Als typisches öffentlich-rechtliches Programmelement mit großer Reputation sind Nachrichten, insbesondere die abendlichen Hauptnachrichten, Fixpunkte in der Programmauswahl der Zuschauer. Seit 1997 ist Heinz Wolf als Co-Moderator des "heute journal" im Einsatz und präsentiert die Sendung seit 2001 an der Seite von Marietta Slomka.
Er zeichnet verantwortlich für Auswahl und Inhalt der Nachrichtenblöcke, die wesentlicher Bestandteil der Magazinsendung sind. Als Redakteur im Studio ist seine Hauptaufgabe das Schreiben der Nachrichten und die allabendliche Präsentation derselben.
Am 2. Januar 1978 wurden die "Tagesthemen" erstmals gesendet. Es war eine ganz neue Art Nachrichtensendung, als 1978 die ARD-"Tagesthemen" und das "heute-journal" im ZDF starteten. Das "heute-journal" im ZDF startete mit Dieter Kronzucker - ebenfalls am 2. Januar 1978.
Kronzucker begann die erste Ausgabe ganz sachlich: "Also, wir begrüßen Sie zum heute-journal." Mit "Antenne und Phantasie" sollte die Sendung gemacht werden, schrieb der damalige Chefredakteur Reinhard Appel.
40 Jahre später halten Claus Kleber (62) und Marietta Slomka (48) das Konzept für unverwechselbar. "Die Moderatoren haben eine eigene Persönlichkeit, die Autoren eine eigene Handschrift und natürlich sind Interviews ein wichtiger Bestandteil und sicher ein Markenkern", sagt Slomka.
Die Grundidee habe Bestand, aber das Tempo habe sich erhöht, mehr Infos und Bilder müssten auf Authentizität geprüft werden. Slomka ist seit 2001 als Moderatorin dabei, Kleber seit 2003.
Einige Interviewpartner sind unvergessen. Bayerns damaliger Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagte Kleber 2012 nach minutenlanger deftiger Kritik gegen die CDU: "Sie können das alles senden, was ich gesagt hab'."
Slomka und der damalige SPD-Chef Sigmar Gabriel gerieten ein Jahr später aneinander, als es um die Mitgliederbefragung für eine große Koalition ging. Von Januar bis Oktober 2017 sahen das "heute-journal" im Schnitt 3,8 Millionen Zuschauer.
Seit Jahren "konstant um die 2,5 Millionen Zuschauer" erreichen die "Tagesthemen" nach Senderangaben im Schnitt pro Ausgabe.
In die Zukunft schauen beide zuversichtlich. "Vielleicht gibt es künftig andere Ausspielwege und diesen Kasten namens Fernseher nicht mehr, aber das Bedürfnis nach hintergründigen Nachrichten, nach Einordnung und Erklärung wird bleiben und sogar wachsen, davon bin ich überzeugt", erklärt Miosga.
"Wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann gar keine Fernseher mehr und wir schauen Nachrichten nur noch auf dem Tablet oder Smartphone." "Schon heute gibt es Software, mit der man täuschend echt Politikern beispielsweise welche Aussage auch immer in den Mund schieben kann - das wird sich weiter perfektionieren."
Der Moderator ist überzeugt: "Recherchieren, prüfen, checken, hinterfragen, gewichten, analysieren, einordnen.
Der Erste Chefredakteur bei ARD-aktuell, Kai Gniffke, hält die "Tagesthemen" als hintergründige und erklärende Sendung für wichtiger denn je. "Denn Phänomene wie Globalisierung und Digitalisierung bereiten vielen Menschen Sorge", sagt er.
ZDF-Intendant Thomas Bellut nennt das "heute-journal" ein Flaggschiff - unter anderem, weil dort immer wieder überraschende Perspektiven gewählt würden. Kleber und Slomka sind für ihn ein "Super-Duo". "Ihre Interviewführung gilt als beispielhaft", sagt Bellut.
Kleber hält das Format des "Journals" für ideal. "Das Schöne ist: Die Sendung gibt es schon." Was er sich wünscht: "Wir brauchen jetzt noch mehr Zuverlässigkeit, mehr Ressourcen, mehr junge Leute. Wir müssen die Arbeit stärker Social-Media-fähig machen."
Die sozialen Netzwerke bringen zugleich viele Reaktionen hervor, weiß Kleber: "Es gibt auch konstruktive Kritik.
Marietta Slomka arbeitet mittlerweile recht unspektakulär und als solide Nachrichtenfachkraft. Seit 1997 ist Heinz Wolf als Co-Moderator im ZDF-"heute journal" im Einsatz.
„Ist sie nur ein Nachrichten-Luder, eine eiskalte Teleprompter-Puppe?“, fragte der „Spiegel“, um sich sogleich selbst zu antworten: „Von wegen. Eine wunderbare Frau.“
Einen ähnlich schwärmerischen Sound haben fast alle Artikel über ihre Anfangszeit beim „heute journal“, was damit zusammenhängt, dass Anne Will fast gleichzeitig bei den „Tagesthemen“ begann, Sandra Maischberger bei n-tv und dass Maybrit Illner und Sabine Christiansen mit ihren Talkshows so richtig erfolgreich wurden.
Da kam eine Legion hübscher Frauen und vertrieb die Männer in die dritten Programme. Dort blieben sie natürlich nicht. Die Männer haben sich aus Amerika Verstärkung geholt. Erst übernahm der ARD- Washington-Chef Kleber das ZDF-„heute journal“, und jetzt hat die ARD Klebers Nachfolger Tom Buhrow für ihre „Tagesthemen“ angefordert.
Slomka nickt: These stimmt. Jetzt nur nichts Falsches sagen. „Mit Claus kann man sicher toll mit dem Cabrio verreisen, toll feiern, aber man kann mit ihm auch über die Welt reden“, formuliert sie vorsichtig. „Von Lojewski war eine Vaterfigur, Claus ist eine Kollegenfigur.“
1969 in Köln geboren. Das Abitur auch mit eins gemacht wie Anne Will?„Ja. Ich weiß aber nicht mehr, was hinter dem Komma stand: eine 5, war es 1,5?“
Sie hatte sogar regelmäßig Disziplinarprobleme. „Meine Eltern bekamen von Lehrern zu hören, dass das Kind aufsässig ist.“ Selbst später, in Uni-Seminaren, hätten sich die Unzufriedenen oft hinter ihr gesammelt. „Ich wurde zu einer Art Rädelsführerin.“
Aber zielstrebig war sie sicher immer. Sonst kommt man nicht so schnell so weit.„Ich wusste, was ich wollte: Auslandskorrespondentin werden, und da habe ich genau geguckt, was studiere ich dafür am besten, und welche Noten brauche ich.“Marietta Slomka studierte VWL in Köln und Canterbury.
Die Helden Ihrer Jugend waren Alfred Herrhausen und Dire Straits.„Herrhausen“, fragt sie, „wie kommen Sie da drauf?“Weil er der Held der Wirtschaftsstudenten war: der Deutsche-Bank-Vorstand, der Banker mit Gewissen. Trotzdem wurde er von der RAF umgebracht.
„Ich war natürlich erschüttert, als Herrhausen ermordet wurde. Aber er war der Held der Banker, nicht meiner. Ich war Volkswirtin. Außerdem fand ich das Studium anfangs grauenhaft.“ Immerhin, die Dire Straits hat sie in ihren Auslandssemestern in England viel gehört. „Großartiger Gitarrist.“
Sie höre Dire Straits immer noch gerne, sagt sie. Marietta Slomka will ihre Jugend offenbar nicht als etwas Abgeschlossenes betrachten, was sehr sympathisch ist, aber schwer umzusetzen in diesem Job in dieser Stadt.
Die gepflegte Unordnung in ihrem Büro, die Aussage, dass man mit dem Chef sicher gut feiern kann, zeigen ihren festen Willen, dem biedersten deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz, in das es sie verschlagen hat, die Stirn zu bieten.
Doch das Wort sicher, das sie vor das Feiern schiebt, verrät, dass sie beim „heute journal“ eben doch nicht gemeinsam ausgehen, wenn sie ausnahmsweise mal früher frei haben, sondern lieber nach Hause, die Hecken schneiden.
Nur der freundliche Heinz Wolf, der die Nachrichten präsentiert, trinkt mit ihr manchmal ein Glas Wein in der Altstadt. Die beiden sind Zaungäste im Mainzer Nachtleben, falls es so etwas gibt. Mehr ginge auch nicht. Nachrichtenmoderatoren können keine Szenefiguren sein, ebenso wenig wie Rädelsführer.
Der Preis dafür, irgendwann einmal im Bonner Haus der Geschichte zu hängen, ist, dass man sich ein bisschen zusammenreißt. Und so scheint es ein bezeichnendes Detail, dass Marietta Slomka heute keine Zigarette in der Hand hält, wie in alten Porträts oft beschrieben, sondern eine rote Marietta- Tasse, das Zugehörigkeitssymbol zur egalitären, artigen ZDF-Welt.
Dieses Jahr haben Sie zum ersten Mal Club- Urlaub gemacht und fanden es ganz okay. Falsch. „Ich habe noch nie Club-Urlaub gemacht, ich möchte nicht animiert werden. Ich habe mir dieses Jahr aber tatsächlich zum allerersten Mal von einem Reisebüro eine Reise nach meinen Wünschen zusammenstellen lassen - nach Südafrika.“
Ein weiteres Indiz ihrer Vermainzung ist, dass sie vor zwei Jahren geheiratet hat. An ihrem Computerbildschirm klebt die Autogrammkarte des Gatten. Es ist Christoph Lang, der Moderator des „RTL- Nachtjournals“.
Seltsame Vorstellung, dass ein Ehepaar einen großen Teil der deutschen Spätnachrichten kontrolliert. Wie Ankermann und Ankerfrau wohl privat miteinander umgehen?
Wenn Ihr Mann beim Frühstück die Marmelade von Ihnen will, kann es passieren, dass er gedankenverloren sagt: „Kommen wir zur Marmelade.“ Falsch. Sie frühstücken wochentags nicht gemeinsam, Lang lebt in Köln. Und wenn sie frei haben, schlafen sie aus.
Lesen Sie sich denn bei heiklen Themen die Moderationen gegenseitig vor?„Um Gottes Willen“, sagt sie. „Wir reden tagsüber gar nicht über die Sendungen, die wir abends machen. Das würde einen beeinflussen, und das darf nicht sein.“
Sie braucht auch keinen Ehemann um Rat zu fragen. Sie ist stilsicher in ihren Texten, die sie mit umgangssprachlichen Wörtern wie „schwups“ anreichert. Ihr Markenzeichen aber ist, wie sie mit ungerührter Mine und stechendem Blick ganz kühl - oder ist es kühn? - Deutschlands Spitzenpolitiker einvernimmt.
Bei der ARD-Konkurrenz nennen sie sie deshalb sprechendes Holz, doch das ist gemein: Sie ist nur angenehm sachlich. „Ich frage mich manchmal, was für einen Eindruck von meiner Persönlichkeit entstanden wäre, wenn ich mir die Haare braun getönt hätte und farbige Kontaktlinsen tragen würde“, sagt sie. „Bei meinen hellen Augen und diesem Kameralicht - da müssen Sie massiv gegen anlächeln.“
Privat sei sie auch gar nicht kühl. „Ich bin ein Kerzenanzündmensch.“Ihr Computer fiept. Eine Eilmeldung ist hereingekommen. Das Weltgeschehen macht ja keine Pause, nur weil Marietta Slomka ein Interview gibt. Es ist eine Schießerei in Syrien und kann ignoriert werden. Doch sie muss langsam mit ihren Moderationstexten anfangen.
Heinz Wolf wurde 1964 in München geboren. Er absolvierte ein Jurastudium und arbeitete bei verschiedenen Fernsehsendern und -produktionen.
Mitte der 90er Jahre verbrachte er mehrere Aufenthalte in den USA, wo er Drehbuch-Schreiben studierte. Anschließend war er als Autor und Producer für die ZDF-Gerichtsserie „Streit um drei“ tätig.
Von 1990 bis 2001 arbeitete er beim ZDF als Moderator und Redakteur bei „heute“. Er gehörte mehrere Jahre lang auch zur Redaktion des Jahresrückblicks „Album.. - Bilder eines Jahres“.
Seit 1997 ist er Co-Moderator im ZDF-„heute journal“.
Als Redakteur im Studio ist seine Hauptaufgabe das Schreiben der Nachrichten und die allabendliche Präsentation derselben.
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