Eine juckende Kopfhaut ist eine Belastung. Glücklicherweise gibt es verschiedene Hausmittel, die helfen können, die Beschwerden zu lindern und die Kopfhaut wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Manchmal steckt nur ein falsches Shampoo dahinter - es können aber auch ernstere Ursachen verantwortlich sein.
Ursachen für juckende und trockene Kopfhaut
Der Kopfhauttyp wird einerseits durch erbliche Faktoren bestimmt. Das heißt, wenn Sie genetisch bedingt beispielsweise zu trockener Haut neigen, zeigt sich das auch an der Kopfhaut. Zusätzlich geben die Talgdrüsen Talg (Sebum) ab. Der hält die Kopfhaut geschmeidig und dient gleichzeitig als Wärmeisolierung. Sind Fett- und Feuchtigkeitshaushalt im Gleichgewicht, ist die Kopfhaut weder zu trocken noch zu fettig. Das ist eine Voraussetzung für schönes, glänzendes Haar, außerdem juckt die Kopfhaut dann in der Regel nicht.
Andererseits können äußere Einflüsse wie eine falsche Pflege das Gleichgewicht der Kopfhaut stören. Auch verschiedene Erkrankungen äußern sich mitunter über Probleme mit der Kopfhaut. Dazu zählen die Schuppenflechte oder das Seborrhoische Kopfhautekzem. Stress oder hormonelle Veränderungen können ebenfalls Beschwerden auslösen. Die Kopfhaut spannt in solchen Fällen meistens, oft brennt oder juckt sie auch. Eventuell bilden sich Schuppen oder rote Flecken.
Typische Ursachen für den Juckreiz auf der Kopfhaut sind zum Beispiel:
- Trockene Kopfhaut: Eine Kopfhaut, die genetisch bedingt zu wenig Sebum (Talg) in den Talgdrüsen produziert, reagiert schnell mit Rötungen, einem Spannungsgefühl, Brennen und Jucken.
- Fettige Kopfhaut: Auch das gegenteilige Extrem kann eine juckende Kopfhaut verursachen. Ist die Talgproduktion zu hoch, sammelt sich Talg auf der Kopfhaut und kann diese reizen.
- Sonne und Hitze: Zu starke Sonneneinstrahlung oder zu heißes Föhnen können die Kopfhaut austrocknen oder schädigen. Shampoos und Spülungen, die nicht gründlich genug ausgespült werden, können ebenfalls Juckreiz auslösen, genauso Stylingprodukte wie Gels, Festiger oder Trockenshampoo, die Rückstände auf der Haut zurücklassen.
- Hormonelle Ursachen: Während der Schwangerschaft tritt Juckreiz auf der Kopfhaut häufig aufgrund der hormonellen Veränderungen auf. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin darüber, wenn das Jucken Sie belastet. Auch während der Wechseljahre kann es zu juckender Kopfhaut kommen: In dieser Phase nimmt die Östrogenproduktion ab, was zu einer trockeneren Haut führen kann.
- Kontaktdermatitis: Viele Inhaltsstoffe in Haarpflegeprodukten können die Kopfhaut und angrenzende Hautpartien reizen und sogar einen Ausschlag verursachen. Der medizinische Fachbegriff lautet „Allergische Kontaktdermatitis“. Diese tritt besonders oft bei schwarzen Haarfärbemitteln auf, die den Farbstoffbestandteil Paraphenylendiamin (PPD) enthalten. Ein deutlicher Hinweis ist es, wenn die Beschwerden bei einem neuen Pflegeprodukt auftreten. Es können aber auch andere Ursachen dahinterstecken.
Hausmittel gegen trockene Schuppen
Gegen Schuppen kann man auch selbst etwas tun. Hausmittel wie selbst gemachte Haarkuren oder Haaröle lindern die Beschwerden. Lesen Sie hier, welche Hausmittel bei trockenen Schuppen helfen und was sie gegen fettige Schuppen tun können!
Öle
Manche Menschen schwören darauf, dass Öl gegen Schuppen hilft. Sie können ein Haaröl gegen Schuppen kaufen oder einfach in Ihrem Küchenschrank nachschauen.
- Kokosöl: Ein natürlicher Feuchtigkeitsspender ist beispielsweise Kokosöl. Daraus können Sie sich eine Haarmaske gegen Schuppen machen: Massieren Sie das Öl wie eine Kur ein und waschen Sie diese nach etwa 30 Minuten aus. Einziger Wermutstropfen: Das Öl lässt die Haare fettig wirken. Kokosöl gilt, unter anderem wegen seiner rückfettenden Wirkung, als bewährter Feuchtigkeitsspender und kann deshalb helfen, trockene Kopfhaut zu pflegen. Das zart duftende Fett schmilzt erst bei ca. 25 Grad Celsius. Daher einen halben Teelöffel zunächst in der Hand erwärmen und dann an den juckenden Stellen einmassieren. Kokosöl hilft übrigens auch gegen trockene Haare. Das Öl dazu einfach in die Haarlängen einmassieren und über Nacht einwirken lassen.
- Olivenöl: Eine Massage mit einer kleinen Menge Olivenöl macht die Kopfhaut geschmeidig. Am besten lassen Sie das Öl über Nacht einwirken und waschen es dann erst aus. Das tut trockener und durch Shampoonieren stark beanspruchter Kopfhaut gut. Auch ein Test mit Olivenöl ist einen Versuch wert: Dafür einfach einige Tropfen Öl, am besten mit einer Pipette, auf die Kopfhaut träufeln und - möglichst über Nacht - gründlich einwirken lassen.
Andere Hausmittel
- Aloe vera: Der Saft der echten Aloe ist für seine feuchtigkeitsspendenden, entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt. Konzentrierte Aloe-vera-Gele, beispielsweise aus der Drogerie, versprechen entsprechend stressfreie Haut. So geht's: Das Gel bei Juckreiz möglichst direkt auf die Kopfhaut auftragen und mit kreisenden Bewegungen einmassieren.
- Quark: Bei trockener Haut können Milchprodukte wie Quark oder (Natur-)Joghurt beruhigend wirken, da sie Feuchtigkeit spenden und Spannungsgefühle lindern. Wer's versuchen will, massiert zwei bis drei Esslöffel Naturquark in die Kopfhaut ein, lässt ihn fünfzehn Minuten einwirken und spült die Reste anschließend mit einem milden Shampoo aus.
Einige bewährte Hausmittel wie Teebaumöl, Apfelessig und Kokosöl können beruhigend auf die Kopfhaut wirken und besitzen antibakterielle oder entzündungshemmende Eigenschaften. Diese helfen dabei, das Gleichgewicht der Kopfhaut wiederherzustellen, die Schuppenbildung zu reduzieren und Juckreiz zu lindern. Auch Aloe vera ist beliebt, da sie Feuchtigkeit spendet und gereizte Haut beruhigt.
Hier ist eine Tabelle, die die verschiedenen Hausmittel und ihre Anwendungen zusammenfasst:
| Hausmittel | Anwendung | Wirkung |
| Kokosöl | In die Kopfhaut einmassieren, 30 Minuten einwirken lassen, auswaschen | Spendet Feuchtigkeit, hemmt Pilzwachstum |
| Olivenöl | In die Kopfhaut einmassieren, über Nacht einwirken lassen, auswaschen | Macht die Kopfhaut geschmeidig |
| Aloe vera | Gel direkt auf die Kopfhaut auftragen und einmassieren | Spendet Feuchtigkeit, wirkt entzündungshemmend |
| Quark/Joghurt | In die Kopfhaut einmassieren, 15 Minuten einwirken lassen, auswaschen | Beruhigt, spendet Feuchtigkeit |
Anti-Schuppen-Shampoos im Check | Servicezeit WDR
Was Sie sonst noch tun können
Gereizte, trockene und juckende Kopfhaut braucht Schutz und die richtige Pflege. Vermeiden Sie alles, was für die Haut eine zusätzliche Belastung darstellen könnte. Bei akutem Juckreiz gilt: Nicht kratzen! Wenn Sie es nicht aushalten, klopfen Sie leicht mit den Fingern auf die Kopfhaut. Außerdem trägt Kälte dazu bei, den Juckreiz auf der Kopfhaut zu lindern. Legen Sie sich ein feuchtes Handtuch oder ein in ein Geschirrtuch gewickeltes Kühlpad auf den Kopf.
Diese Tipps tragen zu einer gesunden Kopfhaut bei und helfen langfristig gegen Juckreiz:
- Verwenden Sie ein mildes, pH-neutrales Shampoo, möglichst ohne Duft- und Konservierungsstoffe. Je nach Hauttyp sind spezielle Anti-Schuppen-Shampoos oder rückfettende Produkte eine gute Wahl. Fragen Sie gegebenenfalls einen Dermatologen oder eine Dermatologin oder lassen Sie sich in der Apotheke beraten, welches Produkt sich für Ihre Kopfhaut eignet.
- Waschen Sie Ihr Haar nicht täglich - bei akuten Problemen idealerweise maximal zweimal pro Woche. Denn: Jede Wäsche verringert die natürliche Schutzbarriere der Haut und macht die Kopfhaut empfindlicher.
- Waschen Sie Ihre Haare nicht mit heißem, sondern mit lauwarmem Wasser.
- Lassen Sie das Haar nach Möglichkeit an der Luft trocknen oder föhnen Sie es nur kurz und nicht zu heiß.
- Verzichten Sie weitestgehend auf Haarfärbeprodukte.
- Vermeiden Sie sehr enge Kopfbedeckungen und tragen Sie vorzugsweise Mützen aus Baumwolle.
- Schützen Sie Ihren Kopf gegen starke Sonneneinstrahlung, zum Beispiel durch einen locker sitzenden Sonnenhut.
- Achten Sie darauf, dass Ihr Körper alle Nährstoffe erhält, die er braucht, sowie genug Feuchtigkeit. Davon profitiert auch die Gesundheit der Kopfhaut. Essen Sie viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte, wenig mageres Fleisch und Fisch. Außerdem sollten Sie täglich mindestens anderthalb Liter Wasser oder ungesüßten Tee trinken.
- Stress und Anspannung können die Kopfhaut negativ beeinflussen. Versuchen Sie, Stress abzubauen. Dabei können Meditation, Yoga oder Progressive Muskelentspannung helfen.
Wann sollten Sie zum Arzt gehen?
Ärztliche Hilfe bei juckender Kopfhaut ist notwendig, wenn der Juckreiz Ihr tägliches Leben beeinträchtigt, länger anhält (über mehrere Tage bis Wochen) oder immer wieder auftritt und Sie die Beschwerden nicht selbständig beherrschen können. Abhängig von der jeweiligen Ursache wird Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie beraten oder eine Behandlung mit Ihnen besprechen. Außerdem gut zu wissen: Auch Parasiten und viele andere Krankheiten können hinter den Symptomen stecken, zum Beispiel:
- Schuppenflechte
- Neurodermitis
- Kopfläuse
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