Eisenmangel und Haarausfall: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das Männer und Frauen gleichermaßen betrifft. Um dem Haarverlust erfolgreich entgegenzuwirken, ist es wichtig, gezielt die Ursachen zu erforschen. Eine oft unterschätzte, aber bedeutende Ursache für diffusen Haarausfall ist Eisenmangel.

Eisen ist ein lebensnotwendiger Mineralstoff, der in zahlreichen biologischen Prozessen eine wichtige Rolle spielt. Wusstest Du, dass Eisen enorm wichtig für eine Vielzahl von Körperfunktionen ist? Das Spurenelement Eisen ist essenziell für die Sauerstoffaufnahme und -speicherung sowie die Blutbildung in Deinem Körper.

Die Rolle von Eisen für das Haarwachstum

Eisen spielt eine wichtige Rolle für die Sauerstoffversorgung der Haarfollikel. Fehlt es, werden die Haare dünn, spröde und fallen vermehrt aus. Sauerstoffmangel in den Haarfollikeln: Eisen ist notwendig für die Bildung von Hämoglobin - einem Bestandteil der roten Blutkörperchen, der den Sauerstofftransport im Blut ermöglicht.

Ohne ausreichend Sauerstoff werden die Haarwurzeln nicht optimal versorgt, was zu einem gestörten Haarwachstum führt. Die erste Phase ist die Wachstumsphase, bei der die Haare im Haarfollikel gebildet werden und dann länger und dicker werden. Anagenphase (Wachstumsphase): In dieser Phase wächst das Haar aktiv und wird länger und dicker.

Wenn dem Körper Eisen fehlt, haben die Haarzellen nicht genug Energie, um sich zu teilen und neues Haar zu bilden. Dies führt dazu, dass mehr Haare in die Telogenphase übergehen, was als Telogenes Effluvium bekannt ist. Ist der Haarzyklus gestört, zum Beispiel durch eine verkürzte Wachstumsphase, kann es zu Haarausfall kommen.

Du kannst dir das wie bei einer Pflanze vorstellen: Ohne genügend Nährstoffe im Boden wächst sie nicht richtig nach, wenn sie einmal verblüht ist. Lieferst Du Deinem Körper nicht genügend Eisen, so holt er sich das noch vorhandene Eisen, um die Sauerstoffversorgung zu gewährleisten. Das in den Haarfollikeln gespeicherte Ferritin, das für den Haaraufbau zuständig ist, fehlt in diesem Fall.

Symptome von Eisenmangel

Eisenmangel tritt selten plötzlich, sondern eher schleichend auf. Erste Anzeichen sind jedoch meist Müdigkeit und Erschöpfung bis hin zu Schwindelgefühlen. Verstärkt sich der Eisenmangel, merkst Du das an Juckreiz auf trockener Haut und rissigen Mundwinkeln.

Weitere Symptome können sein:

  • Blässe
  • Kopfschmerzen
  • Brüchige Nägel
  • Kurzatmigkeit

Doch Haarausfall bei Eisenmangel tritt meist nicht allein auf. Wenn du Haarausfall durch Eisenmangel vermutest, ist ein Bluttest zur Bestimmung des Ferritinwertes sinnvoll. Ferritin ist bei der Diagnostik der wichtigste Wert, wenn es um den Haarausfall durch Eisenmangel geht: Er gibt an, wie gut der Körper mit Eisen versorgt ist.

Wichtig: Die oben genannten Symptome treten auf, wenn die Eisenspeicher bereits erschöpft sind.

Ursachen von Eisenmangel

Ursachen für einen Eisenmangel können vielfältig sein: Eine einseitige Ernährung, starke Menstruationsblutungen, chronische Blutverluste oder eine Schwangerschaft zählen zu den häufigsten Auslösern. Eisenmangel entsteht, wenn der Eisenbedarf höher ist als die Eisenaufnahme. In Europa ist ein chronischer Blutverlust die häufigste Ursache.

Häufige Ursachen für Eisenmangel:

  • Mangelnde Eisenzufuhr: Vor allem bei vegetarischer oder veganer Ernährung.
  • Erhöhter Eisenbedarf: Schwangerschaft, Stillzeit, Wachstum.
  • Blutverluste: Menstruation, Magen-Darm-Blutungen.
  • Resorptionsstörungen: Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts.

Menstruation: Der Verlust von Eisen mit der Regelblutung (Menstruation) ist die häufigste Ursache für einen Eisenmangel bei Frauen im gebärfähigen Alter. Blutungen im Magen-Darm-Trakt gehören zu den häufigsten Ursachen einer Eisenmangelanämie bei Männern und bei Frauen nach den Wechseljahren.

Sie können sich aufgrund einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis), von Magen-Darm-Geschwüren (Ulkuskrankheit) oder Hämorrhoiden entwickeln. Dialyse: Von Nierenerkrankungen Betroffene verlieren durch die Dialyse knapp 2,5 Liter Blut pro Jahr.

Diagnose von Eisenmangel

Um zum Beispiel die Gründe für dünner werdendes Haar oder gar Haarausfall herauszufinden und möglichen Eisenmangel letztendlich zu diagnostizieren, hilft nur ein Labortest in Form eines Blutbildes. Wenn du unter diffusem Haarausfall leidest, solltest du unbedingt deinen Eisenstatus prüfen lassen.

Insbesondere den Ferritinwert, da dieser die Eisenspeicher im Körper widerspiegelt. Bei Verdacht auf Eisenmangel wird die Hausärztin oder der Hausarzt eine Klärung der Ursachen einleiten. Wichtig ist vor allem die ausführliche Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) mit Dokumentation der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahme.

Bei jungen Frauen sollte die Häufigkeit, Dauer und Schwere der Regelblutung dokumentiert und bei älteren Menschen nach Blutungen aus Magen-Darm-Trakt oder Harn- und Geschlechtsorganen gefragt werden.

Behandlung von Eisenmangel

Die Behandlung von Haarausfall durch Eisenmangel hängt stark vom individuellen Eisenstatus ab. Hilft Eisen gegen Haarausfall? Ja - insbesondere dann, wenn Eisenmangel die Ursache ist. In diesem Fall sind gezielte Maßnahmen wie Ernährung und ggf. Eisenpräparate notwendig.

Achtung: Bevor Du versuchst, selbst gestellte Diagnosen mit Medikamenten aus Apotheke oder Drogerie zu bekämpfen, solltest Du immer der Ursache auf den Grund gehen!

Ernährungsumstellung

Ein ausgewogener Speiseplan mit einem hohen Eisengehalt ist entscheidend für gesunde, kräftige Haare. Besonders bei Haarausfall durch Eisenmangel. Der Körper kann Eisen nicht selbst produzieren. Er ist vollständig darauf angewiesen, es über die Nahrung aufzunehmen.

Der Mensch muss Eisen mit der Nahrung aufnehmen. Eine ausgewogene Ernährung enthält meistens ausreichend Eisen, um den Tagesbedarf von 10 bis 15 Milligramm zu decken. Eisen bei Haarausfall ist essentiell, doch nicht jede Eisenquelle wirkt gleich stark. Tierische Produkte enthalten Hämeisen, das der Körper besser aufnimmt.

Pflanzliches Eisen benötigt zur besseren Verwertung Vitamin C. Daher ist die Kombination z. B. mit Vitamin C reichen Lebensmitteln (z.B. Paprika, Zitrusfrüchte, Tomaten) wichtig. Zusätzlich sollten bestimmte Lebensmittel in Kombination mit eisenreichen Lebensmitteln vermieden werden, da bestimmte Stoffe die Eisenaufnahme hemmen.

Dazu gehören z.B. Kaffee und calciumreiche Lebensmittel wie Milchprodukte. Achte hier auf einen ausreichenden Abstand (ca. 2 Stunden). Um das Eisen effizienter zu absorbieren, nimm Vitamin-C-haltige Lebensmittel wie Brokkoli, Tomaten, Erdbeeren, Melonen, Orangen etc. zu dir.

Eisenhaltige Lebensmittel:

  • Tierische Produkte (Hämeisen): Rinderleber, rotes Fleisch, Geflügel, Fisch
  • Pflanzliche Produkte (Nicht-Hämeisen): Grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Tofu, Brokkoli

Der Körper kann über die Zellen im Darm nur fünf bis zehn Prozent des Eisens aus der Nahrung resorbieren. Der Rest wird mit dem Stuhl ausgeschieden. Das im Fleisch enthaltene Häm-Eisen kann der Körper dabei besser aufnehmen als Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln.

Gemüse, Kräuter und Obst enthalten insgesamt weniger Eisen. Es gibt Inhaltsstoffe, die die Eisenaufnahme fördern, und andere, die sie erschweren. Phytinsäure, die beispielsweise in den Randschichten von rohem Getreide oder in unverarbeiteten Sojabohnen vorkommt, und Oxalsäure (etwa in Rhabarber, aber auch in vielen eisenreichen Lebensmitteln wie Mangold, Mandeln, Spinat, Weizenkleie) können das Eisen so stark binden, dass es kaum vom Körper aufgenommen werden kann.

Tabelle: Eisenhaltige Lebensmittel und ihr Eisengehalt (ungefähre Werte pro 100g)

Lebensmittel Eisengehalt (mg)
Rinderleber 6.5
Spinat 3.4
Linsen 3.3
Tofu 2.7
Brokkoli 0.7
Dunkle Schokolade 12.0

Eisenpräparate

Bei einem starken, nachgewiesenen Mangel können Eisenpräparate notwendig sein. Typische Dosierungen liegen hier bei 30-60 mg elementarem Eisen, also tatsächlich im Präparat verfügbares Eisen pro Tag. Im Alltag, bei leichtem Mangel, reichen meist schon niedrigere Dosierungen aus, um einen guten Eisenspiegel zu erreichen oder zu halten.

Achte also immer auch präventiv auf deine Eisenzufuhr. Reicht eine Umstellung der Ernährung nicht aus und liegt bereits eine Anämie vor, muss eine Behandlung mit Eisendragees oder Eisentabletten erfolgen. Eisenpräparate sind frei verkäuflich.

Trotzdem sollten größere Mengen Eisen auf keinen Fall in Eigenregie ohne Abklärung und ärztlichen Rat eingenommen werden, denn der Körper kann überschüssiges Eisen nicht ausscheiden und speichert es in den Organen. Nebenwirkungen der Eisenpräparate können vor allem Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Durchfälle und auch eine Schwarzfärbung des Stuhls sein.

Bei schweren Nebenwirkungen oder einer Unverträglichkeit gegenüber oralen Eisenpräparaten kann Eisen auch über die Vene (intravenös) verabreicht werden. Regelmäßige Blutuntersuchungen können helfen, Defizite frühzeitig zu erkennen und Überdosierungen zu vermeiden.

Weitere Tipps zur Haarpflege

Haarausfall kann leider nicht von heute auf morgen gestoppt werden, wenn er erst begonnen hat. Wasche Deine Afrohaare oder Locken nicht öfter als unbedingt nötig. Verwende ein mildes Shampoo zur sanften Reinigung Deiner Haare.

Extratipp: Bei der Verwendung von Haarseife solltest Du die Wasserhärte in Deiner Region beachten. Unser 2in1 Conditioner versorgt brüchige, kraftlose Haare mit wichtigen Nährstoffen und wirkt trockenen Locken entgegen. Eine regelmäßig durchgeführte Kopfhautmassage erhöht die Blutzirkulation und stimuliert Deine Haarfollikel.

All unsere Produkte sind Curly Girl Method safe. Style Deine Locken natürlich und vermeide Hitze von Föhn oder Lockenstab. Trage Dein lockiges Haar offen oder verwende Materialien wie Satin oder Seide, falls Du Deine Locken mit Mützen oder Tüchern vor Sonneneinstrahlung oder Wind schützen musst.

Stress vermeiden

Stress kann trotz Eisenaufnahme durch Lebensmittel zu Eisenmangel beitragen und zu Haarausfall führen.

Geduld haben

Allerdings ist Geduld gefragt. Der Körper benötigt zunächst ausreichend Eisen und andere Nährstoffe, um die Haarfollikel zu regenerieren. Eine pauschale Antwort gibt es nicht, doch in den meisten Fällen lässt der Haarverlust nach 8-12 Wochen gezielter Therapie deutlich nach. Ist der Eisenmangel behoben und Deine Werte normalisieren sich, kommt es bei dem Haarausfall erst einmal zu einem Stillstand.

Haarausfall durch Eisenmangel ist in den meisten Fällen reversibel, sofern die Ursache rechtzeitig erkannt und gezielt behandelt wird.

Was tun, wenn dem Körper Eisen fehlt? | Die Ratgeber

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