Haben Welse Schuppen? Alles Wissenswerte über den Europäischen Wels

Der Wels, auch Waller genannt, ist der größte Süßwasserfisch Europas und ein faszinierendes Lebewesen. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über diesen Raubfisch, von seinem Aussehen und Lebensraum bis hin zu seiner Ernährung und Bedeutung als Speisefisch.

Europäischer Wels (Silurus glanis)

Steckbrief des Welses (Silurus glanis)

  • Lateinisch: Silurus glanis, auch Waller genannt
  • Größe: Welse können bis zu 3 m groß und 100 kg schwer werden. Sie werden in der Regel 1 -1,5 m lang und erreichen ein Gewicht von ca. 50 kg. Es wurden aber auch schon Exemplare von einer Länge von 3 m und einem Gewicht von 100 kg gefangen.
  • Merkmale: Der Wels hat einen länglichen, schuppenlosen Körper. Auffallend sind die Barteln (4 kurze und 2 lange) am Maul, die als Tastorgane dienen. Die Rückenflosse ist extrem kurz, die Afterflosse und der Schwanzstiel sind stark verlängert, die Schwanzflosse ist sehr klein.
  • Verbreitung: Der Wels kommt in weiten Teilen Mittel- und Osteuropas, im Brackwasser der Ostsee und im Schwarzen Meer vor.
  • Lebensraum: Der Europäische Wels bevorzugt große, warme Seen und tiefe, langsam fließende Gewässer mit weichem Substrat. Er bevorzugt Wassertiefen bis maximal ca. 30 Metern.
  • Alter: Der Wels (Silurus glanis) kann 80 bis 100 Jahre alt werden.

Aussehen des Welses

Der Wels hat einen stämmigen, langgestreckten Körper, der im vorderen Bereich rund und nach hinten hin seitlich abgeflacht ist. Sein großer, breiter Kopf mit den langen Barteln macht fast 20 Prozent der Körperlänge aus. Die Haut ist glatt und schuppenlos, aber mit einer dicken Schleimschicht überzogen. Der Wels hat sehr kleine Augen und gut entwickelte Nasenöffnungen. Sein Maul ist sehr groß und leicht oberständig mit fleischigen Lippen.

Die Färbung des Welses variiert je nach Lebensraum. Die Rückenfärbung kann sehr dunkel (fast schwarz-grau) oder grünlich oder bräunlich sein. Die Seiten sind heller gefärbt und weisen Marmorierungen auf, während der Bauch hell (fast weißlich) und manchmal scheckig ist.

Welse haben sehr große und kräftige Brustflossen, die bis zum Ansatz der Bauchflossen reichen. Die Afterflosse ist recht langgestreckt und verläuft am stark verlängerten Schwanzstiel des Wallers. Die Schwanzflosse ist recht klein und abgerundet. Die Rückenflosse ist ebenfalls recht klein.

Haben Welse Schuppen?

Nein, Welse haben keine Schuppen. Ihre Haut ist glatt und mit einer dicken Schleimschicht überzogen. Diese Schleimschicht schützt den Fisch vor Verletzungen und Krankheiten. Bei manchen Welsarten ist die Haut gepanzert.

Lebensweise und Verhalten

Der Europäische Wels ist ein dämmerungs- und nachtaktiver Raubfisch, der sich tagsüber in dicht bewachsenen Verstecken am Gewässergrund aufhält. Er bevorzugt Wassertiefen bis maximal ca. 30 Metern. Als wärmeliebender Fisch bevorzugt der Wels Gewässer, die im Sommer eine Temperatur von mindestens 20 Grad Celsius erreichen.

Welse sind im Allgemeinen nachtaktive Fische, wobei ihre Aktivität je nach Jahreszeit sehr unterschiedlich sein kann. Wenn sie mit Hilfe ihrer Schwimmblase das Absinken des Luftdrucks wahrnehmen, sind sie auch tagsüber aktiv. Ansonsten liegen Welse meist am Gewässergrund zwischen Wurzeln, Altholz oder Wasserpflanzen und ruhen. Sinkt die Wassertemperatur unter 7 °C, stellen Welse die Nahrungsaufnahme ein.

Die reduzierten Augen spielen bei der Nahrungssuche keine Rolle, dafür sind Geruchs-, Geschmacks- und Tastsinn hoch entwickelt. Auch das Gehör ist ausgezeichnet: Schallwellen werden (wie bei den Karpfenfischen) durch die Schwimmblase verstärkt und über ein System miteinander verbundener Knochen (dem "Weberschen Apparat") zum Innenohr geleitet.

Ernährung des Welses

Der Wels geht hauptsächlich abends oder nachts auf Nahrungssuche und frisst fast alles, was in sein großes Maul passt. Der Europäische Wels ernährt sich von Würmern, Schnecken, Insekten, Krebsen und Fischen, mit zunehmender Größe auch von Fröschen, Mäusen, Ratten und Vögeln.

Da der Verdauungszyklus bei einer Wassertemperatur von etwa 20 Grad Celsius etwa 18 bis 20 Stunden dauert, kann die Nahrungssuche auch schon morgens oder mittags beginnen.

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Fortpflanzung

Die Laichzeit des Europäischen Welses ist von Mai bis Juni/Juli bei Temperaturen von mindestens 18°C. Der Laichvorgang wird oft durch einen plötzlichen Luftdruckabfall ausgelöst. An flachen, bewachsenen Uferbereichen wird eine Art "Nest" oder eine flache Grube angelegt. In diese werden die ca. 1,4 - 2 mm großen, klebrigen Eier abgelegt (ca. Nach der Befruchtung schwellen die Eier an und können einen Durchmesser von bis zu 4,5 mm erreichen. Das Gelege wird anschließend bis zum Schlupf der Fischlarven vom Männchen bewacht und versorgt.

Die Jungfische, die je nach Wassertemperatur nach etwa 2 - 5 Tagen schlüpfen, ernähren sich nach Aufzehrung des Dottersacks in der ersten Zeit von wirbellosen Kleintieren. Für 1 kg Gewichtszunahme benötigt der Europäische Wels etwa 6-7 kg Futtertiere. 2-3 Jahre alte Tiere sind bereits mit einem Gewicht von 1-2 kg bereits fortpflanzungsfähig.

Der Wels als Speisefisch

Der Europäische Wels ist ein beliebter Speisefisch. Sein Fleisch ist grätenarm und hat einen angenehm milden Geschmack. Er versorgt unseren Körper mit wichtigen Nährstoffen wie z.B. Vitamin A, B2, B6, B12, Jod, wichtigen Mineralstoffen und Omega-3-Fettsäuren.

Ein leckeres Welsrezept ist zum Beispiel Wels gebraten mit Kartoffelsalat.

Der Wels im Aquarium

Nicht alle Welsarten sind für die Aquarienhaltung geeignet. Einige Exemplare werden schlichtweg zu groß, wie etwa der bei uns heimische Europäische Wels (Silurus glanis), der durchaus stattliche 3 m lang werden kann. Deshalb ist es wichtig, sich vor der Anschaffung genau zu informieren, welche Länge das ausgewachsene Tier erreichen kann. Auch ist zu beachten, dass die meisten Welse dämmerungs- oder nachtaktiv sind.

Besonders beliebt bei Aquarianern sind Welse aus tropischen Gebieten. Tropische Süßwasserwelse aus Mittel- und Südamerika liegen in der Beliebtheitsskala bei Aquarianern an der Spitze.

Einige beliebte Welsarten für das Aquarium sind:

  • Panzerwelse
  • Harnischwelse
  • Glaswelse
  • Schmerlenwelse

Angelmethoden für Wels

Der Europäische Wels ist ein beliebter Zielfisch für Sportangler. Deshalb wurde er auch in verschiedenen Gewässern ausgesetzt, in denen er früher nicht vorkam.

Am besten eigenen sich die Angeltechniken Grundangeln, Posenangeln oder Spinnfischen, wenn ihr einen Wels an Land ziehen wollt. Es gibt spezielle Wallerruten dafür oder ihr nehmt eine schwere Spinnrute. Eine robuste Stationärrolle oder eine schwere Multirolle sind genauso wichtig wie eine gute monofile, geflochtene Schnur, die eine hohe Tragkraft (55 kg) besitzt.

Mit Naturködern kommt man erfahrungsgemäß beim Wels am weitesten, aber auch Kunstködern tun ihren Job, wenn ihr eine gute Stelle und einen hungrigen Wels in der Nähe habt. Köderfische und Taubandwürmer sind beliebte Naturköder, aber auch Bojenmontagen, Wobbler, Gummifische und Blinker sind beliebt.

Achtet darauf, dass ihr wirklich robustes Gerät verwendet, denn der Wels ist sehr schwer und ein Kämpfer. Eure Rollenbremsen werden hier einer enormen Belastung ausgesetzt. Wir empfehlen euch, auf No-Knots beim Verbinden der Angelschnüre zu setzen.

Ausrüstung zum Welsangeln:

Ausrüstungsgegenstand Eigenschaften
Wallerrute Robust, spezielle Ruten für Welsangeln oder schwere Spinnrute
Rolle Robuste Stationärrolle oder schwere Multirolle
Schnur Monofile oder geflochtene Schnur mit hoher Tragkraft (mind. 55 kg)
Köder Naturköder (Köderfische, Taubandwürmer) oder Kunstköder (Bojenmontagen, Wobbler, Gummifische, Blinker)
Sonstiges Robuste Wirbel und Karabiner, knotenlose (No-Knot) Verbinder

Welsangeln

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