Helmut Lotti, der belgische Sänger, hat im Laufe seiner Karriere viele Veränderungen durchgemacht. Eine davon war der Abschied von seinem Toupet. Hier erfahren Sie mehr über diesen mutigen Schritt und seine Auswirkungen.
Helmut Lotti im Jahr 2016
Anders als früher präsentiert sich der Sänger inzwischen ohne Toupet. Lange Zeit hatte ihn seine Plattenfirma dazu gedrängt ein Toupet zu tragen. "Leute der Plattenfirma haben mir das Haarteil aufgeschwatzt, weil man dachte, das sei besser, um meine Karriere zu starten", erzählt Helmut Lotti.
Helmut Lotti erklärt gegenüber „Bild“ seinen mutigen Schritt: „Ich kam zu dem Punkt, wo ich dachte: Wenn ich es jetzt noch weiter verstecke, wird es lächerlich". Doch dieses Versteckspiel gehört nun der Vergangenheit an.
Sich ohne Toupet zu zeigen, war für den belgischen Sänger Helmut Lotti (48) ein Befreiungsschlag: „Ich fühlte mich nicht wohl mit dem Ding auf dem Kopf. Ich hatte sogar Albträume. Wirklich. Ich fand das sehr schlimm. Ich bin doch der erste, der andere auslacht, wenn sie damit rumlaufen“, gestand er „RP Online“.
Nach fast 30 Jahren auf der Bühne braucht der belgische Sänger weder künstliche Haarteile noch bombastische Showeffekte, um zu überzeugen. 2011 zog der belgische Sänger überraschend die Reißleine. Es war der Punkt gekommen, die eigene Lebensleistung zu bilanzieren - auch wenn in der Öffentlichkeit immer Gerüchte über ein Burn-out kursierten.
2011 ließ der belgische Sänger seinen Plattenvertrag auslaufen, sang alle geplanten Konzerte, absolvierte alle Termine. „Und dann dachte ich: Jetzt bin ich frei, profitiere ich doch mal davon.“ Er nahm seine Auszeit. „Ich habe sehr viel Spaß gehabt, viele Reisen gemacht und Leute kennengelernt. Ich war viel im Theater, was ich vorher kaum machen konnte, weil ich ja abends selbst auf der Bühne stand. Das war für mich sehr inspirierend, so habe ich auch mit Leuten zusammengearbeitet, mit denen ich sonst nicht gearbeitet hätte. Und trotz allem braucht der Ausstieg aus einem eingespielten Räderwerk ja oft so viel Kraft, dass er nur gelingt, wenn es anders gar nicht mehr geht.
Er sei damals keineswegs ausgepowert gewesen. "Aber mein Leben war nicht mehr spannend, mir fehlte die Herausforderung." Bei seiner letzten Tour vor sieben Jahren habe er das Ende kaum abwarten können. "Die Schere zwischen dem Helmut auf der Bühne und dem Helmut privat ging immer weiter auseinander."
Da sein Plattenvertrag gerade auslief, nutzte der Belgier den Zeitpunkt zum Ausstieg. "Durchatmen, Ruhe haben", sagt Lotti. "Und ich habe gemerkt: Die Zeit geht sehr schnell vorbei, auch ohne Bühne. Ich hatte viel Spaß und Langeweile kenne ich nicht." Er habe einfach sein Leben genossen, viele Konzerte von Kollegen besucht und mit Ehefrau Jella viele schöne Reisen gemacht.
"Irgendwann habe ich die Bühne dann vermisst", sagt der 47-Jährige. "Mir hat zwar nichts gefehlt, aber dennoch habe ich den Wunsch wieder zu singen." Er sei jetzt absolut im Reinen mit sich und freue sich auf sein Comeback.
Nun also sein Comeback. Der 46-Jährige Crossover-Star präsentiert auf „The Comeback Album“ Coverversionen von Pop-Giganten wie Elvis Presley, Leonard Cohen oder Simon & Garfunkel. Ein gewagter musikalischer Ansatz, der sich auch in seinem neuen Look widerspiegelt.
Nach jahrelanger kreativer Auszeit meldet sich Helmut Lotti mit dem "The Comeback Album" zurück. "Alle Lieder handeln von Glaube, Hoffnung, Liebe und Trost", berichtet der Sänger im Interview mit MEINE MELODIE (12/16; EVT: 17. November). "Die perfekte CD für einen Menschen, der sich wieder orientieren möchte und sich so fühlt wie ich, als ich vor einigen Jahren neben mir stand."
Helmut Lottis Comeback Album
Heute versucht er neben den Coverversionen von bekannten Songs auch viel von sich selbst hineinzubringen in die Songs seines „The Comeback Album“.
Am Sonnabendabend begeistert er rund 1400 Besucher der Rostocker Stadthalle mit Soulklassikern - Musik, die ihm offensichtlich auch selbst richtig Spaß macht. Helmut Lotti ist bei sich angekommen.
Auch wenn die Rangplätze an vielen Stellen leer bleiben - diejenigen, die da sind, haben sicht- und hörbar jede Menge Freude an dem Sänger, der an diesem Abend Titel auf Englisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch aber auch Hebräisch im Gepäck hat und dabei vom 22-köpfigen Golden Symphonic Orchestra unterstützt wird.
Wenn er selbstironisch zugibt, dass er vor zehn Jahren mit Haarteil noch aussah wie Dean Martin, jetzt aber eher Wladimir Putin ähnelt, dann hat er die Lacher im Saal auf seiner Seite. Dabei muss sich Lotti um seine Wirkung keine Sorgen machen. Sobald der schmale Mann im gut sitzenden Anzug „My Girl“ anstimmt, schmelzen die Damen im Saal dahin.
Ob es den Zuhörern gefallen hätte, will er wissen, und freut sich über ein lautstarkes „Ja“. Sie sollen es weitererzählen, bittet Lotti, damit die Halle beim nächsten Rostock-Besuch ganz voll ist.
Im Mai 2009 heiratete Lotti in dritter Ehe die Journalistin Jelle Van Riet. „Im Moment bin ich glücklich und ich hoffe, das bleibt auch so“, sagt er. Bei den zwei Ehen zuvor war es nicht so. „Man kann Glück haben, ich habe Pech gehabt. Und dass ich nicht viel zu Hause war, hat sicherlich auch nicht geholfen zu spüren, dass es Probleme gibt. Ich war sehr mit meiner Karriere beschäftigt. Vielleicht habe ich da Fehler gemacht. Aber ich weiß auch nicht, ob meine Ehen gehalten hätten, wenn ich keine Karriere gehabt hätte“, antwortet er nachdenklich.
Und so stürzt er sich jetzt wieder in seine Karriere, auch wenn er es finanziell nicht mehr müsste. „Ich habe gemerkt, es ist frustrierend, wenn man technisch gesehen arbeitslos ist. Also arbeite ich. Warum auch nicht?
Ein Cut, der seinem Leben sehr gut tat. „Das Toupet war eine rein kommerzielle Entscheidung gewesen, die für mein Privatleben überhaupt nicht lustig gewesen ist. Ich spiele zwar Helmut Lotti, aber ich bin es auch“, sagt der Mann, der bürgerlich Helmut Barthold Johannes Alma Lotigiers heißt. „Bühnen- und Privatperson müssen sich ähnlich sein, sonst wird man verrückt.“ Eine Perücke ist eben mehr als nur eine Haarmütze, die man einfach auf- und absetzt. Die Plattenfirma hatte ihn zu den Kunsthaaren gedrängt. „Als Künstler ist man auch ein Produkt. Es gibt Musiker, die sagen von Anfang an: Fuck off, ich mache es wie ich will. So war ich nicht. Und dann war der Kurswechsel schwer. Es gibt einige Leute, die sich immer wieder neu erfinden, David Bowie war so, oder Madonna. Aber ich bin nur Helmut Lotti.“
Helmut Lotti: Ich bin nicht mehr so egozentrisch. Die drei anderen Eigenschaften hingegen treffen durchaus noch zu.
Nein, der Grund war, dass der Vertrag mit meiner Plattenfirma damals auslief und es für mich in dem Moment einfach mal reichte. Das hat nichts damit zu tun - auch wenn ich Müllmann gewesen wäre, wären meine drei Ehen gescheitert. Ich habe einfach immer nur die falschen Entscheidungen getroffen.
Ich bin ganz einfach älter geworden, und ich werde es auch nicht mehr verstecken, dass ich älter werde. Ich bin nicht mehr der ideale Schwiegersohn, sondern ich bin ein Sänger. Wenn die Menschen in meine Konzerte kommen, dann sollen sie nicht wegen meines Images kommen, sondern wegen meiner Lieder.
Ich habe ja immer wieder versucht, die Grenzen auszutesten, auch in den letzten sieben Jahren. Doch heute weiß ich: Wenn ich etwas mache, das das Publikum nicht von mir möchte oder erwartet, dann habe ich kein Publikum - so einfach ist das.
Ich glaube nicht, dass ich mir noch mehr erträumen kann als das, was ich schon erlebt habe.
Weitere Prominente ohne Toupet
Auch andere Prominente haben sich dazu entschieden, ihre Haarteile abzulegen:
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