Zur Musicalpremiere von „Tina“ in Stuttgart konnte sie krankheitsbedingt nicht kommen. Stattdessen erinnern wir an ihre Konzerte, ihre Kleidung und verraten Details über die berühmte Perücke, die zu ihrem Markenzeichen wurde.
Tina Turner mit ihrer berühmten Löwenmähne
Die als Anna Mae Bullock geborene Turner wuchs in Nutbush, Tennessee, auf und begann ihre Karriere im Kirchenchor. In den späten 1950er Jahren lernte sie in der Blueshochburg St. Louis den Gitarristen Ike Turner kennen. Gemeinsam gründeten sie die Ike & Tina Turner Revue und stürmten 1960 mit ihrer ersten Single „Fool in Love“ die US-Hitparaden.
Im Laufe der 1960er-Jahre entwickelte sich das Paar zu einer erfolgreichen Soul-Rock-Crossover-Band. Ihr bekanntester Song, "Proud Mary", wurde 1972 mit einem Grammy ausgezeichnet.
Privat sah es weniger rosig aus. Ikes Drogensucht und Gewalttätigkeit machten Tina zu schaffen. Trotz ihrer starken Bühnenpräsenz fühlte sich Turner abseits der Bühne von Ike gefangen. Sie verriet später, dass sie während ihrer Ehe jahrelang unter Gewalt und psychischem Missbrauch zu leiden hatte.
1976 floh Turner nach einem heftigen Streit in Dallas vor Ike und befreite sich mit einem kräftigen Tritt in die Eier von ihm. Bei der Scheidung verzichtete sie auf alle Ansprüche, behielt aber die Rechte an ihrem Künstlernamen.
Nach der Scheidung wurde es lange Zeit ruhig um Tina Turner. Ihr Comeback begann 1981, als die Rolling Stones sie baten, einige Shows auf einer US-Tournee zu eröffnen. 1983 erhielt sie dann einen Solovertrag bei Capitol. Im Jahr 1984 wurde ihr Album "Private Dancer" ein großer Erfolg und enthielt den Song "What's Love Got To Do With It", der ihr größter Hit wurde und vier Grammys gewann.
„Ohne Tina Turner gäbe es keine Beyoncé, keine Rihanna und keine Katy Perry", sagte Katori Hall, Mitgestalterin der Show von 2018 "Tina: Das Tina Turner Musical", über Turners Einfluss.
Tina Turner in einem ihrer ikonischen Outfits
Seit sie Anfang der 1960er-Jahre in Tennessee auftauchte, wurde Turners einzigartiger Glamour und Glitzer zu einem wesentlichen Bestandteil ihrer faszinierenden Auftritte. Netzstrümpfe mit High Heels, glitzernde Miniröcke oder hautenge Lederhosen - ihre Fans lagen Tina Turner zu Füßen, wenn die Queen of Rock wild über die Bühne sprang und ihre Hits mit erotischer Ausstrahlung zum Mitsingen rausdonnerte.
Tina Turner trug gern sinnliche Outfits. Sie kleidete sich wie ein Showgirl und tanzte über die Bühne wie ein Wirbelwind. Miniröcke, High Heels, tiefes Dekolleté: Mit ihrer Mode sorgte Tina Turner stets für Aufsehen.
Ihre Bühnenoutfits waren oft ein Hauch von nichts, aufregend, schockierend, aber ohne zu viel preiszugeben. Sie erinnerten an Showgirl-Kostüme. Später entwickelte sie ihren typischen Look: Powermähne, Endlosbeine, dazu die superkurzen Minis.
Turner wandte sich häufig an den Designer Bob Mackie für ihre glitzernden, mit Strasssteinen besetzten Looks. Sie trug auch Kreationen ihres Freundes Azzedine Alaïa, und es war ein Alaïa-Kleid, das sie für das Cover von "Private Dancer" wählte. Abseits der Bühne bevorzugte Turner oft die Entwürfe von Giorgio Armani.
„Tinas Stimme ist die perfekte Kombination aus Charisma, Charme und Stärke", sagte Armani 2017. „Was ich am meisten an ihr bewundere, ist ihre grenzenlose Energie, die Hartnäckigkeit, die sie über die Jahre gezeigt hat, ihre Art, sich weiterzuentwickeln und dabei ewig jung zu bleiben."
Ihre Löwenmähne war eine Perücke. Auf der Bühne war es die typische Tina-Turner-Löwenmähne mit blonden Strähnen, die lebhaft mitschwangen, wenn sie tanzte. Die Perücken waren praktischer, als ständig das eigene widerspenstige Haar stylen zu müssen, erklärte sie.
Auch privat trug sie immer Perücke. Ob sie dabei auch ihre markante Perücke trug, ist nicht bekannt.
Vor wenigen Tagen hat die heute 83-Jährige, die in der Schweiz lebte, ihr jahrelanges Nierenleiden öffentlich gemacht. Sie erlitt 2013 einen Schlaganfall, 2016 wurde zusätzlich noch ein Darmkrebs festgestellt, und 2017 waren ihre Nieren so schwer geschädigt, dass sie sich einer Nierentransplantation unterziehen musste.
Ihre Kraft hat nicht gereicht, ihre Krankheiten in den Griff zu bekommen. Darmkrebs und Nierenversagen haben ihrem Körper zugesetzt. Sie starb am 24. Mai 2023 in ihrem Haus am Zürichsee.
Tina Turner mit ihrem Ehemann Erwin Bach
Tina Turner hinterlässt ein beeindruckendes Lebenswerk. Sie war eine Ikone für Sexyness, Attraktivität und Stärke in einem Alter, in dem Frauen in der öffentlichen Darstellung eigentlich als abgemeiert galten. Sie verschob die Altersmaßstäbe und zeigte, dass Mode kein Alter kennt.
Turner wurde 2005 mit den Kennedy Center Honors ausgezeichnet, und 2018 erhielt sie bei den Grammys den Preis für ihr Lebenswerk. Im Jahr 2021 wurde sie in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen. Ihr Einfluss auf die Musik- und Modewelt ist unbestreitbar und wird auch in Zukunft viele Künstler inspirieren.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1939 | Geburt als Anna Mae Bullock in Nutbush, Tennessee |
| 1950er | Beginn der Karriere mit Ike Turner |
| 1960 | Erster Hit "Fool in Love" |
| 1972 | Grammy für "Proud Mary" |
| 1976 | Trennung von Ike Turner |
| 1984 | Erfolg mit dem Album "Private Dancer" |
| 2005 | Kennedy Center Honors |
| 2018 | Grammy Lifetime Achievement Award |
| 2021 | Aufnahme in die Rock & Roll Hall of Fame |
| 2023 | Tod in Küssnacht am Zürichsee |
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