Augenbrauen färben mit Haarfarbe: Risiken und Alternativen

Augenbrauen verleihen dem Gesicht Ausdruck und geben ihm einen Rahmen. Wo in den 90er Jahren dünne Brauen Trend waren, sind heute besonders volle Augenbrauen, sogenannte "fluffy brows", auf dem Vormarsch. Allerdings müssen besonders blonde oder rothaarige Menschen mit hellen Augenbrauen-Härchen oft umständlich nachhelfen, um ihren Brauen mehr Definition zu verleihen.

Ob Sie sich die Augenbrauen färben möchten oder nicht, ist Geschmackssache. Wer trotz heller Haarfarbe oder fehlendem Wachstum ausdrucksstarke Brauen haben möchte, kann auf den tagtäglichen Aufwand von Augenbrauenstiften oder -pudern verzichten und sich die Härchen färben. So können Sie nicht nur ihrem Gesicht mehr Ausdruck verleihen, sondern auch ihre Augen betonen.

Ihre Augenbrauen können Sie bei Friseur:innen oder Kosmetiker:innen färben lassen, mit ein bisschen Übung funktioniert es aber auch zu Hause gut.

Wer sich den regelmäßigen Gang zum Profi sparen möchte, kann sich die Augenbrauen auch zu Hause färben. Das wichtigste hierbei ist die richtige Farbauswahl: Greifen Sie zu einer zu hellen Farbe, erhalten Sie womöglich nicht die gewünschte Intensität. Bei einem zu dunklen Ton hingegen wirkt das Ergebnis oft unnatürlich. Hierbei gilt: Probieren geht über Studieren. Sie können sich schrittweise an Ihre perfekte Farbe herantasten oder sie sich gegebenenfalls aus zwei Tönen selbst zusammenmischen. Im Zweifel sollten Sie lieber zu einer helleren Variante greifen und Ihre Augenbrauen in kleinen Schritten dunkler färben.

Bei der Auswahl des Tons sollten Sie unbedingt auf Produkte zurückgreifen, die speziell zum Färben der Augenbrauen entwickelt wurden. Farben oder Tönungen, die für die Kopf-Haare bestimmt sind, sind für die Härchen im Gesicht ungeeignet, da sie meist zu aggressiv wirken und die dünne Haut um die Augenbrauen herum schädigen können. Vorsicht ist auch bei den Wimpern geboten: Produkte, die für Augenbrauen entwickelt wurden, sollten auch nur für diese verwendet werden. Sie sollten nicht auf die Wimpern aufgetragen werden, um gesundheitliche Schäden am Auge zu verhindern.

Bevor Sie mit dem Färben ihrer Augenbrauen beginnen, sollten Sie einen Allergietest durchführen. Das gilt besonders dann, wenn Sie ein Produkt zum ersten Mal verwenden, aber auch, wenn Sie ihre Augenbrauen über einen längeren Zeitraum hinweg nicht mehr gefärbt haben. Es empfiehlt sich, den Test 24 bis 48 Stunden vor dem Augenbrauenfärben durchzuführen, um gesundheitliche Risiken auszuschließen. Tragen Sie dafür eine kleine Menge der angemischten Farbe an einer unauffälligen Stelle auf - zum Beispiel am Ellenbogen oder hinter dem Ohr. Sollten Sie eine ungewöhnliche Reaktion Ihrer Haut bemerken, wenden Sie das Produkt nicht an.

Wer dennoch nicht auf gefärbte Augenbrauen verzichten möchte, kontaktiert am besten eine:n Expert:in.

Wie funktioniert das Augenbrauen färben?

Direkt vor dem Färben sollten ihre Augenbrauen sauber, entfettet und frei von Make-up sein. Wer seinen Augenbrauen eine Rundum-Behandlung gönnen möchte, kann störende Härchen auch zupfen - damit allerdings lieber bis nach dem Färben warten.

Jetzt können Sie mit dem Augenbrauen färben beginnen:

  1. Haut vorbereiten: Um Verfärbungen der Haut rund um die Augenbraue zu vermeiden, sollte eine dünne Schicht der fettenden Creme um die Härchen herum aufgetragen werden. Wer schon mehr Fingerspitzengefühl und Übung hat, kann diesen Schritt auch weglassen.
  2. Farbe mischen: Die Farbe muss mit der Entwicklerflüssigkeit zu einer homogenen Creme vermischt werden, damit die Augenbrauen auch wirklich eingefärbt werden. Das genaue Mischverhältnis können Sie der Packungsanleitung entnehmen; meistens genügt eine kleine Menge der Farbpaste mit etwa zehn Tropfen der Entwicklerflüssigkeit. Sollte Ihre Mischung zu flüssig sein, können Sie noch mehr von der Farbpaste hinzugeben.
  3. Farbe auftragen: Zum Auftragen des Produktes können Sie ein Stäbchen, ein schräges oder gerades Bürstchen verwenden - jede:r so, wie er oder sie es mag. Für einen genauen Auftrag sollte das Bürstchen allerdings nicht zu groß sein. Sie dürfen eine großzügige Menge der Farbe verwenden, um ihre Augenbrauen zu färben; schließlich sollen alle Härchen eingefärbt werden. Für ein möglichst natürliches Ergebnis sollte die Creme möglichst in Wuchsrichtung der Haare aufgetragen werden, also von der breitesten Stelle der Augenbraue bis zum schmaleren Ende. Bei kleinen Patzern hilft ein Wattestäbchen: Je schneller das Produkt von der Haut genommen wird, desto weniger Rückstände bleiben.
  4. Einwirkzeit: Je nach Hersteller-Angabe und gewünschtem Ergebnis liegt die Einwirkzeit zwischen fünf und zehn Minuten. Je länger die Farbe auf den Augenbrauen liegt, umso dunkler wird das Ergebnis.
  5. Farbe abnehmen: Nach der Einwirkzeit können Sie die Creme mit einem feuchten Wattepad von Ihren Augenbrauen nehmen. Wenn nötig, kann die Haut um die Augenbraue herum mit einem speziellen Farbflecken-Entferner gereinigt werden.
  6. Ausbesserungen: Natürlich ist ein lokales Nachfärben oder erneutes Färben der ganzen Augenbraue möglich. Achten Sie darauf, Ihre Augenbrauen und die darum liegende Haut nicht durch zu viele Vorgänge zu strapazieren. Außerdem wirkt die Farbe in den ersten Stunden nach dem Auftrag noch sehr stark. Sollte Ihr Ergebnis zu dunkel sein, gilt: Ruhe bewahren. Meistens gleicht sich der Farbton mit der Zeit an. Sollten Sie Ihre Augenbrauen wieder aufhellen wollen, kontaktieren Sie bitte eine:n Expert:in.

Achten Sie für genauere Angaben bitte auf die Anleitung des jeweiligen Herstellers Ihres Produktes. Das Mischverhältnis oder die Einwirkzeit können von Produkt zu Produkt variieren.

Wie lange das Ergebnis anhält, ist von Hersteller, Farbton und gewünschter Intensität abhängig. Meistens hält die Farbe zwischen zwei bis sechs Wochen und kann dann aufgefrischt werden.

Vorteile des Augenbrauenfärbens

Das Färben der Augenbrauen bringt viele Vorzüge mit sich:

  • Die Farbe hält permanent. So müssen Sie nicht jeden Morgen nachhelfen, um Ihre Augenbrauen in Form zu bringen und gehen im Sommer auf Nummer sicher, wenn Make-Up aufgrund der Temperaturen schneller verrutscht.
  • Die Augenbrauen wirken buschiger. Durch das Färben werden auch Härchen betont, die vorher schwer sichtbar waren. Dadurch wirken die Augenbrauen voller.
  • Der Zeit- und Kostenaufwand ist niedrig.

Risiken und worauf zu achten ist

Haarfarbe für die Kopf-Haare und Augenbrauen gilt als gesundheitlich gut verträglich. Trotzdem sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • Es besteht ein Allergie-Risiko. Auch, wenn Produkte zum Einfärben der Augenbrauen kein großes gesundheitliches Risiko mit sich bringen, besteht trotzdem die Gefahr einer allergischen Reaktion. Um diese auszuschließen, sollten Sie 24 bis 48 Stunden vor dem Testen einen Allergietest mit dem Produkt durchführen.
  • Vorsicht bei empfindlicher Haut: Besonders für Menschen mit sensibler Haut kann auch die weniger schädliche Augenbrauen-Farbe (im Vergleich zur Farbe für die Haare auf dem Kopf) noch zu aggressiv sein. Wer sich unsicher ist, kann einen Termin beim Profi vereinbaren und sich dort beraten lassen.
  • Die Farbe muss erneuert werden. Zwar handelt es sich bei permanenten Produkten um nicht-abwaschbare Tönungen, trotzdem kehren die Augenbrauen nach und nach wieder zu ihrer natürlichen Farbe zurück. So wird ein regelmäßiges Auffrischen etwa alle zwei bis sechs Wochen nötig.

Auswirkungen der Färbung auf die Haarstruktur

Augenbrauen sind längst nicht mehr nur ein Randdetail im Gesicht - sie formen den Ausdruck, betonen die Augen und geben dem gesamten Look Struktur. Viele greifen daher regelmäßig zur Farbe, um ihre Brauen zu betonen oder Lücken optisch auszugleichen. Doch wie wirkt sich das wiederholte Färben tatsächlich auf die Struktur der feinen Härchen aus? Und wie lässt sich ein gepflegter Look erreichen, ohne das Haar dauerhaft zu schädigen?

Die meisten Augenbrauenfarben funktionieren chemisch: Sie öffnen die Schuppenschicht (Cuticula) des Haares, um Farbpigmente in das Innere des Haarschafts einzulagern. Genau dieser Prozess kann die Struktur der feinen Augenbrauenhaare verändern. Im Gegensatz zum kräftigen Kopfhaar sind Brauenhaare dünner, empfindlicher und wachsen langsamer - dadurch sind sie anfälliger für:

  • Strukturschäden (Sprödigkeit, Brüchigkeit)
  • Feuchtigkeitsverlust
  • Verlust des natürlichen Glanzes
  • Veränderte Wuchsrichtung bei wiederholter Belastung

Besonders aggressive oder falsch angewendete Produkte können diese Effekte verstärken.

So färbst du dir deine Augenbrauen selbst

Wie kann man die Struktur beim Färben schützen?

  1. Sanfte, speziell entwickelte Farben verwenden: Produkte für das Kopfhaar sind für Brauenhärchen ungeeignet - sie enthalten zu aggressive Wirkstoffe.
  2. Vorherige Analyse von Haut und Haar: Jede Färbung beginnt mit einer professionellen Einschätzung der Haarstruktur und Hautempfindlichkeit. So können wir gezielt auf Bedürfnisse eingehen und Risiken minimieren.
  3. Einwirkzeit beachten: Je länger die Farbe einwirkt, desto tiefer dringt sie ins Haar ein - was stärkere Veränderungen der Struktur zur Folge haben kann. Achten Sie strikt auf die empfohlene Einwirkzeit des jeweiligen Produkts.
  4. Pflege nach der Färbung: Nach dem Färben ist die Pflege entscheidend: nährstoffreiche Seren oder spezielle Brow-Cremes helfen, die Haarstruktur zu regenerieren und den Glanz zurückzugeben. Auch das sanfte Bürsten der Brauen kann die Struktur langfristig verbessern.

Wie oft darf man die Brauen färben, ohne sie zu schädigen?

Grundsätzlich empfehlen wir im MONLIS Studio, die Augenbrauen maximal alle 4-6 Wochen zu färben - je nach Hauttyp, Haarzustand und verwendeter Farbe. Wer häufiger nachfärben möchte (z. B. bei sehr hellen Haaren), sollte auf schonende Produkte und intensive Pflege achten.

Anzeichen für strukturgeschädigte Brauenhaare

  • Die Haare wirken rau oder stumpf
  • Sie stehen ab oder wachsen in ungewöhnlichen Richtungen
  • Lücken entstehen, obwohl vorher keine da waren
  • Beim Bürsten brechen Härchen ab

Wenn Sie diese Veränderungen bemerken, ist eine Färbepause und gezielte Regenerationspflege ratsam. In unserem Studio beraten wir Sie individuell, wie Sie Ihre Brauen wieder aufbauen können.

Pflege-Tipps

  • Vermeiden Sie tägliches Nachfärben mit Tönungsstiften oder Gelen auf Alkoholbasis
  • Verwenden Sie nährende Öle (z. B. Rizinus- oder Mandelöl)
  • Lassen Sie die Brauen regelmäßig professionell beurteilen - vor allem bei häufigem Styling oder Kosmetikeingriffen
  • Massieren Sie die Brauen sanft, um die Durchblutung anzuregen und das Haarwachstum zu fördern

Das Färben der Augenbrauen muss die Haarstruktur nicht zwangsläufig schädigen - wenn die richtigen Produkte, Techniken und Pflegeschritte beachtet werden.

Alternativen und Verträglichkeit von Haarfärbemitteln

Sollten Allergiker:innen auf Haarfarbveränderungen verzichten? Kann eine Frau in der Schwangerschaft Haare färben? Gibt es unbedenkliche Haarfärbemittel? Wie sieht es mit der Allergenität der Naturfarben aus?

Haarfärbemittel gehören zu Produkten, die für mehr farbliche Abwechslung auf dem Kopf sorgen. Sie werden häufig jedoch mit gemischten Gefühlen von Verbraucherinnen und Verbrauchern betrachtet. Insbesondere Allergiker:innen fragen nach Verträglichkeit der synthetischen Produkte und auch nach natürlichen Alternativen, die als unbedenklichere Färbemittel beworben werden.

Wer die eigene Haarfarbe langweilig empfindet, sie aufpeppen möchte oder radikal auf neue Farbakzente setzt bzw. nur die grauen Strähnen überdecken möchte, dem oder der steht ein großes Produktsortiment mit einer immensen Farbvielfalt zur Verfügung. Ob rot, schwarz, blond oder pink und grün - fast kein Wunsch bleibt offen. Auch die Langlebigkeit der Farbveränderung kann scheinbar frei gewählt werden. Mit einer Haartönung ist das Ergebnis bereits nach wenigen Haarwäschen wieder weg. Die sogenannten Oxidationshaarfarben sorgen dagegen für eine dauerhafte Farbveränderung, die entweder auswachsen muss und mit einem Haarschnitt behoben wird oder eine erneute Färbung notwendig macht.

Doch wer färbt, geht auch ein gewisses Risiko ein und muss mit Reizungen und sogar mit Kontaktallergien rechnen, denn die Farbveränderung ist ohne Risiken kaum machbar. Bedenkliche Inhaltsstoffe in den Haarfärbemitteln können die Farbstoffe sein, aber auch Hilfsstoffe wie Resorcin, Wasserstoffperoxid oder Ammoniak, die zwar nicht sensibilisierend sind, aber zum Teil stark reizende Wirkung zeigen. Das aromatische Amin PPD ist bekannt durch seine hohe Sensibilisierungspotenz, es gehört zu den 10 häufigsten Auslösern einer Kontaktallergie (Hitliste der Kontaktallergene, IVDK, 2009). Der Einsatz dieser Haarfarben-Vorstufe ist in Oxidationsfarben durch die Kosmetikverordnung geregelt und ihre Höchstkonzentration auf 2 % im Anwendungsprodukt begrenzt.

Notwendige Voraussetzung für das Färben mit PPD ist die Anwesenheit einer Kupplersubstanz wie z. B. Resorcin im Produkt. Fehlt hier ein Kuppler, so kann PPD unter oxidativen Bedingungen mit sich selber reagieren zu einer stark sensibilisierenden Verbindung - der sogenannten Bandrowski-Base, die zudem erbgutverändernde Eigenschaften zeigt. Bei entsprechender Disposition können Oxidationsfarben zu schweren allergischen Reaktionen führen. Nach einer Haarfärbung treten die Symptome im Gesicht und an den Augen, die anschwellen und sich schmerzhaft entzünden. Ursache hierfür ist meistens das PPD. Beschrieben sind auch schwere allergische Schocks auf PPD, die zwar sehr selten, aber lebensbedrohlich sein können.

Eine PPD-Kontaktallergie ist wie bereits dargestellt vergleichsweise häufig, der Auslöser muss nicht zwangsläufig die Anwendung von oxidativen Haarfarben sein, auch andere Produkte, die diese Chemikalie enthalten, können eine Sensibilisierung hervorrufen. Para-Phenylendiamin kann beispielsweise in Textilfarben eingesetzt werden, in dunklen Henna-Tattoos oder Henna-Haarfarben. Außerdem wird PPD in Leder, Pelzen, Textilien, Schuhputzmitteln, Lacken, Gummi, Tinte, Kontrastmitteln, technischen Ölen, Autoreifen und fotografischen Entwicklern eingesetzt.

Da eine Kreuzreaktion auf andere Substanzen mit ähnlicher chemischen Struktur möglich ist, wie z. B. auf das para-Toluylendiamin (PTD), p-Aminophenol oder Azofarbstoffe, können auch diese Stoffe beim Hautkontakt eine allergische Reaktion auslösen.

Seit 2011 gibt es eine Einschränkung der oxidativen Haarfarben für Jugendliche und Kinder, um für diese Personengruppe das Allergierisiko zu minimieren.

Das Blondieren mit Wasserstoffperoxid gilt als weniger problematisch, da hier keine sensibilisierenden Substanzen eingesetzt werden. Die Haare mit einer Wasserstoffperoxid-Ammoniak-Lösung behandelt. Die aufhellende Wirkung beruht darauf, dass die Wasserstoffmoleküle in die Haare eindringen und dort die Farbpigmente zerstören. Beide Wirkstoffe haben reizende, irritierende Eigenschaften, die eine empfindliche Kopfhaut belasten und reizen. Vorsichtshalber sollte bei geröteter, entzündeter Kopfhaut auf eine Blondierung verzichtet bzw. eine Besserung des Hautzustandes abgewartet werden. Wichtig sind hier die Empfehlungen in Bezug auf die Anwendungskonzentration bzw. Anwendungsdauer, sie sollten unbedingt eingehalten werden. Fachgerecht ist das Blondieren beim Friseur.

Schonende Alternativen?

Pflanzenfarben gelten als relativ schonende und besser verträgliche Alternative zu den synthetischen Färbemitteln. Für die Farbveränderung kommen hier folgende Naturstoffe zum Einsatz:

  • Henna
  • Auszüge aus Kamille
  • Rhabarber
  • Indigo- und Kaffeepulver

Henna hat die weit größte Bedeutung. Beispielsweise ist Färbung mit Henna von Dauer, allerdings kann sich der Farbton mit der Zeit verändern und verblassen. Die Farbvielfalt, die mit den Naturstoffen erreicht werden kann, ist etwas eingeschränkt, doch auch hier ist eine allergische Reaktion nicht ausgeschlossen.

Reine Henna beispielsweise zeigt geringe sensibilisierende Potenz und löst sehr selten eine allergische Reaktion aus. Um mit dem Henna-Farbstoff eine intensivere und dunklere Färbung zu erreichen, wird der Henna para-Phenylendiamin zugesetzt. Experten weisen darauf hin, dass der Einsatz eines potenten Allergieauslösers wie PPD eine Sensibilisierung gegenüber dem schwachen Allergen in Hennafarben fördern kann.

Als weniger problematisch als die Oxidationsfarben gelten die Tönungen. Hier kommen größere Farbmoleküle zum Einsatz, die schlechter in die Haut eindringen können. Im Unterschied zu dauerhaften Farben dringen die Farbstoffe nicht ins Haarinnere, sondern verbleiben weitgehend auf der Haaroberfläche, von wo sie mit der Haarwäsche nach und nach entfernt werden können. Allerdings auch hier berichten Allergologen über Reaktionen der Kopf- und Gesichtshaut auf die Inhaltsstoffe der Tönung, die mit jeder Wäsche von der Haaroberfläche mobilisiert werden und auf die Haut gelangen. Auch hier gilt, wer tönen möchte, sollte die Hände mit Handschuhen schützen und die Einwirkzeit unbedingt einhalten.

DAAB-Tipps:

  • Wer eine Farbveränderung der Haare wünscht, sollte dies sorgfältig abwägen. Gründe, die gegen eine Färbung sprechen, sind beispielsweise Beschwerden wie juckende Entzündung, Hautbläschen oder ein Ausschlag an der Stelle, wo im Urlaub ein Henna-Tattoo angebracht war. Die Ursache sollte nicht bagatellisiert, sondern beim Hautarzt abklärt werden.
  • Machen Sie keine Verträglichkeitsprüfung mit den Farbsubstanzen. Allergolog:innen warnen, dass durch die lange Einwirkzeit eine Sensibilisierung entstehen könnte. Da für eine Verträglichkeitstestung die Substanz 24 Stunden auf der Haut verbleiben soll, könnte mit den aggressiven Inhaltsstoffen der Farbmischung eine Irritation bzw. Allergie hervorgerufen werden. Bitte bedenken Sie, dass beim Haarefärben die Farbmischung nur eine kurze Zeit Kontakt mit der Haut und den Haaren haben soll.
  • Wer zu Hause seine Haare tönen bzw. färben möchte, sollte unbedingt die Hinweise und Empfehlungen des Herstellers beachten. Während der Anwendung sollten die Hände mit Handschuhen geschützt werden, die Anwendungsdauer auf keinen Fall überschritten und die Farbreste sorgfältig ausgespült werden.
  • Wer akut unter gereizter Kopfhaut leidet, sollte eine Haarfärbung lieber verschieben. Vorteilhaft ist es diese Färbung bei Friseur durchführen zu lassen, so kommt man mit den reaktiven Inhaltsstoffen relativ wenig in Berührung.
  • Für alle Kontaktallergiker:innen ist es wichtig, dass sie die Inhaltsstoffe der Haarfärbeprodukte auf ihre Allergieauslöser sorgfältig durchgehen.

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