Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das sowohl Männer als auch Frauen betrifft. Nicht nur das Aussehen kann darunter leiden, sondern auch das Selbstbewusstsein sowie die Lebensqualität der Betroffenen. So stellt lichter werdendes Haar keinesfalls nur einen ästhetischen Makel dar. Umso größer der Wunsch nach einer effektiven Behandlung, um sich endlich wieder wohl im eigenen Körper zu fühlen.
Wir alle verlieren täglich Haare. Daher ist es schwer zu erkennen, wann man von dem alltäglichen und natürlichen Haarverlust spricht und wann es sich um einen „echten“, also vermehrten Haarausfall (auch Effluvium genannt) handelt. Erste Anzeichen für Haarausfall sind eine vermehrte Anzahl von Haaren in der Bürste, im Abflusssieb der Dusche, auf den Badezimmerfliesen oder dem Kopfkissen. In der Regel gilt, dass bis zu hundert ausgefallene Haare am Tag kein Grund zur Sorge sind. Diese Anzahl ist dem natürlichen Haarwechsel geschuldet. Werden es aber über einen längeren Zeitraum deutlich mehr, spricht man von Haarausfall.
Wenn Sie befürchten, dass Sie an Haarausfall leiden, sollte der Gang zum Arzt und die Diagnose der erste Schritt sein. Denn nur, wenn die Art des Haarausfalls diagnostiziert wurde, kann die richtige Therapie gestartet werden.
Als Experte in der Dermatologie stehe ich Ihnen zur Verfügung, um Sie umfassend zu beraten und einen individuellen Behandlungsplan aufzustellen. Seit 2016 bin ich als Dermatologe, Allergologe und Ernährungsmediziner tätig und habe mich im Bereich Haarausfall auf Mesotherapie, PRP und Haartransplantationen spezialisiert. Durch mein umfangreiches Fachwissen auf dem Gebiet der Trichologie kümmere ich mich zudem um die Haargesundheit meiner Patientinnen und Patienten und bin in der Lage, verschiedene Arten von Haarproblemen zu diagnostizieren und zu behandeln.
Da verschiedene Formen von Haarausfall existieren und dementsprechend auch unterschiedliche Ursachen, gibt es mehrere Spezialisten, die sich mit Haarausfall beschäftigen. Abgesehen von erblich bedingtem Haarausfall sind ausfallende Haare zunächst einmal ein Anzeichen dafür, dass dem Körper etwas fehlt oder dass etwas nicht stimmt. Neben dem Dermatologen bzw. der Dermatologin als erste Ansprechpartner kommen darüber hinaus somit auch andere Fachärzte in Frage.
Insbesondere wenn der Haarausfall auf Hormonungleichgewichte oder Stoffwechselstörungen zurückzufallen scheint, kann es sinnvoll sein, einen Endokrinologen oder Internisten aufzusuchen. Diese Spezialisten können weitere diagnostische Tests durchführen und zur ganzheitlichen Beleuchtung und Behandlung des Haarausfalls beitragen.
Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie an Haarausfall leiden, sollten Sie Ihren Haus- bzw. Hautarzt aufsuchen. Dieser kann mithilfe von verschiedenen Tests und Untersuchungen recht sicher diagnostizieren und bestimmen, an welcher Art von Haarausfall Sie leiden: dem erblich bedingten Haarausfall, dem diffusen Haarausfall oder einer anderen Art der Alopezie.
Für die Diagnose durch Ihren Arzt kommen je nach Ausprägung des Haarausfalls verschiedene Verfahren infrage.
Biopsie ist der Fachbegriff für die Entnahme und Untersuchung von Gewebe aus einem lebenden Organismus. Im Falle von Haarausfall entnimmt der Arzt ein ca. 4 mm großes Stück der Kopfhaut inklusive Haarwurzeln. Die Entnahme wird unter örtlicher Betäubung vorgenommen. Das Stückchen Kopfhaut wird anschließend unter dem Mikroskop untersucht. Dabei wird auch die Anzahl der aktiven Haarfollikel festgestellt. Insbesondere bei Kopfhauterkrankungen ungeklärter Ursache sowie bei vernarbender Alopezie kann die Biopsie sinnvoll sein, um weitere Informationen über die Erkrankung zu erhalten.
Bild-Quelle: Fachbuch „Haare - Praxis der Trichologie“ von Prof. Ralph M. Trüeb, Steinkopff Verlag, Darmstadt
Der Arzt untersucht Ihre Haare meist unter einer hellen Lampe. Dabei prüft er genau die Haarstruktur, die Kopfhaut und die Haardichte.
Je nach Art des Haarausfalls oder der Kopfhauterkrankung wird die Haut des gesamten Körpers untersucht und an auffälligen Stellen mit einem Auflichtmikroskop begutachtet. Auch eine Untersuchung der Körperbehaarung kann bei vielen Arten von Haarausfall erforderlich sein.
Der Arzt greift in Ihre Haare und versucht, diese mit einem sanften Ruck herauszuziehen. Dieser Versuch wird an mehreren Stellen der Kopfhaut durchgeführt, um festzustellen, wie leicht sich die Haare aus der Kopfhaut lösen.
Die Schwere des Haarausfalls lässt sich durch dieses Vorgehen grob bestimmen, jedoch nicht die Ursache des Haarausfalls. Achtung: Dieser Test dient nur als grobe Einschätzung des Ausmaßes des Haarausfalls. Der Arzt wird im Anschluss weitere Tests durchführen, um den Haarausfall genauer bestimmen zu können.
Bild-Quelle: Fachbuch „Haare - Praxis der Trichologie“ von Prof. Ralph M. Trüeb, Steinkopff Verlag, Darmstadt
Mit dem Durchstreifen der Haare lassen sich vermehrte lose „Telogenhaare“ nachweisen, also solche Haare, die sich in der Ruhephase befinden und am Ende dieser Phase ausfallen. Der Arzt fasst dem Patienten mit gespreizten Fingern entgegen der Wachstumsrichtung ins Haar und führt einen langsamen Zug mit geschlossenen Fingern in Haarwuchsrichtung durch. Bleiben mehr als 5-10 Haare in den Fingern hängen, kann dies ein Hinweis auf verstärkten Haarausfall sein.
Der Arzt nimmt einige Haare zwischen seine Finger und zerreibt diese. Damit stellt er fest, ob eine erhöhte Brüchigkeit der Haare vorliegt und somit möglicherweise Haarstrukturschäden vorhanden sind.
Zeigt sich beim Haarreibetest eine erhöhte Brüchigkeit, wird der Arzt weitere Untersuchungsmethoden durchführen, da auch dieser Test die Ursache des Haarausfalls nicht bestimmen kann.
Bild-Quelle: Fachbuch „Haare - Praxis der Trichologie“ von Prof. Ralph M.
Medikamente, bestimmte Krankheiten oder Mangelzustände können Ursachen von diffusem Haarausfall sein. Daher nimmt der Arzt Blut ab, um z. B. Schilddrüsen- oder Eisenwerte sowie weitere relevante Nährstoffe (Zink) und Vitamine (u. a. Biotin, Thiamin und Folsäure) zu überprüfen. Nach Vorliegen des Befunds können solche Krankheiten oder Mängel gezielt behandelt werden.
Wenn einer oder mehrere obenstehende Tests auffällig sind, kann Ihr Arzt mithilfe verschiedener mikroskopischer Untersuchungen den Haarausfall genauer diagnostizieren bzw. bestimmen, um welche Art Haarausfall es sich handelt.
Das TrichoScan-Verfahren ist ein modernes, computergestütztes Analyseverfahren zur Bestimmung der Haardichte und des Haarwurzelstatus. Für die Analyse wird ein ca. 16-20 mm durchmessendes betroffenes Kopfhautareal an einer Stelle abrasiert, die sich gut verdecken lässt. Das Areal wird mit einem Tusche-Farbstoff eingefärbt und eine Aufnahme in 20-facher Vergrößerung mittels digitaler mikroskopischer Fotografie erstellt. Das Bild wird daraufhin mit der Software im Computer automatisch ausgewertet und die Haardichte bestimmt. Soll auch der Haarwurzelstatus ermittelt werden, werden die Haarstoppeln erst nach drei Tagen eingefärbt und fotografiert.
Haare in der Wachstumsphase wachsen in den drei Tagen nach der Rasur und vor der Fotoaufnahme nach, Haare in der Ruhe- oder Ausfallphase verharren in der abrasierten Länge und wachsen nicht nach. Der Anteil an Haaren in der Wachstumsphase wird ausgewertet. Normalerweise befinden sich rund 80 bis 90 % der Haare in der Wachstumsphase. Ein erhöhter Anteil an Haaren in der Ruhe- oder Ausfallphase kann weitere Hinweise auf die Form des Haarausfalls geben.
Der Vorteil dieses Verfahrens ist die Tatsache, dass keine Haare ausgezupft werden müssen. Auch können die Haare im Gegensatz zu anderen Untersuchungen wie gewohnt vorher gewaschen werden. Ein weiterer positiver Aspekt ist die Archivierbarkeit der Ergebnisse im Computer. Der Arzt kann den Verlauf des Haarausfalls mit weiteren zukünftigen Untersuchungen begleiten und dadurch evtl.
Eine heutzutage nicht mehr ganz übliche Methode zur Diagnose von Haarausfall ist das Trichogramm. Damit bezeichnet man die lichtmikroskopische Untersuchung der Haarwurzeln. Der Arzt entnimmt dazu eine Strähne von ca. 50 Haaren aus der betroffenen Region der Kopfhaut, indem er die Haare mit einer gummiarmierten Klemme ausreißt. Die gleiche Anzahl Haare wird nochmals aus einem nicht von Haarausfall betroffenen Kopfhautareal entnommen. Beide Büschel werden dann unter dem Mikroskop betrachtet und analysiert.
Bild-Quelle: Fachbuch „Haare - Praxis der Trichologie“ von Prof. Ralph M. Trüeb, Steinkopff Verlag, Darmstadt
Der Facharzt kann erkennen, in welcher Phase des Wachstumszyklus sich die gezupften Haare befinden. Er untersucht, ob sich die Haare im Gleichgewicht zwischen Wachstums-, Übergangs- und Ruhephase des Haarzyklus befinden. Weiterhin kann der Arzt beurteilen, ob sich die Haarwurzeln krankhaft verändert haben, ob es verstärkt zu Haarbrüchen gekommen ist oder sich die Oberflächenstruktur des Haars verändert hat.
Bild-Quelle: Fachbuch „Haare - Praxis der Trichologie“ von Prof. Ralph M. Trüeb, Steinkopff Verlag, Darmstadt
Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig und variieren, je nach den zugrundeliegenden Ursachen und der individuellen Situation. Möglich sind sowohl Medikamente als auch innovative Behandlungen gegen Haarausfall. Zu den Möglichkeiten zählen beispielsweise:
Die Alopecia areata (AA) ist eine chronische, immunvermittelte Krankheit, die durch einen akut einsetzenden Haarausfall gegenzeichnet ist. Die Alopecia areata ist nach dem anlagenbedingten Haarausfall die zweithäufigste Ursache für Haarausfall.
Die derzeitig eingesetzten Therapien zielen vor allem auf das Unterdrücken des Entzündungsprozesses ab und bekämpfen nicht die eigentliche Ursache der Krankheit. Hierbei wird ein stark bis sehr stark wirksames Kortikosteroid (Klasse III/IV) im Bereich der Haarausfallherde an der Kopfhaut angewendet. Hier wird mit einer dünnen Nadel eine bestimmte Menge eines Kortisonpräparates (Triamcinolonacetonid Kristallsuspension) in die Kopfhaut eingespritzt. Die Unterspritzung erfolgt in der Hautebene (intrakutan), nicht ins Unterhautgewebe. Während jeder Sitzung erfolgen mehrere Injektionen an den Rand der Haarausfallsbereiche. Die Dauer der Behandlung wird abhängig von Wirksamkeit und Verträglichkeit vom behandelnden Arzt nach Rücksprache mit dem Patienten festgelegt. In der Regel erfolgen ca. 3-5 Unterspritzungen alle 4-8 Wochen. Bei gutem Ansprechen und Verträglichkeit können weitere Sitzungen erfolgen.
Die systemische Therapie mit Kortison erfolgt meistens in Form einer oralen Prednisolon-Stoßtherapie, d.h. tägliche ca. einwöchige orale Einnahme von Kortikosteroiden jeweils unterbrochen durch einnahmefreie Intervalle. Die gesamte Dauer der Therapie beträgt mindestens 3 Monate, diese soll jedoch vom behandelnden Arzt entsprechend des Ansprechens und des Auftretens von den Nebenwirkungen angepasst werden. Es ist wichtig, dass der Patient über die bekannten, möglichen Nebenwirkungen einer systemischen Kortison-Therapie von dem behandelnden Arzt aufgeklärt und überwacht wird.
Diese Option ist aufgrund ihres günstigeren Risikoprofils eine Alternative zur Sensibilisierungstherapie, besonders bei Kindern. Der Wirkmechanismus ist derzeit unklar, es wird jedoch vermutet, dass die vom Dithranol verursachte leichte Reizung der Kopfhaut zu einer Umlenkung der Entzündungszellen führt und es damit zur Förderung des Nachwachsens der Haare kommt. Zu den Nebenwirkungen gehören starke Reizung an den Anwendungsstellen, sowie vorübergehende Verfärbungen der Haut und Haare.
Bislang sind zwei Januskinase (JAK) Inhibitoren für die Behandlung der schweren AA zugelassen. Aktuell laufen weitere Studien mit weiteren JAK-Inhibitoren (Ruxolitinib, Upadacitinib) bzw. Minoxidil: Dies ist eine Substanz, die die Durchblutung um den Haarfollikel verbessert und so das Haarwachstum anregt. Der Wirkstoff hat keinen Einfluss auf die Entzündung, fördert jedoch das Haarwachstum, nachdem die Entzündung von der für die AA angesetzten Therapie (z.B. topische Kortikosteroide) unterdrückt wurde. Es könnte unterstützend beim Nachwachsen der Haare in den umschriebenen AA Herden eingesetzt werden.
Zink Supplementierung: Zink hilft die Immunantwort zu modulieren, und könnte bei Zink-Mangel hilfreich sein. Aber die verfügbaren Daten sind noch widersprüchlich, und kommen von kleinen Studien und Fallberichten. Vitamin D Supplementierung: Die Einnahme bei entsprechendem Vitaminmangel könnte von Bedeutung sein.
Wir empfehlen, einen Arzt aufzusuchen, wenn Sie plötzlichen oder auch anhaltenden Haarausfall bemerken. Ebenso sollten Sie kahle Stellen oder sichtbar dünner werdendes Haar ärztlich abklären lassen.
Es gibt verschiedene Untersuchungen, die ein Arzt im Fall von Haarausfall durchführen kann. Dazu zählen eine umfangreiche Anamnese, Bluttests zur Überprüfung des Hormonhaushalts oder auch eine Haarwurzelanalyse oder Hautbiopsie.
Die Behandlung von Haarausfall kann zum einen medikamentös erfolgen. Ebenso möglich sind innovative Ansätze wie PRP-Behandlung oder Haartransplantation, je nach individuellen Bedürfnissen der Patientin bzw. des Patienten.
In seltenen Fällen kann Haarausfall ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung sein. Daher ist es wichtig, die Ursachen abzuklären und ggf.
| Therapeutische Option | Evidenzlevel | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Topische Minoxidillösung (2% für Frauen, 5% für Männer) | 1 | Rezeptfrei erhältlich, kann Rötung und Schuppung verursachen |
| Systemische Therapie mit Finasterid (1 mg/Tag, nur für Männer) | 1 | Verschreibungspflichtig, kann Libidoverlust und erektile Dysfunktion verursachen |
| Topische oder systemische Hormonbehandlung | Keine ausreichende Evidenz | Keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege für den topischen Einsatz von natürlichen Östrogenen, Progesteron oder von Antiandrogenen zur Behandlung der androgenetischen Alopezie der Frau ohne hormonelle Dysregulation ableiten |
| Chirurgische Behandlung (Eigenhaartransplantation) | 4 | Ergänzende Maßnahme bei fortgeschrittener androgenetischer Alopezie |
| Psychologische Unterstützung | - | Wichtig zur Bewältigung der emotionalen Belastung durch Haarausfall |
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