Haarausfall (Alopezie) ist ein weit verbreitetes Problem, das für die Betroffenen oft eine erhebliche Belastung darstellt. Viele Betroffene suchen nach sanften und natürlichen Behandlungsmethoden, darunter die Homöopathie. Aber ist Homöopathie bei Haarausfall eine effektive Methode? Und wenn ja, unter welchen Bedingungen kann sie erfolgreich sein?
Haarausfall kann verschiedene Ursachen haben. Hier sind die häufigsten Arten:
Homöopathische Behandlungen stehen im Zentrum dieser sanften Medizin, vornehmlich mit Globuli - kleinen, kugelförmigen Arzneimitteln. Die Verträglichkeit der Globuli steigt mit der Potenz des Mittels. Eine Absprache mit einem Arzt vor der Anwendung von Homöopathika ist empfehlenswert, um Risiken zu minimieren.
Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Bei der Anwendung von Globuli ist insbesondere darauf zu achten, eine halbe Stunde vor und nach der Einnahme auf Tee, Kaffee und Zähneputzen zu verzichten. Auch zum Essen sollte mindestens ein 30-minütiger Abstand eingehalten werden, damit das Arzneimittel seine Wirkung optimal entfalten kann.
Für den kreisrunden Haarausfall empfehlen Experten häufig Flusssäure und Selen. Falls Sie sich in den Wechseljahren befinden und Ihr Haarverlust auf hormonelle Veränderungen zurückzuführen ist, kann Sepia - ein Wirkstoff, der aus der Tinte von Tintenfischen gewonnen wird - eine wertvolle Hilfe bieten. Es ist wichtig, dass die Auswahl und Anwendung dieser Wirkstoffe immer auf der Grundlage der spezifischen Ursachen Ihres Haarausfalls erfolgt und in Absprache mit einem Heilpraktiker oder Arzt.
Tritt Haarausfall in Verbindung mit deutlichen Haut- und Nagelstörungen auf, dann wählt man Silicea. Sind erschöpfende Krankheiten, Medikamente, Strahlentherapien oder anderweitige Vergiftungen die Auslöser von Haarausfall, dann entscheidet sich der Homöopath vermutlich für Sulfur (bei empfindlicher Kopfhaut mit Ausschlägen), für Thallium (bei gleichzeitiger Abmagerung und Nervenschmerzen), für Arsenicum album (bei juckender, schuppender Kopfhaut und einem zwar erschöpften, aber gleichzeitig unruhigen Allgemeinzustand) oder Phosphorus (wenn das Haar in ganzen Büscheln ausfällt).
Bezüglich der Verträglichkeit haben Erfahrungen mit Globuli bei Haarproblemen überwiegend positive Rückmeldungen gezeigt. Es ist selten, dass Patienten von Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten berichten. Homöopathie bei Haarausfall zeigt geteilte Ergebnisse, was eine einheitliche Beurteilung ihrer Effektivität erschwert.
Eine prospektive einarmige Studie untersuchte den Effekt individualisierter Homöopathie (IH) auf Alopecia areata (AA). Am Ende des achtmonatigen Studienzeitraums war die durchschnittliche Größe der kahlen Stellen signifikant geringer als zu Beginn der Studie. Bei 17 Patient:innen war AA nach der achtmonatigen Intervention nicht mehr sichtbar, bei sechs Personen hat sich der kreisrunde Haarausfall teilweise gebessert und zwei der Proband:innen sprachen nicht auf die Behandlung an.
Viele Menschen versuchen, mithilfe der Schüßler-Salze Haarausfall oder andere Haarprobleme (wie brüchige Haare, Haarspliss oder Schuppen) zu bekämpfen. Generell sollen vor allem Natrium phosphoricum und Silicea (Nr. 9 und 11 der Schüßler-Salze) die Haare stärken. Ebenfalls kräftigend auf die Haare sollen sich Nr. 2 Calcium phosphoricum, Nr. 5 Kalium phosphoricum, Nr. 8 Natrium chloratum und Nr. 21 Zincum chloratum auswirken.
Daneben gibt es noch spezielle Empfehlungen, welche Schüßler-Salze Haarausfall beseitigen sollen, da es auch verschiedene Arten und Ursachen von Haarausfall gibt.
Die folgende Schüßler-Salze sollen einen Haarausfall bremsen können, teilweise können sie auch äußerlich angewandt werden:
Sie können die Schüßler-Salze Nr. 3, 5, 8, 9 und 10 auch kombiniert äußerlich anwenden, indem Sie einmal wöchentlich die Tabletten durch Auflösen in Wasser zu einem dicken Brei anrühren und als Haarpackung auftragen. Auch eine Spülung können Sie anfertigen. Wie viele Tabletten der einzelnen Schüßler-Salze Sie hierfür verwenden sollten, besprechen Sie am besten mit einem erfahrenen Therapeuten.
Generell können Sie es bei Haarausfall auch mit dem biochemischen Haar-Schema versuchen:
Die Wirkung dieser Schüßler-Salze gegen Haarausfall soll sich noch steigern lassen, wenn Sie bei den Salzen Nr. 3 und Nr. 11 öfters die Potenz wechseln - zum Beispiel jeweils zwei Wochen lang D6, dann D3 und schließlich D12 einnehmen.
Beim diffusen Haarausfall fallen die Haare gleichmäßig auf dem ganzen Kopf aus. Laut dem Schüßler-Salze-Konzept kann besonders Silicea, die Nr. 11 der Schüßler-Salze, Haarausfall diesen Typs bessern. Empfohlen wird eine Einnahme über mehrere Wochen bis zur Besserung. Die Standarddosierung in der Biochemie nach Schüßler beträgt dreimal täglich zwei Tabletten, die Sie etwa 15 Minuten vor oder nach dem Essen langsam im Mund zergehen lassen.
Sinnvoll kann es sein, bei diffusem Haarausfall Schüßler-Salze Nr. 21 (Zincum chloratum), Nr. 5 (Natrium phosphoricum) und Nr. 3 (Ferrum phosphoricum) mit Silicea zu kombinieren.
Die Ursache von kreisrundem Haarausfall bleibt meist ungeklärt. Für Schüßler-Salz-Experten soll zum Beispiel Kalium phosphoricum, die Nr. 5 der Schüßler-Salze, Haarausfall dieser Form stoppen können. Dazu sollten Sie täglich über den Tag verteilt acht Tabletten lutschen. Zusätzlich wird empfohlen, das Schüßler Salz in Salbenform morgens und abends sehr dünn auf die betroffene Kopfregion aufzutragen.
Daneben sollen noch weitere Schüßler-Salze Haarausfall des kreisrunden Typs stoppen können: Nr. 11 Silicea, Nr. 21 Zincum chloratum plus bei längerer Anwendung Nr. 9 Natrium phosphoricum.
Hinweis: Das Konzept der Schüßler-Salze und ihre spezifische Wirksamkeit sind in der Wissenschaft umstritten und durch Studien nicht eindeutig belegt.
MSM steht für Methylsulfonylmethan oder organischen Schwefel. Will der Körper Keratin für gesundes und kräftiges Haar herstellen, dann braucht er dazu organischen Schwefel. Besteht nun ein Haarausfall, dann gelingt dem Körper die Regeneration verständlicherweise deutlich besser, wenn er auch mit genügend organischem Schwefel (MSM) versorgt ist.
MSM kann innerlich mit Tabletten oder Kapseln eingenommen werden. Gerade die äußerliche Anwendung von MSM war Thema einer koreanischen Studie aus dem Jahr 2009 (1). Hierbei wurde eine wässrige Lösung mit 10 Prozent MSM und 7,5 Prozent Magnesiumascorbylphosphat auf von Haarausfall betroffenen Hautstellen aufgetragen.
| Mittel | Anwendung | Wirkung |
|---|---|---|
| MSM (Methylsulfonylmethan) | Innerlich (Tabletten/Kapseln), Äußerlich (Lösung) | Liefert organischen Schwefel für die Keratinproduktion |
| Silicea | Innerlich (Schüßler-Salz Nr. 11) | Stärkt die Haare, besonders bei diffusem Haarausfall |
| Sepia | Homöopathisch | Hilfreich bei hormonell bedingtem Haarausfall in den Wechseljahren |
Es ist wichtig zu verstehen, dass gegen erblich bedingten oder hormonellen Haarausfall homöopathische Mittel meist nicht wirksam sind. In solchen Fällen bietet eine Haartransplantation oft die einzige effektive Lösung.
Haarausfall kann gezielt und erfolgreich behandelt werden, wenn man die Ursache des Haarausfalls kennt. Die Suche nach dieser Ursache ist jedoch nicht immer leicht.
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