Peter Alexander und das Toupet: Wahrheit oder Mythos?

Um Peter Alexander ranken sich, wie um viele andere Prominente auch, Gerüchte über ein Toupet. Doch was steckt wirklich dahinter? Dieser Frage soll hier nachgegangen werden, wobei auch ein Blick auf die allgemeine Verwendung von Toupets bei Prominenten geworfen wird.

Peter Alexander in seiner "Peter Alexander Show". Quelle: Getty Images

Gerüchte und Verdächtigungen

Bei manchen Prominenten ist es ja bewiesen, dass sie in Filmen Toupets trugen. Bei Hans Albers und Sean Connery zum Beispiel.

Aber glaubt man den Gerüchten, wird eigentlich so ziemlich jedem Prominenten mit vollem Haar nachgesagt, er habe ein Toupet getragen: Peter Alexander, Lex Barker, Heinz Rühmann, Cary Grant, James Stewart, Stewart Granger, Joachim Fuchsberger, William Shatner, Frank Sinatra, Dean Martin, Elvis Presley, Heino, Roger Moore, usw.

Ihnen allen wird nachgesagt, sie hätten Toupets getragen. Aber das sind ja eben nur Gerüchte.

Ich kann mir persönlich nicht vorstellen, dass die gesamte damalige Prominenz alle Toupets trugen. Es gibt doch auch im realen Leben viele Männer, die nunmal volles Haar haben. Da steckt doch nicht immer gleich ein Toupet dahinter.

Möglicherweise Neid - ein Mann kann doch schließlich nicht sooo makel- bzw. fehlerlos sein, wie z.B. Das wurde sogar meinem früheren Schuldirektor nachgesagt, der aber inzwischen einer meiner Freunde ist und definitiv KEIN Toupet trägt... ich denke, dass das mit Sozialneid zusammen hängt oder auch damit, dass man das Haar in der Suppe bei sonst perfekt wirkenden Prominenten sucht um diesen was ankreiden zu können.

Tatsächlich wird bei Schauspielern oft nachgeholfen, auch wenn sie eigentlich volles Haar haben, damit das Haar noch kräftiger wirkt. So wie Schauspieler meist auch vorher geschminkt werden.

Es ist daher gut möglich, dass einige der genannten Schauspieler trotz voller Haare noch zusätzlich Haarteile trugen. Heutzutage wird da alternativ auch mit Streuhaar nachgeholfen.

Til SChweiger z. B. hat ja auch an sich noch recht volles Haar, außer dass man bei Licht oder wenn er die Haare gegelt hat, die Kopfhaut durchschimmert. In Filmen allerdings sieht man sie nicht. Da wird mit Sicherheit auch nachgeholfen.

Fakt oder Fiktion?

Zunächst mal ein Nachtrag zu deiner Auflistung: von etlichen Prominenten (Heinz Rühmann, William Shatner) etwa gibt es eindeutige "Beweisfotos" privat mit schütterem Haar. Das sind also keine Gerüchte.

Dann mal grundsätzlich: wie viele Männer fortgeschrittenen Alters (also 60-70 plus) kennst du in deinem persönlichen Umfeld, die eine dermaßen dichte Frisur wie Peter Alexander (wohlgemerkt: auf der Leinwand) haben (keine einzige lichte Stelle, Haaransatz keinen Millimeter nach oben gewandert...) Bei mir: maximal zwei oder drei aus ca. 50 bis 100 Kandidaten. Na, also...

Mit 60/70, schätze ich, tragen 90 Prozent aller Männer, die keinerlei sichtbaren Haarausfall zeigen, Toupet. Wobei es im Übrigen absolut keine Schande ist, Haare zu verlieren. Das nennt sich eben Altern und ist völlig natürlich. Affig finde ich hingegen, wenn man es zwanghaft versteckt und daraus noch ein Staatsgeheimnis macht.

Nachdem ich geschrieben hatte, dass Peter Alexander ein Haarteil trug (sein größtes Eitelkeitsgeheimnis!), sprach er nie wieder ein Wort mit mir.

Peter Alexander mit Paul Kuhn in der "Peter Alexander Show". Quelle: PB Archive/Getty Images

Die Entwicklung des Haarersatzes

Vier Männer, väterlicher Typ, betraten den Saal: ein Friseur-Innungsmeister, ein Chemiker, ein Schrankenwärter und der Radrennfahrer Dieter Kemper.

Mit der Verwandlungsschau im altbremischen »Scotland-Saal« präsentierte der Bremer Friseurmeister und Perückenfabrikant Karl Bogena, 42, am Donnerstag letzter Woche ("Um Himmels willen -- kein Aprilscherz!") einen neuen Typ von Haarprothese, den er entwickelt hat.

Handeisname, an Lederstrumpf und Silbersee gemahnend: »Skalp«.

Neu und nach Meinung des Erfinders zukunftweisend an dem Bremer Haarersatz Ist vor allem dessen Untergrund: Während bei herkömmlichen Toupets und Perücken das Hilfshaar büschelweise und schräg in eine Gaze-Unterlage eingeknüpft wird, läßt Bogena zunächst aus knapp millimeterdünner Kunststoffschwarte eine zweite Kopfhaut oder Teile davon anfertigen.

Dementsprechend kann der Prothesenträger das Fremdhaar nach Belieben scheiteln; zudem soll der maßgeschneiderte Skalp allen Unbilden der Witterung widerstehen können, und auch sonst -- etwa im Bad oder im Bett -- höchster Beanspruchung gewachsen sein.

Die bremische »Haut mit Haaren«, wie Erfinder Bogena ("Denken Sie an die Selbstverständlichkeit, mit der heute Zahnersatz getragen wird") seine Kreation nennt, könnte wahrhaftig auf einem Markt erfolgreich sein, dessen Wachstumsrate berechenbar mit dem nachlassenden Eigenwuchs auf deutschen Männer-Köpfen steigt.

Bislang stülpt sich erst jeder hundertste westdeutsche Mann Perücken oder Haarteile über gelichtete Kopfpartien.

Den schon jetzt beispiellosen Boom verdanken die Perücken-Macher vorerst noch den Frauen.

So kletterten in der Bundesrepublik die Umsatzzahlen für Haarteile und Perücken von 100 Millionen Mark Im Jahre 1968 auf voraussichtlich 200 Millionen Mark in diesem Jahr.

1968 importierten westdeutsche Posticheure 116 Tonnen Fremdhaar, vor allem aus der britischen Kronkolonie Hongkong.

Doch mehr noch als Menschenhaare eroberten sich billige Haar-Kopien den Markt, so etwa die japanische Chemiefaser Kanekalon.

Sie machten das Perückengeschäft auch für die Kaufhäuser interessant.

Denn während eine handgeknüpfte Haartracht aus »echter deutscher Nonne« im Fachgeschäft bis zu 2000 Mark kostet, sind maschinengefertigte Zweitfrisuren aus Kunstfasern bereits für 49 Mark zu haben.

In der Männerwelt schien das Toupet einst nur Stehgeigern und Spaßmachern, seit längerem freilich auch schon den Koryphäen des Schaugeschäfts vorbehalten: von Otto Wilhelm Fischer und Heinz Rühmann bis hin zu Vico Torriani und Peter Alexander.

Sie entwickelten Haarteile, die mittels Druckknöpfen ins Resthaar geknipst werden, oder verwehen das Fremdhaar in die noch verbliebenen Fransen.

Ein Pariser Schönheitschirurg näht seinen Patienten Perücken auf die nackte Kopfhaut. Und amerikanische Dermatologen sind gar bereit, Haare samt Wurzeln aus den noch dichter bestandenen Regionen auf die Kopfhaut-Lichtungen zu überpflanzen.

Die Eitelkeit der Stars

Der einzige, der es jemals zugegeben hat, bei dem es aber auch mit den Jahren immer offensichtlicher geworden ist, ist der sympathische Stimmungssänger Tony Marschall, hier ein Auftritt von 2009 aus dem ZDF-Fernsehgarten mit "Tausendmal an dich gedacht".

Es ist verständlich, dass Prominente, die im Rampenlicht stehen, Wert auf ihr Aussehen legen. Haarausfall kann als Zeichen des Alterns wahrgenommen werden und das Selbstbewusstsein beeinträchtigen. Ein Toupet kann hier Abhilfe schaffen und das gewünschte Image aufrechterhalten.

Peter Alexander. Quelle: imago stock&people

Fazit

Ob Peter Alexander tatsächlich ein Toupet trug, lässt sich letztendlich nicht mit Sicherheit sagen. Es gibt Indizien, die dafür sprechen, aber auch Gegenargumente. Fakt ist jedoch, dass Haarersatz bei Prominenten weit verbreitet ist und viele Gründe dafür sprechen.

tags: #peter #alexander #toupet

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