Plötzlicher starker Haarausfall ist für die meisten Menschen ein großer Schock: Man verliert sein gewohntes Äußeres, fühlt sich weniger hübsch und fürchtet vielleicht, eine schlimme Krankheit zu haben. Die Ursachen für plötzlichen Haarausfall sind vielfältig und sollten genau untersucht werden, um die richtige Therapie anwenden zu können. Die frühzeitige Kontaktaufnahme mit einem Experten für Haarausfallbehandlungen kann lange Leidenswege ersparen. Im Folgenden stellen wir Ihnen Ursache und Behandlungswege für plötzlichen Haarausfall vor.
Haare sind nicht nur Ausdruck der Persönlichkeit, sondern dienen wie ein Seismograph unserem Inneren, betont die Dermatologin und Expertin für krankhaften Haarausfall Prof. Dr. med. Natalie Garcia Bartels. „Haare können viel über unseren Gesundheitszustand aussagen. Die Struktur der Haare kann Hinweise auf Mangelzustände geben, wie etwa Eisen- oder Vitaminmangel, die die Haare brüchig machen können.
Unser Haarwachstum ist normalerweise genetisch programmiert, erklärt Garcia Bartels: „Der natürliche Lebenszyklus eines Haares dauert etwa 6 bis 8 Jahre, bevor es in eine Übergangsphase und schließlich in die Ruhephase übergeht. Zu jedem Zeitpunkt befinden sich etwa 15 Prozent der Kopfhaare in dieser Ruhephase.
Grundsätzlich gilt: Ein Verlust von 60 bis zu 100 Haaren pro Tag ist unbedenklich, solange er gleichmäßig verteilt ist. „Wenn jedoch über einen Zeitraum von zwei Wochen deutlich mehr Haare ausfallen - etwa in Form von größeren Büscheln in der Bürste oder im Badezimmer - sollte man einen Arzt aufsuchen“, warnt die Expertin.
Jeder Mensch hat ungefähr 80.000 bis 150.000 Haare auf dem Kopf. Es ist völlig normal, dass man jeden Tag bis zu 100 Haare verliert, bei vollem Haar. Wer das Gefühl hat, unter verstärktem Haarverlust zu leiden, sollte über einen längeren Zeitraum genau beobachten, wie viele Haare ausfallen. Insbesondere bei längeren Haaren überschätzt man Haarverlust schnell, wenn ein großes Büschel in der Bürste verbleibt.
Wer aber nachweislich mehr Haare verliert als sonst, größere Büschel aus der Bürste und aus dem Abfluss der Dusche zieht oder das Zopfgummi plötzlich noch eine Umdrehung mehr braucht, um fest zu sitzen, kann unter einem behandlungsbedürftigen Haarausfall leiden. Auch wenn kahle Stellen entstehen oder die Haare büschelweise ausfallen, besteht Anlass zur Sorge.
Es gibt drei Hauptformen, zwischen denen die Medizin unterscheidet:
Wenn ein Haarverlust schleichend auftritt, verschlechtert er sich über mehrere Monate oder Jahre hinweg langsam. Das bekannteste Beispiel ist der erblich bedingte Haarausfall. Er kann bei Männern bereits in den Zwanzigerjahren beginnen und bis ins hohe Alter hinein fortschreiten. Frauen leiden meistens ab den Wechseljahren an einer androgenetischen Alopezie, die sich ebenfalls nur langsam verschlimmert.
Andere Formen des Haarausfalls kommen ziemlich plötzlich. Auch Infektionen der Kopfhaut verursachen meistens einen relativ plötzlichen Haarverlust. Relativ plötzlich auftreten kann ein Haarausfall auch im Herbst - meistens hält er sich aber in einem nicht behandlungsbedürftigen Rahmen. Durch die erhöhte Sonneneinstrahlung im Sommer gehen vermehrt Haare frühzeitig in die Ruhephase über und fallen dann im Herbst aus. Spätestens im Winter sollten die Haare aber wieder nachwachsen.
Die folgenden Ursachen können für einen plötzlichen Haarausfall verantwortlich sein:
Bei der Ursachenfindung sollten Sie sich fragen, was Sie in der letzten Zeit in Ihrem Alltag geändert haben. Haben Sie sich anders ernährt und könnten dabei bestimmte Nährstoffe fehlen? Haben Sie in den letzten Wochen neue Medikamente eingenommen? Haben Sie Shampoo, Spülung oder andere Haarpflegeprodukte gewechselt und vertragen sie vielleicht nicht? Gab es offensichtliche Eingriffe in Ihren Hormonhaushalt, zum Beispiel durch die Einnahme der Pille oder eine Schwangerschaft? Waren Sie kürzlich schwer erkrankt oder haben eine große Operation hinter sich gebracht? All das können Gründe für Haarausfall sein, die man nach und nach ausschließen sollte.
Ein Haarfollikel durchläuft im Laufe seines Lebens verschiedene Phasen, die man Haarzyklus nennt. Die erste Phase ist die Wachstumsphase (Anagenphase), in der sich zu jeder Zeit etwa 85 Prozent der Haarfollikel befinden. Sie dauert zwei bis sechs Jahre. Dann geht es in die Übergangsphase (Katagenphase) über. Hier schrumpft die Haarwurzel, weil sie nicht mehr mit Nährstoffen versorgt wird und die Zellteilung zum Erliegen kommt. In dieser zweiwöchigen Phase befinden sich ein bis drei Prozent der Haarfollikel.
In der Ruhephase (Telogenphase) kommt die Stoffwechselaktivität des Haarfollikels komplett zum Erliegen und das Haar verkümmert. Danach wird ein neues Haar gebildet. Das neu wachsende Haar schiebt in seiner Wachstumsphase das alte Haar aus dem Follikel, sodass es ausfällt. Bis an der Stelle, wo ein Haar ausgefallen ist, ein neues Haar sichtbar wird, vergehen acht bis zwölf Wochen. Bei Haarausfall treten mehr Haarfollikel in die Ruhephase ein, sodass mehr Haare ausfallen.
Insbesondere Frauen sind besonders anfällig für einen plötzlich auftretenden Haarausfall. Bei Frauen gibt es grundsätzlich häufigere und stärkere hormonelle Veränderungen als bei Männern. Selbst wenn man die Einnahme künstlicher Hormone, wie zum Beispiel der Anti-Baby-Pille, außer Betracht lässt, treten viele Hormonschwankungen auf. Dazu gehört der Eintritt in die Pubertät, Schwangerschaft und Stillzeit und später die Menopause. Außerdem sind Frauen anfälliger für Mangelerscheinungen.
Insbesondere ein Eisenmangel tritt relativ häufig auf, vor allem bedingt durch den regelmäßigen und teils starken Blutverlust durch die Menstruationsblutung. Zusätzlich ist der Anteil an Frauen, die an einer Essstörung leiden oder spezielle Diäten durchführen, in der Regel höher als bei Männern.
Vor der Therapie eines Haarausfalls steht eine ausführliche Diagnostik. Neben einer körperlichen Untersuchung, Befragung, Familienanamnese und eventuell einer Haaranalyse ist vor allem eine Blutentnahme wichtig. Dadurch lassen sich sowohl Mangelzustände herausfinden als auch hormonelle Störungen oder bestimmte Erkrankungen.
Es kann nicht pauschal gesagt werden, welche Therapie für Haarausfall am besten ist. Ob eine Behandlung oder ein Medikament wirkt, hängt maßgeblich davon ab, ob die richtige Ursache gefunden wurde.
Anschließend kann eine spezifische Therapie erfolgen durch die Einnahme von Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln, einer Ernährungsumstellung oder einer Infusionstherapie. Manchmal kommt es vor, dass die Haare trotz Beheben der Ursache nicht komplett so nachwachsen wie vorher. Dann kommen regenerative Therapien infrage. Dabei werden die körpereigenen Selbstheilungskräfte genutzt, um schonend und ohne relevante Nebenwirkungen wieder zu einer schönen Frisur zu gelangen.
Ob Glanz, Fülle oder Stärke - gesunde Haare brauchen Pflege von innen und außen. „Für die innere Haargesundheit ist eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitamin B12, Biotin, Zink und Eisen entscheidend, um Mangelzustände zu vermeiden“, betont Garcia Bartels. Doch Vorsicht: Nahrungsergänzungsmittel sollten nur bei nachgewiesenem Mangel eingenommen werden.
„Es ist ein Irrglaube, dass mehr Vitamine oder Nahrung automatisch kräftigeres Haar bedeuten. Die äußere Haargesundheit hängt stark von der sanften Pflege ab. „Haare wachsen etwa einen Zentimeter pro Monat. Bis sie Schulterlänge erreichen, haben sie zwölf Monate oder länger äußere Einflüsse ertragen müssen“, erklärt die Expertin.
Rund um das Thema Haarausfall kursieren viele Mythen, die oft für Verwirrung sorgen. Das stimmt nicht: „Haarausfall entsteht in der Kopfhaut, wo das Haar produziert wird. Waschen oder Kämmen kann diesen Prozess nicht auslösen“, sagt Garcia Bartels. „Die Kopfhaut atmet nicht - Sauerstoff wird über die Blutgefäße zugeführt“, stellt die Haarexpertin klar.
Langes Tragen von Mützen kann jedoch Feuchtigkeit stauen, die sich mit Talg vermischt und das Wachstum bestimmter Keime begünstigt. Ein Haarschnitt lässt das Haar nicht schneller oder dicker nachwachsen - das Haar wächst an der Wurzel. Was man schneidet, ist totes Hornmaterial. Stress kann das Ergrauen beschleunigen, ist aber selten der alleinige Auslöser. Daneben spielen abgesehen von der familiären Veranlagung auch Eisenmangel, Vitamin-B12-Mangel, Schilddrüsenerkrankungen oder Schlafmangel eine Rolle. Auch Rauchen, Alkoholmissbrauch und Drogenkonsum können das Ergrauen fördern, erklärt die Dermatologin.
Wenn der Haarausfall plötzlich einsetzt oder die Haare büschelweise ausfallen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Denn es kann ein Hinweis auf eine ernstere Grunderkrankung sein, die einer ärztlichen Behandlung bedarf. Von massivem Haarausfall spricht man, wenn der tägliche Haarverlust deutlich über der allgemein als normal angesehenen Menge von bis zu 100 Haaren liegt. Außerdem muss sich der Haarausfall nicht nur auf die Kopfbehaarung beschränken. Auch Wimpern, Augenbrauen, Barthaare oder sonstige Körperbehaarung kann betroffen sein.
Plötzlicher und starker Haarausfall kann viele Ursachen haben: Nebenwirkungen von Medikamenten, erblich bedingter Haarausfall, Autoimmunerkrankungen, Krankheiten, Mangelerscheinungen oder Vergiftungen können Auslöser sein. Ob der Haarausfall schleichend oder plötzlich stattfindet, die dahinter liegendenden Ursachen sollten abgeklärt werden. Bei starkem Haarausfall sollten die Betroffenen zunächst Veränderungen in der nahen Vergangenheit bewerten.
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