Haarausfall ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Hormone spielen eine wichtige Rolle beim Haarwachstum. Hormone sind biochemische Botenstoffe, die von speziellen Zellen produziert werden. Vereinfacht ausgedrückt werden die Haarfollikel und damit auch die Haarwurzeln über die Hormone gesteuert. Diesem Phänomen wird in der medizinischen Forschung viel Aufmerksamkeit geschenkt. Hormonelle Veränderungen haben deshalb auch unmittelbare Auswirkungen auf die Haare.
Haarausfall gilt dennoch nach wie vor als Männersache. Dabei wird unter den Teppich gekehrt, dass auch zahlreiche Frauen von dieser Problematik betroffen sind. In den letzten zwei Jahrzehnten wurde ein Anstieg des hormonell bedingten Haarausfalls bei Frauen festgestellt. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Einnahme der Anti-Baby-Pille sowie Hormonrückstände in Lebensmitteln und Trinkwasser mögliche Faktoren sein könnten. Bei Frauen tritt Haarausfall gehäuft während der Pubertät, nach der Schwangerschaft und in den Wechseljahren auf. Auch Mädchen und junge Frauen zwischen 16 und 20 können unter diffusem Haarausfall leiden. Zudem gibt es bei Frauen in verschiedenen Lebensphasen Hormonschwankungen, die einen Haarausfall nach sich ziehen können. Auch eine Schwangerschaft verändert den Hormonhaushalt stark.
Während der Schwangerschaft steigt der Spiegel des Hormons Östrogen im Körper an, wodurch das Haarwachstum angeregt wird. Viele Frauen erfreuen sich in dieser Lebensphase an besonders glänzenden und gesunden Haaren. Etwa ab der 8. Ausschlaggebend ist, dass der Hormonspiegel in den Keller rutscht. Doch auch die Stillzeit kann mit Haarausfall einhergehen. Das Hormon Prolactin, das zur Milchbildung beiträgt, verkürzt die Wachstumsphase der Haare.
Bei Frauen wird oft das sog. PCOS (engl. PCOS) diagnostiziert. Von Haarausfall betroffene Frauen leiden an einer übermässigen Bildung männlicher Geschlechtshormone. Die Symptome sind neben Haarausfall auch Akne, verstärkte Körperbehaarung und oft auch Kinderlosigkeit.
Im Klimakterium verändert sich die hormonelle Zusammensetzung im weiblichen Körper grundlegend. Zu hormonell bedingtem Haarausfall kommt es bei Frauen oft zwischen dem 40. und dem 55. Lebensjahr. Irgendwann in diesem Zeitraum setzt das Klimakterium ein, die sogenannten Wechseljahre. Die hormonellen Veränderungen, die damit einhergehen, sind oft von verschiedenen Beschwerden begleitet. Bei vielen Frauen ist eine Anlage für androgenetischen Haarausfall vorhanden. In der Folge verschlechtert sich die Nährstoffversorgung der betroffenen Haarfollikel. Diffuser Haarausfall setzt ein, der viele Regionen des Kopfes treffen kann. Noch vorhandene Haare werden vielfach dünn oder flaumig. Verläuft der hormonell bedingte Haarausfall in den Wechseljahren ungebremst, scheint nicht selten die Kopfhaut durch. Auch ein Rückgang der Haarlinie und Geheimratsecken können hinzukommen.
Weitere hormonelle Schwankungen, die mit Haarausfall einhergehen sind für Männer eher untypisch. Schilddrüsenerkrankungen wie eine Unter- oder Überfunktion können zu Haarausfall führen. Schilddrüsenhormone beeinflussen die Geschwindigkeit des Stoffwechsels im Körper. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist der Stoffwechsel verlangsamt, was zu dünnerem und brüchigerem Haar führen kann. Auch Stress kann Haarverlust begünstigen, da sich das Stresshormon Cortisol negativ auf das Haarwachstum auswirkt. Ein weiterer Grund für hormonellen Haarausfall ist die Behandlung mit einer Hormontherapie. Diese wird bei einigen Krebsarten eingesetzt, bei denen die Tumore sensibel auf hormonelle Einflüsse reagieren. Dazu gehören bestimmte Arten von Brustkrebs, Eierstockkrebs oder Prostatakrebs.
Wie hormoneller Haarausfall erkannt werden kann, was Betroffene tun können und welche Maßnahmen möglich sind, wird im folgenden Artikel beschrieben. Hormone haben einen wichtigen Einfluss auf das Haarwachstum. Meist gibt es typische Verläufe und Muster, so dass hormonell bedingter Haarausfall schnell erkannt werden kann. Obwohl der erblich bedingte, hormonelle Haarverlust in zunehmendem Alter bei Männern deutlich bekannter ist, sind auch bis zu 50 Prozent der Frauen davon betroffen. Er tritt typischerweise nach den Wechseljahren und damit dem Rückgang des Östrogenspiegels auf, kommt aber auch bei fast jeder vierten Frau unter 40 Jahren schon vor.
Bei Frauen mit hormonell bedingtem Haarausfall werden die Haare häufig dünner und brüchiger und können langsamer wachsen als zuvor. Typisch ist, dass die Haare über den gesamten Kopf hinweg ausdünnen, sodass die Kopfhaut hindurch scheinen kann. Insbesondere die Region um den Scheitel lichtet sich deutlich. Nur im Extremfall kommt es bei Frauen zur Glatzenbildung.
Das typische Erscheinungsbild von hormonellem Haarausfall bei Männern sieht man im Alltag sehr häufig: der erblich bedingte Haarausfall oder androgenetische Alopezie. Der Haarausfall beginnt in der Regel mit Geheimratsecken, die Haarlinie weicht kontinuierlich zurück, sodass die Stirn immer höher erscheint. Am oberen Hinterkopf kann sich eine kahle Tonsur bilden. Im Verlauf konfluieren die kahlen Stellen. Am Ende steht oft nur noch ein schmaler Haarkranz am Hinterkopf von Ohr zu Ohr. Der Verlauf ist sehr unterschiedlich - siehe das Hamilton-Norwood Schema. Während manche Männer bis ins hohe Alter nur Geheimratsecken haben, kann der Haarausfall bei anderen schon im mittleren Alter weit fortgeschritten sein. Es ist möglich, dass eine vollständige Glatze entsteht.
Der mit Abstand häufigste Grund für Haarausfall bei Männern ist der erblich bedingte Haarverlust. Er macht 95 Prozent der Fälle von Haarausfall bei Männern aus. Häufig beginnt er bereits in den Zwanzigern und schreitet ab dem 30. bis 40. Am häufigsten ist hormoneller Haarausfall erblich bedingt. DHT ist die biologisch aktive Form des Testosterons. Aus diesem wird es durch das Enzym 5-alpha-Reduktase hergestellt. Das Hormon dient primär der Ausbildung männlicher Geschlechtsmerkmale, ist aber auch im Körper von Frauen in geringeren Mengen vorhanden. DHT befindet sich auch auf der Kopfhaut. Bei Betroffenen von erblich bedingtem Haarausfall ist die Wirkung von DHT an der Kopfhaut verstärkt. DHT bewirkt auf der Kopfhaut, dass die Wachstumsphase der Haare verkürzt wird und die Blutgefäße in der Kopfhaut sich zurückbilden, sodass die Haarwurzeln nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden. Bei anderen Formen des hormonell bedingten Haarausfalls sind andere Hormone verantwortlich, wie das oben beschriebene Stresshormon Cortisol oder Schilddrüsenhormone. Bei Frauen kann Haarverlust mit dem Östrogenspiegel zusammenhängen, da ein niedriger Östrogenspiegel die Wachstumsphase der Haare verkürzt.
Um bei Haarausfall die richtige Diagnose stellen zu können, ist zunächst eine ausführliche Anamnese wichtig. Dabei wird die Krankengeschichte des Patienten beleuchtet, man schaut sich die genauen Symptome und deren zeitlichen Verlauf an. Die Lebensumstände des Patienten sollten beachtet werden, weil zum Beispiel Stress zu hormonellem Haarausfall führen kann. Zu beachten sind auch potenzielle Nebenwirkungen von Medikamenten, die ebenfalls Ursache für einen Haarausfall sein können. Um die Haarwurzeln und den Wachstumszyklus der Haare genauer betrachten zu können, sind ein Trichogramm oder ein Trichoscan hilfreich. Bei einem Trichogramm werden Haare von der Kopfhaut entfernt und unter einem Lichtmikroskop untersucht. Bei einem Trichoscan werden in einem kleinen Areal die Haare an der Kopfhaut rasiert. Zu empfehlen sind auch endokrinologische Untersuchungen, bei denen verschiedene Hormone im Blut untersucht werden. Dabei können zum Beispiel Fehlfunktionen der Schilddrüse oder Ungleichgewichte der Geschlechtshormone festgestellt werden. Kommen die Wechseljahre als Ursache des hormonellen Haarausfalls in Betracht, kann ebenfalls ein Bluttest weiterhelfen, zum Beispiel ein Test auf FSH (follikel-stimulierendes Hormon), dessen Anstieg bei Eintritt in die Wechseljahre zu erwarten ist.
Die Schulmedizin hat bei hormonell bedingtem Haarausfall meist nur Hormontherapien zu bieten. Doch immer mehr Frauen besinnen sich auf alte Heilmittel und wagen den Blick über den kulturellen Tellerrand. Es gibt einige Hausmittel, deren Einnahme zur Verbesserung eines hormonellen Haarausfalls empfohlen wird. Pflanzen wie Brennnessel oder Rosmarin enthalten ätherische Öle, die die Durchblutung der Kopfhaut anregen. Gelegentlich werden Nahrungsergänzungsmittel empfohlen, die für das Haarwachstum wichtige Inhaltsstoffe enthalten wie Biotin, Zink, Eisen oder Omega-3-Fettsäuren. Um die Haare generell zu pflegen, sind eine ausgewogene, vitamin- und nährstoffreiche Ernährung sowie Stressmanagement zu empfehlen. Die Kombination aus Lebensstilanpassung, Medikamenten und bioregenerativen Methoden kann oft helfen, einen hormonellen Haarausfall zu behandeln und ein zufriedenstellendes ästhetisches Ergebnis zu erreichen.
Hier sind einige spezifische Behandlungsansätze:
Tabelle: Übersicht über Behandlungsmöglichkeiten bei hormonellem Haarausfall
| Behandlung | Wirkstoff/Methode | Anwendung | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Minoxidil | Topische Lösung | Äußerlich auf die Kopfhaut | Verbessert die Durchblutung der Kopfhaut |
| Finasterid | DHT-Blocker (Tablette) | Oral | Hemmt die Bildung von DHT, nur für Männer zugelassen |
| Antiandrogene | Cyproteronacetat (Tablette) | Oral | Unterdrückt die Wirkung männlicher Geschlechtshormone, nur für Frauen zugelassen |
| Östrogenhaltige Verhütungsmittel | Hormonelle Verhütung | Oral | Gleicht den Östrogenspiegel aus |
| Heilpflanzen | Yamswurzel, Mönchspfeffer, etc. | Tee, Tinktur, Kopfhautmassage | Fördert die Durchblutung und das Haarwachstum |
| PRP-Therapie | Eigenbluttherapie | Injektion in die Kopfhaut | Stimuliert die Zellregeneration |
| Haartransplantation | Verpflanzung eigener Haarfollikel | Chirurgischer Eingriff | Dauerhafte Lösung bei fortgeschrittenem Haarausfall |
Hormonell bedingtem Haarausfall kann man nur bedingt vorbeugen. Auch regenerative Therapien können die Haarwurzeln widerstandsfähiger machen. Wird der Körper über die Ernährung ausreichend mit Nährstoffen versorgt, werden die Haarwurzeln zusätzlich gestärkt. Zusätzlich versorgt man sich mit hochwertigen Fetten. Omega-6-reiche Fette/Öle werden gemieden (Sonnenblumenöl, Kürbiskernöl und Distelöl), stattdessen wählt man neutrale Öle wie Olivenöl und Kokosöl. Für die Omega-3-Versorgung entscheidet man sich für Hanföl und Leinöl oder auch für das Krillöl in Kapseln bzw. Bestimmte Substanzen, die den TNF-a-Spiegel senken bzw. Cytokine fungieren als molekulare Botenstoffe, die verschiedene entzündliche Prozesse steuern. Ist im Organismus dagegen nur ein niedriger Antioxidantienspiegel vorhanden, so kommt es zu einem Anstieg des Kinase C-Spiegels.
Ein erster Ansprechpartner kann der Hausarzt sein, der mittels einer Blutentnahme Störungen der Schilddrüsenfunktion oder die Spiegel der Geschlechtshormone messen kann. Um Haarausfall genauer zu untersuchen, kann eventuell ein Dermatologe helfen. Sehr empfehlenswert ist es, einen Haarexperten aufzusuchen, der sich auf Haarausfall, dessen Ursachen und Therapien spezialisiert hat.
Ob hormoneller Haarausfall reversibel ist, hängt von der Ursache ab. Bei kurzzeitigen hormonellen Schwankungen wie in Schwangerschaft und Stillzeit, bei Stress oder Schilddrüsenfunktionsstörungen wird der Haarverlust in der Regel von selbst besser, wenn sich wieder ein stabiles Hormongleichgewicht eingependelt hat. Häufig sind die männlichen, teilweise auch weibliche Geschlechtshormone für den Haarausfall verantwortlich. Erblich bedingter Haarausfall wird durch das Hormon Dihydrotestosteron (DHT) verursacht, bei Männern und Frauen. Für andere Formen des Haarausfalls bei Frauen sind Schwankungen des Östrogenspiegels verantwortlich. Von erblich bedingtem Haarausfall sind sehr viele Männer betroffen.
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