bei 40 % der Patienten tritt die AA das erste Mal vor dem 20. Lebensjahr auf - bei ca. 85% zeigt sich die AA bis zum 40.
Der Haarverlust kann alle behaarten Bereiche des Kopfes und Körpers betreffen. Die Hautoberfläche ist unauffällig, also z.B.
Die AA kann zusammen mit verschiedenen anderen Erkrankungen und Zuständen auftreten.Autoimmunerkrankungen, z.B.
Die Alopecia areata ist eine Erkrankung mit einem stark variablen Verlauf. Einmaliges Auftreten, lange freie Intervalle und immer wieder neues Auftreten einzelner oder mehrerer Herde können sich abwechseln. Jahrelange keine neuen Herde und Remissionen über mehrere Jahre können ebenso auftreten.
Die genaue Ursache der AA ist noch nicht vollständig geklärt, doch ist es allgemein anerkannt, dass der Kollaps des Immunprivilegs des Haarfollikels eine entscheidende Rolle in der Entstehung der Krankheit spielt. Der Entzündungsprozess der Erkrankung wird über das Einwandern von Immunzellen in und um den Haarfollikel vermittelt. Dadurch kommt es zu einem Bienenschwarm-ähnlichen Infiltrat (siehe Bild).
Daran sind Lymphozyten wie T-Zellen und NK-Zellen sowie Mastzellen und dendritische Zellen beteiligt. Die Entzündungsreaktion ist auch über Botenstoffe (Zytokine) vermittelt. Entscheidende Zytokine bei AA sind Interferon-γ-, Interleukin-2- und Interleukin-15. Das Aufflammen einer AA führt zu einer deutlich verkürzten Anagen (Wachstums)-Phase des Haarwachstumszyklus. Es wird vermutet, dass auch genetische Faktoren einen Einfluss haben.
Aufgrund der hohen Sichtbarkeit, des unvorhersehbaren klinischen Verlaufs der Erkrankung und des derzeitigen Mangels anhaltend erfolgreicher Therapien ist die AA für viele Betroffene eine große emotionale Belastung. Auch wenn die Krankheit in jedem Alter eine Herausforderung sein kann, sind Kinder und Jugendliche besonders anfällig für ein hohes Maß psychischer Belastung ebenso wie für Mobbing durch und soziale Isolation von Gleichaltrigen.
Meist wenden sich Betroffene mit ihren Symptomen zuerst an den Hausarzt oder Dermatologen. Das typische Muster des Haarausfalls macht die Diagnose einfach. In der Familienanamnese kann es zusätzlich Hinweise auf gehäuft vorkommenden kreisrunden Haarausfall geben. Der Arzt kann sich mit einem Dermatoskop die Kopfhaut genau anschauen. Dort kann er an den kahlen Stellen die Poren der Haarfollikel erkennen, was ein Zeichen dafür ist, dass die Haare prinzipiell nachwachsen können.
Weitere Diagnosemethoden:
Sehr hilfreicher Test zur Einschätzung der Aktivität der Alopecia areata, aber auch zum Ausschluss anderer Haarerkrankungen, so wie der Trichotillomanie. Der Test wird am Randbereich der haarlosen Areale sowie an klinisch unauffälligen Haaren durchgeführt. Hierbei wird ein dickes Haarbüschel (ca. 20-50 Haare) zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger am Haaransatz nahe der Kopfhaut fest gefasst, und dann fest, aber nicht gewaltsam von der Kopfhaut weggezogen. Wenn mehr als 10 % der erfassten Haare zwischen den Fingern am Ende verbleiben, gilt dies als positiver Zupftest und deutet auf aktiven Haarausfall hin. Für einen gültigen Test sollten die Haare mindestens einen Tag lang nicht gewaschen werden.
Das „Severity of Alopecia Tool’’ oder der sog. SALT Score ist ein sehr hilfreiches, visuelles Mittel zur Bestimmung des prozentualen Kopfhaarausfalls bei Alopecia areata.
Die Haarfollikel sind beim kreisrunden Haarausfall oft nicht unwiederbringlich zerstört, sondern nur in einem Ruhemodus und können daher reaktiviert werden. Entdecken Sie, wie Eigenblutplasma das Haarwachstum auf natürliche Weise anregen kann.
Das therapeutische Vorgehen ist bei jedem Patienten unterschiedlich und abhängig von individuellen Faktoren wie der Ausprägung der Erkrankung und Nebenerkrankungen.
Die derzeitig eingesetzten Therapien zielen vor allem auf das Unterdrücken des Entzündungsprozesses ab und bekämpfen nicht die eigentliche Ursache der Krankheit.
Zur Therapie des kreisrunden Haarausfalls wird eine Vielzahl verschiedener Medikamente eingesetzt. Diese können den Verlauf verlangsamen und für neuen Haarwuchs sorgen. Dabei sind unterschiedliche Applikationswege möglich.
Hierbei wird ein stark bis sehr stark wirksames Kortikosteroid (Klasse III/IV) im Bereich der Haarausfallherde an der Kopfhaut angewendet. Hier wird mit einer dünnen Nadel eine bestimmte Menge eines Kortisonpräparates (Triamcinolonacetonid Kristallsuspension) in die Kopfhaut eingespritzt. Die Unterspritzung erfolgt in der Hautebene (intrakutan), nicht ins Unterhautgewebe. Während jeder Sitzung erfolgen mehrere Injektionen an den Rand der Haarausfallsbereiche. Die Dauer der Behandlung wird abhängig von Wirksamkeit und Verträglichkeit vom behandelnden Arzt nach Rücksprache mit dem Patienten festgelegt. In der Regel erfolgen ca. 3-5 Unterspritzungen alle 4-8 Wochen. Bei gutem Ansprechen und Verträglichkeit können weitere Sitzungen erfolgen.
Die systemische Therapie mit Kortison erfolgt meistens in Form einer oralen Prednisolon-Stoßtherapie, d.h. tägliche ca. einwöchige orale Einnahme von Kortikosteroiden jeweils unterbrochen durch einnahmefreie Intervalle. Die gesamte Dauer der Therapie beträgt mindestens 3 Monate, diese soll jedoch vom behandelnden Arzt entsprechend des Ansprechens und des Auftretens von den Nebenwirkungen angepasst werden. Es ist wichtig, dass der Patient über die bekannten, möglichen Nebenwirkungen einer systemischen Kortison-Therapie von dem behandelnden Arzt aufgeklärt und überwacht wird.
Diese Option ist aufgrund ihres günstigeren Risikoprofils eine Alternative zur Sensibilisierungstherapie, besonders bei Kindern. Der Wirkmechanismus ist derzeit unklar, es wird jedoch vermutet, dass die vom Dithranol verursachte leichte Reizung der Kopfhaut zu einer Umlenkung der Entzündungszellen führt und es damit zur Förderung des Nachwachsens der Haare kommt. Zu den Nebenwirkungen gehören starke Reizung an den Anwendungsstellen, sowie vorübergehende Verfärbungen der Haut und Haare.
Bislang sind zwei Januskinase (JAK) Inhibitoren für die Behandlung der schweren AA zugelassen. Aktuell laufen weitere Studien mit weiteren JAK-Inhibitoren (Ruxolitinib, Upadacitinib) bzw.
Zink Supplementierung: Zink hilft die Immunantwort zu modulieren, und könnte bei Zink-Mangel hilfreich sein. Aber die verfügbaren Daten sind noch widersprüchlich, und kommen von kleinen Studien und Fallberichten.
Vitamin D Supplementierung: Die Einnahme bei entsprechendem Vitaminmangel könnte von Bedeutung sein.
Wichtig ist der frühzeitige Kontakt zu einem Haarspezialisten, der über medikamentöse und bio-regenerative Methoden beraten kann.
Kahle Beine und Unterarme können bei Diabetikern Hinweise auf eine Neuropathie sein. Nach langjährigem Diabetes mellitus führen Mangelversorgung und Nervenschädigung in der Haut und den Hautanhangsgebilden zu Ernährungsstörungen, unter anderem der Haarfollikel.
Inzwischen hatten sich bei dem Patienten eine Nephropathie, Retinopathie und Neuropathie der Füße und Unterschenkel entwickelt. Auf Nachfrage gab der Patient an, dass die Behaarung dort in den vergangenen zwei Jahren ausgegangen sei und auch an den Unterarmen abgenommen habe. Eine arterielle Verschlusskrankheit bestand ebenso wenig wie ein Hypogonadismus. Zudem klagte der Patient über Kribbelparästhesien.
Diese trophische Störung bei Diabetikern kann sich außerdem als Brüchigkeit der Fuß- und Fingernägel und pergamentartiger Veränderung der Haut äußern. Nach zehnjähriger Krankheitsdauer habe etwa jeder dritte Diabetiker solche Störungen.
Prinzipiell unterscheiden muss man bei der diabetischen Neuropathie Schäden an motorischen, sensorischen und autonomen Nerven. Veränderungen des autonomen Nervensystems betreffen einerseits das Gefäßsystem, wobei bevorzugt Vasokonstriktionen auftreten, andererseits die Haut mit Anhidrosis und Hypohidrosis. Die Haut wird trocken und weist Rhagaden auf.
Neben den bereits genannten Ursachen gibt es noch weitere Faktoren, die zu Haarausfall führen können:
Für Betroffene gilt es, die Haarlosigkeit anzunehmen und zu kaschieren - und dafür ist die Haarpigmentierung ideal! Sie vermittelt den Look von dichtem, kurz getragenem Haar. Männer können ihre Alopecia universalis durch einen kurzgetrimmten Look kaschieren. Auch für Frauen, die an Haarausfall leiden und eine Perücke tragen, bedeutet die Haarpigmentierung mehr Lebensqualität: Durch das Verfahren sieht der Kopf nicht kahl aus, wenn die Perücke zu Hause abgenommen wird. Die völlig unbedenkliche Haarpigmentierung steigert das persönliche Wohlbefinden und stellt eine natürlich wirkende Haarlinie sowie einen schönen Rahmen für das Gesicht wieder her.
Haarausfall an Armen und Beinen kann verschiedene Ursachen haben, wobei Alopecia areata eine der häufigsten ist. Eine frühzeitige Diagnose und die Wahl der richtigen Therapie sind entscheidend für den Verlauf der Erkrankung. Neben medikamentösen Behandlungen gibt es auch bio-regenerative Methoden und die Möglichkeit der Haarpigmentierung, um das Wohlbefinden der Betroffenen zu steigern.
| Behandlungsmethode | Beschreibung | Anwendung |
|---|---|---|
| Kortison | Entzündungshemmendes Medikament | Lokal als Creme oder Injektion, systemisch als Tabletten |
| PRP-Therapie | Eigenbluttherapie mit Wachstumsfaktoren | Injektion in die Kopfhaut |
| Stammzellentherapie | Zellen aus Unterhautfettgewebe | Injektion in die Kopfhaut |
| Minoxidil | Durchblutungsfördernd | Lokale Anwendung als Lösung |
| Haarpigmentierung | Kaschierung von Haarlosigkeit | Ästhetische Behandlung |
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