Im Islam gibt es bestimmte Richtlinien bezüglich des Aussehens, insbesondere für Männer. Diese Richtlinien basieren auf dem Koran, den Hadithen (Überlieferungen des Propheten Muhammad) und den Interpretationen islamischer Gelehrter. In Bezug auf Haarschnitte gibt es einige spezifische Aspekte, die berücksichtigt werden sollten, um einen "halal" (erlaubten) Haarschnitt zu gewährleisten.
Betrachtet man das Leben des Propheten, so sieht man, dass der Prophet in Bezug auf Kleidung folgende drei Maßstäbe hervorgehoben hat:
Diese Prinzipien lassen sich auch auf die Wahl des Haarschnitts übertragen. Es geht darum, ein gepflegtes und anständiges Erscheinungsbild zu wahren, ohne dabei in Extreme zu verfallen.
Al-Bukhaari (5921) und Muslim (2120) überlieferten von Ibn 'Umar, dass der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Frieden seien auf ihm) Qaza' verboten hat. Naafi' (einer der Überlieferer des Hadith) sagte und erklärte Qaza': Einen Teil des Kopfes eines Jungen zu rasieren und einen Teil zu lassen.
Al-Nasaa'i (5048) und Abu Dawood (4195) überlieferten von Ibn 'Umar, dass der Prophet (Allahs Segen und Frieden seien auf ihm) einen Jungen sah, dem ein Teil des Kopfes rasiert worden war und ein Teil davon übrig blieb. Er forderte sie auf, das nicht zu tun und sagte: "Rasiert ihn ganz oder lasst ihn ganz." Al-Albaani stufte dies als saheeh in Saheeh al-Nasaa'i ein.
In anderen Worten: Entweder schneidet man die Haare gleichmäßig ab oder lässt sie wachsen.
Laut schriftlichen Quellen hatte der Prophet kein rasiertes, sondern langes Haar. Die Frisur variierte in drei Formen je nach Länge des Haares. Die kürzeste Form war bis zu den Ohrläppchen, die längste Form bis auf Schulterhöhe. Jede Variante wurde je nach Länge anders benannt.
Imam Ibn al-Qayyim sagte: 'The hair of the Prophet did not reach the shoulders but it exceeded the ear-lobes. Sometimes when it exceeded this length he would interweave it into four braids'.
Im Islam gibt es eine Trennung zwischen den Geschlechtern. Als Mann soll man sich nicht wie eine Frau verhalten, als Frau soll man sich nicht wie ein Mann verhalten. Insofern kommt es hier wieder stark auf die Interpretation an, was unter einer Frisur für Frauen zu verstehen ist. Eine Frau darf sich die Haare schneiden, aber nicht so kurz, dass sie dadurch einem Mann ähnelt. Das steht in dem Buch Halal und Haram von Hasp Asutay (S. 52).
Aber viele Frisuren, die im Westen en vogue sind, wären nicht erlaubt. da im Koran nichts über Haarlängen steht, ist das kein Problem. Ein Verbot muss klar und eindeutig sein. In den moralischen Religionen wie Christentum und Islam triffst du im Laufe der Zeiten auf viele religiöse "Heißdüsen", die sich zu "Religionsgelehrten" aufblasen, und zwar auch dadurch, dass sie aus dem Koran immer die schärfsten Verbote herauslesen. Wobei da gar nichts steht - außer irgendwelchen späteren Behauptungen über den Propheten, die nicht mehr nachprüfbar sind. Dieses sich religiöse Aufblasen hat psychologische Gründe, auf die ich hier nicht weiter eingehe.
Unser Prophet hat zum Thema Haarpflege einen allgemeinen Ratschlag geäußert: „Wer langes Haar hat, der soll auch auf dessen Pflege achten.“, „Wer [langes] Haar hat, der soll mit ihm gut umgehen.“ Islamische Quellen berichten von persönlichen Gegenständen, die der Prophet immer mit sich trug. Diese waren Dinge wie ein Kamm, ein Spiegel, ein Miswak (ein Stück des Miswak-Baumes, dessen Holz im arabischen Raum zur Zahnpflege genutzt wird), Zahnstocher, eine Schere, ein Behälter für das schwarze Augenlidpulver (türk. Sürmedan).
Der Prophet achtete sehr auf eine saubere Erscheinung und auf ordentliches Aussehen. Er legte zwar Wert auf eine ordentliche Erscheinung, wollte aber nicht, dass man lange Zeit damit verbrachte, sich schön zu machen; er unterschied schlichtes Adrettsein von stundenlangem Herausputzen.
Aus den Informationen, die uns erreicht haben, ist zu schließen, dass die Haare und der Bart unseres Propheten nicht auffallend grau wurden. Am Körperbau des Propheten waren eigentlich bis zu seinem letzten Atemzug keine Veränderungen festzustellen; Altersanzeichen wie Zahnausfall, Sehschwäche, Schwerhörigkeit, Haarausfall, Ergrauen des Bartes und ähnliche äußerliche Veränderungen waren bei ihm nicht zu sehen. Zufolge der existierenden Texte waren die ergrauten Stellen seines Haares der Bartansatz, also die Koteletten zwischen Auge und Ohr, die Stelle zwischen Unterlippe und Kinn und manche Stellen im Haar verteilt; wobei sein Bart grauer war als sein Kopfhaar. Das Ergrauen seines Bartes fiel aber nicht sonderlich auf.
Der Prophet benutzte keine Farbe für seine Haare, ölte sie aber gelegentlich mit Olivenöl ein. Nach einem Dokument, das von Ibn Sa'd aufgezeichnet wurde, wusch er sich die Haare mit einem Gemisch, das aus gekochten Blättern des Sidr-Baumes gewonnen wurde.
Angefangen von Umm Salama (ra) haben viele der Sahaba Kopf- und Barthaare des Propheten aufbewahrt und sie als ‚heilig‘ anerkannt. Es ist bekannt, dass diese Haare als heilige Erbstücke von Generation zu Generation weitergegeben werden.
Aischa (ra) war die Gattin des Propheten, die sich in erster Linie um seine Kleidung und sein Aussehen kümmerte. Sie pflegte dem Propheten in jedem Abschnitt seines Lebens „die am wohlriechendsten Düfte, die sie finden konnte“ aufzutragen. Unser Prophet trug immer einen Duft namens „Sukka“ mit sich und benutzte diesen bei Bedarf. Auf seinen Reisen hatte der Prophet unter den Dingen, die er mit sich zu nehmen pflegte, immer eine Duftflasche dabei.
Eine weitere Angewohnheit des Propheten bezüglich wohlriechender Düfte war, dass er Parfüm, das man ihm anbot, nicht zurückwies. „Denn Duft ist eine mühelose Bewirtung.“[3] „Auf der Erde wurden mir Frauen und wohlriechende Düfte lieb geheißen; und das Gebet (Salah) wurde zum Licht meiner Augen gemacht.“[4] Wenn der Prophet aus dem Haus ging, wurden die Menschen auf der Straße sofort auf seinen Duft und auf seine besondere Schönheit aufmerksam. Dies wurde von Anas b. Malik so zu Worte gebracht: „Wenn der Prophet durch eine der Straßen von Medina lief, sagten die Leute, dass der Prophet an dieser Straße vorbeiging, denn sein Duft wie Misk (Moschus; d.h. ein sehr wohlriechender Duft) wurde sofort bemerkt. Wir erkannten das Kommen des Propheten an seinem angenehmen Duft.“[5]
In Indonesien, dem größten islamischen Land der Welt, gibt es immer wieder Diskussionen über die Auslegung islamischer Gesetze und deren Anwendung im Alltag. Dies betrifft auch Fragen der Kleiderordnung und des äußeren Erscheinungsbildes.
Es ist wieder soweit, der indonesische Blasphemie-Hammer hat zugeschlagen. Ein Witz, der ihr nun fast drei Jahre Gefängnis beschert. Eine Glosse über ein Land, in dem Gotteslästerung schwerer geahndet wird als Korruption und Umweltverschmutzung. Ein Gericht in Südsumatra verurteilte sie schließlich deswegen zu zwei Jahren Haft und einer Geldstrafe. Was den indonesischen Ulema-Rat begeistert, sorgt bei Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International für Besorgnis.
Blasphemie ist in Indonesien eine Straftat. Damit soll nun Schluss sein, fordert die Menschenrechtsorganisation Setara Institute for Democracy and Peace. Auch andere NGOs beobachten das Verbot mit Sorge. In Indonesien, dem größten islamischen Land der Welt, wurde ein muslimischer Geistlicher verhaftet. Der 77-jährige Panji Gumilang leitet ein Internat. Er hatte seinen Schülerinnen das Predigen erlaubt und sie dazu ermutigt, Imame zu werden. Er soll mit seinen Schüler*innen zudem jüdische Lieder gesungen haben. Die Verhaftung des Islamgelehrten werten Beobachter als Paradigmenwechsel in dem sonst moderaten Land.
Das indonesische Parlament hat den Weg freigemacht für die erste grundlegende Strafrechtsreform seit 1918, als der Inselstaat noch unter niederländischer Kolonialherrschaft stand. Das neue Strafgesetz, das unter anderem außerehelichen Sex und Kritik am Präsidenten kriminalisiert und den Straftatbestand der "Apostasie" einführt, ist ein massiver Eingriff in Privatsphäre und Freiheitsrechte aller Indonesier*innen.
Eine Umfrage bei über 18-Jährigen in Indonesien und Malaysia zu Religion, Geschlechterrollen und medialer Repräsentation zeigt Trends in der Lebensausrichtung auf. Zwar schätzen sich 33 Prozent der Befragten als religiöse Regeln strikter als die eigenen Eltern einhaltend ein, jedoch stützen sie sich dabei auch auf moderne Technik wie Gebets- und Datingapps und versagen sich Konsum nicht, solange er als halal und mit der Sharia konform eingeschätzt werden kann.
Wohl um mehr Publikum in ihre Filiale der Holywings Bar- und Restaurantkette in Indonesiens Hauptstadt Jakarta zu locken, hatten sechs Barkeeper kostenlosen Gin für Frauen namens Maria und Männer namens Mohammed versprochen. Nach einer Anzeige religiöser Gruppen schlossen Behörden die Bar. Die Barkeeper sehen sich nun mit dem Vorwurf der Blasphemie konfrontiert. Holywings hat sich für die Promo-Aktion entschuldigt. Human Rights Watch stuft die Reaktion auf die harmlose Aktion als gefährlich ein.
Im Juli kündigte General Andika Perkasa an, dass die Armee keine Jungfräulichkeitstests bei Rekrutinnen mehr durchführen würde. Nachdem die Ankündigung Erleichterung und Lob auslöste, ist zwei Monate später noch immer keine schriftliche Veröffentlichung erfolgt, die Zweifingertests und andere demütigende und schmerzhafte Prozeduren für Bewerberinnen ausschließen.
Wo die Scharia Gesetz ist, ist der Wahnsinn nicht weit. In der indonesischen Provinz Aceh gilt das muslimische Gesetz und Frauen werden jetzt von Frauen ausgepeitscht. In Indonesien haben zehntausende Menschen gegen einen Gesetzesentwurf protestiert, der nicht nur die Beleidigung des Präsidenten Joko Widodo, sondern auch außerehelichen Sex und gleichgeschlechtliche sexuelle Beziehungen unter Strafe stellen würde. Obwohl die Gesetzesnovelle religiösen Hardlinern in die Hände spielen würde, versprach die Regierung Nachbesserung.
Eine 44-jährige Buddhistin wurde in Indonesien zu 18 Monaten Haft wegen Blasphemie verurteilt, nachdem sie sich in Nord Sumatra über die Lautstärke der Gebetsrufe einer nahegelegenen Moschee beklagt hatte. Die Verurteilung wegen Blasphemie gegen den Islam zeigt, wie stark der Einfluss religiöser Hardliner derzeit in Indonesien wächst. In Indonesien kommt es immer wieder zu religiös motivierten Streitigkeiten, zu Anklagen wegen Blasphemie und von religiösen Führern aufgestachelte Menschenmassen.
Die Aussagen eines bekannten muslimischen Predigers, dass christliche Kreuze von bösen Dämonen bewohnt seien, haben zu Anzeigen wegen Blasphemie und reichlich Unmut unter der christlichen Bevölkerung geführt. Bitter stößt den unterschiedlichen Religionsgemeinschaften auch die Ungleichbehandlung beim Blaphemievorwurf auf. Nach knapp zwei Jahren Haft wegen Blasphemie konnte Basuki Tjahaja Purnama, früherer Gouverneur von Jakarta, das Gefängnis verlassen. Der Christ hatte 2016 im überwiegend muslimischen Indonesien erklärt, ein missbräuchlich verwendeter Koranvers habe ihn Wahlstimmen gekostet.
Weil es ein junges Paar in der indonesischen Provinz Aceh gewagt hat, sich in der Öffentlichkeit zu umarmen, wurden sie nach ein paar Monaten im Gefängnis jetzt mit Stockschlägen bestraft. In dem autonomen Gebiet gilt die Scharia.
Verbreitung der Scharia weltweit:
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