Hormonell bedingte Schuppen: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

Schuppen sind ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Sie können harmlos sein, aber auch ein Zeichen für eine Hauterkrankung sein. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und Vorbeugungsmaßnahmen für hormonell bedingte Schuppen.

Was sind Schuppen?

Jeder Mensch produziert Schuppen, auch Squama genannt. Die oberste Hautschicht (Epidermis) besteht aus Hautzellen, die sich ständig erneuern. Dieser Prozess dauert etwa vier Wochen. Dabei wandern die Zellen von innen nach außen, sterben ab und werden an der Hautoberfläche abgestoßen. Normalerweise sind diese abgestoßenen Hautschüppchen nicht sichtbar.

Schuppen werden erst sichtbar, wenn sich größere Verbände von etwa fünfhundert Zellen bilden. Dies geschieht, wenn die Haut die Zellen zu schnell abstößt und diese verklumpen. Oftmals geht dies mit einer juckenden Kopfhaut einher, die auf eine Reizung hinweist.

Arten von Schuppen

Schuppen lassen sich in zwei Hauptkategorien einteilen:

  • Trockene Schuppen: Diese weißen, losen Schuppen entstehen durch trockene Kopfhaut, Heizungsluft, austrocknende Shampoos, Föhnen oder trockenes Klima.
  • Fettige Schuppen: Diese gelben, fettigen Schuppen sind größer und fühlen sich ölig an. Sie entstehen durch eine erhöhte Talgproduktion und begünstigen das Wachstum des Hefepilzes Malassezia furfur.

Ursachen und Risikofaktoren

Etwa 30 Prozent aller Frauen und 20 Prozent aller Männer leiden zeitweise an starker Schuppung. Die Ursachen können vielfältig sein:

  • Hormonschwankungen: Hormone beeinflussen die Talgproduktion. In der Pubertät kann dies zu fettiger Haut führen, während die Wechseljahre eher trockene Schuppen verursachen. Treten Schuppen in der Schwangerschaft auf, ist das in der Regel auf die Hormonumstellung zurückzuführen. Das gleiche gilt für Schuppen-Probleme in der Pubertät oder in den Wechseljahren.
  • Falsche Haarpflege: Häufiges Waschen mit aggressiven Shampoos und heißes Föhnen können die Kopfhaut austrocknen.
  • Ungünstiges Klima: Hitze und trockene Luft verursachen trockene Kopfhaut, während hohe Luftfeuchtigkeit fettige Schuppen begünstigt.
  • Erbliche Veranlagung: Es gibt Hinweise darauf, dass Schuppen innerhalb von Familien gehäuft auftreten.
  • Stress: Psychische Belastungen können den Stoffwechsel der Hornhaut beeinträchtigen.
  • Erkrankungen: Hauterkrankungen wie Psoriasis, Neurodermitis oder das seborrhoische Ekzem können ebenfalls Schuppen verursachen.

Die Rolle von Hormonen bei fettiger Kopfhaut

Die Talgproduktion erfährt in der Pubertät, also mit dem Beginn der Sexualhormonbildung, ihren Höhepunkt. Dies ist besonders bei Jungen der Fall, weil die Sexualhormonspiegel beim männlichen Geschlecht um ein Vielfaches höher liegen als beim weiblichen Geschlecht. Die Hauptauslöser einer erhöhten Talgproduktion sind männliche Hormone - sogenannte Androgene wie das Testosteron. Sie binden an die Androgenrezeptoren in den Talgdrüsen und fördern dadurch die Produktion von Sebum.

Manchmal klagen auch Frauen in den Wechseljahren darüber, dass ihre Haare trockener werden oder aber schneller fetten. In den Wechseljahren kommt es zu Veränderungen im Gleichgewicht der Sexualhormone, wobei die Gegenspieler der Androgene, die Östrogene, weniger produziert werden. Dieses sich neu einstellende Verhältnis kann prinzipiell auch zu Veränderungen in der Talgproduktion der Kopfhaut führen.

Wann zum Arzt?

In den meisten Fällen sind Schuppen ein kosmetisches Problem, das sich selbst behandeln lässt. Es ist jedoch ratsam, einen Hautarzt aufzusuchen, wenn:

  • die Schuppenbildung länger als einen Monat andauert oder immer wiederkehrt
  • starker Juckreiz, Rötung oder Schwellung der Kopfhaut auftritt
  • Haarausfall auftritt
  • Brennen oder Entzündungen der Kopfhaut vorhanden sind
  • nässende oder verkrustete Stellen auf der Kopfhaut auftreten

Der Arzt wird im Gespräch Ihre Krankengeschichte erheben und die Haut Ihres Körpers untersuchen. Gegebenenfalls werden auch Blut- oder Gewebeproben entnommen, um die Ursache der Schuppen zu ermitteln und eine geeignete Therapie vorzuschlagen.

Was hilft gegen Schuppen? Hausmittel und Behandlungen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Schuppen zu behandeln:

  1. Anti-Schuppen-Shampoos: Bei fettiger Kopfhaut und Schuppen können Anti-Schuppen-Shampoos mit antimykotischen Inhaltsstoffen helfen, das Wachstum des Hefepilzes Malassezia zu reduzieren.
  2. Öl-Therapie: Bei trockenen Schuppen kann eine Öl-Therapie mit Olivenöl helfen, die Kopfhaut mit Feuchtigkeit zu versorgen.
  3. Sanfte Haarpflege: Vermeiden Sie häufiges Waschen und Föhnen der Haare, um die Kopfhaut nicht zusätzlich zu reizen.
  4. Styling-Produkte: Verwenden Sie Styling-Produkte nur in kleinen Mengen und vermeiden Sie den Haaransatz.
  5. Hausmittel: Backpulver, Naturjoghurt, Kokosöl und Zitronensaft können ebenfalls bei der Behandlung von Schuppen helfen.

Weitere Tipps gegen juckende Kopfhaut

  • Apfelessig: Eine Lösung aus Wasser und Bioapfelessig im Verhältnis 1:1 kann gegen juckende Kopfhaut helfen.
  • Kokosnussöl: Kann bei trockener, juckender Kopfhaut wohltuend wirken.
  • Pfefferminzöl: Kann bei Juckreiz helfen, sollte aber mit einem anderen Öl wie Olivenöl gemischt werden.
  • Teebaumöl: Wirkt antimikrobiell und entzündungshemmend, sollte aber sparsam und mit Wasser verdünnt angewendet werden.

Vorbeugung

Sie können trockenen Kopfschuppen vorbeugen, indem Sie:

  • Ihre Haare nicht zu heiß waschen oder föhnen
  • Haarpflegeprodukte überdenken (Haargel und -schaum können die Kopfhaut verschließen)
  • Räume regelmäßig lüften oder befeuchten, um trockene Luft zu vermeiden

Zusammenhang zwischen Ernährung und Talgproduktion

Es finden sich Hinweise, dass der Verzehr von Zucker oder Milchprodukten einen Einfluss auf die Talgproduktion der Haut haben könnte. So erhöht zum Beispiel eine Ernährung mit hohem glykämischen Index den Insulinspiegel, was wiederum die Androgenproduktion steigern kann - und erhöhte Androgenspiegel fördern die Talgproduktion.

Ein direkter Zusammenhang konnte bislang aber nicht nachgewiesen werden. „Wir wissen, dass die Ernährung beispielsweise Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder atopische Dermatitis beeinflussen können“, sagt Prof. Böhm.

Tabelle: Unterschiede zwischen trockenen und fettigen Schuppen

Merkmal Trockene Schuppen Fettige Schuppen
Aussehen Weiße, kleine Flocken Gelblich-ölige, größere Ablagerungen
Ursache Trockene Kopfhaut, äußere Faktoren Überproduktion von Talg, Hefepilz
Haftung Rieseln leicht vom Kopf Bleiben eher am Haar und der Kopfhaut kleben
Begleiterscheinungen Juckende Kopfhaut, Spannungsgefühl Entzündungen, Rötungen, Juckreiz

Die hier bereitgestellten Informationen dienen lediglich der allgemeinen Information und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung. Bei anhaltenden oder schweren Kopfhautproblemen sollte immer ein Arzt oder Dermatologe konsultiert werden.

Schuppen & juckende Kopfhaut: Lösung gesucht | Was können Shampoo, Waschen, Ernährung & Hausmittel?

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