Helle Haut, rote Haare: Ursachen und Risiken

Menschen mit roten Haaren und heller Haut fallen auf und sind selten. Doch welche Ursachen stecken hinter dieser Kombination, und welche Risiken sind damit verbunden? Dieser Artikel beleuchtet die genetischen Grundlagen, die für die Entstehung roter Haare und heller Haut verantwortlich sind, und geht auf die erhöhte Anfälligkeit für Hautkrebs ein.

Die Genetik hinter roten Haaren und heller Haut

Die Farbe unserer Haare und die Pigmentierung unserer Haut werden hauptsächlich durch den Farbstoff Melanin bestimmt. Melanin kommt in zwei Varianten vor:

  • Eumelanin: Sorgt für braune bis schwarze Farben.
  • Phäomelanin: Verleiht blondem und rotem Haar seine charakteristische Färbung.

Die Menge und das Verhältnis dieser beiden Pigmente bestimmen unsere Haar- und Hautfarbe. Verantwortlich dafür ist das sogenannte mc1r-Gen.

Bei Rothaarigen ist dieses Gen häufig funktionslos. Als Folge überwiegt das Pigment Phäomelanin, was neben rotem Haar auch helle Haut und Sommersprossen verursacht.

Eine helle Hautfarbe ist die Folge eines Funktionsverlustes des Melanocortin-1-Rezeptor-Gens. Es produziert ein dunkles Hautpigment, dass vor Verbrennungen durch intensives Sonnenlicht schützt. Menschen, bei denen eine oder beide Kopien des Gens außer Funktion sind, haben einen helleren Teint und häufig rote Haare.

Die Hellhäutigkeit setzte sich vermutlich infolge fehlenden Selektionsdruckes durch. Wahrscheinlicher sei, dass die dunkle Hautfarbe einen Selektionsvorteil in äquatornahen Regionen hat, weil Menschen seltener Hautkrebs bekommen. In Europa entfiel dieser Selektionsdruck bislang, und so setzte sich auch die helle Hautfarbe durch.

Da rote Haare rezessiv vererbt werden, müssen in der Regel beide Elternteile das entsprechende Gen tragen, damit ein Kind rote Haare bekommt. Dunkle Haarfarbe wird genetisch dominant vererbt.

Das erhöhte Hautkrebsrisiko

Menschen mit roten Haaren und heller Haut haben ein höheres Risiko, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken. Eine aktuelle Studie liefert nun Hinweise, warum das so ist: Die Wissenschaftler zeigen auf, welche molekularen Mechanismen an der Hautkrebsentstehung beteiligt sein könnten.

Die Eigenschaften führen dazu, dass bei Rothaarigen die Haut schlechter oder gar nicht bräunt. MC1R wird hauptsächlich in den Pigmentzellen der Haut, den Melanozyten, gebildet. Dort wird es durch ultraviolette Strahlung (UV-B) aktiviert.

Das Eiweiß bremst einen Signalweg, der die Zellteilung fördert. Die veränderte Variante bei Rothaarigen kann diese Aufgabe nicht ausreichend übernehmen. Die Zellteilung ist dadurch beschleunigt und die Wahrscheinlichkeit, dass Krebs entsteht, steigt.

Eine Genvariante, die mit roten Haaren, blasser Haut und Sommersprossen assoziiert ist, steht einer neuen Studie zufolge mit einer größeren Zahl an Erbgutveränderungen bei Hautkrebs in Zusammenhang. Das berichten die Forscher vom Wellcome Trust Sanger Institute und der University of Leeds im Fachblatt Nature Communications.

Die Gefahr durch diese Mutationen ist den Forschern zufolge mit der vergleichbar, die durch zwei zusätzliche Jahrzehnte Sonneneinstrahlung zu erwarten wäre. Die Studie förderte allerdings noch ein weiteres Ergebnis zutage: Auch viele Menschen ohne rote Haare besitzen eine einfache Kopie dieser speziellen Genvariante und haben der Studie zufolge ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Mutationen.

Die Rolle von Melanin

Menschen mit roten Haaren haben weniger und andere Pigmente in den Haaren und der Haut. Letztere ist sehr hell und empfindlich gegenüber Sonnenstrahlen. Es ist bekannt, dass wiederholte Sonnenbrände das Risiko für Hautkrebs steigern.

Dabei gilt: Je mehr Eumelanin, umso dunkler die Haut und umso unempfindlicher ist sie gegen Sonnenstrahlung. Außerdem kann Eumelanin ganz schön was einstecken, bevor es kaputtgeht. Man sagt auch, das Pigment ist photostabil.

Ganz anders das Phäomelanin: Es reagiert sehr empfindlich auf Licht und bietet so kaum Schutz. Allerdings zeigen neuere Forschungen, dass nicht allein die mechanische Wirkung der Farbstoffe für den Sonnenschutz zuständig ist.

Die Wirkungen der UV-Strahlung sind unter anderem von der Empfindlichkeit der Haut gegenüber UV-Strahlung abhängig. Je nach UV-Empfindlichkeit werden 6 Hauttypen unterschieden.

Besonders aufpassen müssen den Erkenntnissen zufolge daher auch Menschen ohne rote Haare, die in der Sonne schnell einen Sonnenbrand bekommen, helle Haut, helles Haar, helle Augen, Sommersprossen oder viele Leberflecken haben.

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Weitere Besonderheiten von Rothaarigen

Neben der Haar- und Hautfarbe sowie dem erhöhten Hautkrebsrisiko gibt es noch weitere Besonderheiten, die mit roten Haaren in Verbindung gebracht werden:

  • Schmerzempfindlichkeit: Rothaarige reagieren möglicherweise anders auf Schmerzreize.
  • Anästhesie: Es gibt Hinweise darauf, dass Rothaarige möglicherweise nicht so gut auf bestimmte Betäubungsmittel ansprechen.
  • Haardicke und -anzahl: Rote Haare sind oft dicker, aber Rothaarige haben im Durchschnitt weniger Haare auf dem Kopf als Menschen mit anderen Haarfarben.

Hauttypen und ihre Eigenschaften

Um das individuelle Hautkrebsrisiko besser einschätzen zu können, ist es wichtig, den eigenen Hauttyp zu kennen. Hier eine Übersicht der verschiedenen Hauttypen nach Fitzpatrick:

Hauttyp Eigenschaften Risiko für Sonnenbrand Bräunungsverhalten
I Sehr helle Haut, helle Augen, rotblondes Haar, Sommersprossen Sehr hoch Bräunt nie
II Helle Haut, blaue, graue, grüne oder braune Augen, blonde bis braune Haare, Sommersprossen Hoch Bräunt kaum bis mäßig
III Helle bis hellbraune Haut, graue oder braune Augen, dunkelblonde bis braune Haare Mittel Bräunt schneller als Typ II
IV Hellbraune, olivfarbene Haut, braune bis dunkelbraune Augen, dunkelbraunes Haar Gering Bräunt schnell
V Dunkelbraune Haut, dunkelbraune Augen, dunkelbraunes bis schwarzes Haar Sehr gering Bräunt sehr gut
VI Dunkelbraune bis schwarze Haut, dunkelbraune Augen, schwarze Haare Extrem gering Bräunt sehr gut

Hinweis: Der Hauttyp sollte idealerweise von einem Dermatologen bestimmt werden.

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