Kopfläuse sind lästig, aber kein Grund zur Scham. Besonders Kinder sind oft betroffen. Mit den richtigen Mitteln und etwas Geduld lassen sich die kleinen Parasiten jedoch gut behandeln. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über effektive Läusemittel, hilfreiche Tipps und wichtige Informationen zur Vorbeugung.
Kopfläuse haben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Sie fühlen sich auf sauberen wie ungewaschenen Köpfen wohl. Die Übertragung erfolgt meist durch direkten Kontakt von Haar zu Haar, besonders häufig beim Spielen unter Kindern. Es ist wichtig, einen Befall nicht zu ignorieren, da sich die Läuse sonst weiterverbreiten.
Kopfläuse wandern viel herum, daher werden sie leicht übertragen. Es reicht, wenn die Haare zweier Menschen sich berühren. Besonders leichtes Spiel haben Läuse bei Kindern.
Bis Läuse auffallen, haben sie meist schon andere Köpfe besiedelt. Daher ist es wichtig, bei einem Läusefund alle anderen Personen im Haushalt gründlich zu checken. Zudem sind Eltern betroffener Kinder verpflichtet, Einrichtungen wie die Schule oder den Kindergarten zu informieren - damit deren Leitung (ohne Nennung des Namens) andere Eltern bitten kann, ihr Kind ebenfalls auf Läuse zu untersuchen. Schämen braucht sich niemand.
Wichtig ist, die Läuse und ihre Eier (Nissen) mit einem speziellen Läuse- oder Nissenkamm auszukämmen. Dieser ist so engmaschig, dass ihm nichts entgeht.
Mit dem Läusekamm werden Läuse und Läuseeier, die man auch Nissen nennt, ausgekämmt. Man sollte mit der Behandlung nicht zu früh aufhören, weil sonst immer wieder Nachwuchs schlüpfen und den Kopf erneut besiedeln kann. Mit dem Läusekamm kann man auch prüfen, ob noch etwas zu finden ist.
In aller Regel sind zwei Behandlungen im Abstand von ungefähr einer Woche notwendig.
Die Stiftung Warentest hat in der "Test"-Ausgabe 09/2018 zwölf Läusemittel geprüft. Dabei wurden verschiedene Wirkstoffe und Anwendungsformen untersucht.
Die Stiftung Warentest hat 12 vielverkaufte Läusemittel bewertet. Experten sichteten Studien zur Wirksamkeit sowie Daten zu den Risiken. Aufgrund neuerer, aussagekräftiger Forschungsergebnisse haben sich mehrere Bewertungen gegenüber früheren geändert.
Als Mittel der Wahl gelten nun einige, aber nicht alle bewerteten Präparate mit dem Wirkstoff Dimeticon - einem Öl, das Läuse erstickt, indem es ihre Atemwege verklebt. Fast genauso gut eignen sich zwei Mittel mit altbekannten Insektengiften, die die Nerven von Läusen lähmen, sowie eines mit Mineralöl.
Manche Präparate können Ärzte Kindern verordnen. Für alle Läusekiller gilt: Damit sie sicher wirken, müssen Nutzer sie großzügig auftragen und Anwendungsfehler vermeiden - also die jeweilige Gebrauchsanleitung genau beachten.
Um alle Informationen über die getesteten Mittel genauer nachzulesen, könnt ihr den gesamten Läusemittel-Test aus 'Test' 09/2018 herunterladen; neben den genauen Testergebnissen enthält er weitere Infos zur Kopflaus und ihrer Bekämpfung.
Testsieger sind drei Mittel mit dem synthetischen Öl Dimeticon, darunter "Dimet 20" (21,99 Euro/100 ml) und "EtoPril" (14,95 Euro/100 ml). Deren Wirkprinzip ist einfach: Das synthetische Öl erstickt die Blutsauger. Die Kosten für die zwei Mittel werden von der Krankenkasse übernommen - vorausgesetzt, die Behandlung wurde bei Kindern vorgenommen.
Neben synthetischem Öl sind auch Präparate mit Insektengift empfehlenswert, schreibt Warentest, etwa "Goldgeist forte" (8,93 Euro/100 ml). Die Mittel lähmen die Nerven der Läuse. "Sie wirken grundsätzlich gut, doch immer mehr Läuse werden unempfindlich dagegen", so die Prüfer.
Die Schlusslichter des Tests sind die Mittel "Jacutin Pedicul" und "SOS Läuse-Shampoo", sie erhalten die Test-Bewertung "wenig geeignet". "Bei beiden Mitteln ist nicht ausreichend durch klinische Studien an Menschen belegt, dass sie Läuse wirksam bekämpfen und verträglich sind", schreibt Warentest.
In der aktuellen Ausgabe gibt Warentest weitere Tipps, wie Läuse schnell und einfach entfernt werden können. Grundsätzlich seien immer zwei Anwendungen empfehlenswert - auch wenn die Anleitungen einzelner Mittel es anders angeben.
Unsere Arzneimittelexperten geben Dimet 20, EtoPril und Jacutin Pedicul Fluid die beste Bewertung „geeignet“. Aussagekräftige Studien belegen ihre Wirksamkeit und sie sind gut verträglich.
Goldgeist forte, InfectoPedicul und Mosquito Med Läuseshampoo geben unsere Experten die zweitbeste Note „auch geeignet“. Goldgeist und InfectoPedicul enthalten Insektengifte. Sie wirken grundsätzlich gut, doch immer mehr Läuse werden unempfindlich dagegen. Die Wirksamkeit von Mosquito Med Läuseshampoo belegt erst eine, wenn auch gut gemachte Studie. Das Präparat enthält Mineralöl.
Vier Mittel sind „mit Einschränkung geeignet“: Licener, Linicin, Nyda und Nyda plus. Wirkstoff von Licener ist Extrakt des Neembaums*. Linicin enthält neben dem bewährten Läusekiller Dimeticon noch weitere Substanzen. Das gilt auch für Nyda, wovon wir zwei Varianten überprüften. Die neuere, „Plus“, soll viel schneller wirken als die ältere. Das wurde aber noch nicht in klinischen Studien am Menschen bestätigt.
Schlusslichter im Test sind die Läusemittel Jacutin Pedicul Spray und SOS Läuse-Shampoo. Beim Jacutin Pedicul Spray lässt sich zudem kaum vermeiden, dass sich beim Sprühen feine Tröpfchen in der Luft verteilen und eingeatmet werden. Das kann bei Menschen die Atemwege reizen und erhöht das Risiko für Nebenwirkungen wie Nervenschäden.
Wichtiger Hinweis: Die Preise der genannten Produkte können sich geändert haben.
Öle gelten als besonders effektiv beim Kampf gegen Kopfläuse, das zeigen viele wissenschaftliche Studien. Damit das Hausmittel gegen Läuse der Wahl wirkt, sollte man es nicht zu sparsam auftragen.
Weil das Öl, das auch bei den Testsiegern zum Einsatz kommt, leicht entflammbar ist, muss man unbedingt darauf achten, dass behandelte Kinder nicht in die Nähe von Flammen, ob Kerzen oder Gasherd, kommen.
Manchmal genügt es Schaefer zufolge auch, die Haare mit Essigwasser zu spülen und dann mit einem speziellen Nissenkamm zu kämmen. Die Mischung soll die Kittsubstanz der Nissen auflösen, wodurch das Auskämmen erleichtert werden kann. Einen Beleg dafür gibt es allerdings nicht.
Der Einsatz spezieller Shampoos soll einem Lausbefall vorbeugen. Geeignet sind Produkte mit Weidenrinde, die einen für die Parasiten unangenehmen Geruch verursachen sollen.
Kopfläuse und Nissen sind hartnäckig. Sie überleben zwei bis drei Tage ohne Kontakt zum Wirt und werden erst ab Temperaturen über 60 Grad abgetötet. Auch wenn die Gefahr von umherirrenden Läusen erfahrungsgemäß unbegründet ist, können getragene Kleidungsstücke, Bettwäsche und Handtücher vorsichtshalber bei hoher Temperatur gewaschen werden.
Hier ist eine Übersicht über einige Läuse-Shampoos, die derzeit auf dem Markt erhältlich sind:
| Produktmodell | Preis ca. | Besonderheiten | Verfügbarkeit |
|---|---|---|---|
| All in One Shampoo von Hedrin | ca. 17 € | Schon ab 1 Jahr anwendbar, Naturprodukt | vegan | Gleich lieferbar |
| All-In-One Kopflausmittel von Nitwits | ca. 12 € | Läuse-Shampoo ab 1 Jahr | Gleich lieferbar |
| Laus & Nissen frei von Ingrubar | ca. 21 € | Kindgerecht ab 3 Jahren | Gleich lieferbar |
| tea tree oil von Australian Bodycare | ca. 16 € | Läusebekämpfung für Erwachsene geeignet | Lieferzeit prüfen |
| Licener Shampoo gegen Kopfläuse 100ml von Hennig Arzneimittel | ca. 21 € | Kindgerecht ab 3 Jahren | Gleich lieferbar |
Hinweis: Die Verfügbarkeit und Preise können variieren.
„In diesem Fall kann man es lieber erst einmal mit dem Wirkstoff Dimeticon versuchen“, sagt Professor Dr. Christof Schaefer, der an der Charité in Berlin die Risiken von Arzneimitteln in der Schwangerschaft untersucht. Der Entschäumer ist sonst eher aus der Behandlung von Blähungen bekannt. Das Silikonöl soll jedoch die Läuse ersticken lassen, indem es das Atemsystem verschließt. Dazu dringt es in die Atemporen ein und verhindert das „Ausschwitzen“ von Wasser. Die Nissen sollen von den Präparaten ebenfalls erfasst werden.
Auch Produkte mit Kokosöl kommen für die Behandlung von Schwangeren infrage.
Für Dimeticon sind bislang keine Resistenzen bekannt. Präparate wie Nyda (Pohl Boskamp), EtoPril (Dr. Wolff) oder Jacutin Pedicul (Almirall) sind keine Arzneimittel, sondern Medizinprodukte. Je nach Produkt haben sie eine Einwirkzeit von zehn Minuten bis zu mehreren Stunden. In jedem Fall muss die Anwendung nach neun bis elf Tagen wiederholt werden. Die Zeit entspricht dem natürlichen Zyklus der Laus. Somit können alle Nissen und geschlüpften Parasiten erfasst werden.
Erst wenn all das nicht hilft, kann die Mutter in Absprache mit ihrem Arzt eventuell ein chemisches Produkt verwenden.
Infectopedicul enthält das chemisch hergestellte Permethrin und kann gegen Kopflausbefall und Scabies eingesetzt werden. Das Insektizid wirkt neurotoxisch bei Läusen und Nissen. Es wird über die Körperoberfläche aufgenommen und lähmt den Parasiten. Der Tod tritt jedoch erst später ein. Bei nicht toxischer Dosis können die Läuse enzymatisch entgiften und sich wieder erholen. Auch die Entwicklung von Resistenzen wird diskutiert. Studien an mehr als 300 Schwangeren konnten keinen Hinweis auf eine teratogene Wirkung geben.
Goldgeist (Pyrethrumextrakt) ist in der Schwangerschaft ebenfalls als Reservemittel anzusehen. Das Insektizid wird aus verschiedenen Chrysanthemenblüten gewonnen und wirkt auf Kopfläuse neurotoxisch. Die dermale Resorption ist für das Produkt nur gering. Trotzdem ist eine Anwendung in der Schwangerschaft nur nach medizinischer Indikationsstellung möglich. Laut Embryotox ist im ersten Schwangerschaftstrimenon nicht von einem toxischen Potential bei topischer Anwendung auszugehen. Auch für das zweite und dritte Trimenon sprechen bislang keine Beobachtungen für ein fetotoxisches Potential. Wird das Produkt in der Stillzeit lokal angewendet, muss das Stillen nicht unterbrochen werden.
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