Malaseb Shampoo Anwendung bei Hautpilz und anderen Hauterkrankungen bei Hunden und Katzen

Malaseb® Shampoo ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel für Hunde und Katzen, das von Tierärzten zur Behandlung verschiedener Hauterkrankungen eingesetzt wird. Insbesondere wird es bei Hunden zur Behandlung von schuppenden Hautausschlägen (seborrhoische Dermatitis) und bei Katzen unterstützend zu einem systemischen Antimykotikum bei Pilzerkrankungen der Haut verwendet.

Hier erfahren Sie alles Wichtige zur Anwendung von Malaseb Shampoo, seinen Wirkstoffen und was Sie bei der Behandlung Ihrer Haustiere beachten sollten.

Wirkstoffe und Wirkungsweise

Malaseb® Shampoo enthält die Wirkstoffe Miconazol und Chlorhexidin. Beide Wirkstoffe sind nur sehr schlecht wasserlöslich, weshalb sie chemisch leicht verändert wurden, um ihre Wirksamkeit zu gewährleisten. Konkret enthält 1 ml Malaseb® Shampoo 20 mg Miconazol-Nitrat und 20 mg Chlorhexidin-Digluconat.

Wirkungsweise von Miconazol

Miconazol unterdrückt die Bildung von Ergosterol, einem wichtigen Bestandteil der Zellwand von Pilzen und Hefen. Da Ergosterol im Organismus von Säugetieren nicht vorkommt, wirkt Miconazol gezielt gegen Pilze. Die Abwesenheit von Ergosterol erhöht die Durchlässigkeit der Zellwand der Pilze. Die Wirkung von Miconazol hängt von der eingesetzten Menge ab und kann entweder Pilze abtöten (fungizide Wirkung) oder deren Wachstum hemmen (fungistatische Wirkung).

Wirkungsweise von Chlorhexidin

Chlorhexidin wirkt entweder bakterizid (abtötend) oder bakteriostatisch (wachstumshemmend) gegen Bakterien.

Anwendungsgebiete

Tierärztinnen und Tierärzte verordnen Malaseb® Shampoo in folgenden Fällen:

  • Hunde: Behandlung von schuppenden Hautausschlägen (seborrhoische Dermatitis)
  • Katzen: Unterstützend zu einem systemischen Antimykotikum bei Pilzerkrankungen der Haut, die durch den Pilz Microsporum canis verursacht sind.

Behandlung von Hautpilz bei Hunden

Anwendung von Malaseb® Shampoo

Malaseb® Shampoo wird äußerlich angewendet. Hier sind die detaillierten Schritte zur korrekten Anwendung:

  1. Vorbereitung: Abhängig von der Länge und Art des Fells kann es sinnvoll sein, das Fell vor der Behandlung zu kürzen. Ziehen Sie sich vor der Anwendung alte Kleidung an und tragen Sie Handschuhe, da Hautpilze auf Menschen übertragbar sind.
  2. Vorbereitung des Tieres: Stellen Sie Ihr Tier in eine Wanne oder in einen Raum mit Bodenabfluss und entfernen Sie den Badewannen-Stöpsel. Das Tier sollte nicht im Wasser stehen, um eine Verdünnung des Shampoos zu vermeiden.
  3. Anfeuchten: Machen Sie das Fell und die Hautoberfläche des Tieres mit sauberem, warmem Wasser nass.
  4. Auftragen des Shampoos: Tragen Sie Malaseb® Shampoo auf mehrere Stellen am Nacken und entlang des Rückens auf. Verwenden Sie genügend Shampoo, sodass sich auf dem Fell und der Haut Schaum bildet.
  5. Einmassieren: Massieren Sie das Arzneimittel gründlich ins Fell ein. Für schwer erreichbare Stellen wie die Zehen empfiehlt es sich, einen Schwamm oder Waschlappen zu verwenden. Vergessen Sie nicht, den Schwanz, die Zehen, den Bereich um das Maul sowie die Lippenfalte und die Ohren einzuseifen.
  6. Einwirkzeit: Lassen Sie Malaseb® Shampoo mindestens zehn Minuten einwirken. Es ist hilfreich, sich hierfür einen Wecker zu stellen.
  7. Ausspülen: Spülen Sie das Shampoo gründlich mit sauberem, warmem Wasser aus.
  8. Trocknen: Nehmen Sie das Tier aus der Wanne und reiben Sie sein Fell mit einem Handtuch ab. Lassen Sie es in einem warmen Raum ohne Zugluft trocknen. Vermeiden Sie das Fönen, da Hitze die obersten Hautschichten schädigen und den Juckreiz verstärken kann.

Achten Sie darauf, dass Malaseb® Shampoo nicht in die Augen, die Nase oder das Maul des Tieres gelangt.

Dosierung und Häufigkeit

  • Hunde: Zweimal pro Woche behandeln.
  • Katzen: Zweimal pro Woche, bis Kulturproben negativ sind.

Die Behandlung sollte nicht länger als 16 Wochen andauern. Die 250 ml Flasche reicht für 8-16 Behandlungen eines 15 kg schweren Hundes aus.

Mögliche Nebenwirkungen

In seltenen Fällen kann es zu vorübergehenden juckenden und/oder geröteten (erythematösen) Hautreaktionen kommen.

Wichtiger Hinweis

Die hier bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich Ihrer Information und sollen weder zur Selbstdiagnose noch zur Selbstbehandlung bei Ihrem Tier auffordern. Sie ersetzen keine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch approbierte Tierärztinnen und Tierärzte. Bei gesundheitlichen Problemen Ihres Tieres konsultieren Sie bitte immer einen Tierarzt.

Erfahrungsberichte und alternative Behandlungsmethoden

Im Folgenden werden einige Erfahrungen und alternative Behandlungsmethoden im Zusammenhang mit Hautpilz bei Katzen und Hunden aufgeführt:

Behandlung von Microsporum Canis

Ein Erfahrungsbericht beschreibt den Umgang mit Microsporum Canis, einem häufigen Hautpilz bei Katzen. Nach der Diagnose wurden folgende Maßnahmen ergriffen:

  • Ein- und Ausgangssperre für Mensch und Tier
  • Orale Behandlung aller Katzen mit Antimykotika (z.B. Itrafungol)
  • Waschen der Wäsche mit fungizidem Hygienespüler
  • Tägliches Einsprühen aller Katzenutensilien mit Desinfektionsmittel
  • Reinigung des Hauses mit speziellem Reiniger und Dampfreiniger

Alternative und unterstützende Behandlungen

Neben der schulmedizinischen Behandlung gibt es verschiedene alternative und unterstützende Maßnahmen, die zur Behandlung von Hautpilz eingesetzt werden können:

  • LimePlus Dip / Lime Sulfur: Ein Präparat auf Schwefelbasis, das jedoch in Deutschland nicht mehr erhältlich ist.
  • Terzolin Lösung, Ket Shampoo und Fungoral Lösung: Antischuppenshampoos mit dem Wirkstoff Ketoconazol.
  • Kolloidales Silber: Kann zur Benetzung der Pilzstellen verwendet werden, wirkt fungizid und juckreizstillend.
  • Stärkung des Immunsystems: Während und nach der Therapie sollten die Tiere entgiftet werden, z.B. mit einem Heilpilz aus der traditionellen chinesischen Medizin.
  • Desinfektion des Wohnbereichs: Parallel zur Behandlung der Tiere sollte der gesamte Wohnbereich desinfiziert werden.

Ozonbehandlung zur Sporenbeseitigung

Da die Sporen von Microsporum Canis äußerst widerstandsfähig sind, kann eine Ozonbehandlung zur Beseitigung der Sporen im Wohnbereich in Betracht gezogen werden. Ozon wirkt stärker als Chlor und zerstört Bakterien, Viren, Pilze und deren Sporen. Während der Desinfektion mit Ozon müssen Mensch und Tier den betroffenen Raum verlassen.

Achtung: Es gibt zwei Methoden der Ozongenerierung. Geräte mit Corona-Entladung erzeugen das giftige Nebenprodukt Stickoxid und sind daher nicht empfehlenswert. Besser geeignet sind Geräte, die Ozon durch die Wirkung von UV-C Licht auf Sauerstoff erzeugen.

Impfung gegen Pilzinfektionen

Es gibt Impfstoffe gegen Pilzinfektionen bei Katzen, Hunden und Pferden. Die Impfung ist jedoch teuer und die Wirkung hält nur ca. 9 Monate. In schweren Fällen kann die Impfung den Abheilungsprozess beschleunigen. Die Impfstoffe werden unter den Namen Insol, Rivac Microderm und Virbagen Microphyt angeboten.

Hautpilz bei Kaninchen und Meerschweinchen

Auch bei Kaninchen und Meerschweinchen können Hautpilzinfektionen auftreten. Hier sind einige spezifische Informationen zu diesen Tierarten:

Kaninchen

Kaninchen erkranken relativ selten an Hautpilzen. Laut einer deutschen Studie ist Trichophyton mentagrophytes in bis zu 79 % der Fälle der krankmachende Hautpilz bei Kaninchen. Weitere Dermatophytenspezies sind T. terrestre, M. gypseum und M. canis.

Symptome: Haarausfall (oft kreisrund), meist ohne oder mit sehr leichtem Juckreiz. Besonders häufig an den Ohren, an den Augen, im Nacken, auf der Nase und an den Füßen. Die Stellen sind oft mit einem weißlichen Schleier überzogen, schorfig, wund oder sogar nässend.

Ursachen: Andere (chronische) Krankheiten, Antibiotikagaben, Cortisongabe, feucht-warmes Klima, unhygienische Umgebung, schlechte Ernährung, Stress.

Behandlung: Ursache finden und abstellen, Hausmittel (bei kleinen Stellen), Antimykotika (z.B. Enilconazol, Miconazol, Clotrimazol, Terbinafin), Waschungen mit speziellen Shampoos (z.B. Malaseb® Shampoo), Pilzmittel zum Eingeben (z.B. Itraconazol), Juckreizlinderung (z.B. Fenistil®), Unterstützung des Immunsystems, UV-Licht, Fettsäuren.

Meerschweinchen

Beim Meerschweinchen ist T. mentagrophytes am häufigsten vertreten (97 % der Fälle). Weitere Hautpilzarten sind M. canis, M. gypseum, T. terrestre und M. equinum.

Symptome: Haarausfall (oft kreisrund), Krusten und Kahlstellen mit Schuppen. Juckreiz zeigen nur etwa die Hälfte der Tiere. Besonders häufig an den Ohren, im Kopfbereich und weniger häufig an den Gliedmaßen. Die Stellen sind oft mit einem weißlichen Schleier überzogen, schorfig, wund oder sogar nässend.

Ursachen: Andere (chronische) Krankheiten.

Behandlung: Ursache finden und abstellen, Hausmittel (bei kleinen Stellen), Antimykotika (z.B. Enilconazolum, Miconazol, Clotrimazol, Terbinafin), Waschungen mit speziellen Shampoos (z.B. Malaseb® Shampoo), Pilzmittel zum Eingeben (z.B. Itraconazol), Juckreizlinderung (z.B. Fenistil®), Unterstützung des Immunsystems, Fettsäuren.

Ansteckung und Hygiene

Hautpilz kann auf andere geschwächte Tiere oder den Menschen übertragen werden (Zoonose), daher ist Hygiene wichtig. Allerdings sind Pilzsporen oft auf vielen Tieren zu finden, ohne dass diese erkranken, nur Tiere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind betroffen.

Zusammenfassung

Malaseb® Shampoo ist ein wirksames Mittel zur Behandlung von Hautpilz und seborrhoischer Dermatitis bei Hunden und Katzen. Die korrekte Anwendung und die Beachtung der Dosierungsempfehlungen sind entscheidend für den Behandlungserfolg. In Kombination mit anderen Maßnahmen wie der Stärkung des Immunsystems und der Desinfektion des Wohnbereichs kann eine erfolgreiche Therapie erreicht werden. Bei Kaninchen und Meerschweinchen sind spezifische Aspekte zu berücksichtigen, aber auch hier kann Malaseb® Shampoo in bestimmten Fällen eine sinnvolle Ergänzung zur Behandlung darstellen.

Übersicht über Medikamente und Behandlungen

Behandlung/Medikament Wirkstoff Anwendung Hinweise
Malaseb® Shampoo Miconazol, Chlorhexidin Äußerlich, Waschungen Verschreibungspflichtig
Itrafungol® Itraconazol Oral Systemisches Antimykotikum
Terzolin Lösung, Ket Shampoo, Fungoral Lösung Ketoconazol Äußerlich, Waschungen Antischuppenshampoos
LimePlus Dip / Lime Sulfur Schwefelbasis Äußerlich In Deutschland nicht mehr erhältlich
Kolloidales Silber Silber Äußerlich, Benetzung der Pilzstellen Fungizid, juckreizstillend
Insol, Rivac Microderm, Virbagen Microphyt - Impfung Teuer, Wirkung ca. 9 Monate

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