Der Kanarienvogel (Serinus canaria f. domestica) ist die domestizierte Form des Kanarengirlitzes, der auf den Inselgruppen der Azoren, Kanaren und Madeiras heimisch ist.
Seine Domestikation begann bereits im 15. Jahrhundert, und seitdem hat der Mensch durch gezielte Zucht hunderte von Rassen mit unterschiedlichen Merkmalen hervorgebracht. Kanarienvögel sind sehr vielfältig und deshalb auch sehr beliebt.
Im Süden Deutschlands und Österreichs ist der Vogel auch als Kanari bzw. Kanarie bekannt. Der Name leitet sich von seiner Heimat, den Kanarischen Inseln, ab.
Der Kanarengirlitz vertritt den europäischen Girlitz auf den nordatlantischen Inseln. Seine domestizierte Form, der Kanarienvogel, gehört zu den ältesten Heimtieren der Europäer und ist heute weltweit verbreitet.
Hier ist eine Übersicht über die verschiedenen Zuchtrichtungen:
Der Kanarengirlitz (Wildform) ist etwas größer, oberseits grauer und unterseits gelber als der europäische Girlitz. Er unterscheidet sich von diesem auch stark durch seinen Gesang.
Er erreicht eine Länge von 12-13.5 cm und ein Gewicht von 15-20 g. Der Schwanz ist gegabelt. Der Augenring ist dunkelbraun; Schnabel und Füße sind bräunlich fleischfarben. Stirn, das Feld ums Auge sowie Kehle und Unterseite sind gelb, Kopf und Flanken grau und der Mantel braun.
Die Wildform kommt natürlicherweise auf den Inselgruppen der Azoren, Kanaren (El Hierro, La Gomera, La Palma, Teneriffa und Gran Canaria, nicht auf Fuerteventura und Lanzarote) sowie Madeiras vor.
Der Kanarengirlitz ist ein Stand- und Strichvogel, der Kiefern- und Lorbeerwälder vom Tiefland bis in die submontane Stufe, auf den Kanaren bis in Höhenlagen von 1'700 m, Ränder von Anbaugebieten, Hecken, Dickichte, Obstplantagen, Parks und Gärten, auf Madeira auch offene halbtrockenen Gebieten mit wenig oder keiner Vegetationsdecke bewohnt.
Die Fortpflanzungsperiode dauert von Januar bis Juli, wobei die Vögel in höheren Lagen später zu brüten anfangen, als die im Tiefland. Es wird 2-3x pro Jahr gebrütet.
Das Nest wird vom Weibchen gebaut, während das Männchen in der Nähe durch Gesang das Brutterritorium markiert. Das Nest ist eine tiefe, kompakte Tasse aus Pflanzenmaterial, Tierhaaren (hauptsächlich Schafwolle) und Federn, das in einem Baum oder Busch, oft in einer Astgabel oder am Ende eines dünnen Zweigs errichtet wird.
Das Gelege besteht aus 3-4(-5) Eiern, die vom Weibchen allein während 13-14 Tagen ausgebrütet werden.
Das Areal des Kanarienvogels ist zwar relativ klein, aber seine Bestände sind groß und stabil. Die autochthonen Populationen werden auf 1.5 bis 2.5 Millionen erwachsene Paare geschätzt.
Die Wildform wird laut Roter Liste der IUCN für den internationalen Tierhandel gefangen. Die autochthonen Populationen sind jedoch durch die Vogelschutz-Richtlinie der EU geschützt.
Auf den Kanaren wurde die Art bereits von den Ureinwohnern domestiziert und nach der Wiederentdeckung der Inseln, spätestens ab der Besitznahme durch die Spanier im 15. Jahrhundert nach Europa eingeführt und gezüchtet.
Um sich das Monopol zu sichern, wurden vorerst nur Hähne nach anderen europäischen Ländern exportiert, ab dem 16. Jahrhundert konnten aber auch andernorts, namentlich in Italien, Zuchten aufgebaut werden. Zu dieser Zeit traten auch die ersten Mutationen auf.
Anfänglich handelte es sich um gelbe Flecken im ansonsten wildfarbenen Gefieder, dann wurden reingelbe Vögel gezüchtet später auch andere Farbenschläge. Die rotfaktorigen Kanarien entstanden durch Einkreuzen von Kapuzenzeisigen (Spinus cucullatus).
Mittlerweile gibt es Hunderte Rassen. Durch die Kanarienvogel-Zucht wurde aus dem ursprünglichen Wildvogel ein Haustier, welches noch viele Eigenschaften seiner Vorfahren besitzt.
Der Kanarienvogel dürfte die einzige Tierart sein, bei der der Mensch unternommen hat, durch gezielte Selektion ihre Stimme zu beeinfluss. Aufgrund der frühen Entdeckung des Gesangtalents der Kanarienvögel wurde damals bereits gezielt versucht den Gesang des Vogels zu beeinflussen.
Die bekannteste Rasse dieser Gruppe ist der Harzer Roller mit seinem markant rollenden, abwechslungsreichen und sehr melodischen Gesang, der im 19.
Im 18./19. Jahrhundert war Imst im Tirol das Zentrum des Kanarienhandels. Um 1730 gelangten Kanarienvögel von Imst in den Harz, wo sich in der Folge ein bedeutendes Zuchtzentrum etwickelte und eine besonders schön singende Rasse, der Harzer Roller, entstand.
Seit 2001 gibt es in Sankt Andreasberg das Harzer Roller-Kanarien-Museum, wo nebst Exponaten zu Zucht, Haltung und Transport der Vögel auch lebende Kanarien und und eine Vogelhaus-Werkstatt besichtigt werden können.
Weitere bekannte Gesangkanarien sind:
Normalerweise ist das Gefieder von Kanarienvögeln gelb. Weniger bekannt sind Farbvarianten, die von creme, über blau bis hin zu rot reichen.
Lipochromkanarien zeichnen sich dadurch aus, dass sie ein helles Gefieder in einer der Grundfarben der Kanarien (Weiß, Gelb oder Rot) besitzen. Auch die unterschiedlichen, kanarientypischen Federstrukturen sind bei dieser Kanarienart vorhanden.
Im Gegensatz zu den Lipochromkanarien können die Melaninkanarien den Dunkelfarbstoff Melanin in ihren Federn ablagern. Der Achatvogel ist eine besondere Form des Schwarzvogels und nach dem Edelstein Achat benannt. Aufgrund von einer genetischen Veränderung haben Achatvögel eine Strichelung im Federkleid und sind somit eine besondere Art des Schwarzvogels.
Isabellvögel sind Braunvögel, die von derselben Genmutation wie Achatvögel betroffen sind.
Die Positurkanarien unterscheiden sich durch ihre Frisuren stark von den ursprünglichen Kanarienvögeln. Es gibt sie oft mit und ohne Hauben.
Zu den Positur- oder auch Gestaltkanarien zählt man die Rassen, die in ihrer äußerlichen Erscheinung stark von den ursprünglichen Kanarienvögeln abweichen. Bereits im 17.
Die Positurkanarien sind heute die größte Gruppe unter den Kanarienvögeln. Die Zucht von Positurkanarien wird heute manchmal jedoch kritisiert, da der Mensch hier quasi absichtlich gegen die Natur arbeitet und Aussehen und Körperbau der Tiere nur aus optischen Gründen verändert.
Einige Beispiele für Positurkanarien sind:
Auch bei Rassen der Frisé-Kanarien leitet sich der Name von der Herkunft der Vögel ab.
Hier ist eine Tabelle mit einigen Positurkanarien-Rassen und ihren Merkmalen:
| Rasse | Herkunft | Merkmale |
|---|---|---|
| Gloster Kanarien | England | Mit und ohne Haube (Corona, Consort) |
| Lizard Kanarien | England | Schuppenmuster im Gefieder |
| Irish Fancy | Irland | Kleiner, runder Kopf, kleiner Schnabel |
| Norwich | England | Großer, massiger Körperbau |
Kanarienvögel sind gesellige Tiere. Sie möchten mit einem Partner oder Schwarm zusammenleben und benötigen viel Freiflug und Beschäftigung. Die Kleintiere sind im Gegensatz zu Hunden oder Katzen in ihrer Anschaffung und Haltung relativ günstig.
Da Kanarienvögel einen sehr großen Bewegungsdrang haben, sollte der Käfig mindestens eine Grundfläche von 0,5 m² für ein Pärchen aufweisen. Die Käfige sollte auf Augenhöhe des Menschen stehen, damit die Vögel ihren Halter immer im Blick haben.
Kanarienvögel sind tagsüber sehr aktive Tiere. Am Tag möchte sich der Kanarienvogel bewegen und fliegen und mit Futter, wie verschiedene Knabbereien, beschäftigt werden.
Weiterhin liebt der Kanarienvogel eine Dusche. Sie können auch ein Badehäuschen anschaffen, in dem die Kanarienvögel baden können.
Bei artgerechter Haltung hat ein Kanarienvogel eine Lebenserwartung von 12 bis 14 Jahren.
Zu den meisten Kanarienvogel-Krankheiten gehören Fresssucht, Milbenbefall, Mauser und Durchfall. Dies sind nur einige Krankheiten, die bei Kanarienvögeln auftreten.
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