Katzen mit normalem Shampoo waschen: Eine gefährliche Idee

Viele Katzenbesitzer fragen sich, ob es notwendig und sicher ist, ihre Katzen zu baden. Katzen sind bekannt für ihre Reinlichkeit, aber manchmal reicht die Eigenpflege nicht aus. In solchen Fällen stellt sich die Frage, ob man zu Shampoos greifen kann. Doch Vorsicht: Nicht jedes Shampoo ist für Katzen geeignet.

Warum Katzenpflege wichtig ist

Tägliches Bürsten einer Katze reicht nicht aus, um das Katzenfell sauber und frei von Knoten zu halten. Durch einfaches Bürsten werden nicht alle abgestorbene, lose Haare aus dem Fell entfernt, und das Fell wird nicht entfettet. Abgestorbene Haare und Fett sind die beiden Grundursachen für das Verknoten und Verfilzen des Katzenfells. Regelmässiges Waschen mit entfettendem Shampoo, gründliches Föhnen mit einem Hochgeschwindigkeitsföhn und anschliessend gründliches Auskämmen des Katzenfells lässt den Knoten- und Filz-Alptraum in der Vergangenheit.

Die meisten der nachstehend genannten Probleme betreffen nicht nur die Katzen der Langhaar-Rassen, auch kurzhaarige Katzen sind vom Haarwechsel und fettigem Fell betroffen und können verfilzen oder schuppen. Diese Probleme können durch richtige und, was sehr wichtig ist, regelmässige und rechtzeitige Fellpflege verhindert werden.

Häufige Probleme mit dem Katzenfell

  • Fettiges Katzenfell: Katzenfell wird ohne angemessene Pflege mit der Zeit fettig. Natürliches Fetten und das Streicheln der Katze mit den Händen machen das Katzenfell fettig. Fett im Katzenfell führt zum Verkleben der Katzenhaare und verhindert somit den normalen Ausfall der abgestorbenen Katzenhaare.
  • Abgestorbene Haare: Wohnungskatzen sind oft von anhaltendem Fellverlust aufgrund der gleich bleibenden Temperaturen und Lichtverhältnisse in der Wohnung betroffen, während freilaufende Katzen eher in der Zeit des intensiven Fellwechsels vom Fellverlust betroffen sind. Die abgestorbenen Haare, die beim Abschlecken in den Magen der Katze gelangen, bilden Klumpen und werden meistens mit dem Kot oder durch mühsames Erbrechen ausgeschieden. Allerdings können die nicht ausgeschiedenen Klumpen im Magen verhärten und zu Darmverstopfung führen.
  • Knoten und Filz: Verknotungen werden von den abgestorbenen Haaren, die im Fell bleiben, verursacht und werden mit der Zeit zum Filz. Verknotetes Katzenhaar, das die Haut zusammenzieht, verursacht Schmerzen und beeinträchtigt die Bewegungen. Grössere Knoten können zu Hautverletzungen führen, wenn die Katze verzweifelt versucht, sie loszuwerden. Unabhängig von der Grösse der verfilzten Stelle im Katzenfell wird das Mikroklima der Haut unter dem Filz verändert, wodurch die Gefahr von Hautentzündungen und anderen dermatologischen Problemen entsteht.
  • Schuppen: Schuppen entstehen durch die ständige Erneuerung der Hautzellen. Wenn die Zellerneuerung beschleunigt ist und / oder das Fell der Katze fettig ist, werden die Schuppen als weissliche Plättchen deutlich sichtbar. Die Schuppen lagern sich im Fell ab und lassen die Katze besonders ungepflegt aussehen.

Warum normales Shampoo gefährlich ist

Nein, normales Shampoo für Menschen ist für Katzen ungeeignet. Pflegeprodukte wie Duschgel oder Haarshampoo stören den natürlichen pH-Wert der Katzenhaut. Dafür ist das Fellkleid der Katze nicht gemacht. Du bringst damit aber ihre Hautflora durcheinander und bringst ihr Parfümstoffe und Ähnliches aufs Fell, wovon sie nicht begeistert ist. Also bitte nicht mehr eigenständig entscheiden dies zu machen, sondern vorher mit TA absprechen bitte.

Katzen dürfen nicht mit Wasser und Seife gewaschen werden, ebenso ungeeignet sind Babyshampoo oder herkömmliches Shampoo für Erwachsene. Selbst Hundeshampoo ist für Katzen tabu. Diese sind ähnlich aufgebaut wie die Shampoos, die sich vermutlich in deinem Badezimmer befinden.

Alternativen zum normalen Shampoo

Wenn die Katzenwäsche allein nicht ausreicht, muss Frauchen zum Katzenshampoo greifen. Auch ein Katzenshampoo besitzt reinigende und pflegende Eigenschaften und wertvolle Inhaltsstoffe wie Macadamiaöl. Allerdings ist die Zusammensetzung eine völlig andere und du solltest keinesfalls auf die Idee kommen, dein Shampoo mit deiner Samtpfote zu teilen. Katzenshampoo ist auf die Bedürfnisse der Tiere abgestimmt. Wird nach Alternativen gesucht, müssen alle handelsüblichen Produkte für Mensch oder andere Vierbeiner außen vor bleiben.

Hier sind einige Alternativen, die Sie in Betracht ziehen können:

  • Lauwarmes Wasser: Oft reicht eine gründliche Reinigung mit lauwarmem Wasser, um Schmutz zu entfernen.
  • Mildes Babyshampoo: In geringen Mengen und nur in Ausnahmefällen kann ein unparfümiertes Babyshampoo verwendet werden, da diese meist besonders mild sind.
  • Selbstgemachtes Katzenshampoo: Ein Teelöffel Apfelessig mit einem Glas Wasser verdünnt kann helfen, das Fell zu erfrischen.
  • Trockenshampoo: Alternativ können Sie übrigens auch spezielle Trockenshampoos für Katzen verwenden, um angetrockneten Schmutz und Staub zu entfernen.

Wie man eine Katze richtig badet

Wenn Sie Ihre Katze waschen möchten, dann bereiten Sie alles gut vor. Das hilft Ihnen und dem Tier dabei, Stress zu vermeiden. Andernfalls kann es passieren, dass das Badezimmer und Ihre Kleidung nach dem Bad selbst einen Waschgang benötigen. Haben Sie alles parat, dann lassen Sie das Badewasser ein. Es sollte handwarm sein, aber keinesfalls zu warm. Heißes Wasser kann das Tier verletzen. Geben Sie nun die empfohlene Menge Katzenshampoo hinzu. Wichtig: Verwenden Sie immer spezielles Katzenshampoo, das Sie im Tierfachhandel bekommen. Es ist auf die Bedürfnisse der Tiere abgestimmt.

Beachten Sie beim Einlassen die richtige Füllhöhe. Das Wasser sollte der Katze höchstens bis zum Bauch reichen, besser nur bis knapp darunter. Holen Sie jetzt das Tier herein und schließen Sie die Tür. Werfen Sie den Stubentiger nicht direkt ins Wasser, sondern streicheln und kraulen Sie ihn zunächst, bis er sich an die Situation gewöhnt hat. Es ist hilfreich, ein Leckerli zur Hand zu haben. Vorsicht: Wenn das Tier die Prozedur nicht kennt, wird es sicher sofort herausspringen wollen. Halten Sie deshalb stets Körperkontakt.

Beginnen Sie nun, das Tier zu waschen. Verwenden Sie dafür am besten einen Waschlappen, mit dem Sie das Wasser vorsichtig über das Fell geben. Tauchen Sie das Tier nie unter und vermeiden Sie es, Wasser über den Kopf zu schütten. Konzentrieren Sie sich auf die verschmutzten Stellen im Fell, um diese gründlich zu reinigen. In der Regel ist es nicht notwendig, weiteres Katzenshampoo zuzugeben.

Nehmen Sie die Katze aus der Badewanne und stellen Sie das Tier auf eine Matte oder ein Handtuch. Achtung: Die nasse Katze ist sehr empfindlich gegenüber Zugluft. Trocknen Sie die Katze vorsichtig ab, indem Sie das Fell mit dem Handtuch massieren. Gerade bei Rassen mit langen Haaren dauert das einige Minuten. Achten Sie darauf, dass beim Rubbeln keine Knötchen entstehen. Scheint das Fell einigermaßen trocken? Dann belohnen Sie das Tier mit einem Leckerli und entlassen Sie es aus dem Bad. Achten Sie darauf, dass die Katze nach dem Baden nicht sofort nach draußen läuft.

Spezielle Bedürfnisse verschiedener Katzenrassen

Beim Baden von Katzen gibt es einige wichtige Dinge zu beachten, je nachdem, ob es sich um eine Kurzhaarkatze, Langhaarkatze oder Nacktkatze handelt.

Kurzhaarkatzen

  • Fellpflege: Kurzhaarkatzen müssen in der Regel nicht oft gebadet werden, da sie sich selbst gründlich reinigen.
  • Shampoo-Wahl: Verwenden Sie ein mildes, katzenspezifisches Shampoo, das den natürlichen Fettfilm der Haut schützt.
  • Trocknen: Kurzhaarkatzen trocknen relativ schnell. In den meisten Fällen genügt ein Handtuch.

Langhaarkatzen

  • Shampoo und Conditioner: Verwenden Sie ein hochwertiges Shampoo speziell für langes Fell sowie einen Conditioner, der das Fell pflegt und weicher macht.
  • Trocknung: Langhaarkatzen benötigen eine längere Trockenzeit.

Nacktkatzen (z. B. Sphynx)

  • Häufigere Bäder: Nacktkatzen wie die Sphynx haben eine öligere Haut, da das fehlende Fell den Talg nicht aufnimmt.
  • Sanfte, feuchtigkeitsspendende Produkte: Nacktkatzen haben besonders empfindliche Haut.
  • Trocknung: Trocknen Sie die Haut sanft mit einem weichen Handtuch ab.

Was tun, wenn die Katze Shampoo ableckt?

Wenn eine Katze versehentlich Shampoo ableckt, ist es wichtig, schnell zu handeln. Ein Anruf beim Tierarzt kann helfen, die Situation einzuschätzen und Ratschläge zu erhalten. Es ist wichtig, die Inhaltsstoffe des Shampoos zu kennen, um dem Tierarzt genaue Informationen geben zu können.

Sollte die Katze Anzeichen von Unwohlsein zeigen, wie Erbrechen oder übermässiges Speicheln, ist ein sofortiger Besuch beim Tierarzt ratsam. In den meisten Fällen sind Shampoos zwar nicht hochgiftig, aber die enthaltenen Substanzen können zu Reizungen führen. Es ist entscheidend, die Katze genau zu beobachten und im Zweifelsfall professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Erste Hilfe Massnahmen:

  • Maul ausspülen: Versuchen Sie, das Maul der Katze vorsichtig mit Wasser auszuspülen, um eventuelle Shampooreste zu entfernen.
  • Tierarzt kontaktieren: Informieren Sie Ihren Tierarzt über die Situation und folgen Sie seinen Anweisungen.
  • Beobachtung: Achten Sie auf Anzeichen von Unwohlsein und suchen Sie bei Bedarf umgehend tierärztliche Hilfe.

Warum Katzen wasserscheu sind

Das wurde noch nicht abschließend geklärt. Prinzipiell beeinträchtigt das Wasser die Tiere vielfältig. Sie sind durch das Gewicht weniger mobil, eine nasse Katze friert schnell und die Schutzfunktion des Fells wird gestört.

  1. Die Vorfahren unserer Hauskatzen stammen aus trockenen, wüstenähnlichen Gebieten, in denen Wasser selten war. Katzen entwickelten daher keine enge Bindung an Wasser und lernten nicht, es als natürlichen Lebensraum oder als etwas Angenehmes zu empfinden.
  2. Katzen haben ein sehr dichtes Fell, das, wenn es nass wird, langsam trocknet und sich schwer und unangenehm anfühlt. Diese Nässe kann ihre Bewegungsfreiheit beeinträchtigen, und das dichte Fell saugt Wasser auf, wodurch die Katze schneller frieren kann.
  3. Katzen besitzen einen feinen Geruchssinn und nehmen chemische Gerüche viel intensiver wahr als wir Menschen. Leitungswasser enthält oft Reinigungsmittel oder Chemikalien wie Chlor, die die Katze riechen kann und die sie als unangenehm empfindet.
  4. Katzen sind äußerst empfindlich gegenüber sensorischen Reizen. Das Gefühl von Wasser auf der Haut und im Fell kann sie überreizen und ein Gefühl der Unsicherheit oder sogar Angst auslösen.
  5. Manche Katzen entwickeln eine Abneigung gegen Wasser, weil sie in der Vergangenheit negative Erfahrungen damit gemacht haben, wie etwa ein unfreiwilliges Bad oder das Einfangen im Regen.

Es gibt auch Katzenrassen wie die Türkisch Van oder die Maine Coon, die als wasserliebend bekannt sind. Diese Rassen haben sich möglicherweise in wasserreicheren Regionen entwickelt oder besitzen genetische Besonderheiten, die sie wasserfreundlicher machen.

Alternative Pflegeprodukte für Allergiker

Die Hautpflege dient bei Allergikern vor allem drei Dingen:

  • Im Fell hängende Allergene sollen entfernt werden, damit sie gar nicht erst eine allergische Reaktion auslösen können; z.B. durch Baden.
  • Die bei Allergikern beeinträchtigte Barrierefunktion der Haut soll gestärkt werden und so trockener Haut entgegengewirkt werden; durch Shampoos, Sprays oder Hautkuren.
  • Mit speziellen desinfizierenden Shampoos oder Sprays sollen begleitende Hautinfektionen mit Bakterien oder Hefen eingedämmt werden.

Für Allergiker empfehlenswert sind beispielsweise folgende Shampoos:

  • Bei trockener, juckender Haut: Virbac Allermyl Shampoo (mit Ceramiden zur Unterstützung der Hautbarriere und Virbac Glycotechnologie), Virbac Allercalm Shampoo (mit Feuchtigkeitsspendern wie z.B. kolloidalem Haferextrakt)
  • Bei trockener Haut und Schuppenbildung: Virbac Sebocalm Shampoo

Bei Infektionen mit Bakterien oder Hefepilzen, bitte in Absprache mit Ihrem behandelnden Tierarzt: Virbac Pyoderm

Lokal aufzutragende Sprays, Lotionen etc. sollen in der Regel der zur Trockenheit neigenden Allergikerhaut Feuchtigkeitspenden sowie gleichzeitig Reizungenlindern und die RegenerationderHaut fördern.

Hier eine Auswahl empfehlenswerter Pflegeprodukte für Allergiker:

  • Feuchtigkeitsspendende Lotionen: Virbac Allermyl Lotion (nicht fettende flüssige Emulsion), alfavet Alfa-Lotion
  • Sprays, Lotionen etc. zur lokalen Pflege bei Hautreizungen, z.B. oberflächlichen Hot Spots: Dr. Hölter Jolostrum Lotion (beruhigend, feuchitigkeitsspendend), cp-pharma Mielosan Spray (mit medizinischem Honig), Virbac Dermacool Sprühlotion (kühlend, juckreizlindernd, hautberuhigend, feuchtigkeitsspendend), Ecuphar Omnipet Akralis Cremogel (reizlindernd, regenerationsfördernd), alfavet HexoCare Gel (mild desinfizierend, hautberuhigend)
  • Spot ons zur Stärkung der Haut-Lipid-Schicht: Virbac Allerderm Spot-on, Selectavet Dermoscent Essential 6 Spot-on für Hunde, für Katzen

Bei chronischen allergischen Hauterkrankungen benötigt der Organismus spezielle Nährstoffe, um die Regeneration von Haut und Fell zu fördern. Essenzielle Fettsäuren wirken zusätzlich entzündungshemmend und können sich deshalb positiv auf eine atopische Dermatitis auswirken.

Wie oft sollte man eine Katze baden?

Experten raten dazu, Katzen nicht mehr als fünf bis sechs Mal im Jahr zu baden. Eine Wohnungskatze sollte nicht häufiger als zwei bis drei Mal jährlich gebadet werden, damit die natürliche Schutzschicht auf dem Fell erhalten bleibt.

Baden Sie Ihren Allergiker nach Bedarf und nicht stur nach Schema! Zu häufiges Baden kann die Haut austrocknen und Juckreiz verstärken, also das Gegenteil von dem bewirken, was wir eigentlich wollen. Am besten besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Tierarzt, wie oft Sie Ihr Tier shampoonieren sollten. In manchen Fällen kann das anfangs sogar täglich sein, später zweimal pro Woche oder nur noch alle ein bis zwei Wochen.

Sinnvoll ist häufiges Baden beispielsweise, wenn gerade die Pollen fliegen, gegen die Ihr Tier allergisch ist, oder wenn Sie feststellen, dass der Juckreiz nach längerer Badepause wieder zunimmt.

Falls Sie wahrnehmen, dass bei häufigem Baden der Juckreiz eher zunimmt als abnimmt, sprechen Sie bitte mit Ihrem Tierarzt. Es kann sein, dass Sie zu häufig baden und die Haut zu trocken ist, oder dass ein anderer Juckreiz-verstärkender Faktor mit im Spiel ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Verwendung von normalem Shampoo kann die Haut und das Fell Ihrer Katze schädigen. Verwenden Sie stattdessen spezielle Katzenshampoos oder natürliche Alternativen und achten Sie darauf, die Katze nicht zu oft zu baden.

Wie bade ich meine Katze? (Stressfrei)

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