Der Hecht (Esox lucius): Ein umfassendes Fischlexikon

Der Hecht (Esox lucius) ist ein faszinierender Raubfisch, der in vielen Gewässern der Nordhalbkugel vorkommt. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Einblick in seine Merkmale, Lebensweise, Fortpflanzung und mehr.

Körpermerkmale des Hechts

Der Körperbau von Hechten ist auf das Jagen ausgelegt. Hier sind einige seiner charakteristischen Merkmale:

  • Körperform: Langgestreckt und pfeilförmig mit abgeplattetem Kopf.
  • Maul: Oberständig mit weiter Maulspalte und Entenschnabelform.
  • Zähne: Sehr starke Hunds- oder Fangzähne mit vielen kleineren Zähnen.
  • Schuppen: Kleine Rundschuppen.
  • Seitenlinie: Diese ist mehrmals unterbrochen. Der Hecht besitzt 110-130 kleine Schuppen entlang der mehrfach unterbrochenen Seitenlinie.
  • Besonderheiten: Afterflosse, Schwanz- und Rückenflosse sind unregelmäßig mit dunklen Flecken versehen. Die Farbe hängt vom Standort ab und ist variierend. Der Rücken und die Seiten sind mit dunklen Querbinden versehen, der Darm ist sehr kurz.
  • Bauchflossen: Die Stellung ist bauchständig.
  • Rückenflosse: Ist weit nach hinten gesetzt und am Hinterrand stark konvex.
  • Schwanzflosse: Gegabelt.
  • Afterflosse: Konvex.

Die Färbung kann je nach Wohngewässer sehr stark variieren. Der Rücken ist bräunlich oder grünlich, die Flanken sind heller und tragen dunkle Querbinden. Der Bauch ist weiß bis gelblich gefärbt. Rücken-, Schwanz- und Afterflosse zeigen unregelmäßige, dunkle Flecken. Einjährige Fische, die an pflanzenreichen Uferstellen leben, sind meist hellgrün (Grashechte).

Größe und Gewicht:

  • Mittlere Länge: 40 - 100 cm
  • Maximale Länge: 130 - 150 cm (Weibchen können bis zu 1,5 m erreichen, Männchen bis zu 1 m)
  • Gewicht: Bis zu 32 kg (bis zu 35 kg)

Lebensweise und Lebensraum der Hechte

Hechte sind faszinierende Einzelgänger mit spezifischen Vorlieben für ihren Lebensraum. Sie leben allein. Hier sind einige wichtige Aspekte:

  • Lebensweise: Der Hecht ist ein Raubfisch, standorttreu und als Einzelgänger bekannt.
  • Lebensraum: In flachen Bereichen und Ufernähe, in stehenden und langsam fließenden Gewässern mit klarem Wasser und viel Pflanzenbewuchs. Sie verstecken sich unter überhängenden Bäumen, Seerosenfeldern und Bootsstegen.
  • Verbreitung: Von Bergseen bis 1500 m Höhe bis hinunter in die Brackwasserregion. Die Verbreitung des Hechtes erstreckt sich über Nordasien, Europa und Nordamerika.
  • Besonderheiten: Er ist in fast allen Lebensräumen anzutreffen. Der Hecht lebt in allen nicht zu schnellen Gewässer Nord - und Mitteleuropas, Sibiriens und Nordamerikas, wie Seen und Teichen.

Als Oberflächenfisch wartet er an Baumwurzeln, Wasserpflanzen oder Seerosenblätter in 1 -2 Meter tiefem Wasser.

Ernährung

Der Hecht ist ein optisch orientierter Raubfisch, der sich vorwiegend von Fischen ernährt. Er frisst hauptsächlich Fisch, aber auch Krebstiere und kleine Amphibien. Auch die eigenen Artgenossen werden nicht verschont (Kannibalismus!). Sie fressen Fische, Frösche, Säugetiere, kranke und schwache Wassertiere. Sein Ernährungstyp ist überwiegend Fischfresser.

Der Hecht steht dabei in dem Ruf, ein sehr aggressiver Raubfisch zu sein. Er besitzt den sogenannten Schnappreflex und kann selbst einer durchs Wasser gezogenen Bananenschale nicht widerstehen, sondern schießt hinterher und schnappt zu. So verschlingen Hechte beispielsweise häufig die Küken von Teichrallen.

Hechte gelten als recht aggressive Tiere, in der freien Wildbahn sind sie Einzelgänger, die ihr Revier gegen sämtliche Fischarten verteidigen. Um sein Gebiet zu schützen, scheut der Hecht dadurch auch keine Anwendung von Gewalt.

Die Fortpflanzung des Hechtes

Die Fortpflanzung der Hechte ist ein interessanter Prozess, der im Frühjahr stattfindet:

  • Laichzeit: Der Hecht ist ein Frühjahrslaicher, Februar - Mai. Im Frühjahr (Februar-Mai) wandern die Hechte zu den Laichplätzen.
  • Laichplatz: Haftlaicher, Krautlaicher. Die Vermehrung erfolgt an bewachsenen Uferzonen und auf überfluteten Wiesen.
  • Laichablage: An Wasserpflanzen, sogenannte Laichwiesen. Die klebrigen Eier (etwa 40.000/kg Körpergewicht; 2,5-3 mm Durchmesser) werden an flachen, pflanzenreichen Uferstellen, in Gräben, Altarmen oder auf überschwemmten Wiesen abgelegt.
  • Eizahl: 30000 - 40000 pro Kg. Ein Rogner bildet ca. 40.000 Eier/kg Körpergewicht. Der Hecht kann bis zu 40.000 Eier laichen.
  • Besonderheiten: Wenn möglich, laicht er immer wieder am gleichen Laichplatz ab. Die Laichablage erfolgt in mehreren Portionen und kann sich bis zu 4 Wochen erstrecken.

Während der Laichzeit buhlen meist mehrere Männchen - oft in heftigen Kämpfen - um ein Weibchen, aber nur ein Männchen kommt dann zur Paarung. Während dieser Kämpfe, die zwar in erster Linie aus Rammstößen bestehen, können sich die Hechte untereinander auch durch Bisse sehr stark verletzen.

Aus den Eiern schlüpfen nach 10 bis 30 Tagen Larven, die sich vermittels einer Kopfdrüse ans Substrat kleben. In dieser Zeit zehren sie noch vom Dottersack, doch schon nach kurzer Zeit schwimmen sie frei und stellen sich auf tierische Nahrung um. Diese besteht anfangs aus Wasserflöhen, Hüperlingen und anderem Zooplankton. Aber schon mit einer Körperlänge von 2 cm jagen sie Fischbrut. Die jungen Hechte wachsen sehr schnell und haben im ersten Jahr die 15-cm-Grenze erreicht. Männliche Hechte werden meist mit zwei, weibliche mit vier Jahren geschlechtsreif.

Sonstiges zum Hecht

Hier sind einige zusätzliche interessante Fakten über den Hecht:

  • Natürliche Feinde: Die natürlichen Feinde des Hechtes sind insbesondere Artgenossen, Kannibalismus ist bei Hechten kein seltenes Phänomen. Ihre Feinde sind Stichlinge und Aale.
  • Schutz: Wasserpflanzen und Stege sind sein Schutz.
  • Schlaf-Wach-Rhythmus: Sein Schlaf-Wach-Rhythmus ist tagaktiv, am Tag ist er aktiv und in der Nacht schläft er dann.
  • Gefährdung: Dazu ist er auch vom Aussterben bedroht. Der Hecht ist in seiner ursprünglichen Fließgewässerpopulation als gefährdet anzusehen. In den Flussunterläufen ist die natürliche Vermehrung des Hechtes durch wasserbauliche Maßnahmen (hochwasserfreier Ausbau) stark eingeschränkt. Die Laichplätze (Überschwemmungsgebiete) sind verschwunden oder äußerst selten geworden. Altarme, die früher als Laichhabitate genutzt wurden, fehlen oder aber die vorhandenen haben meistens keine offenen Verbindungen zum Flusslauf selbst.

Der Hecht als Speisefisch

Der Hecht wird in der Seenfischerei gerne gesehen und an Restaurants weiterverkauft. Das Fleisch ist fest und wohlschmeckend, geschätzt als Speisefisch. Die scharfen Zähne können jedoch die Netze verletzen sowie die Hände, daher besondere Vorsicht. Allerdings hat er spitze Gräten (Y-Gräten, deren Entfernung durch die sehr geordnete zweireihige Lage im Rücken aber kein größeres Problem darstellt), und relativ trockenes Fleisch. Das liegt am geringen Fettgehalt, 100 g Hecht enthalten etwa 372 kJ (90 kcal).

Fangmethoden: Spinnfischen, Stippfischen, Schleppfischen.

Hauptfangzeit: Das ganze Jahr hindurch aber mit Schonzeit.

Der Hecht hat eine Artenschonzeit vom 15. Februar-30. April jeweils einschließlich und ein Mindestmaß von 45 cm.

Bei Besatzmassnahmen von Hechten in Flüsse hat sich gezeigt, dass es durchaus sinnvoller und effektiver ist, diese vom Boot aus direkt am neuen Standort zu platzieren. Von Überbesatz ist aber abzuraten, da der benötigte Platz für den standorttreuen Hecht, schnell zu gering werden kann. Dass Sie in Garten- oder Koiteiche mit Fischbesatz keine Hechte einsetzen sollten, wäre nun auch klar zu verstehen.

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