Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das Männer und Frauen betrifft. Rund 30 Prozent der Männer sind von Haarausfall betroffen. Es gibt verschiedene Ursachen für Haarausfall, wobei die androgenetische Alopezie die häufigste ist. Seltener treten diffuser Haarausfall und kreisrunder Haarausfall auf. Eine frühe Therapie kann helfen, dem Haarverlust entgegenzuwirken.
Die Ursachen für Haarausfall sind vielfältig. Zu den wichtigsten zählen:
Haarausfall bei Männern ist in 95 Prozent der Fälle erblich bedingt, auch androgenetische Alopezie genannt. Anlagebedingter Haarverlust betrifft Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit zufolge bis zu 70 Prozent der Männer. Auslöser ist das männliche Sexualhormon Dihydrotestosteron, kurz DHT, eine Variante von Testosteron. Bei den Betroffenen reagieren die Haarfollikel, welche die Haarwurzeln umgeben, genetisch bedingt zunehmend empfindlich auf das männliche Hormon - und werden geschädigt. In der Folge fallen die Haare verstärkt aus oder wachsen unzureichend nach.
Je nach genetischer Veranlagung kann die androgenetische Alopezie bei manchen Männern bereits ab dem 16. Lebensjahr beginnen. Mit zunehmendem Alter steigt die Empfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber DHT. Oftmals bleibt lediglich ein Haarkranz bestehen. Manchmal bildet sich eine Glatze", erklärt Dr. Uwe Schwichtenberg, Hautarzt aus Bremen und Mitglied des Vorstandes des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen e. V. (BVDD).
Bei Männern beginnt der Haarausfall typischerweise an den Schläfen oder über dem Scheitel und breitet sich dann Richtung Hinterkopf aus. Das charakteristische Erscheinungsbild zeigt sich zunächst in der Ausbildung von Geheimratsecken, gefolgt von einer Stirnglatze. Im fortgeschrittenen Stadium bleibt oft nur noch der typische Haarkranz erhalten.
Bei Frauen äußert sich die androgenetische Alopezie anders als bei Männern. Statt einer vollständigen Glatzenbildung kommt es zu einer diffusen Ausdünnung des Haares, besonders entlang des Scheitels. Die Haarlinie an der Stirn bleibt dabei meist erhalten.
Eine weitere Form des Haarausfalls ist der diffuse Haarausfall, auch diffuses Effluvium genannt. Hierbei dünnt das Haar über den gesamten Kopf aus. Anders als bei der genetischen Alopezie sind in der Regel keine kahlen Stellen sichtbar. Die Ursachen für diffusen Haarausfall sind vielfältig. So können bestimmte Erkrankungen, die Einnahme bestimmter Medikamente, eine Chemo- oder Strahlentherapie, ein Nährstoffmangel oder akuter Stress den Haarverlust begünstigen. Manchmal ist keine Ursache feststellbar.
Beim diffusen Haarausfall gehen die Haare verfrüht von der Wachstums- in die Ruhephase über. Auffällig wird der Haarverlust meist drei Monate nach dem haarschädigenden Ereignis. Dann nämlich endet die Ruhephase und die Haare fallen aus", erklärt der Dermatologe. Ein täglicher Verlust von 50-100 Haaren ist normal. Von krankhaftem Haarausfall (Alopezie) sprechen Ärzte erst bei über 100 Haaren pro Tag.
Hormonelle Veränderungen, wie sie während der Wechseljahre auftreten, können den Haarausfall bei Frauen verstärken. Ein sinkender Östrogenspiegel begünstigt dabei den Einfluss der Androgene auf die Haarfollikel. Auch Schilddrüsenerkrankungen können das Erscheinungsbild der Haare zusätzlich beeinträchtigen.
Eine weitere häufige Form ist die Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall), die schon im Kindes- oder jungen Erwachsenenalter auftreten kann. Hierbei greift das Immunsystem die Haarfollikel an, wodurch das Haar kreisrund ausfällt.
Die Symptome entwickeln sich meist plötzlich: An einer oder mehreren Stellen der Kopfhaut fallen die Haare kreisförmig aus. Bei etwa 20% der Betroffenen zeigen sich zusätzlich Veränderungen an den Fingernägeln. Die gute Nachricht: Bei etwa einem Drittel der Patienten kommt es innerhalb von sechs Monaten nach der ersten Manifestation zu einer spontanen Besserung. Insgesamt sind 50-80% der Betroffenen nach einem Jahr beschwerdefrei.
Die Ursachen und Symptome der Alopecia Areata. Bei dieser Form des Haarausfalls spielen genetische Faktoren eine wichtige Rolle. Die Symptome entwickeln sich meist plötzlich: An einer oder mehreren Stellen der Kopfhaut fallen die Haare kreisförmig aus. Bei etwa 20% der Betroffenen zeigen sich zusätzlich Veränderungen an den Fingernägeln.
Es gibt verschiedene Arten von kreisrundem Haarausfall:
Der kreisrunde Haarausfall tritt selten allein, sondern meistens zusammen mit anderen Grunderkrankungen auf. Zudem erkrankt jeder 10. Dadurch kommt das Haarwachstum zum Stillstand und die Haare fallen aus, ohne allerdings zu vernarben. Das bedeutet, dass die Haarfollikel prinzipiell erhalten bleiben, weshalb für viele Betroffene eine gute Prognose besteht. In ca. 80 % der Fälle kommt das Haar nach ca.
Wenn Sie über einen längeren Zeitraum verstärkten Haarausfall bemerken, sollten Sie die Ärztin oder den Arzt aufsuchen. Dies gilt insbesondere, wenn der Haarverlust plötzlich einsetzt oder sich kahle Stellen bilden. Die Diagnose von Haarausfall erfolgt durch verschiedene Untersuchungsmethoden.
Zunächst führen die Ärztin oder der Arzt ein ausführliches Gespräch, um mögliche Auslöser wie Medikamente, Erkrankungen oder Ernährungsgewohnheiten zu identifizieren. Anschließend wird die Kopfhaut gründlich untersucht, um die Art des Haarausfalls und den Zustand der Haarfollikel zu beurteilen. Ein wichtiges diagnostisches Verfahren ist der Zupftest: Hierbei werden etwa 50 Haare gleichzeitig sanft gezogen. Bleiben mehr als 5 lose Haare übrig, deutet dies auf einen aktiven Haarausfall hin.
Für eine präzise Diagnose wird häufig ein Trichogramm erstellt, das den Anteil der Haare in verschiedenen Wachstumsphasen bestimmt. Ergänzend können Blutuntersuchungen durchgeführt werden, um mögliche Grunderkrankungen wie Schilddrüsenfehlfunktionen oder Eisenmangel zu erkennen.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Wissenschaftlich erprobte Medikamente wie Minoxidil (für beide Geschlechter) oder Finasterid (nur für Männer) können bei 80-90% der Behandelten den Haarverlust stoppen. Bei Mangelzuständen hilft eine gezielte Nährstoffergänzung.
Ist eine androgenetische Alopezie die Ursache des Haarverlusts, sollten betroffene Männer rasch handeln. Einmal verursachte Schäden an den Haarwurzeln sind nicht wieder rückgängig zu machen. Das heißt: Bereits ausgefallene Haare wachsen nicht wieder nach. Eine frühzeitige Therapie kann einem Fortschreiten bis zu einem gewissen Maß entgegenwirken.
Zur Anwendung kommen die beiden Wirkstoffe Finasterid und Minoxidil. Beide wirken nachweislich. Minoxidil wird als Lösung oder Schaum auf die Kopfhaut aufgetragen. Finasterid wurde bislang als Tablette eingenommen, seit 2023 gibt es den Wirkstoff auch als Spray zur äußeren Anwendung", erklärt Schwichtenberg. Wirksam sind die Medikamente gegen Haarausfall allerdings nur, wenn sie dauerhaft angewendet werden. Setzen Männer die Präparate ab, schreitet auch der Haarausfall weiter fort.
Bei der Behandlung von kreisrundem Haarausfall wird üblicherweise entzündungshemmend wirkendes Kortison behandelt. Die lokale Immuntherapie mit speziellen Wirkstoffen zeigt je nach Ausgangsbefund Erfolgsraten zwischen 30 und 80%.
Die Therapie des diffusen Haarausfalls richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache. Bei Eisenmangel oder Vitamin-Defiziten steht eine ausgewogene Ernährung im Vordergrund.
Für die Behandlung von Haarausfall stehen verschiedene wissenschaftlich erprobte Medikamente zur Verfügung. Der Wirkstoff Minoxidil wird als Lösung oder Schaum direkt auf die Kopfhaut aufgetragen. Studien belegen eine beeindruckende Wirksamkeit: Bei 80-90% der Behandelten konnte das Haarwachstum stabilisiert werden.
Der Arzneistoff Finasterid wird in Tablettenform eingenommen und kommt ausschließlich bei männlichen Patienten zum Einsatz. Neben der medikamentösen Behandlung gewinnen regenerative Therapieansätze zunehmend an Bedeutung. Die PRP-Therapie (Platelet Rich Plasma) nutzt körpereigene Selbstheilungskräfte: Dabei wird blutplättchenreiches Plasma aus dem eigenen Blut gewonnen und in die Kopfhaut injiziert, um das Haarwachstum zu stimulieren.
Die Laserlichttherapie stellt eine weitere innovative Behandlungsoption dar. Diese Methode kann das Haarwachstum bei bestimmten Arten von Haarausfall fördern.
Eine Haartransplantation kommt als Behandlungsoption in Betracht, wenn der Haarausfall bereits gestoppt oder deutlich verlangsamt wurde. Die Methode eignet sich besonders für Menschen mit kahlen Stellen durch erblich bedingten Haarausfall, bei dem die Haarwurzeln gegenüber männlichen Geschlechtshormonen überempfindlich reagieren.
Bei der vernarbenden Alopezie, bei der es zu einer dauerhaften Schädigung der Haarfollikel kommt, kann eine Haartransplantation ebenfalls sinnvoll sein. Allerdings muss der zugrundeliegende Krankheitsprozess zunächst unter Kontrolle gebracht werden.
Die modernste Technik ist die I-FUE-Methode (Follicular Unit Extraction), die besonders schonend und minimal-invasiv durchgeführt wird. Bei diesem Verfahren werden einzelne Haarfollikel oder kleine Follikelgruppen von 1-2 Haaren aus gut behaarten Bereichen entnommen und in die kahlen Stellen transplantiert. Die Kopfhaut wird bei dieser Methode nur minimal belastet, was zu einer schnelleren Heilung führt.
Vor einer Haartransplantation muss die Ursache für den Haarausfall genau diagnostiziert werden. Bei einer Chemotherapie fallen die Haare beispielsweise innerhalb von 1-4 Wochen nach Behandlungsbeginn aus.
Um das Haar natürlich zu stärken, helfen einfache Tipps. Einige haben wir hier für Sie zusammengetragen:
Es ist völlig normal, dass sich die Haarstruktur und die Haardichte im Alter verändern. Der anlagebedingte Haarverlust ist auch in jungen Jahren nicht selten und stellt keine Erkrankung dar. Rötungen, Juckreiz, andere Veränderungen an der Kopfhaut oder fleckenartige Haaraussparungen lassen Betroffene aber am besten von einem Dermatologen oder einer Dermatologin abklären.
Was sind die häufigsten Ursachen für Haarausfall?
Haarausfall kann verschiedene Ursachen haben. Zu den wichtigsten zählen die genetische Veranlagung (androgenetische Alopezie), hormonelle Veränderungen (z.B. während Schwangerschaft oder Wechseljahren), Autoimmunerkrankungen, Schilddrüsenfehlfunktionen, Medikamentennebenwirkungen und Mangelernährung.
Wann sollte man bei Haarausfall zum Arzt gehen?
Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn täglich mehr als 100 Haare ausfallen oder der Haarverlust plötzlich einsetzt. Auch bei der Bildung kahler Stellen sollten Sie medizinischen Rat einholen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Haarausfall?
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Wissenschaftlich erprobte Medikamente wie Minoxidil (für beide Geschlechter) oder Finasterid (nur für Männer) können bei 80-90% der Behandelten den Haarverlust stoppen. Bei Mangelzuständen hilft eine gezielte Nährstoffergänzung.
Wie lange dauert es, bis Behandlungen gegen Haarausfall wirken?
Die Wirkung von Haarausfall-Behandlungen zeigt sich nicht sofort. Bei medikamentösen Therapien vergehen meist 8-12 Monate, bis erste Erfolge sichtbar werden.
Wie kann man Haarausfall vorbeugen?
Zur Vorbeugung von Haarausfall ist eine schonende Haarpflege wichtig. Vermeiden Sie mechanische Belastungen wie zu straff gebundene Frisuren.
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