Memes von erbrechenden Katzen erheitern seit Jahren das Internet. Erbricht sich eine Katze aber täglich, hat das meist einen ernsten gesundheitlichen Hintergrund. Lesen Sie hier, woran es liegen kann, wenn das Frühstück Ihrer Katze regelmäßig auf dem Teppich landet. Welche Maßnahmen Sie ergreifen können, um sie zu unterstützen und wann es Zeit für einen Tierarztbesuch ist.
Gelegentliches Erbrechen ist bei Katzen normal. Das Übergeben ist eine Schutzreaktion des Körpers und bewahrt ihn vor Schadstoffen und Krankheitserregern. Für gewöhnlich sind die Auslöser verschluckte Haarballen oder Schlingen beim Fressen und nach dem Übergeben geht es dem Tier schon deutlich besser.
Wenn das Erbrechen Ihrer Katze aber zum Ritual wird und mehrmals die Woche oder täglich vorkommt, sollten Sie genauer hinsehen.
Es kann verschiedene Ursachen haben, wenn Ihre Katze sich übergibt. Von Magen-Darm-Erkrankungen über Vergiftungen oder Verschlucken eines Fremdkörpers bis hin zum Parasitenbefall der Samtpfote.
Verschiedene Ursachen erfordern unterschiedliche Maßnahmen, die ich Ihnen im Folgenden zusammengefasst habe.
Katzen unterliegen der ständigen Erneuerung ihres Fells. Sie verlieren täglich hunderte Haare. Um ihr Fell von abgestorbenen Haaren, Schmutz und Parasiten zu befreien, putzen sie sich mehrmals täglich. Es ist also ganz normal, wenn Haare im Magen landen. Diese sammeln sich zu einem Ballen und werden über den Kot ausgeschieden. Sammeln sich größere Mengen von Haaren, würgt die Mieze sie aus.
Auch wenn es bis zu gewissem Punkt normal ist, dass die Katze Haare auskotzt, können Sie etwas für ihr Wohlbefinden tun, indem Sie die Haare, die im Katzenmagen landen minimieren.
Katzengras ist keine Lösung
Oft lesen wir, dass Katzengras Abhilfe schaffen kann, weil es die Mieze zum Herauswürgen der Haare bringt. Aber: Gras ist für Katzen nicht verdaulich, es reizt die Schleimhäute und kann sie verletzen. Außerdem kann das übermäßige Fressen von Gras ein Zeichen für eine Gastritis bei Ihrer Katze sein.
Zu kaltes Futter direkt aus dem Kühlschrank, Fliegeneier im Futter, eine allgemein schlechte Napfhygiene oder ständiger Futterwechsel können Ursachen für das Erbrechen der Mieze sein.
Das Futter sollte zur Darreichung immer Raumtemperatur haben. Räumen Sie Futterreste weg oder nutzen Sie einen Futterautomaten, damit Fliegeneier keine Chance haben. Reinigen Sie den Futternapf täglich. Wechseln Sie nicht immer wieder das Katzenfutter. Die Darmflora und der Organismus der Katze, gewöhnen sich an die Inhaltsstoffe eines Futters und können irritiert werden, wenn Sie immer wieder neues servieren. Führen Sie regelmäßige Fütterungszeiten ein. Messen Sie die Futtermenge auf den individuellen Bedarf Ihrer Katze ab.
In einem Haushalt gibt es viele Dinge, die giftig für Stubentiger sind. Herumliegende Medikamente, Schokolade, giftige Flüssigkeiten wie Reinigungsmittel und auch einige Zimmerpflanzen (z.B. Tulpen, Narzissen, Weihnachtsstern) sollten nicht zugänglich für Ihre Mieze sein.
Haben Sie den Verdacht, dass Ihre Katze sich vergiftet hat, und zum Erbrechen kommen noch folgende Symptome:
machen Sie sich auf direktem Weg zum Tierarzt.
Würgt die Mieze immer wieder, ohne sich dabei zu erbrechen, steckt ihr vielleicht ein Fremdkörper im Rachen. Grashalme gehören dabei zu den häufigsten Übeltätern. Indem die Katze Gras frisst und sich erbricht, können sie in die oberen Atemwege gelangen oder in der Speiseröhre, ggf. auch im Gaumen feststecken.
Ab zum Tierarzt.
Erbrechen und Durchfall können neben weiteren Symptomen, Anzeichen für einen Parasitenbefall (z.B. Würmer) sein.
Steht etwa der Verdacht eines Wurmbefalls Ihrer Samtpfote im Raum, kommen Sie nicht um einen Tierarztbesuch herum. Mit Hilfe einer Kotprobe, kann eine Diagnose gestellt und Maßnahmen (Verabreichung einer Wurmkur z.B.) ergriffen werden.
Ihre Katze frisst, als würde es kein Morgen geben? Kurz danach kotzt sie das Futter wieder aus?
Füttern Sie Ihrer Mieze mehrere kleine Mahlzeiten am Tag. Ein Futterautomat springt ein, wenn Sie nicht zuhause sind. Ein Antischlingnapf wirkt ebenfalls einer gehetzten Futteraufnahme entgegen.
Krankheiten sind einer der häufigsten Gründe, wenn die Katze sich immer wieder übergibt. Immer wiederkehrendes Erbrechen der Katze kann beispielsweise die Begleiterscheinung einer Nierenerkrankung oder einer Pankreatitis sein. Häufig handelt es sich auch um Erkrankungen des Magen-Darmtrakts. Auch können Futtermittelunverträglichkeiten oder Allergien die Ursache für das ständige Übergeben der Katze sein.
Es gibt einige Symptome, die auf schwerwiegende gesundheitliche Probleme hinweisen können:
Kommt eines oder mehrere der folgenden Symptome hinzu, rate ich ebenfalls dringend zu einem Tierarztbesuch.
Sie können nicht mehr durchschlafen, weil Ihre Mieze Sie in den frühen Morgenstunden regelmäßig mit Würgegeräuschen weckt? Und es war wieder kein Fell, sondern einfach nur Magensäure? Das kann ein Anzeichen für eine Gastritis sein. Die Gastritis, also Magenschleimhautentzündung betrifft viele Samtpfoten und selten lässt sie sich mit Medikamenten oder einer Futterumstellung in den Griff bekommen. Wenn Sie wissen möchten, wie Sie Ihrer Mieze helfen können, ziehen Sie eine Tierernährungsberatung hinzu.
Tipp: Eine an einer Gastritis erkrankte Katze verträgt oft die lange Leerphase vom Abendessen bis zum Frühstück nicht. Ein Anzeichen dafür kann sein, dass sie unter Bauchgrummeln und Unwohlsein leidet. Hinzu kommt, dass sie morgens häufig weißen bis gelblichen Schaum erbricht. Was dafür spricht, dass ihr Magen leer ist. Eine zu lange Leerphasen vermeiden Sie, indem Sie Futterautomaten nutzen. Sie können in Ruhe weiterschlafen und ihre Katze bekommt ihr Frühstück automatisch jeden Morgen zur gleichen Zeit serviert. Seit meine Katze Umay einen Futterautomaten hat, der pünktlich um 8 Uhr Futter ausgibt, muss sie nicht mehr erbrechen. Meist sind es kleine Veränderungen, die Abhilfe schaffen.
Tägliches Erbrechen ist ein ernstzunehmendes Signal. Die Ursachen reichen von harmlosen Fütterungsfehlern bis zu chronischen Erkrankungen - entscheidend ist, dass Sie gezielt und individuell reagieren.
Gegen Haarballen bei Katzen helfen:
Wenn Ihre Katze kein besonders hohes Haarballen-Risiko hat, reichen die ersten drei Maßnahmen in der Regel aus, um Problemen vorzubeugen. Während des Fellwechsels oder wenn Ihre Katze zu einer Risikogruppe gehört, kann zusätzlich eine spezielle Fütterung notwendig sein.
Wir können unseren Samtpfoten bei der Fellpflege helfen, indem wir sie bürsten und dadurch lose Haare entfernen. Gerade während des Fellwechsels, wenn besonders viele Haare ausgehen, ist das eine gute Möglichkeit, sie vor Haarballenbildung zu schützen. Denn die meisten Haarballen treten während des Fellwechsels auf.
Da Langhaarkatzen deutlich häufiger Trichobezoare entwickeln, ist regelmäßiges Bürsten bei ihnen nicht nur während des Fellwechsels, sondern das ganze Jahr über sinnvoll.
Damit sich die Haare nicht im Magen ansammeln, sondern zügig weiter durch den Darm befördert werden hilft es, der Katze mehrere kleine Mahlzeiten anzubieten. Mit jeder kleinen Futterportion treten auch einige Haare die Reise durch den Darm Richtung Katzentoilette an.
Vor allem wenn Ihre Katze ein Stubentiger ohne Freigang ist, hilft ihr Katzengras dabei, abgeschluckte Haare wieder los zu werden, denn die faserigen Stängel fördern ein Erbrechen der Haare. Freigänger fressen zu diesem Zweck draußen Gras und Pflanzenteile, regulieren also den “Faseranteil” in ihrer Nahrung selbst, während Wohnungskatzen darauf angewiesen sind, dass wir ihnen passende Pflanzen im Haus zur Verfügung stellen.
Katzenfutter mit einem erhöhten Anteil an sogenannten diätetischen Fasern (Ballast- und Schleimstoffen) trägt dazu bei, dass die Katze mehr Haare mit dem Kot ausscheidet.
Laut Untersuchungen von Royal Canin erhöht sich beispielsweise die durchschnittliche Ausscheidung an Haaren bei längerfristiger Fütterung von Royal Canin Gastrointestinal Hairball Katzenfutter um 72 % gegenüber gewöhnlichen Katzennahrungen ohne spezielle Anti-Haarballen-Rezeptur. Dadurch verringert sich das Risiko der Verklumpung und Haarballenbildung im Magen-Darm-Trakt der Katze.
Weil so viele Katzen von Haarballen betroffen sind, gibt es auch viele Produkte, um ihnen die Ausscheidung der unvermeidlichen Haarknäuel zu erleichtern und der Bildung gefährlicher Bezoare vorzubeugen. Sie sind alle gut verträglich, dürfen aber nicht überdosiert werden.
Viele Katzenhalter verwenden Malzpasten, um Haarballen vorzubeugen, denn die meisten Katzen schlecken Katzenmalz gern vom Finger. Die Paste macht die Haarknäuel im Magen gleitfähiger und wirkt leicht abführend.
Alternativ gibt es Pasten oder Kaudrops mit Ölen (z.B. unverdauliches Paraffinöl), mit deren Hilfe abgeschluckte Haare beser durch den Verdauungstrackt rutschen.
Wer nicht wegen Haarballen das Futter wechseln möchte, oder es aus medizinischen Gründen nicht wechseln kann, der kann diätetische Fasern auch dem gewohnten Futter beimischen. Am besten steigert man die Fasermenge langsam über ein paar Tage bis auf die vom Hersteller angegebene Dosis.
Wichtig ist bei Fütterung zusätzlicher Fasern, dass immer Trinkmöglichkeiten zur Verfügung stehen, weil die Fasern im Darm aufquellen.
Denken Sie daran, dass die Informationen in diesem Artikel nur zu Informationszwecken dienen und keine professionelle tierärztliche Beratung ersetzen. Wenn Sie Bedenken bezüglich der Gesundheit Ihrer Katze haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Tierarzt.
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