Der Aal ist ein faszinierender Fisch, der viele Angler und Feinschmecker begeistert. Doch was wissen wir wirklich über diesen schlangenähnlichen Fisch, der in unseren Gewässern lebt und eine beeindruckende Reise hinter sich hat? In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über den Aal, von seinem Ursprung in der Sargassosee bis zu seinem Schutzstatus als bedrohte Art.
Viele Angler vergessen beim Aalangeln, wie beeindruckend der Aal (Anguilla anguilla) eigentlich ist. Es ist nicht irgendein deutscher Fisch, der sein Leben in unseren Seen und Flüssen verbringt. Wussten Sie, dass jeder Aal, auch die, die wir in Deutschland fangen, ursprünglich aus dem Atlantik kommt? Genauer gesagt stammt jeder europäische Aal aus der Sargassosee.
Der Aal ist ein extrem begehrter Zielfisch beim Angeln. Aber nicht nur mit der Angel kann man den geheimnisvollen Fisch fangen, sondern auch mit Netzen und Reusen. Der Großteil der Aale wird für die Fischindustrie natürlich nicht mit der Angel gefangen.
Gerade der Europäische Aal (Anguilla anguilla) ist ein vom Aussterben bedrohter Fisch. Der wissenschaftliche Begriff für Aal - Anguilla oder Anguillidae leitet sich vom lateinischen Wort anguilla ab, was so viel wie Schlange bedeutet. Sie werden auch als Süßwasseraale bezeichnet, obwohl sie als katadrome Wanderfische auch durch Salzwasser wandern. Den Hauptteil ihres Lebens verbringen sie im Süßwasser wie Flüssen, Seen und Tümpeln, um zur Laichzeit ins Meer zu wandern.
Überwiegend sind sie in der Dämmerung und in der Nacht aktiv, wobei sie sich von Würmern, Fischen, Insekten und anderen Kleinstlebewesen ernähren. Durch seinen feinen Geruchssinn ist der Aal ein ausgesprochen guter Jäger, zählt also zu den Raubfischen.
Es gibt nicht nur einen Europäischen Aal: Wir unterscheiden hier zwischen dem Breitkopfaal und dem Spitzkopfaal. Beide Namen weisen schon auf das typische Aussehen der Fische hin. Der Spitzkopfaal hat einen sehr spitz zulaufenden und schmalen Kopf. Der Breitkopfaal - welcher auch größere Beute wie Fische jagt - ist deutlich breiter gebaut. Beide Formen des Aals leben in Koexistenz in den gleichen Gewässern. Von welcher Form es mehr gibt, hängt immer vom Nahrungsangebot ab.
Der Aal wird 50-180 cm lang. Es wurden sogar schon Ausnahmegrößen mit bis zu 2 m gefunden. Er hat zwischen 100 und 119 Wirbel, welche nur leicht ausgeprägte Fortsätze haben. Der lange Schlangenform-Körper, dem er seinen Namen verdankt, ist im Querschnitt fast rund. Im hinteren Bereich, also im letzten Drittel hinter dem Anus, flacht die Form zur Seite hin ab.
Die Farbe variiert je nach Alter, gemeinsam ist ihnen, dass der obere Bereich des Körpers dunkelgrün bis schwarz ist. Junge Aale (Gelbaale) haben eine gelbe Unterseite, ausgewachsene Aale (Blankaale) haben eine weiße Unterseite.
Wer schon einmal einen Aal gefangen hat, der weiß, wie schleimig der schlangenähnliche Fisch sein kann. Die Schuppen kann man auf den ersten Blick nicht erkennen, sie sind sehr klein (2 mm), rund und in der dicken Haut eingebettet. Genauer gesagt sind die Cycloidschuppen unterhalb der mit Drüsen übersäten Schleimhaut in der Unterhaut zu finden. Im Gegensatz zu anderen Fischen überlappen sich die Schuppen nicht, sondern sind nebeneinander angeordnet.
Es gibt zwei Arten von Schuppenfeldern: Die einen, welche in Längsrichtung gleichlaufend zueinander stehen und die anderen, welche senkrecht zueinander laufen. Der Mund des Aals hat einen hervorstehenden Unterkiefer. After-, Schwanz-, und Rückenflosse formieren sich zu einem durchgehenden Flossensaum.
Wie wir gelernt haben, gibt es zwei unterschiedliche Formen: den Breitkopfaal und den Spitzkopfaal, welche einen unterschiedlich geformten Kopf haben. Egal, welche Form, der Körper des Aals geht ohne Übergang zum Kopf über. Die Anordnung und Größe der nicht sehr scharfen Augen sind unterschiedlich. Aale sehen wahrscheinlich sehr schlecht und nur in schwarzweiß.
Markant sind die vielen kleinen scharfen Zähne an Kiefer und Pflugscharbein, welche wie Bänder platziert sind. Die Schlundknochen haben noch kleinere Zähne. Der Beginn des Kopfes startet an den schmalen Kiemenöffnungen in der Form eines Halbmondes. Der Aufbau und die robusten Knochen des Kopfes machen es dem Aal möglich, sich auch durch enge Passagen zu zwängen.
Das Dach des Schädels wird von Parietale und Squamosum geformt, der Oberkiefer von Maxillare und Palatinum. Ein Zwischenkieferbein ist nicht vorhanden. Die Branchiostegalhäute sind verhältnismäßig breit.
Während die Sicht des Aals sehr bescheiden ist, kann er dafür umso besser riechen. Der Geruchssinn ist so stark, dass sie stereoskopisch riechen können. Sie haben die Fähigkeit, einzelne Moleküle wahrzunehmen. Dadurch wissen Aale genau, aus welcher Richtung Geruch und Geschmack entstehen.
Zusätzlich können sie per Seitenlinienorgan Beute aufspüren. Fast alle fleischfressenden Tiere, wie auch der Aal, haben einen sehr kurzen Darm. Die Schwimmblase ist bedingt durch die Körperform sehr lang und beansprucht ungefähr 30-50 % des Platzes der Bauchhöhle. Aale haben keine Blinddarmanhänge.
Es gibt keine scharfe Abgrenzung der Speiseröhre zum Magen, welcher über zwei Pylorusklappen in den Darm übergeht. Schwimmblase und Speiseröhre sind über den Duktus pneumaticus verbunden. Von der Leibeshöhle bis zum Anus verlaufen die langen schmalen bandartigen Gonaden. Sie haben eine dorsale Stellung neben Schwimmblase und Darm. Geschlossene Eileiter sind nicht vorhanden.
Der Breitkopfaal kann durch sein breites Maul deutlich größere Beute aufnehmen und jagt damit überwiegend Fische, der Spitzkopfaal eher kleinere Nahrung wie Krebse. Daher ergibt sich auch das Vorkommen der unterschiedlichen Arten aus dem Nahrungsangebot.
Früher war ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Aale Aasfresser sind. Das ist nicht zutreffend. Der Aal verschmäht zwar auch totes Fleisch nicht, aber dieses muss frisch sein.
Alle Europäischen Aale schlüpfen in den Tiefen und Weiten des südlichen Nordatlantiks aus dem Ei - irgendwo in der Sargassosee, einem Seegebiet, das größer als Mitteleuropa ist. Hier sterben auch all die Tiere, die es schaffen zum Laichen wieder zurückzukehren.
Die Route der Aallarven (Weidenblattlarve) aus dem Laichgebiet und ihre Verdriftung mit dem Nordatlantikstrom an Europas Küsten konnte durch mehrere Untersuchungen in den letzten hundert Jahren stückweise rekonstruiert werden. Dieser Reiseabschnitt von rund 5.000 km kann bis zu 3 Jahren dauern.
Rund 100 km vor der europäischen Küste beginnt die Metamorphose der Weidenblattlarve zum Glasaal. Die Glasaale verteilen sich dann über die europäischen Gewässer. Ein Teil der Tiere bleibt in den Küstengebieten und Flussmündungen, während ein anderer Teil in die Flüsse und Seen weiterzieht. Die Aale verändern nun wiederum ihr Aussehen. Die meiste Zeit ihres Lebens verbringen sie dann dort.
Nach 20 bis 50 Jahren beginnt dann erneut eine Metamorphose. Nun gehen die Tiere als Blank- oder Silberaal auf die lange Reise zurück zur Sargassosee. Auch hier nutzen sie im Atlantik wieder Strömungen um energiesparend ans weit entfernte Ziel zu kommen.
So jedenfalls sähe der normale Lebenszyklus der Europäischen Aale aus. Jedoch sind die Aale während ihres Lebens vielen unterschiedlichen Gefahren ausgesetzt. Die Larven werden von anderen Fischen gefressen, die Glas- und Silberaale landen auf Tellern und werden von uns Menschen verputzt.
Jeder Aal kann nur einmal in seinem Leben Nachwuchs zeugen. In den Tiefen der Sargassosee paaren sich die Aale. Darüber ist heute noch sehr wenig bekannt. Man vermutet, dass die Aalweibchen in einer Tiefe von ca. 500 Metern bei einer Wassertemperatur von ca. 17°C ihre 1-1,5 Millionen Eier ins freie Wasser abgeben und die Männchen daraufhin ihre Samen abstoßen. Möglicherweise verhindert ein kleiner Öltropfen im Gewebe das Absinken der Eier auf den 6.000 Meter tiefen Meeresgrund. Aus den Eiern schlüpfen kleine, ca. 4 bis 5 mm große Larven.
Damit sie ihre Reise zum anderen Ende des Ozeans auch mühelos überstehen, wandeln sich die runden Körper und nehmen eine weidenblattähnlichen flachen Form. Die sogenannte Weidenblattlarve kann sich so mit den Meeresströmungen treiben lassen und legt in rund 3 Jahren ungefähr 5.000 km zurück. Tagsüber treiben sie in ca. 2.
Wenn die Metamorphose von der Weidenblattlarve hin zum Glasaal einsetzt, dann verändert sich der Körper nicht nur in der Form. Auch die spitzen Larvenzähne werden durch bleibende Zähne ersetzt. Ebenfalls wird das gesamte Verdauungssystem umgewandelt. In dieser Umwandlungsphase können die Tiere nicht fressen und verlieren kurzzeitig an Gewicht und Größe.
Glasaale sind begehrt bei Anglern, Fischern und Feinschmeckern. Sie dienen als Besatz für Seen, in die die Aale nicht mehr aufsteigen können, und für die Aquazucht.
Die männlichen Aale verbleiben meist in den Flussmündungen und Küstenstreifen. Die weiblichen Tiere werden zu Binnenaalen. Sie steigen in riesigen Schwärmen die Flüsse hinauf in die Seen. In dieser Zeit werden sie Steigaal genannt.
Bei der Wanderung können die Tiere täglich bis zu 25 % ihres Körpergewichtes fressen. Ihr Körper beginnt sich nach und nach gelblichbraun zu färben. Daher werden diese Aale dann auch Gelbaal genannt. Die Gelbaale fressen jetzt soviel wie möglich. Die weiblichen Tiere wachsen bis auf eine Größe von 50 - 100 cm heran. Bei ihrer Wanderung haben sie oft Hindernisse zu überwinden. Durch die Fähigkeit, Sauerstoff über die Haut aufnehmen zu können, ist es den Aalen möglich längere Strecken auch über Land zu schlängeln.
Wenn die innere Uhr des Aals ihn zurück in sein Geburtsgewässer zieht, dann beginnt die nächste Metamorphose. Er wird vom Gelbaal zum Blank- oder Silberaal. Der Rücken wird dunkler und der Bauch silbrig weiß.
Der Kopf spitzt sich zu und die Augen verdoppeln sich im Durchmesser, damit er später in der Tiefsee auch richtig sehen kann. Auch die Brustflossen vergrößern sich. Der Verdauungstrakt dagegen bildet sich zurück. Nun entwickeln sich auch die Geschlechtsorgane. Der lange Weg zurück in die Sargassosee dauert bis zu drei Jahren. Es wird vermutet, dass die Tiere in dieser Zeit nichts mehr oder nur noch sehr wenig fressen.
Die "Roten Listen" werden durch die Weltnaturschutzunion IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) seit 1966 jährlich veröffentlicht. Hier findet man weltweit gefährdete Tier- und Pflanzenarten.
Der Aal lässt sich nicht in Gefangenschaft vermehren. Weil der Aal ein Fettfisch ist, reichert er die im Futter oder im Gewässer befindlichen Umweltgifte in seinem Fettgewebe besonders gut an.
In den letzten Jahren erreichen immer weniger Glasaale die europäischen Küsten. Der Aalbestand ist zwischen 1980 und 1999 um 95 - 99% zurückgegangen. Dies hat ganz unterschiedliche Ursachen: Da sich der Aal nur einmal in seinem Leben vermehrt, fehlt jeder Aal, der - aus welchen Gründen auch immer - vorher stirbt, bei der Reproduktion. Ganz natürliche Verlustraten werden, wie bei anderen Fischen auch, durch die hohe Zahl der Nachkommen ausgeglichen.
Viel zu viel Glasaale landen heutzutage auf den Tellern von Feinschmeckern. Für 1 kg Aal werden rund 3.000 Tiere gefangen. Besonders groß ist der asiatische Markt. Aber auch in Spanien und Frankreich gibt es reichlich Liebhaber dieser fragwürdigen Delikatesse. Die Preise sind immens. 1 kg Glasaal kann bis zu 1.000 € kosten.
Da die Tiere auf der "Roten Liste" stehen und eigentlich für den Verzehr gar nicht mehr gefangen werden dürfen, hat sich ein Schwarzmarkt entwickelt, der weiterhin die schon stark dezimierte Population schwächt.
Glasaale werden aber auch für den Besatz von Gewässern entnommen, in die der Aal nicht mehr einwandern kann. Mit dieser Maßnahme unterstützen die Fischer und Angler allerdings die Erhaltung des historischen Verbreitungsgebietes der Aale, weil diese durch Verbau und Trockenlegungen zu vielen Seen nicht mehr in angemessener Zahl gelangen oder gar nicht dort ankommen. Durch Kraftwerksanlagen kann eine natürliche Zuwanderung z. B. über den Rhein praktisch nicht mehr erfolgen.
Zudem blockieren Staustufen die Aalwanderung in den Flüssen. Flussaufwärts wird der Weg des Aals meist durch Besatzmaßnahmen abgekürzt. Auf der Laichwanderung jedoch machen oft Wehre das Weiterkommen der Blankaale unmöglich. Der alternative Weg führt dann meist nur durch die Schaufeln einer Turbine. Der Main z. B. hat auf 300 km Flusslänge 27 Staustufen.
Aber auch bei anderen Kraftwerken, gleich welchen Typs, können Fische mit dem Kühlwasser angesaugt werden. Im letzten Jahrhundert wurden sehr viele Flüsse begradigt, Seeufer bebaut und betoniert. Dies alles hat Einfluss auf die Lebensqualität der Tiere.
Aale gehören zu den Fettfischen. Bis zu 30 % ihres Körpergewichtes macht die Fettmasse aus. In diesem Fett reichern sich besonders Schwermetalle an, aber auch erhöhte Werte an Pestiziden konnten nachgewiesen werden.
Aale überleben auch in sehr stark verschmutzten Gewässern, weil sie von geradezu beängstigender Zähigkeit und Überlebensfähigkeit sind. Unter den Schadstoffen sind leider auch viele mutagene (erbschädigende) Stoffe. Diese werden beim Umbau des Körpers und während der Reise frei und vergiften den Aal förmlich.
Unsere Flüsse sind zwar inzwischen immer sauberer geworden, doch reichern sich die Schadstoffe über die Nahrungskette weiterhin im Fisch an, weil sie ja nicht vollständig verschwunden sind.
Aale sind wegen ihrer Größe und ihres Geschmacks beliebte Speisefische und besonders gefährdet für Überfischung. Weil die Tiere erst spät geschlechtsreif werden und sich am Ende ihres langen Lebens nur einmal fortpflanzen, kann sich der Bestand nur langsam erholen. Aufgrund ihrer langen und gefährlichen Wanderwege sterben viele bereits vor der Paarung.
In China, Taiwan, Korea und Malaysia wurden und werden riesige Aalfarmen gebaut, die unter anderem für den japanischen Markt produzieren. Jedoch müssen auch hierfür Aale aus dem natürlichen Bestand entnommen werden. Für die Kapazität der riesigen Farmen reicht das Aufkommen des Japanischen Aals (anguilla japonica) bei weitem nicht aus. So hat man den europäischen Aal "entdeckt".
Die Beratungsgruppe EIFAC/FAO schätzt, dass bereits lange vor dem Eintreffen der ersten 97er Glasaale am Atlantik Bestellungen aus China über 250 Tonnen Aalbrut vorlagen, wobei China dafür bis zum Dreifachen des europäischen Marktpreises geboten haben soll. Derzeit werden sogar Preise von über 1.000 €/kg Glasaal geboten. Nach Schätzungen verbrauchen die Japaner mindestens 100.000 Tonnen Aale im Jahr, die Europäer zusammen etwa 25.000 Tonnen.
Die EU verabschiedete 2007 einen Aal-Schutz- und Entwicklungsplan mit dem Ziel, dass mindestens 40% der Blankaale ins Meer abwandern können.
Am Bodensee und in seinen Zubringergewässern sieht die Zukunft der Aale düster aus. Die Erhaltung des Bestands durch natürliche Wanderung ist schwierig, weil viele der ins Meer rückwandernden potenziellen Zuchttiere einer der vielen Kraftwerkturbinen zum Opfer fallen.
Bei der Rückwanderung bildet namentlich der Rheinfall bei Schaffhausen ein Hindernis, das von vielen Tieren nicht umgangen werden kann. Bis 2006 wurden daher vor allem von deutschen und österreichischen Fischern regelmässig Zehntausende Glasaale ausgesetzt, dann wurde der Aalbesatz aus Kostengründen vorübergehend eingestellt.
Der Europäische Aal gilt seit 2008, letztmals beurteilt 2018, als vom Aussterben bedroht. Globale Populationszahlen sind zwar nicht vorhanden, aber bei der Anzahl der Jungaale (Glasaale) gab es einen Rückgang von 95 bis 99 % (gegenüber 1980 und davor). Daraus lässt sich folgern, dass das Fehlen von Nachwuchs auch einen stark reduzierten Bestand an erwachsenen, fortpflanzungsfähigen Aalen ergibt.
Hier eine Tabelle mit den wichtigsten Fakten zum Europäischen Aal:
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Anguilla anguilla |
| Ursprung | Sargassosee |
| Lebensraum | Süß- und Salzwasser |
| Größe | 50-180 cm (bis 2 m) |
| Schuppen | Sehr kleine, eingebettete Cycloidschuppen |
| Ernährung | Würmer, Fische, Insekten, Kleinstlebewesen |
| Status | Vom Aussterben bedroht |
Der Aal ist ein beliebter Speisefisch, der sich wegen seines hohen Fettgehalts besonders zum Räuchern eignet, aber auch gebraten, gekocht oder als Suppeneinlage verzehrt wird. Seine Haut wird zu Lederprodukten verarbeitet. Aale aller Altersstadien werden kommerziell gefangen, wobei oft Reusen zum Einsatz kommen. Mehrheitlich stammen die konsumierten Aale aus Aufzuchtbetrieben, in denen der Natur entnommene Glasaale zur Schlachtreife großgezogen werden. In Europa sind die Niederlande und Dänemark die wichtigsten Lieferländer.
Von 2009-2018 registrierten die CITES-Vertragsstaaten bei der Ausfuhr 272'539 Stück sowie ca. 240 Tonnen lebende Aale (Naturentnahmen). Die exportierte Fleischmenge wurde mit ca. 27'574 Tonnen angegeben.
Die Art wird in rund 120 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich etwa ein Drittel im deutschsprachigen Raum befinden.
Der langgestreckte, nahezu drehrunde Körper verjüngt sich ab der Afterflosse seitlich und läuft zum Schwanzende hin deutlich abgeflacht aus. Rücken-, Schwanz- und Afterflosse sind zu einem durchgehenden Flossensaum verwachsen.
Aale werden aufgrund ihrer Schädelform häufig in Spitz- und Breitköpfe eingeteilt. Da Aale jedoch grundsätzlich Allesfresser sind, entsteht diese Unterscheidung meist durch die Ernährungsweise einzelner Individuen, die sich auf eine bestimmte Nahrungsquelle spezialisiert haben. Der Großteil der Aale zeigt jedoch keine klare Präferenz für eine bestimmte Nahrung.
Der Kopf läuft konisch zum leicht abgeflachten Maul hin aus. Aufgrund des minimal vorstehenden Unterkiefers gilt dieses als leicht oberständig. Auf dem Oberkiefer sind deutlich zwei Riechgruben erkennbar, die jeweils über einen separaten Ein- und Ausgang verfügen. Die relativ kleinen Augen liegen knapp oberhalb des Endes der Maulspalte. Äußere Ohren sind - wie bei den meisten Fischen - auch beim Aal nicht vorhanden.
Rund um die Augen, Riechgruben und entlang der Maulspalte sind auffällige, grobe Hautporen sichtbar. Aale besitzen eine dicke, lederartige Haut, die von einer zähen Schleimschicht überzogen ist.
Entgegen der weit verbreiteten Annahme verfügen Aale tatsächlich über Schuppen. Diese winzigen, ovalen Schuppen entstehen jedoch erst ab einer Körperlänge von etwa 17 cm und sind tief in der Haut eingebettet. Besonders bei größeren Exemplaren lassen sie sich mit bloßem Auge gut erkennen.
Nach aktuellem Wissensstand wird das Geschlecht der Aale erst bei einer Körperlänge von etwa 18 bis 25 cm endgültig festgelegt. Kleinere Aale gelten daher als Hermaphroditen - also als Zwitter in einer Art „Wartestellung“. Die Geschlechtsorgane entwickeln sich erst während der Laichwanderung, wobei gleichzeitig das Verdauungssystem zurückgebildet wird.
Das Geschlecht gefangener Aale lässt sich nur schwer anhand äußerer Merkmale bestimmen. Männliche Aale erreichen eine maximale Länge von etwa 50 cm, während weibliche Exemplare bis zu 150 cm groß werden können. Unter natürlichen Bedingungen können sie ein Gewicht von bis zu 6 kg und ein Alter von rund 18 Jahren erreichen.
Der Japanische Aal (Anguilla japonica) ist eine Fischart aus der Gattung der Aale (Anguilla) und der Ordnung der Aalartigen (Anguilliformes). Er kann maximal ca. 150 cm (Weibchen) lang und über 2 kg schwer werden. Der Japanische Aal ist ein katadromer Wanderfisch: er wird im Meer geboren und wandert danach ins Süßwasser, wo er den größten Teil seines Lebens verbringt. Zum Laichen wandert er dann wieder zurück ins Meer.
Der Japanische Aal (Anguilla japonica) gilt in Asien als wichtiger und wertvoller Speisefisch. Das Fleisch der Blankaale (erwachsene Aale) ist sehr fett, was ihn zum Räuchern prädestiniert.
Das Umfärben ist vermutlich eine Anpassung an die Gegebenheiten des offenen Meeres - dort ist ein silbrig- glänzender Unterbauch weniger auffällig als ein gelber. Auch die Augen der Japanischen Aale vergrößern sich, eine weitere Anpassung an die Gegebenheiten des Meeres.
Die auffallendste Veränderung betrifft jedoch die Nahrungsaufnahme: Japanische Aale stellen diese nämlich vollständig ein, und bleiben während der Wanderung auf die angefressenen Fettreserven angewiesen: Der Verdauungstrakt verkümmert und der After bildet sich zurück. Nach dem Ablaichen im Meer sterben die Japanischen Aale.
Der Aal ist ein außergewöhnlicher Fisch mit faszinierenden biologischen Eigenschaften und einem komplexen Lebenszyklus. Seine Anpassungsfähigkeit zeigt sich in seiner schlangenartigen Körperform, seinen spezialisierten Sinnesorganen und seiner variablen Ernährungsweise.
tags: #hat #der #aal #schuppen
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