Nie wieder Spliss: Ursachen, Vorbeugung und Behandlung

Kaum ein Haarproblem ist so verbreitet wie Spliss. Fast jede Frau (und auch viele Männer) kennen die gespaltenen Haarspitzen, die das Haar stumpf, trocken und ungepflegt wirken lassen. Viele Menschen mit unterschiedlichen Haartypen sind von diesem Problem betroffen - Spliss kann als Folge zu weiteren Haarschäden führen, wenn er nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird.

Typische Anzeichen von Spliss lassen sich frühzeitig erkennen, sodass gezielte Pflege möglich ist. Doch was genau ist Spliss, wie entsteht er - und was kann man dagegen tun? In diesem Beitrag findest du die wichtigsten Infos und Tipps rund um das Thema Spliss.

Spliss bezeichnet die Spaltung der Haarspitzen, bei der sich die Spitze und die Enden des Haares in zwei oder mehrere Teile aufteilen. Die Haarstruktur ist an dieser Stelle beschädigt, die Schutzschicht (Cuticula) geöffnet, und das Haar wirkt brüchig.

Spliss entsteht, wenn die Schuppenschicht des Haarschafts durch äußere Einflüsse wie Hitze, chemische Behandlungen oder mechanische Belastung geschädigt wird. Ein wichtiger Unterschied zu anderen Haarproblemen wie Frizz besteht darin, dass bei Spliss eine tatsächliche Spaltung der Haarspitze und der Enden vorliegt, während Frizz lediglich zu abstehenden, krausen Haaren führt, ohne dass das Haar gespalten ist.

Spliss kann durch verschiedene Arten von Schaden und Haarschaden verursacht werden. Haarspliss ist ein häufiges Ergebnis dieser Ursachen. Schon etwas mehr Achtsamkeit bei der Haarpflege kann helfen, Spliss zu vermeiden. In manchen Fällen sind besondere Maßnahmen notwendig, um Spliss zu verhindern.

Die Haarstruktur ist entscheidend dafür, wie anfällig deine Haare für Spliss sind. Jedes Haar besteht aus mehreren Schichten:

  • Die äußere Schuppenschicht (Cuticula) umhüllt die innere Haarfaser und sorgt für Schutz und Glanz.
  • Ist diese Schuppenschicht intakt, bleibt die Haarstruktur stabil und das Haar sieht gesund aus.
  • Wird sie jedoch durch äußere Einflüsse wie Hitze, Reibung oder chemische Behandlungen beschädigt, stehen die Schuppen ab oder brechen ab - die empfindliche Haarfaser liegt frei.

Genau an diesen Stellen kann Spliss entstehen, da die Haarenden besonders anfällig für Spaltungen sind. Sobald Spliss einmal da ist, lässt er sich nicht mehr rückgängig machen - das Haarende ist irreparabel gespalten.

Ursachen für Spliss

Für gewöhnlich ist die äußere Schuppenschicht (Kutikula) der Haare beschädigt. Warum genau Haare abbrechen, kann an äußerlichen sowie inneren Ursachen liegen.

Äußere Ursachen

  • Falsche Pflege und Reibung: Ungeeignete Pflege- und Reinigungsprodukte schaden den Haaren. Dazu gehören beispielsweise Shampoos mit einem positiven pH-Wert. Sie machen durch ihren hohen Säuregehalt die Haare brüchig. Wenn Sie nach dem Waschen Ihre nassen Haare mit dem Handtuch abtrocknen, gilt: Rubbeln Sie nicht zu sehr.
  • Chemische Einflüsse: Wenn man sich die Haare häufig tönt oder färbt, strapaziert das extrem. Haarbruch wird dadurch wahrscheinlicher. Das gilt vor allem für Blondierungen. Haarbruch tritt hier bei (zu) häufiger Anwendung auf, da die aufhellenden Chemikalien tief in die Haarstruktur eindringen und dem Haar viel Eigenfeuchtigkeit entziehen. Die Folge: Die Haare werden porös, strohig - und brüchig. Auch eine Dauerwelle schadet den Haaren und trocknet sie aus. Wer häufig in Chlor- oder Salzwasser badet, riskiert ebenfalls Haarbruch, da das Haar Feuchtigkeit verliert.
  • Hitze: Haarbruch am Ansatz oder generell im Deckhaar entsteht auch durch hohe Temperaturen - etwa beim Haare föhnen. Durch die Hitze brechen sie schneller. Dasselbe gilt für die Anwendung von Glätteisen und Lockenstab. Wer im Sommer viel Zeit in der direkten Sonne verbringt, verstärkt den schädlichen Effekt ebenso.

Spliss ENDLICH loswerden | 5 Tipps, um Spliss zu vermeiden

Innere Ursachen

  • Krankheiten: Sind Ihre Haare glanzlos und brüchig, ist manchmal eine Krankheit der Auslöser. Beispielsweise hat sowohl eine Unter- als auch Überfunktion der Schilddrüse einen negativen Einfluss auf das Haarwachstum. Ein schwerer grippaler Infekt, chronische Darmerkrankungen oder eine zurückliegende Chemotherapie können ebenfalls zu brüchigen Haaren führen.
  • Ernährung: Ist der Körper ausreichend mit Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitaminen und Aminosäuren versorgt, spiegelt sich das in einer robusten Haarstruktur wieder. Leidet man an einem Nährstoffmangel, werden die Haare entsprechend brüchig. Auch wer mit einer Essstörung kämpft, hat häufig sprödes sowie brüchiges Haar.
  • Medikamente: Bestimmte Arzneimittel haben Einfluss auf den Vitaminstatus im Körper und wirken sich entsprechend auf den Zustand der Haare aus. Manche Medikamente beeinträchtigen die Haarfollikelzellen und damit das Haarwachstum.
  • Hormone: Brechen die Haare ab, können auch Hormone die Ursache sein. Die Wechseljahre bringen beispielsweise viele Veränderungen mit sich. Geht die Östrogenproduktion zurück, verschiebt sich das hormonelle Gleichgewicht. Das männliche Hormon Testosteron nimmt im Körper der Frauen zu.
  • Stress und physische Belastung: Haarbruch kann ebenfalls durch psychische Ursachen begünstigt werden. Wer gestresst ist oder körperlich schwer arbeitet, benötigt besonders viele Nährstoffe. Bekommt der Körper zu wenig davon, spart er sie dort ein, wo sie nicht lebensnotwendig sind. Das wirkt sich auf die Haarstruktur aus und führt dazu, dass die Haare leichter abbrechen.

Behandlung von Spliss

Es bringt nichts, Spliss nur optisch zu kaschieren - um Spliss zu entfernen, ist die tatsächliche Entfernung notwendig.

Regelmäßiger Spitzenschnitt

Regelmäßiges Schneiden ist die effektivste Methode, um Spliss zu entfernen. Friseure und Friseurinnen wenden spezielle Techniken an, um gezielt Spliss zu entfernen, ohne viel Haarlänge zu verlieren. Dabei werden einzelne Haarsträhnen abgeteilt und gezielt behandelt, um Spliss zu entfernen. Ein Friseur oder eine Friseurin des Vertrauens kann hier wahre Wunder bewirken.

Es gibt 2 Möglichkeiten:

  1. Spliss-Cut: Der Splitt-Cut ist eine recht aufwendige Methode: man nehme eine Haarsträhne genommen, dreht diese nach oben bis zur Kopfhaut. Die gespaltenen Haare stehen nun von der gebündelten Strähne ab und können mit einer heißen Schere abgeschnitten werden.
  2. Spitzen schneiden: Die wohl einfachere und schnellere Methode ist, die beschädigten Spitzen soweit zurück zu schneiden, dass nur noch „gesundes Haar“ übrig ist. Dies können 0,5 cm bis hin zu 3, 4, 5 oder mehr cm sein, je nachdem wie stark die Haare schon beschädigt sind. Im Idealfall lässt man es natürlich erst gar nicht so weit kommen, dass Haare beschädigt und in Folge dessen gekürzt werden müssen.

Die richtige Haarpflege

Die richtige Auswahl an Haarpflege-Produkten ist ein echter Gamechanger, wenn es darum geht, Spliss zu vermeiden oder zu behandeln. Es gibt eine Vielzahl an Shampoos, Conditionern, Haarmasken und Leave-in-Produkten, die speziell entwickelt wurden, um die Schuppenschicht zu stärken und die Haarstruktur zu schützen.

Besonders wertvoll sind Produkte mit pflegenden Inhaltsstoffen wie Arganöl, Kokosöl oder Sheabutter - sie versorgen die Haarspitzen intensiv mit Feuchtigkeit und helfen, die Schutzschicht zu erhalten. Achte darauf, Produkte zu wählen, die zu deinem Haartyp passen, denn nur so können sie ihre volle Wirkung entfalten. Leave-in-Produkte sind ideal, um die Spitzen zwischendurch zu pflegen und die Haare vor neuen Schäden zu bewahren.

Eine durchdachte Haarpflege-Routine ist das A und O für gesundes, splissfreies Haar. Wasche deine Haare regelmäßig, aber nicht zu häufig, und verwende dabei milde Produkte, die die Haarstruktur schonen. Nach dem Waschen solltest du die Haare vorsichtig kämmen - am besten mit einem grobzinkigen Kamm oder einer Bürste mit weichen Borsten, um Haarbruch zu vermeiden. Lass deine Haare möglichst an der Luft trocknen oder nutze beim Föhnen ein Hitzeschutz-Produkt, um die empfindliche Schuppenschicht zu schützen. Ergänze deine Routine regelmäßig mit nährenden Haarkuren oder speziellen Behandlungen, die die Haarstruktur stärken und die Spitzen geschmeidig halten.

Tabelle: Empfohlene Produkte und Inhaltsstoffe für die Haarpflege bei Spliss

Produktart Empfohlene Inhaltsstoffe Beispiele
Shampoo Milde Tenside, pflanzliche Öle Bio Repair Shampoo Schizandra Berry, Bio Shampoo Sanddorn Chia
Conditioner Ölhaltige Pflegestoffe, keine Emulgatoren Bio Granatapfel Haarmaske (als Leave-on)
Haaröl Macadamiaöl, Babassuöl, Jojobaöl Antistatic Hair Oil
Haarwachs Arganöl Bio Argan Haarwachs

Vorbeugung von Spliss

Spliss vorzubeugen ist besonders wichtig, da gezielte Anti-Spliss-Tipps und eine bewusste Haarpflege helfen können, Haarschäden zu vermeiden. Regelmäßig schneiden - etwa alle 8-10 Wochen die Spitzen kürzen.

Tipps zur Vorbeugung von Spliss

  • Schonende Haarwäsche: Achte bei der Auswahl deines Shampoos auf sanfte, Haar- und Kopfhaut-schonende Waschsubstanzen. Dabei sind waschaktive Aminosäuren die derzeit mildesten pflanzlichen Tenside. Sie sind optimal hautverträglich und stärken die Haarstruktur von innen, sodass dein Haar widerstandsfähiger und besser geschützt vor Spliss und Haarbruch ist.
  • Hitzeschutz: Ein hochwertiger Hitzeschutz ist unverzichtbar, um zu verhindern, dass Stylingtools wie Glätteisen, Lockenstab oder Föhn dein Haar austrocknen.
  • Conditioner und Haarkur ohne bedenkliche Inhaltsstoffe: Bio Conditioner ohne Emulgatoren bauen die natürliche Schutzschicht der Haarfaser wieder auf. Der Anteil an ölhaltigen Pflegestoffen sollte bei strohigem, geschädigtem Haar ruhig hoch sein.
  • Spezialpflege für gesundes und natürlich glänzendes Haar: Für die Extraportion Tiefenpflege empfiehlt sich die kurmäßige Anwendung eines Haaröls.
  • Haare hochbinden: Die Haare gerne öfter mal hochbinden (z.B. zum Pferdeschwanz), so dass diese nicht allzu sehr an den Schultern bzw.
  • Föhnen und Glätten: Raus aus der Dusche und schnell die Haare trocknen. Wer kennt das nicht.
  • Styling-Produkte: Styling-Produkte sind zum täglichen Styling sehr hilfreich, keine Frage. aber: weniger ist mehr: Haarspray, Styling-Gel, Schaumfestiger & Co bitte nur in Maßen verwenden.
  • Pflegespülung nutzen: Zu jeder Haarwäsche eine Pflegespülung verwenden.
  • Seidenkissenbezug: Ähnlich wie ein Handtuch rubbelt auch der Kissenbezug nachts an den Haaren. Synthetische Stoffe können das Haar elektrostatisch aufladen und grobes Material raut die feinen Haarfasern auf. Besser ist hier, ein Kopfkissenbezug aus feinem Baumwollsatin oder Seide.
  • Haargummis: Bei der Verwendung von Haargummis oder anderen Accessoires für die Haare sollten Sie unbedingt auf eine gute Qualität achten. Bestimmte Materialien erzeugen zu viel Reibung auf den Haaren, sodass das Haar brüchig wird. Zu enge Zöpfe können nicht nur zu Kopfschmerzen führen, sie verursachen zudem Haarbruch und beschädigen beim Entfernen die sensiblen Haarspitzen.
  • Chemische Behandlungen vermeiden: Ein neuer Look ist definitiv manchmal notwendig und auch immer etwas aufregendes, nichtsdestotrotz sollten Sie im Kopf behalten, dass jede Farb- oder Chemiebehandlung die Haare ein weiteres Stück angreift. Beim Färben oder langfristigen Glätten der Haare wird die Haaroberfläche beschädigt, sodass sich die Spitzen schneller aufspalten.

Hausmittel gegen brüchige Haare

Haarbruch stoppen mit Hausmitteln? Probieren Sie es aus. Verschiedene sanfte Mittel spenden Ihren Haaren Feuchtigkeit und stärken sie dadurch. Brechen die Haare am Ansatz abbrechen, oder am ganzen Haar, können Sie es mit natürlichen Gegenmaßnahmen versuchen. Zu den Hausmitteln gegen Haarbruch gehören:

  • Haarkur mit Honig: Brechen die Haare ab, ist etwas, was Sie tun können, eine Honig-Haarkur auszuprobieren. Zusammen mit Eigelb und Mandelöl lässt sich damit eine Kur für kaputtes Haar herstellen. Enthält sie Rosmarin- und Lavendelöl trägt sie außerdem zur Beruhigung der Kopfhaut bei.
  • Bierwäsche: Was ebenfalls gegen Haarbruch helfen kann, ist eine Bierwäsche. Sie dient der Kräftigung des Haars. Verwenden Sie dafür ein 0,2-Liter-Glas voll Bier. Spülen Sie Ihr Haar zunächst mit warmem Wasser, dann massieren Sie das Bier in Ihre Kopfhaut ein. Lassen Sie den Gerstensaft 15 Minuten wirken. Danach spülen Sie das Haar wiederum mit warmem Wasser aus.

Spliss ist ein häufiges, aber vermeidbares Haarproblem. Ist er einmal da, hilft langfristig nur der Gang zum Friseur. Mit der richtigen Pflege und einem bewussten Umgang mit dem Haar kannst du jedoch vorbeugen und deine Spitzen gesund und glänzend halten.

Wer seine Haare liebt, schenkt ihnen die richtige Pflege - und sagt dem Spliss den Kampf an!

tags: #kein #spliss #mehr #ursachen

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen