Viele Menschen suchen nach natürlichen Alternativen, um ihre Haare zu färben, und Henna ist eine beliebte Wahl. Dieser Artikel bietet eine umfassende Anleitung zur Verwendung von Henna-Haarfarbe, insbesondere für schwarze Farbtöne. Er behandelt die Vorteile, Anwendung, Tipps und Vorsichtsmaßnahmen bei der Verwendung von Henna, um ein perfektes Ergebnis zu erzielen.
Was ist Henna und wie funktioniert es?
Henna wird aus den getrockneten Blättern des Hennastrauchs gewonnen, der hauptsächlich im Iran, Pakistan und Indien beheimatet ist. Das Pulver selbst ist nicht direkt färbend, entwickelt aber seine farbgebenden Eigenschaften, sobald es mit Wasser vermischt wird. Echtes Henna-Pulver ist grünbraun und dunkelt auf der Haut oder dem Haar zu einem rotbraunen Ton nach.
Im Gegensatz zu synthetischen Haarfarben, die in die Haarstruktur eindringen und diese schädigen können, legt sich Henna wie ein Film um das Haar. Es kann nur zum Abdunkeln der Haare verwendet werden. Blonde, rötliche oder hellbraune Haare können mit Henna rot, braun oder schwarz gefärbt werden, während dunkles Haar nicht aufgehellt werden kann.
Vorteile des Färbens mit Henna
- Natürliche Inhaltsstoffe: Henna ist ein Naturprodukt und enthält keine schädlichen Chemikalien wie Ammoniak, Parabene oder PPD, die in industriell hergestellten Haarfärbemitteln enthalten sind.
- Schonende Wirkung: Es greift die Haarstruktur nicht an und reizt die Kopfhaut nicht.
- Natürliches Aussehen: Mit Henna gefärbtes Haar wirkt natürlicher und gepflegter.
- Grauabdeckung: Henna kann auch als natürliche Grauabdeckung verwendet werden.
- Lange Haltbarkeit: Die Farbe hält lange an, da Henna permanent ist.
Nachteile des Färbens mit Henna
- Limitierte Farbpalette: Die Farbauswahl ist auf Rot, Braun, Schwarz und Dunkelblond beschränkt.
- Keine Aufhellung: Henna kann die Haare nicht heller färben, da keine Oxidationsmittel verwendet werden.
- Längere Einwirkzeit: Das Auftragen und die Einwirkzeit dauern länger als bei chemischen Haarfarben.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Färben mit Henna
Hier ist eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie Ihre Haare mit Henna selber färben können:
- Vorbereitung: Bürsten Sie Ihr Haar gründlich durch und waschen Sie es ohne Shampoo oder Conditioner. Tragen Sie alte Kleidung, die schmutzig werden darf.
- Mischen der Henna-Paste: Geben Sie das Henna-Pulver in eine Schüssel und vermengen Sie es Schritt für Schritt mit heißem Wasser, bis eine cremige Paste entsteht. Bei der Verwendung von khadi Reines Henna, khadi Henna / Amla / Jatropha oder khadi Henna + Amla solltest du statt warmem Wasser, heißes nehmen (ca. 60-80°C), da diese Pflanzenhaarfarben intensiver färben, wenn sie mit heißem Wasser angerührt werden.
- Schutzmaßnahmen: Cremen Sie Stirn, Ohren, Nacken und Hals großzügig mit einer fettigen Creme ein, um Hautverfärbungen zu vermeiden. Ziehen Sie Gummihandschuhe an.
- Auftragen der Farbe: Tragen Sie die Henna-Paste mit einem Haarfärbepinsel am Ansatz auf. Verteilen Sie die Farbe anschließend mit den Händen gleichmäßig in den Längen. Achten Sie darauf, jede Strähne zu erwischen.
- Einwirkzeit: Decken Sie Ihr Haar mit Frischhaltefolie oder einer Duschhaube ab, um die Wärme zu speichern und Flecken zu vermeiden. Lassen Sie die Farbe je nach gewünschter Intensität ein bis drei Stunden einwirken. Je länger die Einwirkzeit, desto intensiver das Farbergebnis.
- Auswaschen: Spülen Sie die Haare gründlich mit warmem Wasser aus, bis das Wasser klar ist. Verwenden Sie keinen Shampoo, damit sich die Farbe anlagern kann. Dies kann bis zu 24 Stunden dauern. Verwenden Sie stattdessen einen Conditioner.
Tipp: Wenn Sie unsicher sind, ob die Farbe die richtige ist, schneiden Sie eine dünne Strähne im Nacken ab und färben Sie sie mit der Henna-Farbe auf einem Stück Alufolie ein.
HOW TO: MIT HENNA HAARE FÄRBEN!! 💃🏽
Wichtige Hinweise und Tipps
- Probesträhne: Bevor Sie das gesamte Haar färben, machen Sie einen Strähnchentest, um das Ergebnis zu überprüfen.
- Hautschutz: Schützen Sie Ihre Hautpartien mit Balsam, um Verfärbungen zu vermeiden.
- Alte Kleidung: Tragen Sie alte Kleidung und legen Sie den Boden mit Zeitungspapier aus.
- Wärme: Die Wärme verstärkt die Farbwirkung und verhindert das Austrocknen der Paste.
- Silikonfreie Produkte: Verwenden Sie silikonfreie Shampoos und Conditioner, da Silikone verhindern, dass das Henna die Haare färbt.
- Ansatzfärbung: Um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen, färben Sie beim nächsten Mal nur den Ansatz nach.
Henna-Haarfarben: Die besten Produkte
Achten Sie beim Kauf von Henna-Pulver darauf, dass es frei von chemischen Zusätzen ist. Es gibt Hersteller, die Henna-Pflanzenhaarfarbe als reines Pulver zum Selbermischen oder als fertige Creme anbieten. Hier sind einige empfohlene Produkte:
- Logona Naturkosmetik Pflanzenhaarfarbe: Von Stiftung Warentest mit "gut" bewertet.
- Khadi Pflanzenhaarfarben: Bekannt für ihre hohe Qualität und intensiven Farben.
- Sante Pflanzenhaarfarbe: Eine Naturkosmetikmarke, die nachhaltige Pulver-Haarfarbe anbietet.
Beeinflussung der Farbe durch Hausmittel
Sie können die Farbe des Henna-Pulvers auch mit Hausmitteln beeinflussen:
- Zitronensaft: Intensiviert den Rotton.
- Schwarzer Tee: Dunkelt die Farbe ab.
- Kamillentee: Sorgt für einen goldenen Schimmer.
Besonders die Rot-Töne können intensiviert werden, indem die Pflanzenhaarfarbe „sauer“ angerührt wird. Hierfür mischst du die erforderliche Menge Pulver mit lauwarmem Wasser an und gibst etwas Zitronensaft (1-2 Esslöffel) hinzu. Decke die angerührte Paste mit Folie o.ä. ab und lasse diese an einem warmen Ort stehen. Die Standzeit ist abhängig von der Umgebungstemperatur, d.h. je wärmer die Schale gestellt wird, desto kürzer ist die Standzeit. Bei normaler Zimmertemperatur empfiehlt sich eine Standzeit von etwa 12 Std.
Henna im Mix mit anderer Pflanzenhaarfarbe
Neben Henna gibt es noch andere Pflanzenstoffe, die sich zum Haare färben eignen:
- Indigo: Für dunkles Haar.
- Kurkuma: Für helleres Haar.
- Wallnussschalen: Für braunes Haar.
- Rote Beete: Als Alternative zu Henna für rotes Haar.
Diese Stoffe sind ebenfalls unbedenklich und können Henna beigemischt sein.
Was tun bei unerwünschten Farbergebnissen?
Sollte die Färbung zu dunkel ausgefallen sein, ist es schwieriger, die Haare wieder um ein oder zwei Töne aufzuhellen. Hier ist Geduld gefragt. Da sich insbesondere der (dunkelmachende) Indigo-Anteil in den Pflanzenhaarfarben-Mischungen etwas schneller auswäscht, als der rot färbende Henna-Anteil, wird die Farbe im Laufe der Zeit etwas verblassen, bzw. einen rötlicheren Farbton annehmen. Weitere Methoden sind regelmäßige Haarkuren mit sehr langer Einwirkzeit, auch über Nacht.
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