Das Färben mit Pflanzenhaarfarbe hat eine lange Tradition, die bis ins alte Ägypten zurückreicht. Bereits damals nutzten Menschen Henna und Indigo, um ihre Haare zu färben. In den letzten Jahrzehnten hat die natürliche Pflanzenhaarfarbe eine Wiederbelebung erfahren, da der Trend zu einer nachhaltigeren und umweltbewussteren Lebensweise auch vor der Haarfärbung nicht haltgemacht hat. Und Gesundheitsaspekte rückten gezielt in den Fokus der Verbraucher.
Erste graue Strähnen zeigen sich im Haar oder die eigene Haarfarbe nervt. Was tun? Mit Chemiefarben abdecken oder lieber zu Naturhaarfarben greifen?
Insgesamt gibt es etwa 150 Pflanzenarten, die Farbstoffe enthalten. Die farbgebenden Bestandteile sitzen in Blüten, Blättern, Wurzeln, Schalen, Früchten, im Holz, in der Rinde, sind Harze oder Gummi. Allerdings eignen sich nicht alle Färberpflanzen zum Färben von Haaren.
Zu den bekanntesten Pflanzenhaarfarben zählen Henna, Indigo und Cassia. Henna wächst in Nord- und Ostafrika sowie in weiten Teilen Asiens. Das Hennapulver wird aus den getrockneten und zerriebenen Blättern des Hennastrauches gewonnen und zum Färben mit warmem Wasser angerührt. Nach sechs bis acht Stunden verbindet sich Henna dauerhaft mit dem Haar.
Die Heimat des Indigos liegt in Indien, in China und im tropischen Afrika. Die Blätter und Stängel des Indigostrauches liefern den Rohstoff für einen komplizierten Herstellungsprozess des Färbemittels. Cassia wächst wie der Hennastrauch vorwiegend in den Tropen. Die fein gemahlenen Blätter der Pflanzen bilden die Grundlage für das Haarfärbemittelpulver.
Aber weit mehr Pflanzen dienen als natürliche Haarfarbe. So gehören Walnussschalen, Kamille, Hibiskus, Weizen, Kurkuma, Salbei, Oregano, Kümmel, Kaffee, schwarzer Tee und weitere pflanzliche Grundstoffe dazu.
Je nach Beimischung anderer Naturfarben reicht das Henna-Farbspektrum von knalligem Rot, strahlendem Kastanienbraun, Maronenbraun über warme Schokoladetöne bis hin zu dunklen und schwarzblauen Farbnuancen. Mit Indigo lassen sich kühle Burgundertöne, beliebig dunkle Haarfarben bis hin zu Schwarz färben. Kamille, Weizen oder Kurkuma liefern Blond- und Goldtöne und Walnussschalen sorgen für Braunnuancen.
Cassia, auch als Senna italica oder neutrales Henna bekannt, verleiht feinem Haar Fülle und Sprungkraft. Es pflegt das Haar und sorgt für einen hellgoldenen bis leicht gelblichen Farbton. Jede Anwendung hellt das Haar auf und verbessert die Struktur der Haare. Cassia bietet sich auch gut als Grundlage für andere Pflanzenhaarfarben an.
Pflanzenhaarfarbe unterstreicht die natürliche Haarfarbe. Das Haar einige Nuancen dunkler zu färben, stellt kein Problem dar, allerdings lassen sich braune Haare nicht blond färben oder schwarze Haare braun. Eine komplette Farbveränderung scheidet aus.
Pflanzliche Haarfarbe ergänzt das Haar um Farbpartikel. Das Aufhellen von Haaren funktioniert durch Entziehen von Farbpartikeln, dies gelingt ausschließlich mit chemischen Produkten. Blondierung erfolgt mit Wasserstoffperoxid, ein Vorgang, der Haare und Kopfhaut stark strapaziert.
Mit Pflanzenhaarfarbe lässt sich nur ein natürlicher Aufhell-Effekt erzielen. Grauhaarabdeckung mit pflanzlicher Haarfarbe ist gut möglich. Hellblonde Farbtöne lassen sich problemlos erzielen, bei dunkelblond hilft eine Zweifachfärbung und dunklere, intensive Farbtöne erfordern mehrmaliges Färben.
Schwarzfärbung auf weißen, pigmentlosen Haaren könnte in Blautönen enden, daher empfiehlt es sich, dies anhand einer Probesträhne zuvor zu kontrollieren. Graues Haar lässt sich trotzdem auch für dunklere Farbnuancen mit folgender Methode gut abdecken. Henna verbindet sich wesentlich stärker mit dem Haar als Indigo. Daher färbt der Naturfriseur die Haare zunächst mit Henna vor und bringt im zweiten Schritt den gewünschten Braunton ein. Die Indigo-Anteile haften dann besser am Haar.
Besteht gegen einen Inhaltsstoff des Haarfärbemittels eine Allergie, ist von Pflanzenhaarfarben abzuraten.
Permanent-Färbemittel gibt es erst seit 1875. Die Oxidationshaarfarben erlauben jeden gewünschten Farbton. Beim Färbeprozess entstehen durch die Mischung von Farbentwickler und Farbkoppler unauflösliche Farbpigmente. Mit dieser Erfindung rückten die jahrhundertealten natürlichen Haarfärbemittel in den Hintergrund. Allerdings verlangt dieser Färbevorgang einen hohen Gesundheitspreis. Zum einen stehen die verwendeten Chemikalien im Verdacht, krebserregend zu sein, zum anderen zerstören sie die Haarstruktur. Die Haarpracht verliert an Glanz, wird stumpf und brüchig.
Insbesondere nach einer Chemotherapie freuen sich Erkrankte über das Nachwachsen der Haare. Allerdings zeigt der Blick in den Spiegel einen Grauschopf, mit dem sich Betroffene nicht gerne anfreunden. Und Chemie ins Haar kommt meist nicht mehr infrage. In diesem Fall verhelfen Naturfarben ohne synthetische Bestandteile zu einem neuen Lebensgefühl.
Im Vergleich zu den Chemiefarben punkten Naturhaarfarben mit ihrer natürlichen Pflegewirkung. Nach dem Färben glänzt das Haar und ist ganz ohne Silikone und Chemie weich und besitzt Volumen. Die pflanzliche Haarfarbe basiert auf der Ausgangsfarbe der Haare. Damit ist sie individuell und wirkt besonders natürlich. Naturhaarfarben zählen zu den sogenannten semipermanenten Haarfarben. Diese halten je nach Haarbeschaffenheit zwischen 15 und 24 Haarwäschen. Damit handelt es sich nicht um permanente Haarfarben, sondern um Tönungen.
Nicht alle auf dem Markt erhältlichen Pflanzenhaarfarben enthalten 100 % pflanzliche Inhaltsstoffe. Bereits 2011 untersuchte das Verbrauchermagazin „Öko-Test“ insgesamt 33 Pflanzenhaarfarben. Dabei bestanden 18 Produkte den Test mit Bravour, der Rest fiel gnadenlos durch. Denn zahlreiche Hersteller von Haar-Colorationen tarnen ganz konventionelle Produkte mit Zusätzen wie „Henna“, „Bio“ oder „Natur“.
Das ist auch nach zehn Jahren nicht viel anders. Unter diesem Deckmantel vertreiben verschiedene Hersteller Produkte mit problematischen Inhaltsstoffen, die teils als krebsauslösend gelten. Oder sie enthalten extrem allergieerregende Stoffe, die die Haut noch anfälliger für Krankheiten macht. Laut „Öko-Test“ dürften diese Produkte so gar nicht vertrieben werden. Dieses Greenwashing vertuscht die Problematik chemischer Inhaltsstoffe und die Verbraucher erkennen nicht, welchen gefährlichen Stoffen sie sich dabei aussetzen.
Um dieser fraglichen Praxis zu entgehen, lohnt sich ein Blick auf die Zertifizierung. Dabei ist auf das vom Bundesverband der Industrie- und Handelsunternehmen (BDIH) vergebene BDIH-Siegel Verlass. Verbraucher können darauf vertrauen, dass es sich um kontrollierte Naturkosmetik handelt, die auf ökologischen, gesundheitlichen und sozialen Aspekten basiert.
Für viele Kunden erhebt sich die Frage: „Ist ein Wechsel von chemisch gefärbtem Haar zu Naturprodukten möglich?“ Die Antwort darauf lautet selbstverständlich ja, allerdings gilt es einiges dabei zu beachten.
Befindet sich von der Haarpflege oder -wäsche noch Silikon im Haar, liefert das Färben mit pflanzlicher Haarfarbe nicht das gewünschte Resultat. Der Kunststoff umschließt das Haar, verleiht ihm dadurch zwar Volumen, bremst aber die Wirkung der Naturfarbe aus. Silikone stehen auf der Liste der Inhaltsstoffe und enden auf „-cone“ oder „-xane“. Je weiter hinten sie erscheinen, desto niedriger ist ihr Anteil. Wer umsteigen möchte, sollte daher im Vorfeld auf silikonhaltige Produkte verzichten.
Um Fehlfärbungen zu vermeiden, empfiehlt sich zu Beginn eventuell nur eine Probesträhne zu färben. Gerade beim Umstieg können zwei bis drei Nachbehandlungen erforderlich sein, da die Pflanzenfarbe anfangs möglicherweise nicht so gut hält.
Die Zusatzstoffe, die dem natürlichen Henna-Pulver beigemischt werden, um zum Beispiel die Intensität der Farben oder die Haltbarkeit zu erhöhen, können allerdings eine Gefahr für unsere Gesundheit darstellen. Als Farbverstärker dienen zum Beispiel Gummi aus Reifen und Schuhsohlen, sowie Rußpartikel.
Der entscheidende Risikofaktor ist das schwärzende Para-Phenylendiamin (PPD), das zu den aggressivsten Kontakt-Allergenen überhaupt gehört. Dieser synthetische Zusatzstoff ist in vielen Henna-Produkten enthalten, er kann auf der bemalten Haut leicht zu Juckreiz, Schwellungen und Wunden führen, die manchmal bleibende Narben hinterlassen.
Etwa vier Prozent der Menschen, die über Henna-Produkte mit PPD in Berührung kommen, tragen lebenslange Allergien davon. Der BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN) warnt deshalb vor Henna-Produkten, deren Inhaltsstoffe nicht ausreichend gekennzeichnet sind. Vor allem wenn das Henna sehr dunkel färbt, enthält es wahrscheinlich künstliche Farbstoffe.
In Deutschland ist Henna offiziell nur als Haarfärbemittel - mit PPD - zugelassen, der Farbstoff ist nicht in der Kosmetikverordnung gelistet und darf daher nicht als Hautfärbemittel verkauft werden. Da die Produkte jedoch für beide Anwendungen dieselben sind, werden die Haarfarben auch für die Haut genutzt.
Achten Sie auf die Inhaltsstoffe: Hennafarben, die PPD oder andere ungewünschte Zusatzstoffe enthalten, gehören nicht auf die Haut - auch nicht auf die Kopfhaut, selbst wenn solche Produkte erlaubt sind.
Henna-Haarfarbe wird als schonende Alternative zum chemischen Färben der Haare gehandelt. Trotzdem steht die Pflanzenfarbe immer wieder in der Kritik und gilt gar als gesundheitsschädlich. Chemisches Haare färben schädigt die Haare und kann Allergien auslösen. Henna-Haarfarbe ist zum Beispiel eine beliebte Alternative.
Laut des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), ist künstlich hergestelltes Henna tatsächlich mit Vorsicht zu genießen. So sei es nicht auszuschließen, dass der künstlich nachgebildete Henna-Farbstoff genotoxische Eigenschaften aufweise, sprich: das Ergbut verändere.
Laut eines wissenschaftlichen Expertenkomittees für Verbrauchersicherheit der EU-Kommission, sei Henna, wenn es rein pflanzlich zubereitet werde, aber unbedenklich. Untersuchen Sie die angegebenen Inhaltsstoffe auf den künstlich hergestellten Farbstoff para-Phenylendiamin (PPD). Dieser wird oft der Henna-Haarfarbe beigemischt, damit die Farbe intensiver wirkt und sich der Färbeprozess beschleunigt.
Der Stoff ist aber nicht ganz ungefährlich. Er hat das bereits genannte genotoxische Potenzial, kann Allergien auslösen und ist in Kosmetika verboten. In bestimmter Konzentration ist PPD zulässig (zwei Prozent), aber nur, wenn gleichzeitig sogenannte Kupplerstoffe hinzugegeben werden, die den Farbstoff binden. Wollen Sie also auf Nummer Sicher gehen, sollten Sie auf reines Henna setzen.
Übrigens ist auch oft mit dem bloßen Auge zu erkennen, ob sich PPD unter das herkömmliche Henna gemischt hat. In diesem Fall ist die Farbe nämlich viel dunkler.
Wenn Sie sich die Haare mit Henna färben wollen, haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Greifen Sie zu den bereits gemischten Henna-Produkten aus dem Drogeriemarkt, müssen Sie nur die Gebrauchsanleitung beachten. Sie können sich Henna-Farben aber auch selbst mit Pulver mischen.
Wenn Sie sich für Henna-Pulver entscheiden, wenden Sie es so richtig an:
Genauere Informationen zu Anwendung und Einwirkzeit finden Sie auf der Verpackung.
Beachten Sie beim Haare färben mit Henna folgende Dinge:
Henna legt sich um das Haar und dringt nicht in die Haarfasern ein. Es ist deshalb schonender als chemische Haarfärbe-Produkte.
So sieht das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) heute keine Einschränkungen für die Verwendung von reiner Henna-Haarfarbe. Das BfR warnt allerdings vor Henna-Produkten, die zusätzlich synthetische Haarfarben-Bestandteile wie p-Phenylendiamin (PPD) oder 2-Nitro-PPD enthalten, um eine dunklere Färbung zu erzielen.
Aktuelle Untersuchungen des CVUA Karlsruhe haben ergeben, dass Henna-Haarfarben im Handel sind, die außer der natürlichen Hennafarbe synthetische Farbstoff-Vorläufer p-Phenylendiamin (PPD) oder 2-Nitro-PPD enthielten. Solche Henna-Haarfarben stellen ein hohes gesundheitliches Risiko dar.
Wenn aber Henna-Haarfarben synthetische Haarfarbenbestandteile p-Phenylendiamin oder 2-Nitro-p-Phenylendiamin enthalten, können sie über den intensiven Kopfhautkontakt bei der Haartönung Hautallergien auslösen. Diese Stoffe sind stark sensibilisierende, also Hautallergien erstmals auslösende Substanzen.
Hennapulver selbst besitzt keine hautsensibilisierenden Eigenschaften. Die Zumischung dieser Substanzen zu natürlicher Henna-Haartönung erfolgt wohl zum Zweck der zusätzlichen Farbintensivierung und Abdunklung der orangegelben Hennafärbung.
Henna wird aus getrockneten Blättern des Hennastrauchs gewonnen und wird seit mehr als sechstausend Jahren hauptsächlich als Haarfärbemittel verwendet. Die Pflanze bietet viele gesundheitliche Vorteile für das Haar. Wenn Henna mit Alkohol destilliert oder mit Öl kombiniert wird, schnellen seine natürlichen antimikrobiellen Eigenschaften in die Höhe und erreichen sogar die Wirkung verschreibungspflichtiger Antibiotika. Durch seine natürlichen entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften hat Henna eine beruhigende Wirkung auf juckende oder gereizte Kopfhaut.
Die „kühlende Wirkung“ von Henna beim Aufragen auf die Haut ist seit Jahrhunderten bekannt. In Indien und in den Tropen, wo Henna wächst und häufig als Haarfärbemittel verwendet wird, greifen sogar Frauen, die ihre Haar nicht färben, zweimal im Monat für eine tiefenwirkende Pflegespülung auf farbloses Henna zurück, da Henna den Haarschaft wirksam ummantelt und die Haarkutikula repariert.
Da es jede Haarsträhne schützt, verhindert und behebt es Schäden, versiegelt splissige Haarspitzen und bändigt krauses Haar. Alleine aufgetragen kann die Paste aus Hennapuder austrocknen. Mische also feuchtigkeitsspendende Stoffe hinzu oder verwende Henna als aktiven Inhaltsstoff in einer Haarspülung.
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