Die Redewendung "Hauptsache, die Frisur sitzt" ist mehr als nur ein geflügeltes Wort. Sie spiegelt wider, wie wichtig Menschen ihr äußeres Erscheinungsbild ist, insbesondere die Haare. Dieser Artikel beleuchtet die Bedeutung der Frisur für das Wohlbefinden, die Selbstdarstellung und die gesellschaftliche Wahrnehmung.
Eine Studie der US-Universität Yale unter der Leitung von Marianne LaFrance hat gezeigt, dass das Selbstwertgefühl stark von der Frisur beeinflusst wird. Das eigentlich Überraschende aber war, dass das Selbstwertgefühl von Männern noch stärker unter einem als unpassend empfundenen Schopf litt. Wenn die Frisur nicht (mehr) sitzt, fühlen sich die meisten Menschen schlecht.
Der New Yorker Friseur Frédéric Fekkai, der bereits Prominente wie Reese Witherspoon und Hillary Clinton frisiert hat, betont die Bedeutung der Frisur für die Persönlichkeit: "Weil sie unsere Persönlichkeit ausdrückt; sagt, wer wir sind." Er fügt hinzu, dass Haare im Gegensatz zur Kleidung nicht so einfach zu wechseln sind, weshalb es wichtig ist, sich mit seiner Frisur wohlzufühlen.
Frisuren waren immer auch ein Statement, das auf eine gesellschaftliche, kulturelle oder religiöse Gruppenzugehörigkeit verwies. Mönche etwa rasierten sich zum Zeichen ihrer Demut eine Tonsur, ein Ritus, der offiziell erst 1973 von Papst Paul VI. abgeschafft wurde. Andere Religionen schränken das Kürzen von Haaren ein. Das Erkennungszeichen orthodoxer Juden beispielsweise sind ihre Schläfenlocken.
Im Mittelalter schrieb die Kirche verheirateten Frauen vor, ihre Haare in der Öffentlichkeit zu verbergen. Noch heute erinnert daran die Redewendung, jemanden „unter die Haube bringen“. Im wahrsten Sinne brandgefährlich werden konnte es zu jener Zeit für Frauen mit roten Haaren. Ebenfalls noch in Gebrauch ist das Bild von den „alten Zöpfen“, die abgeschnitten werden.
Den größten Aufwand mit Frisuren betrieben zweifellos adelige Damen in der Zeit des Rokoko. Im 18. Jahrhundert war im preußischen Heer der Soldatenzopf vorgeschrieben, was stets hinderlich und irgendwann nicht mehr zeitgemäß war. Genauso waren chinesische Männer jahrhundertelang verpflichtet, einen Zopf zu tragen.
Inzwischen machen Haare kaum noch geschlossene Gruppen oder Gegenkulturen kenntlich - es sei denn, man rasiert sie sich vollständig ab und zieht dazu ein paar Springerstiefel an. Auf solche Glatzen trifft in der Regel der Spruch zu: „Mehr Haare als Hirn.“ Die Punk-Bewegung Ende der 70er-Jahre ist jedenfalls einstweilen die letzte mit etwas Schockpotenzial gewesen. Nachahmungen wirken in der Gegenwart eher wie ein müdes Zitat.
Allenfalls der bei Politikerinnen beliebte „Bob“ zählt zu den Frisuren, von denen noch ein gewisses politisches Signal ausgeht. Bundeskanzlerin Angela Merkel, die frühere britische Premierministerin Theresa May, die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, und jetzt auch die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, tragen jene Kurzhaarfrisur, die in der klassischen Form etwa kinnlang geschnitten wird und sich unkompliziert stylen lässt.
Männer immer eitler: Emanzipation bei der Eitelkeit: Junge Männer legen heutzutage fast genauso viel Wert auf ihre Frisur wie Frauen. Bei den 14- bis 29-Jährigen sagen demnach 82,9 Prozent "Das Aussehen meines Haupthaars ist für mich sehr wichtig". Insgesamt geben etwa zwei Drittel aller befragten Männer (64,5 Prozent) an, dass sie sehr bedacht auf ihre Frisur seien.
Auch der Haarspraymarkt hat sich verändert. Haarspray wurde 1955 erfunden und erstmals vermarktet. Die technische Voraussetzung für das Haarspray war die Erfindung der Sprühdose, die Flüssigkeit zerstäuben konnte. Das Haarspray wirkt dabei wie ein Haarnetz. Erste Markennamen waren Wellaflex und Taft. Der Haarspraymarkt ist mittlerweile jedoch seit Jahren rückläufig.
Der Besuch beim Friseur ist eine Dienstleistung, die im Vergleich zu anderen aus dem Rahmen fällt. Von therapeutischen Maßnahmen einmal abgesehen, kommt uns normalerweise kein Mensch, zu dem man eine rein geschäftliche Beziehung unterhält, so nahe. Schläfen werden sanft berührt, Ohren akkurat umschnippelt, Nacken behutsam rasiert.
Kein Wunder also, dass das Verhältnis zu dem, der die Schere führt, in der Regel ein recht vertrauensvolles sein muss. Schließlich legt man nicht nur sein Haupt, sondern gewissermaßen sein Schicksal in fremde Hände. Das führt mitunter zu Bekenntnissen der Kunden, die weit über gepflegten Smalltalk hinausgehen. „Da wissen wir manchmal mehr als die eigene Ehefrau oder der Mann“, heißt es in der Branche.
Als der Verband der britischen Kosmetiker vor einigen Jahren eine Umfrage unter Frauen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren durchführte, berichteten seinen Angaben zufolge 49 Prozent, ein guter Friseur sei schwerer zu finden als ein guter Partner. 89 Prozent sagten, sie würden einen guten Friseur deshalb niemals wechseln. Wem das allein schon etwas an den Haaren herbeigezogen vorkommt, wird über folgendes Ergebnis erst recht staunen: 26 Prozent der Befragten würden demnach sogar eher ihren Freund betrügen als ihrem Friseur untreu werden.
Die Kosten für Friseurbesuche können variieren. 66 Euro im Durchschnitt, Männer etwas mehr als 27 Euro pro Friseurbesuch, ergab die jüngste Statistik des Zentralverbands des Friseurhandwerks. Manche Damen gehen auch gelegentlich zu einer Visagistin und lassen sich schminken.
Allerdings gibt es auch Kritik an den hohen Ausgaben von Politikern für ihr äußeres Erscheinungsbild. Mehrere AfD-Anfragen brachten jüngst ans Licht, welche Unsummen an Steuergeld einige Politiker dafür verprassen. Für „Visagisten, Kosmetiker und/oder Maskenbildner“ gab Bas im vergangenen Jahr satte 13.270 Euro aus, so die Auskunft der Bundesregierung. Das Außenministerium von Annalena Baerbock engagiert eine Maskenbildnerin, die sich eigens nur um das Gesicht der studierten Völkerrechtlerin kümmert - auch auf ihren vielen Reisen zur Abwendung der Weltkrisen. 137.000 Euro zahlten die Steuerzahler allein im letzten Jahr für Baerbocks Make-up und Äußeres.
Die folgende Tabelle zeigt die durchschnittlichen Ausgaben für Friseurbesuche in Deutschland:
| Geschlecht | Durchschnittliche Kosten pro Besuch |
|---|---|
| Männer | 27 Euro |
| Gesamt (Durchschnitt) | 66 Euro |
Die Frisur ist ein wichtiger Bestandteil des persönlichen Erscheinungsbildes und hat einen großen Einfluss auf das Selbstwertgefühl. Ob historisch, kulturell oder modern, die Art, wie wir unsere Haare tragen, sagt viel über uns aus. Und auch wenn die Kosten für Friseurbesuche und Styling manchmal hoch sein können, ist es für viele Menschen eine Investition in ihr Wohlbefinden.
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