Huhn mit Frisur: Eine Liste außergewöhnlicher Hühnerrassen

Die Beziehung der meisten Deutschen zu Hühnern beschränkt sich oft auf das Frühstücksei am Wochenende. Doch die Natur hat sich bei der Erschaffung des Huhns viele ausgefallene, lustige, verrückte und bunte Modelle einfallen lassen. Es gibt eine erstaunliche Vielfalt an Hühnerrassen, von denen viele vom Aussterben bedroht sind.

Grundsätzlich kann bei den bestehenden rund 180 anerkannten Hühnerrassen grob zwischen Nutzgeflügel und Ziergeflügel aufgeteilt werden. Beim Nutzgeflügel wiederum wird bei den Hühnerarten zwischen Legerassen, Fleischrassen und Zwiehuhnrassen unterschieden, bei denen sowohl eine probate Legeleistung als auch ein guter Fleischansatz bei den Hühnern zu erwarten ist. Die Hühnerrassen verfügen dann zudem noch über unterschiedliche Farbschläge und Federzeichnungen.

Stets stand die Optimierung besonderer Eigenschaften im Vordergrund: entweder eine gesteigerte Legeleistung, besserer Fleischansatz, besondere Farbausprägungen, Federbeschaffenheit und -Musterung. Abhängig vom Zuchtziel ergaben sich so die buntesten und unterschiedlichsten Hühnerrassen und Hühnerarten - die Großformen, Mittelformen und Zwergformen.

Neben unzähligen (im Standard landesabhängigen) Rassen legt sich dem Hühnerliebhaber ein erweitertes Spektrum urtypischer Rassen auch noch anhand der verzwergten Großrassen wie auch der wenigen eigentlichen Zwergrassen dar.

Im Folgenden soll eine kleine Auswahl aussterbender und typischer Hühnerrassen einen Eindruck vom Spektrum der bunten Hühnerzucht bieten und eine Entscheidungshilfe für Hühner-Neulinge bieten.

Aller Wahrscheinlichkeit nach stammen unsere Haushühner von den ursprünglichen Hühnerarten Bankiva- oder Buschhuhn (Gallus gallus) ab, dessen Wildform heute noch in Südostasien vorkommt. Der mögliche Anteil anderer wilder Hühnerarten lässt sich nicht eindeutig bestimmen. Fest steht jedoch, dass in unseren Haushühnern mehr Erbgut des Bankiva-Huhns als von allen anderen Hühnerarten zu finden ist. Somit ist dieses asiatische Wildhuhn wahrscheinlich der wichtigste Vorfahr aller heute bekannten Hühnerrassen.

Übrigens: Die zahlreichen Rassen sind zwar auf verschiedene Hühnerarten zurückzuführen, bilden aber im Grunde dennoch nur eine Art.

Besondere Hühnerrassen im Detail

Im Folgenden werden einige besondere Hühnerrassen genauer vorgestellt:

Das Holländer Haubenhuhn

Das Holländer Haubenhuhn trägt sein extravagantes Federkleid anstatt eines Kammes auf dem Kopf. Die Holländer Haubenhühner ähneln ein wenig den reichen Damen des berühmten Pferderennens in Ascot. Zumindest was ihren Kopfschmuck angeht. Dieses Huhn geizt nämlich keineswegs mit seinem extravaganten Federkleid, das es anstatt eines Kammes auf dem Kopf trägt. Schon seit Jahrhunderten ist diese Hühnerrasse in den Niederlanden bekannt.

Im 15. Jahrhundert traten Holländer Haubenhühner dort erstmals in Erscheinung. Auch in der Kunst bediente man sich der ungewöhnlichen Optik dieser Hühnerrasse, was die Altholländischen Meister in ihren Kunstwerken gerne zeigten.

Die genaue Abstammung des Holländer Haubenhuhns ist hingegen nicht exakt bekannt. Vermutet wird, dass es sich, wie bei allen altniederländischen Hühnerrassen mit Haube, bzw. Holländische Haubenhühner stellen, wie alle Hühner mit üppigem Kopfgefieder, einige Ansprüche an die Haltung.

Das Gehege sollte Idealerweise sauber und überdacht sein, um die prachtvolle Haube vor Witterungseinflüssen und Verschmutzungen zu schützen. Allzu groß muss der Auslauf dabei gar nicht sein, denn die Haubenhühner sind alleine ihrer Größe wegen mit einem kleineren Gehege gut bedient.

Die großen Hauben sind übrigens nicht nur für die Hühner selbst ein „wärmender Hut“, sondern auch tolle Brutstätten für Läuse und anderes Ungeziefer. Regelmäßige Kontrollen und entsprechende Behandlungen mit Ungeziefersprays sind daher unumgänglich.

Häufig sind die Holländer Haubenhühner, bedingt durch das eingeschränkte Gesichtsfeld ihres üppigen Kopfgefieders, recht schreckhaft, obwohl es sich an und für sich eher um ruhige, gemütliche Tiere handelt.

Abhilfe schafft man dadurch, dass man sich den Hühnern nicht unbemerkt nähert und die Hände in Augenhöhe bewegt, anstatt von oben auf die Hühner zu greifen. Im Übrigen sind die Holländer Haubenhühner sehr pflegeleicht und werden schnell zutraulich.

Das Holländer Haubenhuhn eignet sich hervorragend als Zierhuhn, das zudem noch eine attraktive Anzahl Eier legt. In den alten Zeichnungen und Gemälden der Meister ist das Holländer Haubenhuhn oft mit schwarzem Körper und weißer Haube zu sehen.

Die Variante weißes Huhn mit schwarzer Haube, wird als Weiße Schwarzhaube betitelt und ist als Farbvariante schon seit Jahrhunderten bekannt, war jedoch gänzlich ausgestorben. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahm sich der holländische Genetiker Dr. Vriesendorp der Wiederauferstehung dieser Farblaune an.

Die Läufe sind übrigens bei allen Farbschlägen schiefergrau, während die Iris in einem leuchtenden Orange hervorsticht.

Das Holländer Haubenhuhn zählt zu den kleinen Hühnerrassen und ist mit einem entsprechenden Gewicht von maximal 2 Kilogramm (Hahn) ausgestattet. Die Henne wiegt etwas weniger. Die Erscheinung des Holländer Haubenhuhns ist dabei zierlich und schlank im typischen Landhuhnformat.

Es ist ein stolzes Huhn, das stets in aufrechter Haltung daherkommt, wobei die Rückenlinie leicht abfällt und beinahe im rechten Winkel in den Schwanz übergeht. Der lange, üppige Schwanz wiederum wird stark gespreizt getragen. Der Holländer Haubenhuhn Hahn präsentiert dabei eine enorme Vielfalt an gut entwickelten Schmuckfedern, vor allem zahlreiche Sicheln.

Beide Geschlechter tragen eine große Haube, obschon diese bei der Holländer Haubenhuhn Henne deutlich kompakter und kugeliger ausgebildet sein sollte. Die Haube des Hahns ist etwas lockerer aufgebaut.

Da er über längere und schmaler geformte Federn verfügt, wirkt die Haube des Hahns häufig etwas zerzaust. Zwar sollte die Haube beim Holländer Haubenhuhn recht üppig vorhanden sein, eine zu große Haube wird allerdings nicht zugelassen, da sie das Sichtfeld zu sehr beeinträchtigt.

Das Strupphuhn

Strupphühner kamen vor etwa 300 Jahren ursprünglich aus Südasien, von den Philippinen und Java; Hühner nur mit „struppigen“ Flügel und Mähnen wurden jedoch bereits 1676 in Europa dokumentiert. Die Rasse ist für Ausstellungen beliebt, besonders in der Zwergform.

Die große Rasse war praktisch ausgestorben, bis eine Reihe von Enthusiasten vor nicht allzu langer Zeit ein Zuchtprogramm zu ihrer Wiederbelebung starteten. Sie gelten jedoch immer noch als seltene Rasse.

Die einzelnen Federn sind mittellang und locken sich zum Kopf des Vogels hin. Sie sehen ziemlich zerzaust aus, und besonders am Hals hat diese Rasse reichlich struppige Federn.

Strupphühner sind aufrechte Vögel mit kurzem, breitem Körper und wohlgerundeter, voller Brust. Sie haben lange Flügel und große, aufrechte Schwänze; die Läufe sind nicht befiedert.

Strupphühner sind widerstandsfähige Hühner, die rasch wachsen. Beim Schlüpfen sehen die Federn der Küken noch völlig normal aus; an den Flügeln beginnen sie jedoch bald zu wachsen und locken sich dann nach außen.

Die Vögel sind sanft, die Hennen gute Eierlegerinnen, jedoch keine besonders guten Brüterinnen. Sie sind eine schwere Rasse, und obwohl sie überwiegend als Ausstellungsrasse gelten, sind sie auch gute Fleischhühner und eignen sich hervorragend für die Freiland- oder Auslaufhaltung.

Das Strupphuhn gibt es in mehreren Farbenschlägen: einfarbig schwarz, blau, gelb, weiß-columbia wie beim Wyandotte, geschultert schwarz-rot, braut-rot, gesperbert, rotgeschultert, getupft wie beim Altenglischen Kämpfer und rot wie beim Rhode Island Red.

Alle Farbenschläge haben rote Augen, einen mittelgroßen Einfachkamm und Ohrscheiben; die Farbe der Läufe variiert jedoch und ist bei dunkleren Vögeln normalerweise dunkler. Auch die Schnabelfarbe entspricht der Farbe des Gefieders.

Gelbe, columbia-farbige, rotgeschultert weiße, rote und weiße Farbenschläge haben gelbe Schnäbel, während getupfte, schwarz-rote, gesperberte, schwarze und blaue Farbenschläge weiße Schnäbel haben.

Es gibt drei Arten von Gefieder: gestruppt (gelockt), stark gestruppt und glatt.

Weitere interessante Hühnerrassen

Neben den bereits genannten Rassen gibt es noch eine Vielzahl weiterer interessanter Hühnerrassen, die sich durch besondere Eigenschaften auszeichnen:

  • Bielefelder Kennhuhn: Ein sehr gutes Anfängerhuhn, robust und legt etwa 230 Eier im Jahr.
  • Italiener: Eine Rasse mit einem bunten Federkleid, wobei die Hennen etwa 200 weiße Eier im Jahr legen.
  • Leghorn: Strahlend weiße, schlanke Hennen mit leuchtend rotem Kamm und einer Legeleistung von etwa 200 Eiern im Jahr.
  • Plymouth Rock: Ein tolles Familienhuhn, super zutraulich, gemütlich, ruhig und mit einem sanften Wesen.
  • Zwerg-Strupphühner: Ihre Federn sehen aus wie explodierte Sofakissen. Sie legen etwa 130 Eier im Jahr.
  • Königsberger: Diese Legehenne überzeugt unter anderem durch ihr interessantes Aussehen. Sie gilt als familienfreundlich und anfängergeeignet. Es handelt sich hier um ein ruhiges Huhn mit einer ausgezeichneten Legeleistung.
  • Grünleger: Grünleger-Hennen bringen nicht nur Abwechslung, sondern regelrecht einen Farbklecks in den Eierkorb. Ihre charakteristischen grünen und türkisfarbigen Eier fallen sofort ins Auge und verleihen jedem Eierkorb eine lebendige Note.
  • Marans: Marans-Hühner sind eine faszinierende Hühnerrasse, die ihren Ursprung im französischen Dorf Marans hat. Hierbei handelt es sich um eine mittelgroße Hühnerrasse mit einer markanten Erscheinung und einigen einzigartigen Merkmalen.
  • Rhodeländer: Rhodeländer Hühner sind eine beliebte Hühnerrasse, die für ihre auffällige Erscheinung und ihre vielseitigen Eigenschaften geschätzt wird.
  • Sussex: Die Sussex ist eine Hühnerrasse, die sich durch ihr ruhiges und äußerst anfängerfreundliches Verhalten auszeichnet, was sie zu einer idealen Wahl für Neulinge in der Hühnerhaltung macht.
  • Blausperber: Blausperber, auch als Blausperber Hühner bekannt, sind für ihre ruhige und freundliche Natur bekannt, was sie zu beliebten Geflügelrassen macht.

Die Vielfalt der Hühnerrassen

Anhand der Beispiele sieht man, wie vielfältig und abwechslungsreich Hühner sein können. Für alle Ansprüche gibt es die passenden Rassen. Das Großartige ist übrigens, dass ihr Hühnerrassen auch gerne mixen könnt. Ihr müsst euch nicht für eine entscheiden. Eine bunte Truppe wächst ebenso zu einer Harmonie zusammen und erfüllt euren Garten mit einer abwechslungsreichen Vielfalt.

Informationen über die verschiedenen Hühnerrassen finden Interessierte natürlich bei spezialisierten Züchtern. Doch wenn man nicht gerade einen solchen als Nachbarn hat, sind Hühnerzüchter manchmal schwer zu finden - vor allem, wenn es eine bestimmte Rasse sein soll.

Sie können sich jedoch vertrauensvoll an den Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter e. V. (BDRG) sowie dessen Unterorganisationen werden. Jedes Bundesland sowie innerhalb dessen viele Kreise und sogar Ortschaften unterhalten Rassegeflügelzuchtvereine, in denen sich die Liebhaber, Halter und Züchter des bedrohten Geflügels organisatorisch zusammengeschlossen haben.

Des Weiteren sind die Züchter vieler der nachfolgend aufgeführten Hühnerrassen in so genannten Sondervereinen zusammengeschlossen - so gibt es beispielsweise einen “Sonderverein zur Erhaltung des Araucana- und Zwerg-Araucana-Huhnes” oder einen “Sonderverein der Züchter des Barnevelder- und Zwerg-Barnevelder-Huhnes” usw.

Systematisierung der Hühnerrassen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die einzelnen Hühnerrassen zu systematisieren. Dieser Artikel folgt der klassischen Einteilung in Groß-, Zwerg- und Ziergeflügel, wobei noch einmal in Lege-, Fleisch- und Zwiehuhnrassen unterschieden wird.

Allerdings ist eine solche Einteilung nicht leicht zu bewerkstelligen, da die alten Rassen im Grunde alle Zwiehühner sind - sie dienten auf dem Bauernhof sowohl der Ei- als auch der Fleischgewinnung. Allerdings lassen sich bestimmte Tendenzen erkennen.

Die hier angeführten “alten” Legehuhnrassen können in puncto Legeleistung natürlich nicht mit modernen Legehennen mithalten, die bei möglichst sparsamer Fütterung beinahe täglich ein Ei legen. Diese Legehennen gehören keiner bestimmten Rassengruppe an, sondern sind sogenannte Hybriden.

Darunter versteht man die Endprodukte der Kreuzung von bestimmten, stark spezialisierten Zuchtlinien.

Hühnerrassen und ihre Eigenschaften

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über einige Hühnerrassen, deren Herkunft, Eigenschaften, Legeleistung und Eierfarbe:

Herkunftsland Eigenschaften Legeleistung Gewicht der Eier Eierfarbe
Altsteirer 190 Eier / Jahr 55 g Weiß
Ameraucana 180 Eier / Jahr 65 g Blau
Amrock 220 Eier / Jahr 58 g Gelb-Braun
Ancona 220 Eier / Jahr 50 g Chremfarben
Araucana 180 Eier / Jahr 50 g Grün
Augsburger Huhn 180 Eier / Jahr 58 g Weiß
Australorp 200 Eier / Jahr 55 g Braun
Barnevelder 180 Eier / Jahr 65 g Braun

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