Haarausfall Medikamente: Ein umfassender Überblick

Zunehmender Haarverlust und dünnes Haar treten nicht nur im Alter auf. Auch junge Frauen und Männer können von übermäßigem Haarausfall (Alopezie) betroffen sein. Dann sind das Selbstbewusstsein und Wohlbefinden häufig beeinträchtigt. Rechtzeitiges Handeln kann daher wichtig sein, um zunehmenden Haarverlust zu stoppen. Dabei kommt es auch auf die Ursache an.

Der Verlust von Haaren, insbesondere der Kopfhaare, kann verschiedene Ursachen haben. Diese entscheiden maßgeblich darüber, welche Therapie zur Behandlung des Haarausfalls geeignet ist. Daher ist es wichtig, bei der Wahl des Haarwuchsmittels oder Produkts gegen Haarausfall die Art und Ursache des Haarverlusts zu beachten.

Häufige Formen des Haarausfalls

Diese Formen des Haarausfalls treten am häufigsten auf:

  • Anlagebedingter Haarausfall: Erblich bedingter Haarverlust (androgenetische Alopezie) kann sowohl Erwachsene als auch Jugendliche betreffen. Bei Männern führt er zu den charakteristischen Geheimratsecken und zur Bildung eines Haarkranzes bis hin zur Haarlosigkeit (Glatze).
  • Kreisrunder Haarausfall: Auch wenn alle Altersgruppen betroffen sein können, tritt kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) insbesondere bei Zwanzig- bis Dreißigjährigen auf. Ein typisches Merkmal sind plötzlich entstehende, runde Kahlstellen am Kopf. Vereinzelt können auch andere Körperstellen wie Augenbrauen oder der Bart betroffen sein.
  • Diffuser Haarausfall: Diffuser Haarverlust kann erblich oder durch äußere Einflüsse wie Medikamente und Erkrankungen bedingt sein. Er macht sich durch insgesamt ausdünnendes Haar bemerkbar.

Ebenso können weitere Formen des Haarverlusts auftreten, etwa die dreiecksförmige Alopezie, die sich durch erblich bedingte Geheimratsecken und eine hohe Stirn bemerkbar macht. Bei der Wahl eines geeigneten Mittels gegen anlagebedingten Haarausfall spielt mitunter auch das Geschlecht des Patienten oder der Patientin eine Rolle, da einige Wirkstoffe auf den Haushalt der Sexualhormone wirken können.

Es gibt Medikamente zur Behandlung von Haarausfall bei Männern und Frauen. Viele von ihnen sollen den Haarausfall verlangsamen, das Wachstum neuer Haare anregen oder beides. Wenn Sie Ihren Haarausfall mit Medikamenten behandeln wollen, ist es entscheidend für den Behandlungserfolg, dass Sie die genauen Auslöser für Ihren Haarverlust kennen. Denn Haarausfall kann verschiedene Ursachen haben und muss dementsprechend unterschiedlich behandelt werden.

Die häufigste Ursache für Haarausfall ist eine erblich Veranlagung, auch androgenetische Alopezie genannt. Häufig lässt sich auch ein Ernährungsmangel als Ursache des Haarausfalls identifizieren. Denn eine unzureichende Zufuhr von essenziellen Nährstoffen, insbesondere von Vitaminen und Mineralien wie Eisen, Zink, Biotin und Vitamin D, kann zu Haarausfall beitragen. Bei Frauen spielen zudem hormonelle Veränderungen oft eine Rolle bei weiblichem Haarausfall, beispielsweise während der Schwangerschaft, Stillzeit oder Menopause.

Man sollte deshalb auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten sowie ggf. nach ärztlicher Rücksprache bestimmte Vitamine und Spurenelemente zusätzlich substituieren. Es gibt zudem einige Nahrungsmittel, in denen natürliche Stoffe vorkommen, die den DHT-Spiegel im Körper senken und damit erblich bedingtem Haarausfall entgegenwirken können. Sie sind zum Beispiel in Bananen, Mangos, Tomaten oder Kohl enthalten.

Medikamentöse Behandlung von Haarausfall

Arzneistoff Finasterid: Rezeptpflichtige Medikamente bei HaarausfallDer Wirkstoff Finasterid ist ein sogenannter Reduktasehemmer: Er verringert im Körper die Umwandlung des Hormons Testosteron zu Dihydrotestosteron (DHT). Damit kann er den Haarverlust reduzieren, denn bei Männern, die unter erblich-bedingtem Haarausfall leiden, reagieren Haarwurzeln und -follikel empfindlich auf DHT. Indem Finasterid die Bildung von DHT hemmt, kann sich der Haarausfall nicht weiter verschlechtern. Zusätzlich wird das Haarwachstum wieder angeregt und kahle Stellen bilden sich oftmals zurück.

Finasterid ist in Deutschland nur mit Rezept erhältlich: So können Ärzte und Apotheker sichergehen, dass das Medikament wirklich für die Patienten geeignet ist und diese über Anwendung und Nebenwirkungen aufgeklärt sind. Der Wirkstoff braucht 3-6 Monate, um seine volle Wirkung zu entfalten. Nach dem Absetzen der Behandlung geht der Haarzuwachs innerhalb eines Jahres wieder zurück.

Das Medikament Propecia® enthält den Wirkstoff Finasterid in Tablettenform. Es wird 1-mal täglich mit ausreichend Wasser eingenommen. Klinische Studien kamen zu dem Ergebnis, dass Tabletten mit Finasterid bei mehr als 95 % der Anwender den Haarausfall stoppen konnten. In rund 65 % der Fälle wies man nach, dass die Substanz sogar das Haarwachstum anregt.

Die beiden Medikamente Finasterid-ratiopharm® und Finasterid AbZ sind Generika von Propecia®. Das bedeutet, sie enthalten ebenfalls den Wirkstoff Finasterid in gleicher Dosierung, werden aber von anderen Herstellern produziert. Dadurch sind sie deutlich günstiger.

Wie bei jedem Medikament ist es möglich, dass die Anwendung von Propecia® oder einem seiner Generika Nebenwirkungen mit sich bringt. Dazu gehören unter anderem Libidoverlust, Depressionen, Erektions- und Ejakulationsstörungen (bei bis zu 1 von 100 Anwendern).

Wichtig: Wenn Sie Propecia® nutzen möchten, sollten Sie sich immer an einen Arzt wenden - entweder vor Ort oder in einer Online-Arztpraxis wie ZAVA. Vertrauen Sie niemals auf unseriöse Quellen. Nur ein Mediziner kann Nutzen und Risiko gegeneinander abwägen und einschätzen, ob Sie das Arzneimittel einnehmen dürfen. Sie möchten Ihren Haarausfall mit Fynzur® behandeln? In unserer Online-Arztpraxis können Sie Ihr Rezept auch online anfragen: Dazu füllen Sie einen kurzen medizinischen Fragebogen zu Ihren Symptomen aus. Mit Ihren Angaben können unsere Ärzte im Anschluss einschätzen, ob das Medikament für Sie geeignet ist.

Minoxidil diente anfänglich als Arzneimittel gegen Bluthochdruck. Bei der Behandlung wurde jedoch festgestellt, dass der Wirkstoff das Haarwachstum fördert - vermutlich dank einer verbesserten Durchblutung der Kopfhaut. Seither wird Minoxidil in Tinkturen und Medikamenten gegen Haarausfall für alle Geschlechter verwendet. Männer stehen dabei fünfprozentige Lösungen zur Verfügung, Frauen zweiprozentige Lösungen.

Alfatradiol gehört zu den Estrogenen. Der hormonell-erbliche Haarausfall wird durch eine erbliche Überempfindlichkeit der Haarwurzeln zu dem körpereigenen Botenstoff Dihydrotestosteron (DHT) verursacht. Der Wirkstoff Alfatradiol kann die Umwandlung von Testosteron in DHT und damit den unerwünschten DHT-Effekt direkt an der Haarwurzel reduzieren.Alfatradiol kann von Frauen und Männer angewendet werden, da seine hormonelle Wirkung gering ausfällt.

Kreisrunder Haarausfall tritt häufig im Zusammenhang mit Infektionen oder Autoimmunerkrankungen auf. Eine genaue Ursache für diese Erkrankung ist jedoch nicht abschließend geklärt. Vereinzelt werden Präparate mit Zink eingesetzt, um das Haarwachstum zu fördern. Zudem enthalten spezielle Mittel gegen kreisrunden Haarausfall mitunter Dithranol (auch Cignolin oder Anthralin). Der Wirkstoff wird hauptsächlich zur Behandlung von Schuppenflechten (Psoriasis) angewendet, kann vereinzelt aber auch gegen Haarverlust zum Einsatz.

Zur Behandlung von diffusem Haarausfall können ebenfalls Tinkturen auf der Kopfhaut angewendet werden. Diese können dazu beitragen, die Nährstoffversorgung der Haarfollikel zu verbessern. Die Follikel umschließen die Haarwurzeln und sind so am Haarwuchs beteiligt. Dabei ist es jedoch wichtig, Mangelerscheinungen und äußere Einflüsse als Ursache des Haarverlusts auszuschließen.

Haarausfall kann zu einer großen Belastung führen. Verschiedene Produkte unseres Sortiments können hier unterstützend eingesetzt werden. Wir bieten dir Nahrungsergänzungsmittel sowie freiverkäufliche Arzneimittel und Diätetika in unserem Shop an. Unter den frei verkäuflichen Produkten findest du welche, die sich für Männer und Frauen und solche, die sich ausschließlich für Frauen eignen. Präparate, die ausschließlich Mikronährstoffe, also Vitamine, Eisen und Mineralstoffe enthalten, eignen sich für Männer und Frauen unterstützend bei Haarausfall. Sie finden keine Verwendung bei hormonell erblich bedingtem Haarausfall. Mikronährstoffe verträgt der Körper unterstützend bei erhöhtem Bedarf in der Regel gut. Bockshornklee kann die Blutgerinnung verlangsamen. Wie bei allen Mitteln bei Haarausfall können die verschiedenen Präparate unterschiedliche Effekte haben.

Koffein hat gemeinhin eine anregende Wirkung auf den Stoffwechsel. Dies soll Patienten auch bei Haarausfall zugutekommen.

Die Möglichkeiten äußerer Einflüsse auf das Haarwachstum sind vielfältig und die Liste möglicher auslösender Stoffe umfangreich. Medikamentös bedingter Haarausfall kann bereits ein bis zwei Wochen oder erst Monate nach Beginn der Medikamenteneinnahme einsetzen, je nachdem wie stark das Wachstum der Haare durch den Wirkstoff beeinträchtigt wurde. Der Haarausfall durch Medikamente ist im Allgemeinen diffus, betont häufig die Scheitelregion und ist für gewöhnlich nicht vollständig. Er ist jedoch zumeist mit der gleichen zeitlichen Verzögerung nach Absetzen des Präparates rückläufig.

Als Auslöser kommen viele "Allerweltspräparate" in Betracht, wie die Anti-Baby-Pille, Blutdrucksenker, Fettsenker, Antibiotika, Epilepsiemedikamente, Antidepressiva, Schilddrüsenmedikamente und last but not least (Kopf-)Schmerz- bzw. Rheuma-Medikamente. Aspirin bzw. ASS jedoch gehört im Allgemeinen nicht zu den verdächtigen Präparaten. Die Abklärung, ob ein eingenommenes Medikament als Ursache eines Haarausfalles in Frage kommt, kann im Einzelfall nur der behandelnde Arzt vornehmen.

Auch Operationen in Vollnarkose können einen diffusen Verlust von Haaren zur Folge haben. Bei starker Schädigung des Haarfollikels durch Medikamente, wie zum Beispiel durch Zytostatika im Rahmen einer Chemotherapie bei Krebserkrankungen, kann es zum Haarverlust mit Auftreten von dystrophischen Haaren in der Haarwurzelstatus-Untersuchung (Trichogramm) kommen. Vitamin A (> 50000 I.E.

Gegen Haarausfall helfen spezielle Pflegeprodukte, medizinische Behandlungen (z. B. Minoxidil oder Finasterid), Lasertherapie, eine gesunde Ernährung (vitamin- und mineralstoffreich), ausreichender Schlaf und weniger Stress. Eine Haartransplantation behebt zwar das Problem, aber nicht die Ursache. Lesen Sie hier mehr zur Behandlung von Haarausfall!

Übersicht Medikamente

Wie Haarausfall behandelt wird, hängt von Art und Ursache des übermäßigen Haarverlusts ab. So behandeln Ärzte etwa eine hormonell-erblich bedingte Alopezie anders als einen kreisrunden Haarausfall oder einen Haarausfall aufgrund von Mangelernährung. Die Behandlung von Frauen mit Haarausfall unterscheidet sich im Allgemeinen nicht von der Behandlung bei Männern.

Insgesamt gilt: Der Erfolg einer medikamentösen oder sonstigen Haarausfall-Behandlung lässt sich schwer abschätzen - bei den einen wirkt die Behandlung, bei den anderen nicht.

In der folgenden Tabelle finden Sie eine Übersicht über die wirksamsten Medikamenten-Wirkstoffe und sonstigen Therapien, die Ärzte bei den verschiedenen Formen von Haarausfall anwenden:

Art von Haarausfall Mittel/Methode Anmerkungen
Erblich bedingter Haarausfall Finasterid innerliche Anwendung; nur für Männer
Minoxidil äußerliche Anwendung; für Frauen und Männer
Antiandrogene innerliche Anwendung; nur für Frauen
Kreisrunder Haarausfall Dithranol (Cignolin, Anthralin) äußerliche Anwendung
Glukokortikoide äußerliche oder innerliche Anwendung
Topische Immuntherapie äußerliche Anwendung; nur bei größeren kahlen Stellen
PUVA äußerliche Anwendung von Psoralen plus Bestrahlung mit UV-A-Licht
Diffuser Haarausfall B-Vitamine/Aminosäuren innerliche Anwendung, für Frauen und Männer

Haarausfall bei Frauen: Welche Medikamente und Behandlungen helfen? | ARD GESUND


Zur unterstützenden Behandlung von diffusem Haarausfall sind zudem Präparate aus der Apotheke hilfreich. Wirkstoffe wie verschiedene B-Vitamine und Aminosäuren (L-Cystein) stärken die Haarwurzeln und regen die Bildung neuer Haarzellen an.

Die Vitamine, die gegen Haarausfall helfen, sind die Vitamine A, C, D, E und B (insbesondere B7 und B12). Sie unterstützen das Haarwachstum. Eine ausgewogene Ernährung und gegebenenfalls Nahrungsergänzungsmittel liefern diese Vitamine.

Auch bei einem vernarbenden Haarausfall (narbige Alopezie) ist die Behandlung der Grunderkrankung (Lupus erythematodes, Knötchenflechte et cetera) die beste Strategie gegen den Verlust der Haare.

Ein mechanisch bedingter Haarausfall lässt sich stoppen, indem man einen übermäßigen Zug auf die Haarwurzeln vermeidet. Das heißt zum Beispiel, auf einen straff gebundenen Pferdeschwanz zu verzichten und die Haare gegebenenfalls öfter offen zu tragen.

Die Haartransplantation eignet sich am besten bei teilweisem Haarausfall an der Oberseite des Kopfes. Dabei entnimmt der Arzt Haare mitsamt der Wurzel vom Hinterkopf, wo die Haarfollikel in der Regel am längsten gesund bleiben, und setzt sie an den zu behandelnden Stellen wieder ein.

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