Die Dulatov-Brüder: Vom Flüchtling zum Friseurunternehmer

Die Geschichte der Dulatov-Brüder ist eine von Flucht, Integration und außergewöhnlichem Erfolg. Im Juni 2007 kamen sie als Flüchtlinge aus Tschetschenien nach Deutschland. Heute sind die vier Brüder - Islam, Tamerlan, Sulumbek und Djibril - erfolgreiche Profi-Kampfsportler, gefragte Models und Friseurunternehmer mit ihrem neuen Salon J’adore Cut.

Die Dulatov-Brüder: Sulumbek, Tamerlan, Islam und Djibril (v.l.n.r.)

Vom Laufsteg zum Kampfsport

Was die vier Brüder aus Tschetschenien zu Shootingstars mit zehntausenden Instagram-Followern macht, ist die Kombination aus dem Modelbusiness und ihrer zweiten Leidenschaft: dem Kampfsport. In Artikeln in Vogue, Spiegel, Mens Health oder GQ erzählen sie mit Respekt vor dem großen Bruder, wie er sie über Boxen, Ringen und Kickboxen zu MMA gebracht hat.

Mixed Martial Arts (MMA) ist eine Vollkontaktsportart, die man sich als eine Kombination aus den drei genannten Sportarten vorstellen kann. In dieser Sportart feiern die Brüder große Erfolge. Islam beispielsweise ist bereits zweimaliger Europameister. Alle vier sehen ihre Zukunft im Sport, Djibril und Islam inzwischen im Profibereich.

Djibril Dulatov: Vom Netto zum Gucci-Laufsteg

Djibril Dulatov erzählt, wie er mit 16 Jahren für das Modeln entdeckt wurde, und man hat den Eindruck, er kann es auch heute noch nicht so ganz glauben. Bei einer Shoppingtour, bei der er sein erstes verdientes Geld aus dem Nebenjob bei Netto ausgab, tippte ihm plötzlich jemand auf die Schulter. Die Mitarbeiterin einer internationalen Casting-Agentur lud ihn zu einem Testshooting ein.

„Ich schaute zuerst mal hinter mich, weil ich dachte, das sei die Versteckte Kamera. Mir war damals nicht bewusst, dass es überhaupt männliche Models gab“, sagt er. Dem Vater zuhause ging es ähnlich. Die Mutter aber sagte ganz einfach: „Lass ihn doch mal ausprobieren!“

So kam die Karriere schnell in Gang. Kaum zwei Monate später und knapp drei Jahre nach der Flucht vor dem Krieg, fand sich Djibril Dulatov auf den großen Laufstegen wieder, lief für Gucci, McQueen, Diesel und andere bekannte Labels. Gucci-Sonnenbrillen, die er 2012 spaßeshalber beim Shoppen anprobiert hatte, präsentierte er nun selbst vor internationalem Publikum. Der gläubige Muslim nennt es Schicksal und ist dankbar dafür, dass er damals diese Chance bekommen hat.

J’adore Cut: Ein Familienprojekt

Die Erfolge im Sport und im Modelbusiness halten die Brüder jedoch nicht davon ab, auch noch andere Projekte anzustoßen, die bei den Dulatovs immer Familienprojekte sind. Eines dieser gemeinsamen Projekte war die Eröffnung von J’adore Cut, ihrem Herrensalon in der Düsseldorfer Charlottenstraße vor wenigen Monaten. Neben der bereits eröffneten Bar, J’adore Lounge, einem geplanten Restaurant sowie einem Gym, stand Friseur ganz oben auf der Liste.

„Wöchentlich zum Friseur zu gehen, gehört bei uns zum Beruf. Wir fühlen uns im Friseursalon einfach wohl“, ist Djibrils spontane Antwort auf die Frage, warum die Wahl gerade auf diese Branche gefallen ist. Vielleicht trug aber auch das Schülerpraktikum dazu bei, das er vor zehn Jahren im Salon von Guido Wagner auf der Düsseldorfer Kö absolviert hat. „Auch dort mochte er die Atmosphäre, denn Friseure sind einfach sympathisch“, strahlt er.

Kein Wunder also, dass man die Brüder oft im J’adore Cut antrifft. Und so mancher junge Fan freut sich, wenn er zum Haarschnitt noch ein Selfie mit seinen Idolen machen kann. Dazu sind die Dulatovs immer geduldig, nahbar und freundlich bereit. Es gehört einfach ganz selbstverständlich dazu. Die Stimmung im Salon ist herzlich, man fühlt sich willkommen.

Ein Gym für Jugendliche

Ein weiteres Herzensprojekt der vier Brüder, über das Djibril Dulatov erzählt, ist ein Gym für Jugendliche: „Wir möchten über Profisport und Mode hinaus etwas Positives bewirken, Kids von der Straße holen und ihnen die Möglichkeit geben, bei uns zu einem bezahlbaren Preis Sport zu machen“, schildert Manager Djibril die Ambitionen. Es soll dort Kampfsport trainiert werden, der Fokus aber ganz bewusst auf Deeskalation liegen.

„Wir wollen den jungen Leuten Werte vermitteln, wie Respekt und Anstand. Als Straßenkind weiß ich, wie schnell man in Konflikte gerät, das haben wir in Tschetschenien, aber auch hier erlebt.“

„Es ist ein schönes Gefühl, wenn ich hier sitze und sehe, dass wir diesen tollen Salon geschaffen haben." Etwas schaffen, auf das man stolz sein kann, dieses Gefühl ist den Brüdern wichtig, egal, ob es der schöne Salon ist, das Gym für Jugendliche oder die coole Bar. Wenn die Corona-Situation endlich wieder leichter wird, möchten sie ihre Projekte so richtig ans Laufen bringen.

Dann steht auch für den Salon noch etwas Neues auf dem Plan: „Wir möchten mehr Stylisten einstellen und unsere Friseurdienstleistung im J’adore Cut bald auch für Damen anbieten.“ Die Branche freut sich darauf.

Projekte der Dulatov-Brüder
Projekt Beschreibung
J'adore Cut Herrensalon in Düsseldorf
J'adore Lounge Bar in Düsseldorf
Geplantes Restaurant Restaurantprojekt in Düsseldorf
Gym für Jugendliche Kampfsport-Gym mit Fokus auf Deeskalation und Wertevermittlung

tags: #islam #dulatov #haarschnitt

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