Der sogenannte Barberpilz, medizinisch als Tinea barbae bekannt, ist eine tückische Hautpilzinfektion, die sich gezielt die Bartregion als Angriffspunkt sucht. Verursacht durch Dermatophyten, insbesondere den hartnäckigen Pilz Trichophyton tonsurans, hat diese Infektion in den letzten Jahren eine enorme Verbreitung erfahren.
Tinea barbae (Bartflechte)
Der Barberpilz wird häufig durch kontaminierte Werkzeuge wie Rasiermesser, Scheren oder Kämme übertragen, die nicht ausreichend desinfiziert wurden. Auch wiederverwendete Handtücher oder Umhänge können eine Infektionsquelle darstellen. Kleine Hautverletzungen, die beim Rasieren entstehen, bieten dem Pilz eine ideale Eintrittspforte.
Professor Pietro Nenoff, Laborarzt und Experte für Dermatologie, betont: „Die steigende Zahl von Infektionen mit dem Pilz Trichophyton tonsurans ist ein richtiges Problem und erst in den letzten etwa drei Jahren aufgekommen.
Die Infektion äußert sich durch:
Die Behandlung erfolgt in der Regel mit topischen Antimykotika (Cremes oder Shampoos). Beispiele für solche Präparate sind Bifonazol (z.B. Canesten® Extra), Clotrimazol (z. B. Canesten®) oder Ketoconazol (z. B. Nizoral®). Bei schwereren Verläufen können auch systemische Antimykotika wie Terbinafin oder Itraconazol notwendig sein. Die Therapie dauert oft mehrere Wochen und sollte konsequent durchgeführt werden, um Rückfälle zu vermeiden.
Ärzte empfehlen zur Behandlung von Kopfpilz meist eine Kombination aus einer lokalen Therapie (z.B. in Form von Shampoos, Salben oder Cremes) und einer innerlichen (systemischen) Behandlung (z.B. in Form von Tabletten). Die Ziele der Behandlung sind, den auslösenden Erreger zu beseitigen, die Symptome zu lindern und einen bleibenden Haarverlust sowie eine weitere Ansteckung zu verhindern.
Es ist wichtig, die Behandlung schnellstmöglich zu beginnen, um zu verhindern, dass sich die Pilzinfektion weiter ausbreitet, und um das Ansteckungsrisiko zu verringern.
Um das Risiko einer Infektion zu minimieren, sollten Kunden auf die Hygienepraktiken in Barbershops achten. Dazu gehören:
Als Kunde haben Sie ein Recht auf eine hygienische Behandlung. Regelmäßige Desinfektion von Werkzeugen: Rasiermesser, Scheren und Kämme sollten nach jedem Kunden gründlich desinfiziert werden.
Ein Friseurbesuch sollte nicht nur ein frischer Haarschnitt sein, sondern auch ein Wohlfühlmoment. Doch was passiert, wenn du nach deinem Termin Juckreiz, Rötungen oder sogar kreisrunden Haarausfall bemerkst? Diese Symptome könnten auf eine Infektion mit dem Fadenpilz Trichophyton tonsurans hinweisen - ein Erreger, der sich vor allem in Barbershops und Friseursalons schnell verbreitet.
Bleibt die Pilzinfektion jedoch unbehandelt, ist es möglich, dass sie lange bestehen bleibt,tiefer in die Haut vordringt und diese dauerhaft schädigt odersich auf andere Körperstellen ausbreitet (z. B. auf das ganze Gesicht oder den Nacken).
Die Entzündung kann sich zudem verstärken, wenn Betroffene an juckenden Hautstellen kratzen und Schmutz in die Wunden gelangt. Schmerzen, Blutungen und mit Eiter gefüllte Abszesse sind denkbare Folgen. Zudem kann es bei starken Infektionen passieren, dass auch nach einer Abheilung deutlich sichtbare Narben bestehen bleiben, auf denen dauerhaft kein Barthaar mehr wächst.
Wie sehr die Infektionen mit dem Hautpilz in letzter Zeit genau gestiegen sind, also wie viele Fälle es gibt, ist zwar schwer zu ermitteln, weil die Erkrankung nicht meldepflichtig ist. Fakt ist aber: Die Infektionszahlen steigen schon seit 2019 deutlich an, wie Andreas Maronna, Oberarzt an der Hautklinik am Uniklinikum Erlangen, im BR-Interview berichtet.
Sie steigen demnach nicht nur in vielen mittelgroßen und großen Städten Deutschlands, sondern europaweit. Die meisten Infektionen treten bei Männern nach dem Besuch in einem sogenannten "Barbershop" auf, erzählt der Hautarzt.
Die Infektionsfälle hätten sich im Vergleich zu früher, also seit 2019, mindestens verzehnfacht. "Und wir gehen davon aus, dass das im Moment weiter steigt. Auch bei uns steigen die Zahlen nach wie vor ein bisschen", so Maronna.
Übertragen wird der Pilz neuerdings wohl insbesondere über unzureichend gereinigte Haarschneide-Geräte, wie Rasierer oder Trimmer. Die Sporen des Pilzes gelangen über winzige Verletzungen, die bei einer Rasur häufig sind, in den Körper. Auch durch engen Kontakt im sozialen Umfeld kann der Pilz übertragen werden.
Welche Symptome treten bei einer Infektion mit Trichophyton tonsurans auf? Der Erlanger Hautarzt sagt dazu: "Üblicherweise geht es mit Rötungen und Juckreiz los." Die befallenen Stellen verdicken sich, kleine Knötchen entstehen, später auch wassergefüllte oder sogar eitergefüllte Bläschen.
Da die Haut durch den Pilz geschädigt werde, könnten andere Erreger durch die Haut in den Körper eindringen. Im schlimmsten Fall könne eine Blutvergiftung die Folge sein, was aber ebenfalls sehr selten sei.
Wer mit dem Hautpilz Trichophyton tonsurans infiziert ist, sollte laut Maronna folgendes beachten:
Um eine Infektion mit dem Hautpilz zu verhindern, rät Hautarzt Maronna, sich den Friseursalon oder den Barbershop genau anzuschauen.
| Symptome | Behandlung | Prävention |
|---|---|---|
| Rötungen, Schuppenbildung, Juckreiz, Haarausfall, Eitrige Abszesse | Topische Antimykotika (Cremes, Shampoos), Systemische Antimykotika (Tabletten) | Desinfizierte Werkzeuge, Frische Handtücher, Vermeidung von Verletzungen |
tags: #Hautpilz #durch #Rasieren #Ursachen #Behandlung
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.