Der Greisenhaupt, wissenschaftlich bekannt als Cephalocereus senilis, ist eine faszinierende Kaktusart, die durch ihre markanten, langen, weißen Haare besticht. Diese Haare dienen als natürlicher Schutz vor intensiver Sonneneinstrahlung und verleihen dem Kaktus sein einzigartiges Aussehen, das an das Haupt eines alten Mannes erinnert - daher der Name. Ursprünglich in den trockenen Regionen Mexikos beheimatet, ist der Greisenhaupt ein widerstandsfähiger Kaktus, der unter den richtigen Bedingungen sowohl im Innen- als auch im Außenbereich gedeihen kann.
Deutscher Name: Schopfcereus, Greisenhaupt
Wissenschaftlicher Name: Cephalocereus
Familie: Kakteengewächse (Cactaceae)
Die Gattung Cephalocereus gehört zu den Wüstenkakteen. Die Art Cephalocereus senilis wird gerne in Wohnungen gepflegt. Wegen der dünnen, langen silberweißen Haare, die den blattlosen, säulenförmigen Stamm vollständig bedecken, nennt man diesen Wüstenkaktus auch Schopfcereus oder Greisenhaupt. An den 20 bis 30 flachen, senkrechten Rippen des Stammes, sitzen in dichter Reihe die Areolen der Kaktee. Den Areolen entwachsen nicht neben den bis zu 14 cm langen silberweißen Haaren auch 1 bis 5 gelbe, etwa 3 cm lange Stacheln.
In der mexikanischen Heimat erreicht Cephalocereus senilis im Alter von gut 200 Jahren die stattliche Höhe von 13 m. Als langsam wachsender Kaktus wird er in Wohnungen jedoch kaum höher als 40 cm und braucht in der Regel keine Töpfe mit mehr als 12 bis 15 cm Durchmesser. Da der Cephalocereus in Kulturhaltung das Reifestadium selten erreicht, setzt die Kaktee nur im Ausnahmefall Blüten an.
Das silberweiße Haarkleid der Kaktee dient als Schutz vor der prallen Sonnenbestrahlung. Das Haarkleid wird um so dicker, je intensiver die Sonnenbestrahlung ist. Um den Haarwuchs eines Cephalocereus anzuregen, stellt man das Greisenhaupt deshalb an einen Platz der von der Sonne beschienen wird.
Der Greisenhaupt benötigt für ein optimales Wachstum eine helle Umgebung mit viel Sonnenlicht. Mindestens 6 Stunden direkte Sonneneinstrahlung täglich sind ideal, um das Haarwachstum zu fördern, das die Pflanze vor der intensiven Hitze schützt. Wenn die Pflanze im Innenbereich gehalten wird, ist ein Standort an einem südlichen oder westlichen Fenster am besten geeignet. Für den Außenbereich eignet sich ein sonniger Standort, der vor Frost geschützt ist, da der Greisenhaupt empfindlich auf niedrige Temperaturen reagiert.
Info: Wie misst man die Beleuchtung am Standort ? Licht ist für Pflanzen wie Nahrung. Pflanzen bleiben nur gesund und vital, wenn ihre Lichtbedürfnisse erfüllt werden. Kenntnisse über die Lichtstärke in Lux zeigen, ob der Standort hell genug ist. Schattenliebende Pflanzen brauchen mindestens 500 bis 600 Lux, während sonnenliebende Geranien oder Sukkulenten 2000 Lux und mehr benötigen.
Ein Nordfenster lässt deutlich weniger Licht herein als ein Südfenster. Auch der Abstand zu einem Fenster ist wichtig. Bereits 2 bis 3 Meter hinter einem hellen Fenster kann es zu dunkel sein. Zu viel Licht ist auch schädlich und erfordert eine Abschattung oder einen Standortwechsel.
In der Hauptwachstumszeit wird die Kaktee gleichmäßig gegossen, die Erde sollte durchgehend feucht sein. Zwischen den einzelnen Wassergaben lässt man das Substrat etwas abtrocknen.
Obwohl der Greisenhaupt ein Kaktus ist und somit an trockene Bedingungen angepasst ist, benötigt er während der Wachstumsphase im Sommer regelmäßiges Gießen. Die sogenannte „Soak-and-Dry“-Methode ist hier besonders effektiv: Die Pflanze wird erst dann gegossen, wenn das Substrat vollständig ausgetrocknet ist. Im Winter sollte das Gießen auf ein Minimum reduziert werden, da der Greisenhaupt dann in eine Ruhephase übergeht und kaum Wasser benötigt.
Weniger ist mehr! Dies ist die goldene Regel beim Gießen von Zimmerpflanzen. Die meisten Pflanzen vertragen Trockenheit besser als Staunässe, die zu Wurzelfäule und Schimmelbildung führen kann. Ist man sich also unsicher, lieber etwas weniger gießen als zu viel.
Für diese Kakteen verwendet man ein Gemisch auf Kompost oder Torfbasis mit einem Zusatz von einem Drittel scharfem Sand um das Substrat locker und wasserdurchlässiger zu machen.
Das ideale Substrat für den Greisenhaupt ist gut durchlässig und ermöglicht eine schnelle Wasserabfuhr, um Staunässe zu vermeiden. Spezielle Kakteenerde oder eine Mischung aus Perlite, Sand und Blumenerde eignet sich am besten. Bei der Topfwahl sollte darauf geachtet werden, dass dieser aus einem porösen Material wie Ton besteht.
Während des Hauptwachstums vom Frühjahr bis zum Herbst gedeiht das Greisenhaupt sehr gut bei normalen Wohnungstemperaturen.
Der Greisenhaupt bevorzugt Temperaturen zwischen 18 und 29°C. Während der warmen Monate kann er problemlos im Freien gehalten werden, solange die Temperaturen nicht unter 10°C fallen. Im Winter sollte er jedoch an einem kühlen, trockenen Ort im Haus aufbewahrt werden, um Frostschäden zu vermeiden.
Im Winter hält man eine Ruheperiode bei Temperaturen unter 18 °C ein. Die untere Temperaturgrenze während der Ruhezeit beträgt 8 °C. Zu hohe Temperaturen und das schwache Licht während der kurzen Wintertage fuhren zu einem unnatürlich langem Stammwachstum der Kaktee. Während der Ruhezeit bekommt der Kaktus nur gerade so viel Wasser, dass die Erde nicht vollständig austrocknet. Zu kräftiges Gießen im Winter fördert ein unnatürliches Wachstum des Cephalocereus und kann zur gefürchteten Fäulnis an der Stammbasis und im Wurzelbereich der Kaktee führen.
Die Kakteen können in 7 bis 8 cm großen Pflanzgefäßen bleiben, bis sie 8 bis 10 cm Höhe erreicht haben. In jedem Frühjahr prüft man, ob die Wurzeln der Kaktee den Topf bereits ganz ausfüllen. Ist dies der Fall, muss man die Pflanzen umtopfen.
Nur während der Hauptwachstumszeit gibt man einen Kakteendünger. Das Düngen sollte sparsam vorgenommen werden. Wichtig ist, die feinen Haare der Kaktee nicht mit dem Dünger in Berührung zu bringen. Während der Ruhezeit stellt man die Düngung vollständig ein.
Der Greisenhaupt ist eine genügsame Pflanze, die nur in der Wachstumsphase im Frühjahr und Sommer gedüngt werden sollte. Ein Kakteendünger oder ein stickstoffarmer Dünger, der speziell für Sukkulenten entwickelt wurde, ist ideal. Der Dünger sollte immer stark verdünnt werden, um die empfindlichen Wurzeln nicht zu schädigen.
Cephalocereus senilis wird durch Aussaat vermehrt. Alternativ kann man eine Stecklingsvermehrung vornehmen. Dafür wird die Stammspitze abgeschnitten, die Schnittfläche lässt man bewurzeln. Dies ist aber meist nur die letzte Rettung für zu große Exemplare, bzw. für Cephalocereus senilis die im Wurzelbereich oder an der Stammbasis angefault sind.
Die Vermehrung des Greisenhaupts erfolgt entweder durch Samen oder Stecklinge:
Im Lauf der Jahre können sich die silberweißen Haare des Greisenhauptes bräunlich färben. Daran ist teilweise Staub und Schmutz schuld. Man entfernt die Verschmutzungen mit lauwarmem Wasser, dem man etwas Spülmittel zusetzt. Nach der Reinigung muss man die Kaktee mit klarem, lauwarmem Wasser nachspülen. In der Hauptsache sind die Verfärbungen jedoch eine Alterserscheinung und müssen hingenommen werden. Wenn man das Greisenhaupt mit Spülmittel wäscht, muss man die Erde abdecken, damit kein Spülmittel eindringen kann.
Das lange, zottige Haar der Kaktee bietet auch Platz für Schädlinge. Der Befall mit Schmierläusen / Wollläusen wird öfter an Cephalocereus beobachtet. Das kleine, weiße, an Wattebäusche erinnernde Gespinst der Schmierläuse ist gut auf den Blättern der befallenen Pflanzen zu erkennen.
Trotz seiner Robustheit kann der Greisenhaupt gelegentlich von Schädlingen wie Wollläusen oder Spinnmilben befallen werden. Die dichten Haare bieten diesen Schädlingen einen idealen Rückzugsort. Zur Bekämpfung empfiehlt sich die Verwendung eines in Alkohol getränkten Wattestäbchens oder eines milden Insektizids. Überwässerung ist eine der häufigsten Ursachen für Probleme bei der Pflege des Greisenhaupts. Staunässe führt schnell zu Wurzelfäule, die schwer zu behandeln ist.
| Aspekt | Hinweise |
|---|---|
| Standort | Sonning, mindestens 6 Stunden direktes Licht |
| Bewässerung | Im Sommer regelmäßig, im Winter stark reduziert |
| Substrat | Gut durchlässige Kakteenerde |
| Temperatur | 18-29°C im Sommer, kühl und trocken im Winter |
| Düngung | Nur während der Wachstumsphase, Kakteendünger |
| Vermehrung | Durch Samen oder Stecklinge |
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