Jeff Lynne: Ein musikalisches Genie und seine Einflüsse

Jeff Lynne, ein Name, der in der Welt der Musik einen besonderen Klang hat. Als Mastermind des Electric Light Orchestra (ELO) und Produzent für Legenden wie George Harrison, Roy Orbison und die Beatles hat er die Popgeschichte maßgeblich geprägt. Sein unverwechselbarer Sound, eine Mischung aus Romantik und Rock’n’Roll, Science Fiction und Symphonik, hat ihn zu einem der gefragtesten Musiker und Produzenten gemacht.

Jeff Lynne im Jahr 2016

Frühe Einflüsse und musikalische Anfänge

Jeff Lynne wuchs in Birmingham auf, umgeben von den Klängen der Beatles, Del Shannon und Roy Orbison. In den 1960er-Jahren durchlief er eine Reihe experimenteller Rock-Combos. Bereits in seiner letzten Band, The Idle Race, zeichnete sich sein Stil mit der bissig-melancholischen Stimme und ungewöhnlichen Akkordfolgen ab.

Mit der Nachfolgeband The Move kamen an der Seite des exzentrischen Roy Wood die ersten Erfolge. Die orchestralen Elemente wurden im psychedelischen Rockgewand immer wichtiger. Schließlich gründeten Lynne und Wood 1970 das Electric Light Orchestra mit dem Ziel, dort weiterzumachen, wo die Beatles mit „I Am The Walrus“ aufgehört hatten.

Der Aufstieg von ELO

Nach dem Ausstieg von Roy Wood trieb Jeff Lynne den Sound von ELO ins Breitwandformat. Das Orchester nahm symphonische Dimensionen an, und Lynne erzählte Geschichten, die er zu Konzeptalben erweiterte, beginnend 1974 mit Eldorado. Sein Songwriting pendelte zwischen pompös und verspielt mit grandiosen Dur-Moll-Schattierungen und überraschenden harmonischen Rückungen. Keyboarder Richard Tandy prägte mit seinem Fuhrpark von Synthesizern und Vocodern den ELO-Sound genauso wie die wuchtig-matschigen Drums von Bev Bevan. Lynne selbst würzte bluesige Soli auf der Gitarre bei.

Als Emblem erfand man ein quietschbuntes Raumschiff, das als Pappmodell 1977 dem Doppelalbum Out Of The Blue beilag und auf den Welttourneen die Bühne beherrschte. Songs wie „Telephone Line“, „Livin‘ Thing“ oder „Turn To Stone“ wurden vor allem Hits in Deutschland, wo Lynne - in den Münchner Musicland Studios - mit dem Toningenieur Reinhold Mack aufnahm.

An der Schwelle zu den Achtzigern setzte Lynne eine verspiegelte Sonnenbrille auf, die er - genau wie Bart und Mähne - nie mehr abnahm, was ihm später den Beinamen „Jesus Of The Uncool“ einbrachte. ELO versuchten es jetzt mit Disco, schufen die zornig schlurfende Hymne „Don’t Bring Me Down“ und erzählten auf Time die Geschichte einer sagenhaften Zeitreise im futuristischen Sound.

Viele sind der Meinung, dass ELO ab ca. 1980, insbesondere mit dem Album "Time" (1981) verstärkt auf Synthesizer gesetzt hat. Aber davor waren alle Strings echt, wenn nicht von eigenen Streichern der Band (Kaminski, McDowell, Gale etc.) dann wenigstens von Studioorchestern gespielt. Außerdem haben ELO "alles" gemacht, von mittelalterlichem Kammerrock mit sägenden Celloriffs über opulente symphonische Werke bis zu elektronischer Musik.

Die Qualitäten des Meisters sind heute unbestrittener denn je. Arcade Fire sind die ELO der Neuzeit. Jeff Lynne ist einer der genialsten Komponisten des 20. Jahrhunderts.

Einige bekannte ELO-Songs:

  1. Mr. Blue Sky
  2. Livin' Thing
  3. Telephone Line
  4. Don't Bring Me Down
  5. Evil Woman

ELO's Jeff Lynne is back

Die zweite Karriere als Produzent

Jeff Lynne startete eine zweite Karriere, indem er seine Idole produzierte, die ihn jetzt selbst verehrten: George Harrison, Roy Orbison, Tom Petty, Bob Dylan (zusammen die Traveling Wilburys) sowie seine gealterten Rock’n’Roll-Helden Duane Eddy und Del Shannon. Er veredelte sogar zwei John Lennon-Demos.

Im sonnigen Beverley Hills residierte er jetzt, England hatte er den Rücken gekehrt.

Viele Kunden kommen zu Jeff Lynne und wollen, dass er sie in einer bestimmten Weise produziert. Bryan Adams z. B. wollte ganz explizit den Stil der Wilburys-Ära.

Die Traveling Wilburys

Das Comeback und die Rückkehr auf die Bühne

Bis zum denkwürdigen 14. September 2014, der seinen bis heute anhaltenden dritten Frühling mit neuen Platten und Tourneen einläutete: Die BBC hatte ihn in einer Frühstücksshow in das Versprechen hineingequatscht, nach 25 Jahren wieder in England aufzutreten. Lynne hielt Wort, brachte seinen alten Bandkumpel Richard Tandy mit und ließ den Raumschiff-Sound im Londoner Hyde Park auferstehen. 50.000 waren aus dem Häuschen.

Im September 2014 betrat er nach einem Vierteljahrhundert erstmals wieder eine Bühne, und das gleich vor 50.000 Menschen im Londoner Hyde Park.

Jeff Lynne's Einfluss auf die Musikwelt

Jeff Lynne ist eines der unbestrittenen Genies der Popgeschichte. Sein Einfluss auf die Musikwelt ist immens. Er hat einen unverwechselbaren Sound geschaffen, der Generationen von Musikern inspiriert hat. Seine Arbeit als Produzent hat dazu beigetragen, einige der größten Alben der Rockgeschichte zu schaffen.

Auch die ganz Großen, wie z.B. R.H.C.P. und vor einigen Jahren auch Foo Fighters kündigen bei Ihren neuen Platten ELO-inspirierte Sachen an. Jeff Lynne ist doch ein anerkannt guter Songwriter. Als aktuelle Band fällt mir spontan Phoenix ein.

Er ist so ein Typ, den man eher im Jazz oder der Klassik verorten würde. Aber so ist und bleibt er wohl wirklich der größte Rock'n'Roll-Spießer aller Zeiten. Und so an und für sich versteht er ja wirklich sehr viel von Musik, kann man ihm keinesfalls absprechen. Aber wie dermaßen professionell der sein Programm abspult, das ist dann schon wieder ein bißchen eklig. So wie wenn Dieter Bohlen mehr Sinn für Ästhetik und mehr Musikgeschmack hätte oder so.

Du kannst die wirklich großen Namen im Musikgeschäft (also die wirklich entscheidenden Größen der letzten Jahrzehnte, nicht Kanye West oder so :-)) der Reihe nach abklappern, da wirst du niemanden finden, der Lynne nicht bewundert. Die Meisten haben auf die eine oder andere Art schon mit ihm gearbeitet, Dave Grohl sogar, und Rick Rubin nennt ihn teilweise als Vorbild im Bereich Produktion.

tags: #jeff #lynne #perücke

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