Kati Wilhelm: Mehr als nur eine extravagante Frisur

Kati Wilhelm, die dreimalige Olympiasiegerin aus Thüringen, hat nach ihrem Rücktritt vom aktiven Biathlon im Jahr 2010 ein vielseitiges Leben aufgebaut. Ihre sportliche Karriere hat sie hinter sich gelassen, doch sie bleibt dem Sport als ARD-Expertin verbunden. Dabei fällt sie nicht nur durch ihr Fachwissen, sondern auch durch ihre stets auffällige Frisur auf.

Diesmal präsentierte sich Kati Wilhelm, 39, bei den Biathlon-Weltmeisterschaften in Oslo als ARD-Expertin mit einer kupfrig-orange-roten Frisur, in die leichte Blaustiche eingefärbt wurden. Ihre Haare sind natürlich wieder extravagant gestylt.

Kati Wilhelm mit ihrer markanten roten Frisur. (Quelle: superillu.de)

Ein Leben nach dem Sport

Der Fernsehjob ist eine willkommene Abwechslung zum sonstigen Leben der dreimaligen Olympiasiegerin aus Thüringen, die ihre sportliche Karriere nach den Olympischen Winterspielen 2010 beendet hat.

Die Welt: Frau Wilhelm, Sie machen einen sehr glücklichen Eindruck.

Kati Wilhelm: Bin ich auch. Ich habe zwei süße Kinder, Jakob, er wird zwei, und Lotta, sie wird fünf. Dazu kommt der ARD-Job, dann bin ich für meine Sponsoren unterwegs, halte Vorträge über das Thema Entscheidungen, war deshalb erst unlängst in Prag und führe ein Lokal mit dem Namen „Heimatlon“. Zu tun gibt es also genug, zumal der Papa, mein Lebenspartner (Andreas Emslander, d. Red.), als Cheftechniker der deutschen Biathleten den ganzen Winter unterwegs ist. Alles unter einen Hut zu bekommen ist schon recht sportlich.

Neben ihrer Tätigkeit als TV-Expertin ist Kati Wilhelm auch als Vortragsrednerin aktiv und betreibt das Lokal „Heimatlon“ in Steinbach-Hallenberg.

Interview mit Kati Wilhelm

Die Welt: Fällt es Ihnen leicht, Entscheidungen zu treffen?

Wilhelm: Ja. Das zieht sich durch meine ganze Karriere. Es ging schon damit los, als ich 1999 vom Langlauf zum Biathlon wechselte. Es folgte der Wechsel von Thüringen nach Ruhpolding und die Suche nach einem neuen Trainer. Um Erfolg zu haben, muss man unbequeme Wege und Risiko gehen, sonst wird es nichts. Oder in Turin bei den Winterspielen 2006. Die Chance, als Fahnenträger unsere Mannschaft bei der Eröffnung ins Stadion zu führen, wollte ich mir nicht nehmen lassen, auch wenn es wegen der Belastung ein großes Risiko war, im Wettkampf dann auch die Medaillen zu holen, die ich mir gewünscht und die alle von mir erwartet haben.

Entscheidungen und Erfolge

Damals gewannen Sie Ihr drittes Gold und zweimal Silber. Wie treffen Sie Ihre Entscheidungen?

Wilhelm: Mein Bauch sagt mir, was ich machen muss, damit ich mich nicht irgendwann ärgere, weil ich es nicht getan habe. Ich bin auch sehr konsequent in der Umsetzung. Wenn ich einmal Feuer gefangen habe, ist es schwierig, mich vom Vorhaben abzubringen. Beispielsweise hätte ich jetzt auch in Ruhe Mama sein können, aber ich mache dieses Lokal auf, was in einem so kleinen Ort wie Steinbach-Hallenberg kein Selbstläufer ist.

Die Welt: Was ist das Fazit Ihrer Vorträge?

Wilhelm: Niemals sollte man die Möglichkeit aus der Hand geben, eine Entscheidung selbst zu treffen. Dadurch hat man eher die Möglichkeit, sein Ziel zu erreichen. Wer nicht selber handelt, ist abhängig von anderen. Das ist nie von Vorteil.

Kati Wilhelm in ihrem Restaurant "Heimatlon". (Quelle: Frankenpost.de)

Das Lokal „Heimatlon“

Die Welt: Wie läuft Ihr Lokal, dass Sie seit September 2014 gepachtet haben und rund 40 Gästen Platz bietet?

Wilhelm: Das erste Jahr war nicht einfach. Es ist sehr schwierig, sich einen verlässlichen Mitarbeiterstamm aufzubauen. Nach wie vor habe ich Tage, an denen ich denke, ich hätte es auch einfacher haben können. Doch ich brauche diese Herausforderung. Gut ist, dass das Lokal nur 200 Meter von unserem Wohnhaus entfernt liegt. Dadurch kann ich immer schnell eingreifen. Ich bin auch jemand, der gerne im Rampenlicht steht, das gebe ich zu. Das Lokal bietet auch die Möglichkeit, von den Menschen etwas zurückzubekommen. Es tut so gut, wenn die Gäste sagen, es war toll, es hat super geschmeckt, wir fühlen uns wohl hier, wir kommen wieder.

Die Welt: Was bietet Ihre Küche?

Wilhelm: Sie ist bodenständig und qualitativ hochwertig. Der Clou ist, dass wir einen italienischen Holzofen haben, der im Lokal steht, sodass die Leute sehen können, was und wie alles zubereitet wird. Ich habe alles so hergerichtet, wie ich es selbst gerne hätte, wenn ich irgendwo einkehre.

Die Welt: Stehen Sie selbst am Herd?

Wilhelm: Nein. Ich bin sicher keine schlechte Köchin, doch das Terrain überlasse ich lieber meinem Koch. Er ist wahnsinnig kreativ. Er soll sich entfalten, weil ich merke, dass sich das lohnt.

Die Welt: Und wie sieht es mit dem Kellnern aus?

Wilhelm: Klar, mache ich da mal mit. Im letzten Sommer, als ich einen Monat lang keinen Kellner für die Terrasse hatte, war ich die feste Größe im Service. Ich stehe auch häufig am Tresen und zapfe Bier.

Die Welt: Machte es Spaß?

Wilhelm: Sicher, es war aber auch echt anstrengend. Zumal im Hinterkopf immer der Gedanke rumspukte, woher bekommst du eine gute Servicekraft?

Die Welt: Was bewog Sie, in die Gastronomie zu gehen?

Wilhelm: Es war geistige Umnachtung (lacht). Das Lokal stand zur Ausschreibung. Daran habe ich mich beteiligt und bekam den Zuschlag. Nach den Winterspielen in Sotschi bekam ich dann mein zweites Kind und ließ zwischendurch noch das Lokal umbauen und komplett einrichten. Es ist mehr geworden, als ich eigentlich wollte. Doch so ist es bei mir, wenn ich es anpacke, dann richtig.

Die Welt: Wie würden Sie Ihren Übergang vom Spitzensport ins neue Leben abseits der Loipen und Schießstände beschreiben?

Wilhelm: Er fiel mir nicht schwer. Es kam ja nicht alles auf einmal. Außerdem habe ich mir den Zeitpunkt selber ausgesucht, wann ich aufhören wollte. Dadurch hatte ich auch einen Plan, was danach kommen soll. Ich müsste mich bloß wieder mal ein bisschen mehr bewegen. Durch das Lokal bin ich auch viel weniger an der frischen Luft, das vermisse ich sehr. Ansonsten ist alles gut.

Kati Wilhelms Markenzeichen: Rote Haare

Seit Jahren ist Kati Wilhelm für ihre roten Haare bekannt. Doch die Farbe ist nicht nur ein Markenzeichen, sondern auch Ausdruck ihrer Persönlichkeit. „Ich verändere mich aber auch gerne. Mal variiere ich den Rotton, mal den Haarschnitt ...“

Die knallig roten Haare von Biathlon-Star Kati Wilhelm (33) sind Kult.

Kati Wilhelm mit ihrer auffälligen roten Haarfarbe. (Quelle: abendzeitung-muenchen.de)

Wilhelm: Daran bin ich selbst schuld. Als ich zum Biathlon gewechselt bin, dachte ich mit, ich müsste auch meine Haarfarbe wechseln. Da habe ich in einer Drogerie etwas gekauft, was nach Rot aussah. So fing es an.

Die Friseurin ihres Vertrauens

Seit mehr als einer Dekade kommt Kati Wilhelm, ehemalige Weltklasse-Biathletin, zu ihrer Friseurin Jutta Gsell eigens nach Bad Mergentheim. „Ich gehe schon seit acht Jahren zu diesem Friseur- und ich weiß nie, was dabei rauskommt.“

Wilhelm: Leider ist die ganze Färberei immer sehr aufwendig. Meine Friseurin hat ihren Laden zwei Stunden entfernt von mir und ein Besuch dauert schon mal vier bis sechs Stunden. Da ist jedes Mal ein ganzer Tag weg.

Kati Wilhelm hat bewiesen, dass man auch nach einer erfolgreichen Sportkarriere neue Wege gehen und sich neuen Herausforderungen stellen kann. Ob als TV-Expertin, Gastronomin oder Vortragsrednerin - Kati Wilhelm überzeugt mit ihrer Authentizität und ihrem Engagement.

tags: #kati #wilhelm #frisur

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen