In den Medien und inoffiziellen Gesprächen gibt es immer wieder Spekulationen und Gerüchte rund um Kardinal Rainer Maria Woelki. Ein besonders hartnäckiges Gerücht betrifft sein äußeres Erscheinungsbild: Es wird behauptet, er trage eine Perücke und leide unter einer Hautkrankheit. Diese Behauptungen scheinen ihren Ursprung in bestimmten Online-Quellen zu haben.
Kardinal Woelki bei einer Gedenkmesse (Quelle: Wikipedia)
Unabhängig davon, ob diese Gerüchte wahr sind oder nicht, spielen sie bei der Frage nach der Amtsführung und der Güte des Bischofs keine Rolle. Es ist wichtig, zwischen persönlichen Spekulationen und tatsächlichen Fakten zu unterscheiden.
Kardinal Woelki steht seit einiger Zeit im Zentrum öffentlicher Kritik, insbesondere im Zusammenhang mit dem Umgang des Erzbistums Köln mit Fällen sexuellen Missbrauchs. Um die immer größer werdende Flut an Kirchenaustritten zu stoppen, hat Kardinal Rainer Maria Woelki der katholischen Kirche im Rheinland nun einen zeitgemäßen Look verpasst.
Das Erzbistum Köln reagiert auf die Welle an Kirchenaustritten infolge des Missbrauchsskandals: Um wieder beliebt zu werden, bietet Kardinal Rainer Maria Woelki jedem Katholiken einen Haarschnitt an.
Kardinal Woelki nimmt sich Beispiel an Friseuren:„Ich kam auf die Idee, als ich sah, dass die Onlinetermine für einen Kirchenaustritt in Köln innerhalb kürzester Zeit vergeben waren“, erklärt Kardinal Woelki mit einem Föhn und einem Kamm gestikulierend, „das ist ja genauso wie mit den Friseuren gerade!“
Und so macht der pfiffige Gottesmann, an dem momentan kein einziges gutes Haar gelassen wird, weil er ein Gutachten zurückhält, das den Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs untersucht, aus der Not eine Tugend: Schäfchen, die in der Kirche bleiben, werden zur Belohnung geschoren.
Kölner Dom geradezu prädestiniert:„Wir haben ausreichend Platz, Kittel als Arbeitsbekleidung und sind bestens ausgerüstet“, sagt Woelki, während er einem Kunden fröhlich die Haare in einem Weihwasserbecken wäscht, „warum also nicht den Kölner Dom in einen Friseursalon verwandeln, damit uns die Leute wieder die Türen einrennen?“
Der Erfolg gibt Woelki recht: Vor dem Salon „Caspar, Melchior und Baldhaarwunderbar“, wie der Dom in Anspielung auf den in ihm aufbewahrten Dreikönigsschrein nun heißt, bilden sich lange Schlangen.
Der Kölner Dom (Quelle: Wikipedia)
Diese Aktion ist natürlich satirisch gemeint und soll auf die schwierige Situation des Erzbistums aufmerksam machen.
Viele Prominente greifen gerne auf Perücken zurück. Manche, um zu großen Events mit einer neuen Frisur beeindrucken zu können, bei Anderen leider auch aufgrund einer Erkrankung, so wie bei Sylvie Meis. Als bei der Moderatorin Brustkrebs festgestellt wurde und nach der OP vorsorglich mit einer Chemotherapie begonnen wurde, verlor sie ihre Haare. Dank einer guten Perücke war von dem Haarausfall jedoch nichts zu sehen.
Extensions sind bei Promis sehr beliebt. Kaum ein Mode- oder Pop-Sternchen scheint heute noch ohne die zusätzliche Haarpracht auszukommen - und das aus gutem Grund: Angegriffenes und dünnes Haar lässt sich durch Extensions „überspielen“ und so fülliger aussehen, so wie bei Jennifer Lopez. Außerdem kann man mit Extensions im Handumdrehen die Haare länger zaubern.
Viele Stars lieben die Wandlungsfähigkeit, die man mit einer Perücke hat. An dem einen Tag einen schicken mittellangen Bob in Blond und am anderen Tag eine Langhaarfrisur mit Pony in Braun. Ob gewellt oder glatt - der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Gerade im Showbusiness kann es sehr von Vorteil sein, wenn man häufig mit einem neuen Look überraschen kann.
Und das Beste: Die eigenen Haare werden durch die Perücke geschont, denn nur die Haare der Perücke werden für Fototermine oder den Laufsteg behandelt. So hat strapaziertes Naturhaar die Möglichkeit, wieder gesund nachzuwachsen. Gwen Stefanie wird nachgesagt, dass sie genau aus diesem Grund häufiger eine Perücke trägt. Denn ihr extremes Platinblond strapaziert das natürliche Haar sehr.
Auch die männlichen Stars können der Forderung nach jugendlichem Aussehen in Hollywood nicht entkommen. In den meisten Fällen reicht es daher auch nicht, sich die Haare etwas zu tönen, es muss ein Haarteil oder eine Perücke her. So wie bei Nicolas Cage. Und auch Mickey Rourke, der seinen beruflichen Höhepunkt in den 80er Jahren hatte, trägt schon seit einiger Zeit Perücken. Bei Perücken allein blieb es bei Rourke nicht.
Nicht nur die älteren Semester greifen auf Perücken zurück: Robert Pattinson trug in seiner Rolle als Vampir Edward in der Twilight-Trilogie eine Perücke. Der Grund war in seinem Fall jedoch nicht natürlicher Haarausfall, sondern eine weitere Rolle.
Vor seiner Zeit in Berlin kannte Woelki außerhalb seiner Heimatstadt Köln kaum jemand. Dann wurde er überraschend - auch für ihn selbst - im Sommer 2011 zum Erzbischof der deutschen Hauptstadt gewählt, und Anfang 2012 stieg er auf zum Kardinal. Mit 55 Jahren ist er der jüngste Kardinal der Welt.
Statt Dienstschreiben an Gemeindepfarrer in Mettmann oder Remscheid wird er jetzt häufiger Briefe an Benedikt diktieren müssen. Und eines Tages wird er einen neuen Papst mitwählen.
Binnen Monaten wurde aus dem Funktionär der zweiten Reihe einer der mächtigsten Männer der Weltkirche und der vielleicht wichtigste katholische Strippenzieher in Deutschland für die nächsten Jahrzehnte. Aber niemand weiß so recht, wofür Woelki steht.
Woelkis Karriere begann wenig spektakulär. Die Eltern flohen 1945 von Ostpreußen ins Rheinland. Woelki, Jahrgang 1956, wuchs als ältestes von drei Geschwistern in Köln-Mülheim auf und wollte schon im dritten Schuljahr Priester werden, nach dem Vorbild seines Kaplans. In den folgenden Jahren kamen ihm Bedenken, er hatte zwischendurch eine feste Freundin und ging nach dem Abitur erst mal zur Bundeswehr. Panzerartillerielehrbataillon 95 in Munster, Niedersachsen.
Seinen Aufstieg verdankt Woelki der Huld des konservativen, von vielen Reformkatholiken geradezu gefürchteten Kölner Kardinals Joachim Meisner. Die Deutschen kennen Meisner, weil er schon mal von Kultur gesprochen hat, die „entartet“, und Abtreibungen mit dem Holocaust in Verbindung brachte. Dieser Meisner machte Woelki als 34-Jährigen zuerst zum „Geheimsekretär“, einer Mischung aus Assistent und Büroleiter, später zum Leiter des zentralen Theologenkonvikts des Kölner Erzbistums in Bonn, also zum Chef der Priesterausbildung.
Woelkis Kurs dort muss Meisner gefallen haben, sonst hätte der Kardinal ihn nicht 2003 zum Bischof gemacht. Als Weihbischof, eine Art Hilfssheriff des Diözesanbischofs Meisner, war Woelki für den nördlichen Teil der riesigen Kölner Diözese zuständig, weihte Kirchen (daher der Titel), vollzog Firmungen und machte Aufsichtsbesuche.
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