Radsportler rasieren sich die Beine - Punktum. Da gibt es kein Wenn und Aber. Als Profi ist es ein "faire le metier" und wird auch nicht weiter diskutiert. Aber was bringt es wirklich?
Die Rasur der Unterschenkel und Arme gehört für viele Radsportlerinnen und Radsportler einfach dazu. Doch geht es nur darum, gut auszusehen oder hat eine ordentliche Beinrasur noch andere Gründe? Wir klären auf. Im Folgenden werden wir uns beispielsweise mit der sogenannten Chewbacca-Skala und dem Nutzen glatter Beine bei Verletzungen und Massagen auseinandersetzen.
Wenn du also ernsthaft drüber nachdenkst, der Liga der unbehaarten Radler beizutreten oder du Munition brauchst, um beim nächsten Grillfest hieb-und stichfest argumentieren zu können, kann dir dieser Artikel weiterhelfen.
Klar, rasierte Beine bringen gewisse Vorteile mit sich, die nicht von der Hand zu weisen sind. Dennoch bleibt meistens die Frage, wie stark sich diese Vorteile für Hobby-Radsportler lohnen.
Gründe für die Beinrasur im Radsport
- Aerodynamik: Mit rasierten Beinen kommen Radfahrende schneller ans Ziel. Das zeigten Tests mit Athletinnen und Athleten. Haarlose Beine fördern die Aerodynamik, besonders bei hohem Tempo. Für Hobbysporttreibende ist das jedoch kaum relevant. Es sei denn, du liegst auf der Chewbacca-Skala bei 10 und hast einen sehr dichten Pelz. Und ja, diese Skala gibt es wirklich. Je weiter du dich auf der Skala nach unten rasierst, desto größer ist der Zeitgewinn.
Chewbacca: Ein dichter Pelz auf den Beinen könnte die Aerodynamik beeinträchtigen.
- Massage: Haarlose Beine lassen sich effektiver massieren. Denn die Hände gleiten viel besser über glatte Gliedmaßen. Zudem gibt es weniger Schmerzen für die massierte Person, weil keine Haare ziepen. Und weniger haptisches Desaster für die Masseurin oder den Masseur.
- Statement: Rasierte Beine sind im Radsport ein Statement.
- Motivation: Radsportbeine sind kein Zufallsprodukt. Wer unter Schweiß und Gegenwind täglich seine Kilometer schrubbt, darf auch gerne seine muskelbepackten Beine zeigen. Die Definition kommt ohne Haare natürlich besser zur Geltung. Und das kann ein echter Motivationsschub sein.
- Kühlung: Insbesondere im Sommer zahlt sich das Rasieren aus. Der Schweiß verdunstet schneller auf der Haut und die Beine werden durch den Fahrtwind besser gekühlt.
- Hygiene und Wundversorgung: Verletzt du dich durch einen Sturz, sind haarlose Beine vorteilhaft. Sie lassen sich besser reinigen und desinfizieren. Und: Haare können ein Sammelsurium für Bakterien sein - damit steigt das Infektionsrisiko von Wunden. Weniger Haare, weniger Keime und Schmutz - glattrasierte Beine sind im Ernstfall einfach hygienischer. Auch haften Pflaster, Kinesiotapes und Bandagen besser. Pluspunkt: Beim Abziehen des Pflasters musst du keine Tränen vergießen.
- Sonnencreme: Ohne haarige Hindernisse auf den Beinen lässt sich Sonnencreme gleichmäßiger verteilen und zieht besser ein - ohne weißen Film auf dem Pelz. Keine Haare, keine Schattenspiele auf der Haut. Das Ergebnis? Ein gleichmäßiger Teint.
Glatte und gestählte Beine sind bei Profi-Radfahrern gang und gäbe, und auch ambitionierte Hobbyfahrer folgen diesem Trend. Warum greifen aber so viele Radfahrer zum Rasierer?
- Wer hart trainiert, zeigt auch gerne, was er hat - und rasierte Beine betonen die Muskeln einfach besser.
- Praktische Gründe gibt es natürlich auch: Bei einem Sturz sind Wunden auf rasierten Beinen leichter zu reinigen und heilen besser.
- Nach einem Rennen oder einer langen Fahrt mit dem Rennrad steht oft eine Massage an. Auf glatten Beinen ist das Massieren nicht nur weniger schmerzhaft, sondern auch effektiver - eine Wohltat für müde Radlerbeine.
- Obwohl dichte Beinbehaarung einen natürlichen Sonnenschutz bietet, ist die Anwendung von Sonnencreme heute unerlässlich. Auf glatten Beinen zieht sie schneller ein und hinterlässt keine Rückstände.
- Die oft zitierte Verringerung des Luftwiderstands durch das Entfernen der Beinbehaarung ist zwar messbar, aber der Effekt ist bei Hobbyfahrern kaum spürbar.
Die Beinrasur ist für zahlreiche Radsportler nicht nur ein ästhetisches Statement, sondern auch ein wichtiger Bestandteil ihrer Routine. Doch warum genau rasieren sich Radfahrer die Beine? Und wie gelingt die perfekte Rasur ohne Hautirritationen?
5 + 1 Gründe, warum eine Beinrasur sinnvoll ist:
- Hygiene: Dreck, Staub und Schweiß haben nach einer Tour an den Beinen eine unschöne Patina hinterlassen, kleine Insekten sich in den Beinhaaren verfangen. Wer seine Beine rasiert hat, kann diese "Schicht" wesentlich leichter abwaschen.
- Wundheilung: Bei einem Sturz fallen Hautschäden wesentlich geringer aus. Dazu lassen sich Wunden besser reinigen, der Heilungsprozess verläuft zügiger.
- Kühlung: Bei rasierten Waden verdunstet der Schweiß auf der Haut dagegen schneller, der Fahrtwind kann die Beine besser kühlen und somit zu einem besseren Fahrgefühl beitragen.
- Massage: Viel angenehmer: die Massage nach dem Radmarathon ohne störende Haare. Außerdem werden Haarwurzelentzündungen so effektiv vermieden.
- Ästhetik: Bei nackten Waden zeichnet sich die Beinmuskulatur deutlicher ab, was für die meisten Radsportler als ästhetisch angesehen wird. Psychologisch nicht ganz unwichtig, denn wenn du mit einem guten Selbstwertgefühl/ Selbstvertrauen startest, kann sich das unbewusst auch auf dein Leistungsvermögen auswirken.
- Aerodynamik: Das damalige Ergebnis: bei einem simulierten Zeitfahren über 40 Kilometern lag die durchschnittliche Ersparnis bei sagenhaften 50 Sekunden, oder anders ausgedrückt: bis zu 15 Watt! Ob das wirklich so in der Realität übertragbar ist, sei dahingestellt.
Welches Laufrad-Setup ist wirklich das schnellste?
Tipps für die perfekte Beinrasur
Hier sind 10 Top-Tipps, damit deine Beine radsporttauglich glatt werden:
- Spezielle Körperrasierer verwenden: Für die Beine sollten Männer spezielle Körperrasierer verwenden, die es immer mehr auch für Männer gibt (z.B. Gilette Body). Aber auch Frauen-Rasierer (wie der Gilette Venus oder der Wilkinson Sword Silk) erfüllen ihren Zweck und sind mitunter sogar noch sanfter zur Haut, allerdings tendenziell auch etwas teurer. Ebenso gibt es Elektrorasierer, die sogar wasserfest sind und mit unter die Dusche genommen werden können, wie der Braun Series 5 Bodygroomer oder der Philips Bodygroom.
- Beim Nassrasieren Rasierschaum oder -gel verwenden: Den Schaum nach dem Auftragen kurz einwirken lassen und dann mit der Rasur beginnen. Wer das erste Mal seine Beine rasiert, sollte die Haare allerdings zunächst mit einem Haarschneider o.ä. stutzen. Sonst verstopft der Nassrasierer zu schnell, außerdem erfasst er lange Haare nicht so gut.
- Klingen regelmäßig wechseln: Werden die Klingen stumpf, können sie Hautirritationen hervorrufen. Außerdem lagern sich mit der Zeit Keime an den Klingen an, was Entzündungen verursachen kann. Deshalb auch Rasierer nie untereinander tauschen. Tipp: Wer schon einen Nassrasierer fürs Gesicht hat, kann sich für die Beinrasur einfach die Body-Klingen bestellen.
- Beine vorher mit warmem Wasser abduschen: Die Haut sollte vor der Rasur sauber und frei von Schmutz und Fett sein. Eingeweichte Haare lassen sich außerdem besser rasieren, und auch die Haut ist dann weicher. So verringert sich die Gefahr, sich zu schneiden und es bilden sich weniger Pickel.
- Gegen den Strich rasieren: Also die Klinge von unten nach oben ziehen, so werden die Härchen besser und weiter unten erwischt. Je mehr Klingen der Rasierer hat, desto weniger Züge sind notwendig, um wirklich alle Haare zu erwischen!
- Rasierer anwärmen: Leg den Rasierer vor der Rasur in warmes Wasser und spüle zwischendurch den Schaum immer wieder unter warmem Wasser ab. Die warmen Klingen schneiden besser als kalte.
- Wenig Druck und lockerlassen: Die Klingen müssen über das Bein gleiten. Sind sie scharf genug, erledigen Sie ihren Job auch ohne starken Anpressdruck. Mit zu hohem Druck steigt die Gefahr, sich zu schneiden. Muskulöse Radfahrerbeine lassen sich leichter rasieren, wenn die Muskeln nicht angespannt sind, so ergeben sich glattere Flächen und der Rasierer kann besser über die Haut gleiten.
- Gefahrenzonen beachten und Zeit lassen: Besonders an Knien und Knöcheln ist Gefahr groß, sich zu schneiden. Knie deshalb am besten anwinkeln und besonders vorsichtig und mit wenig Druck rasieren. Besondere Vorsicht auch bei Narben, vorstehenden Muttermalen oder anderen Unebenheiten. Außerdem solltest du möglichst nicht unter Zeitdruck rasieren, sondern geduldig sein. Zu schnell hat man sich sonst in der Eile geschnitten. Daher beispielsweise bei Rennen eher zwei Tage und nicht erst am Abend vorher rasieren. Blutige Beine am Start sind kein Ruhmesblatt.
- Kalt abspülen: Nach der Rasur die Haut und übrigen Schaum mit kaltem Wasser abspülen, das schließt die Poren und verhindert, dass sich kleine Verletzungen entzünden.
- Feuchtigkeits-Lotion auftragen: Nach dem Rasieren benötigen die Beine etwas Feuchtigkeit, trockene Haut kann jucken. Die Lotion (z. B. von Neutrogena oder Mixa) sollte möglichst keine Duftstoffe enthalten, diese können die frisch rasierte Haut reizen. Gleiches gilt für Aftershaves mit Alkohol.
Alternativen zur Beinrasur
Dauerhaft glatte Beine, ohne ständig rasieren zu müssen, das wollen viele Radsportler und Radsportlerinnen. Aber bei nahezu allen Möglichkeiten der Haarentfernung gibt es den einen oder anderen Haken - und jede Haut reagiert individuell.
Waxing/Sugaring
Beim Waxing/Wachsen oder beim Sugaring wird warmes Wachs oder eine Zuckerpaste auf die Beine aufgetragen. Anschließend wird die Wachsschicht ruckartig, bei der Zuckerpaste etwas weniger ruckartig, mitsamt der Behaarung von der Haut abgezogen.
Vorteile und Nachteile:
- Hält mehrere Wochen
- Besser im Kosmetikstudio machen lassen
- Nach Behandlung Schwitzen vermeiden, also eine kurze Sportpause einlegen
- Kann schmerzhaft sein
- Haare benötigen eine gewisse Länge
Epiliergerät
Das Epilieren ist eine weitere Methode, die sich gut zu Hause durchführen lässt. Ein Epiliergerät ähnelt von außen einem klassischen Elektro-Rasierer. Aber statt Klingen gibt es hier eine Rolle aus Metallscheiben. Die Scheiben greifen die Haare und ziehen sie wie viele kleine Pinzetten heraus. Das kann unter Umständen ganz schön wehtun. Bis die Haare nachwachsen hat man erst mal Ruhe. Danach müssen sie aber wieder eine gewisse Länge erreichen bevor erneut epiliert werden kann.
Vorteile und Nachteile:
- Hält bis zu vier Wochen
- Vor Anwendung zu Hause möglich
- Recht schmerzhaft
- Kosten für das Gerät
- Haare benötigen gewisse Länge
IPL-/Laser-Behandlung
Die Laserbehandlung entfernt Haar dauerhaft, ist aber teuer.
Fazit
Obwohl die aerodynamischen Vorteile für Hobby-Radfahrer minimal sind, bieten rasierte Beine deutliche Vorteile in Bezug auf Hygiene, Wundversorgung, Massageeffektivität und Komfort. Die Entscheidung für oder gegen die Beinrasur bleibt jedoch eine persönliche.
Rasierte Beine im Radsport: Mehr als nur ein ästhetisches Statement.
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