Ava Max: Popstar mit Herz und Ohrwurmgarantie – und was es mit den Perücken auf sich hat

Wer das Radio einschaltet, kommt an Ava Max nicht mehr vorbei. Ihre Songs wie "Sweet But Psycho", "Kings And Queens" oder "Who's Laughing Now" laufen quasi in Dauerschleife. Mit "My Head & My Heart" folgte ein weiterer Ohrwurm. Doch der dürfte einigen bekannt vorkommen.

Ava Max (Foto: Charlotte Rutherford / Warner Music)

Vom Einwandererkind zum Popstar

Manchmal erscheint auf einmal ein neuer Star am Pop-Himmel - und man weiß gar nicht so recht, wo er auf einmal herkommt. Im Falle von Ava Max lässt sich jedenfalls so viel sagen: Die 26-Jährige hat albanische Wurzeln, wurde jedoch in den USA geboren und ist dort auch aufgewachsen.

Schon als Jugendliche fasste sie den Entschluss, ins Musikgeschäft einsteigen zu wollen. Sie experimentierte mit Plattformen wie Myspace und Soundcloud und erregte schließlich die Aufmerksamkeit der Plattenfirmen. 2018 unterschrieb sie einen Vertrag bei Atlantic Records.

Und schon ihre erste Single wurde zum Mega-Hit - erst in Europa, dann auch in ihrer Heimat USA. "Sweet But Psycho" eroberte in zahlreichen Ländern, darunter auch Deutschland, die Spitze der Charts.

Ava Max wurde 1994 in Milwaukee, Wisconsin als Amanda Koci geboren. Ihre Eltern stammen aus Albanien, das sie Anfang der 90er verließen. Nach Avas Geburt zog die Familie nach Virginia, wo die spätere Sängerin bereits in der Schule auf der Bühne stand und ihren Vorbildern wie Madonna oder Gwen Stefani nacheiferte.

Um ihre Musikkarriere anzukurbeln, zog Max nach Los Angeles. Zunächst veröffentlichte die Sängerin ihre Werke auf Myspace und SoundCloud und arbeitete dafür unter anderem mit dem kanadischen Musikproduzenten Henry Russell Walter Alias Cirkut zusammen.

2016 unterzeichnete Max einen Plattenvertrag. Als AVA veröffentlichte sie daraufhin den Song "Jet Set". Es folgte der Track "Clap Your Hands" vom Produzenten und DJ Le Youth, bei dem die Sängerin als Gastmusikerin zu hören ist und erstmals unter ihrem Künstlernamen Ava Max auftrat. Über YouTube und Spotify wurde der Song zum Erfolg.

Ihr Song "Sweet but Psycho" erreichte unter anderem in Deutschland, Österreich oder dem Vereinigten Königreich Platz eins der Charts.

Es folgten erfolgreiche Kollaborationen mit David Guetta ("Let It Be Me"), Jason Derulo ("Make Up"), Pablo Alborán ("Tabú") oder Alan Walker ("Alone, Pt. II"). Zuletzt veröffentlichte die Sängerin im Juni 2021 das Lied "EveryTime I Cry".

Ohrwürmer in Dauerschleife

Popstars wie dieser werden heutzutage ja nahezu am Fließband produziert. Doch Ava Max ist weit davon entfernt, ein One-Hit-Wonder zu sein. Im Gegenteil: Wer das Formatradio einschaltet, kommt an ihren Songs seit nunmehr zwei Jahren nicht vorbei.

Egal, ob "So Am I", "Kings And Queens" oder "Who's Laughing Now" - Ava Max beschallt die Hörer quasi in Dauerschleife. Im September erschien mit "Heaven & Hell" zudem das Debütalbum der Sängerin, auf dem sich viele ihrer Ohrwürmer wiederfinden, wenn auch nicht alle.

Sie habe auf ihrem ersten Longplayer keinen Trübsal blasen wollen, erklärte Ava Max dazu im Gespräch mit ntv.de. "Die traurigen Songs haben es deshalb nicht auf das Album geschafft." So fehlen etwa Lieder wie "Freaking Me Out" oder "My Way", auch wenn es bei diesen allenfalls etwas gemächlicher zur Sache geht als sonst im bunten Pop-Kosmos der Sängerin, sie einem aber nicht gerade die Tränen in die Augen treiben.

Am 18. September 2020 erschien ihr Debütalbum "Heaven & Hell". Es erreichte in Norwegen und England Platz 2 der Charts und brachte Ava Max sogar Gold und Platin ein.

Heaven & Hell: Ein Konzeptalbum

Das dazugehörige Album HEAVEN & HELL folgt einem Konzept, das sich in eine himmlische und höllische Seite teilt. Die erste schließt mit dem Anspieltipp TORN, der im Synthiefundament vom Discoflair aus ABBAs GIMME GIMME GIMME profitiert und in welchem Ava Max verzweifelt konstatiert: "I'm torn in-between heaven and hell..." - der perfekte Übergang.

Alles wirkt wie an Ort und Stelle, um Ava Max perfekt zu vermarkten.

Dass HEAVEN & HELL gerade zum Ende hin merkwürdig klingt, ist dem miesen Mastering geschuldet und nicht der Effekt von "Inner Groove Distortion", weil bis zu 8 Titel auf eine Plattenseite gepresst wurden.

Die Abmischung ist einfach stark verlustbehaftet, was man bereits beim Streamen hört. Das ist im Popbereich gerade bei digital ausgerichteten Electro-Pop-Arrangements nichts Neues, aber solch unüberhörbare Überzeichnungen durch Loudness hat man schon lange nicht mehr wahrgenommen.

Der Gesang von Ava Max zischelt beizeiten und klingt auf der Curaçao-Vinyl wie ein Transistorradio. Schon bei geringen Pegeln nervt die Klanglandschaft, was bei der wirklich schönen Musik einfach nur schade ist. Die ersten Stücke auf der transparent-blauen LP kommen dabei immer noch am besten weg, zumal darin auch die Bassfigur üppiger gestaltet ist.

Minimalistisch ist hingegen die Ausstattung der Hülle, die aus einer einfachen, nicht klappbaren Kastentasche und einer ungefütterten schwarzen Innenhülle besteht. Zumindest sind die Liedtexte aller 15 Titel auf einer Beilage abgedruckt worden.

Übrigens ist das, was in der Hülle haust, sauber gepresstes Vinyl ohne irgendwelche Kratzer oder klangliche Beeinträchtigungen durch Schmutz oder Staubkörner. Aber was nützt die ordentliche Pressung, wenn das digital unterkühlte Mastering von HEAVEN & HELL nicht anständig auf Analogverhältnisse gezogen wird?

In meinen Augen ist das eher etwas zum Streamen als dass man es genüsslich auf Platte lauscht.

Ava Max und Dua Lipa: Mehr als nur ähnliche Musik

Das curaçaofarbene Vinyl eines Albums ist nicht die einzige Gemeinsamkeit, die Ava Max mit Dua Lipa teilt. Beide sind etwa gleich alt, ihre Familien stammen gleichermaßen aus Albanien und die Musik, die Dua und Ava machen, ist relativ ähnlich.

Dua Lipas zweites Album FUTURE NOSTALGIA ist wie HEAVEN & HELL von Ava Max zur schlimmsten Zeit der Coronapandemie im Jahr 2020 erschienen und enthält massig Dance-Pop-Hits, sodass man sie nur anspielen muss um sie aus Social Media, Radio und TV wiederzuerkennen.

Dazu hat man getanzt, als man alleine im Lockdown war! SWEET BUT PSYCHO, WHO'S LAUGHING NOW und KINGS & QUEENS sollten auf Anhieb bekannt sein, TORN und OMG WHAT'S HAPPENING sind quasi die "Deep Dives" in Ava Max' Erfolgsgeschichte.

2022 lud Heidi Klum Ava Max als Gastjurorin in die deutsche TV-Show "Germany's Next Topmodel" ein.

Ava Max - Not Your Barbie Girl [Official Audio]

Arbeit und Talent

Dafür, dass sie es geschafft hat, ihren Popstar-Traum zu verwirklichen, liefert Ava Max mehrere Erklärungsansätze. Der erste fußt in ihren Wurzeln. So kamen ihre Eltern als Einwanderer in die USA.

"Sie kamen hierher, da es der einzige Ort ist, an dem sie beide jeweils drei Jobs machen konnten. Sie haben buchstäblich nicht geschlafen. Sie kamen nach Hause, schliefen eine Stunde und gingen dann wieder zur Arbeit. Das haben sie über Jahre gemacht, Geld gespart und ihr erstes Zuhause gekauft", erinnert sich die Sängerin.

Eine Lehre, aus der sie ihre Schlüsse gezogen habe. "Sie haben mir beigebracht, dass man überall hinkommen kann, wenn man dafür hart arbeitet. Sie sagten mir: So kannst du es auch in der Musik schaffen", sagt Ava Max im ntv.de Interview.

Doch ohne ein gewisses Talent bringt auch die härteste Arbeit nichts, was zur zweiten Erklärung für den Erfolg der Musikerin führt. "Ich habe schon zu Hause immer gesungen. Für meine Nachbarn oder meine Familie. Sie kamen im Wohnzimmer zusammen, um mir zuzuhören. Meine Mutter hat mich immer unterstützt. Wir haben zusammen gesungen. Und als ich 14 war, sind wir nach Kalifornien gezogen!", so Ava Max.

Ihre Eltern kamen als Einwanderer in die USA. (Foto: Charlotte Rutherford / Warner Music)

Hilfe von Pharrell Williams?

Bis sie im Mekka der Unterhaltungsindustrie Fuß fassen sollte, sind schließlich noch ein paar Jahre vergangen. Dabei, so lautet eine Anekdote, habe Ava Max auch die moralische Unterstützung von Superstar Pharrell Williams geholfen.

Das relativiert die Sängerin jedoch mit einem Lachen. "Es war am Flughafen in Miami. Ich war noch superjung - vielleicht zwölf oder 13. Er stand da einfach. Meine Mutter sagte: 'Los, geh hin.' Also bin ich zu ihm. Das war ein verrückter Moment. Er sagte mir nur: 'Tu es einfach!' Ich glaube aber nicht, dass er sich noch an mich erinnert."

Mehr als einmal betont Ava Max den allgegenwärtigen Beistand ihrer Mutter, die selbst Opern singt. "Sie hat mir wirklich sehr geholfen." Auf taube Ohren stieß jedoch ihr Wunsch, ihre Mutter auch an ihrem Album zu beteiligen. "Sie wollte nicht. Ich konnte sie einfach nicht überreden", räumt Ava Max ein, dass sie an dieser Stelle kapitulieren musste.

Nicht klein beigeben will die Sängerin indes, wenn es um ein starkes Selbstbewusstsein als Frau im Pop-Zirkus geht. "If all of the kings had their queens on the throne, we would pop champagne and raise a toast" ("Wenn alle Könige ihren Königinnen den Thron überließen, würden wir den Champagner köpfen und einen Toast aussprechen"), heißt es schließlich schon in ihrem Gassenhauer "Kings And Queens". In "So Am I" wiederum geht es darum, "dass man sich nicht in eine Schublade stecken lässt und wie wichtig Individualität ist. Wegen seiner Botschaft ist er einer meiner Lieblingssongs", sagt Ava Max.

Mit dieser Botschaft hat es das Lied auch zu einem gewissen Hymnen-Status in der LGBTQ-Gemeinschaft gebracht. Es sind auch diese Themen, die Ava Max anspricht, und nicht nur ihr schrilles Outfit, die ihr regelmäßig Vergleiche mit Lady Gaga einbringen. Doch damit hat sie ganz und gar kein Problem. "Das ist natürlich eine Ehre", erklärt sie.

Ob wohl auch Peter Schilling es als Ehre empfindet, dass sein "Major Tom" Einfluss in den Ava-Max-Song "Born To The Night" gefunden hat? Nicht das einzige Mal, dass die Sängerin ein Stück Pop-Geschichte sampelt und ihm so ein neues Gewand verpasst. Auch ihr jüngstes Lied "My Head & My Heart", das vergangene Woche erschienen ist und wieder mal die Radiofrequenzen zum Glühen bringt, dürfte Erinnerungen wecken. Dafür hat sie sich schließlich den 90er-Jahre-Eurodance-Hit "Around The World" von ATC als Vorlage geschnappt.

Sitzt, passt, wackelt und hat Luft: Stars und ihre Perücken

Heute lang und blond, morgen kurz und schwarz? So häufig wie einige Promis ihre Frisuren ändern, müssten ihnen doch büschelweise die Haare ausfallen, oder? Würden sie auch, wenn es denn ihre echten Haare wären. Die meisten von ihnen tragen jedoch Perücken und die sind heutzutage so gut gemacht und vielseitig einsetzbar, dass man sie kaum als solche erkennen kann.

Sogenannte „Front Lace Wigs“ vermitteln die Illusion eines natürlichen Haaransatzes, was das vordere, extrem feine Netz ermöglicht, in das hier und da ein paar Babyhärchen eingelassen sind.

Man schneidet das Netz auf die gewünschte Lange ab (ähnlich wie bei einem nervigen Schild in der Hose: so nah an der Naht wie möglich) und verblendet den Übergang von Netz zu Stirn mit Make-up. Danach sind dem Variationsreichtum in Sachen Frisur und Haarfarbe quasi keine Grenzen gesetzt.

Neben dem Vorteil, dass die eigenen Haare unter den Perücken prächtig wachsen und sich von den Strapazen des ständigen Stylens, Waschens und Färbens erholen können, sparen die Haarteile den Stars enorm viel Zeit.

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