Herbal Essences und Tierversuche: Ein Überblick

Die Debatte um Tierversuche in der Kosmetikindustrie ist ein wichtiges Thema für Verbraucher und Tierschutzorganisationen weltweit.

Tierversuche für Kosmetik - Doku - Schlaumal

In diesem Artikel beleuchten wir die Position von Herbal Essences, einer Marke von Procter & Gamble, zu Tierversuchen und die Fortschritte, die in den letzten Jahren erzielt wurden, um Tierleid zu reduzieren.

Herbal Essences schließt sich PETAs Programm für Marken ohne Tierversuche an

Im Februar 2019 gab Procter & Gambles Marke Herbal Essences bekannt, dass sie sich PETAs Programm für Marken ohne Tierversuche anschließt. Die Tierschutzorganisation PETA nahm die bekannte Marke daraufhin in ihre Liste von Unternehmen auf, die keine Tierversuche durchführen, in Auftrag geben, finanzieren oder anderweitig unterstützen.

Lisa Jennings, Vice President, Global Herbal Essences, sagte dazu: „Wir leisten seit Jahren Pionierarbeit auf dem Gebiet der Tierversuchsalternativen.“ Sie fügte hinzu, dass „PETAs Liste der tierversuchsfreien Unternehmen und das dazugehörige Logo den Menschen genau die Bestätigung bieten, die sie suchen, wenn sie ein Shampoo oder einen Conditioner kaufen.“

Procter & Gamble engagiert sich gegen Tierversuche

Der Mutterkonzern von Herbal Essences, Procter & Gamble, arbeitet seit vielen Jahren mit PETA USA zusammen, um weltweit Tierversuche in der Beauty-Industrie abzuschaffen. Procter & Gamble hat bereits mehrfach mit dem internationalen PETA-Wissenschaftskonsortium zusammengearbeitet. Unter anderem wurde gemeinsam eine Abhandlung über tierfreie Forschungsansätze zur Bewertung der Atmungstoxizität verfasst.

Kathy Guillermo, Senior Vice President von PETA US, erklärte: „Procter & Gamble engagieren sich seit Langem gegen die Nutzung von Tieren in Tierversuchen, wo immer dies möglich ist. Das Unternehmen arbeitet zudem seit Jahren an der Entwicklung und Förderung tierfreier Methoden.“

Fortschritte in China

Gerade in Ländern wie China konnten große Veränderungen erzielt werden. China schrieb Tierversuche für fast jedes Beauty-Produkt vor, das aus dem Ausland importiert wird. Ausnahmen bildeten Zahnpasta und Seife.

Allerdings hat Chinas Regierung im März 2019 zwei tierleidfreie Verfahren zugelassen. Getestet wird an im Reagenzglas oder in der Petrischale kultivierten Hornhautzellen von Kaninchen beziehungsweise rekonstruierter menschlicher Haut. Marken wie Dove und Herbal Essences haben mit der chinesischen Kosmetik-Zulassungs­behörde (CFDA), mit Fachleuten aus der Wissenschaft sowie Peta USA erreicht, dass einige Produkte ohne Tierversuche vertrieben werden können.

Im Jahr 2021 hat die chinesische Regierung ihre neue Kosmetik-Richtlinie CSAR (Cosmetics Supervision and Adminstration Regulation) auf den Weg gebracht. Diese sieht vor, dass ab 1. Mai dieses Jahres importierte Kosmetikprodukte der Kategorie „Non-Special Use“ (z. B. Shampoo, Duschgel, Körperlotion, Make-up) nicht mehr zwingend an Tieren getestet werden müssen, um in der Volksrepublik verkauft werden zu können. Zuvor mussten nur in China produzierte und verkaufte Kosmetika nicht an Tieren getestet werden. Für alle aus dem Ausland importierten Kosmetikprodukte hingegen waren solche verpflichtend und chinesische Behörden testeten diese in Tierversuchen.

Jedoch bestehen Ausnahmen der 2021 eingeführten Regelung: Ausgenommen von der Befreiung sind Baby- und Kinderprodukte sowie Produkte mit neuen Inhaltstoffen.

Situation in Europa

In der Europäischen Union sind Tierversuche für Kosmetika seit 2004 verboten, und seit 2009 gilt dies auch für die verwendeten Rohstoffe. Seit 2013 dürfen an Tieren getestete Beauty-Produkte in der EU nicht einmal mehr verkauft werden.

Sabrina Engel, Fachreferentin bei der Tierrechtsorganisation Peta, erklärt: "Die Verbote beziehen sich letztlich auf einen sehr geringen Teil rein kosmetischer Rohstoffe." Auch für rein kosmetische Rohstoffe werden die Versuche gemacht - wenn etwa Arbeiter*innen bei der Herstellung von Kosmetika einem möglichen Risiko durch neue chemische Ingredienzien ausgesetzt sind oder Auswirkungen auf die Umwelt geprüft werden sollen.

Das EU-Parlament fordert ein weltweites Verbot von Tierversuchen für Kosmetika bis 2023, da diese in 80 Prozent aller Länder erlaubt sind.

Verbraucherverhalten und Kaufentscheidungen

"Aber", sagt Peta-Expertin Sabrina Engel: "Kein Unternehmen muss Inhaltsstoffe verwenden, die einen Tierversuch voraussetzen würden - allein in Deutschland sind Produkte von über 450 tierleidfreien Firmen auf dem Markt." Und die Tendenz steigt. Mit unseren Kaufentscheidungen üben wir schließlich auch Druck auf die Unternehmen aus.

Alternativen und Zertifizierungen

Cruelty-Free Kitty listet mittlerweile über 600 Marken, die tierversuchsfrei produzieren. Die Plattform Cruelty-Free Kitty, die eine Datenbank mit tierversuchsfreien Marken betreibt, bestätigte Anfang Januar, dass sie 10 weitere Kosmetikmarken in ihre Datenbank aufgenommen hat, da diese aufgrund einer Gesetzesänderung in China keine Tierversuche mehr durchführen lassen.

Wenn Sie ausschließlich tierversuchsfreie Produkte kaufen, bewahren Sie Kaninchen, Meerschweinchen, Mäuse, Ratten und andere Tiere vor qualvollen Tests, einem leidvollen Leben und einem gewaltsamen Tod.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

Thema Information
Herbal Essences Schloss sich 2019 PETAs Programm für Marken ohne Tierversuche an
Procter & Gamble Engagiert sich seit Langem gegen Tierversuche und arbeitet mit PETA zusammen
China Hat 2021 eine neue Kosmetik-Richtlinie eingeführt, die Tierversuche für bestimmte Produkte abschafft
EU Hat Tierversuche für Kosmetika seit 2004 verboten und fordert ein weltweites Verbot
Verbraucherverhalten Kaufentscheidungen können Druck auf Unternehmen ausüben, tierversuchsfreie Produkte anzubieten

tags: #Herbal #Essences #Shampoo #Tierversuche

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